Let’s go – Zufußgehen Schritt für Schritt stärker ins Bewusstsein rücken

L 5 · Fraktionsantrag · 9. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Das Zufußgehen im öffentlichen Raum soll stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Vorgesehen ist ein Konzept, das fußläufige Distanzen und die besten Wege in den Stadtteilen übersichtlich und niederschwellig darstellt und dafür gegebenenfalls bestehende Hinweisschilder adaptiert oder ausbaut. Als Begründung werden die Bedeutung des Fußverkehrs als unkompliziertes und umweltfreundliches Alltagsverkehrsmittel sowie die Initiative „Linz zu Fuß“ und Fußverkehrs-Checks mit Bürgerbeteiligung genannt. Als Vorbild dient das Londoner Leitsystem „Legible London“ mit „walking circles“, zugleich wurde auf die aus heutiger Sicht fehlende Zeitgemäßheit rein analoger Lösungen hingewiesen. Der Gemeinderat lehnte den Vorschlag mit Stimmenmehrheit ab; die SPÖ, ÖVP, FPÖ und MFG enthielten sich.

Schlagwörter (10):fußverkehrzufußgehenmobilitätverkehrsplanungstadtplanungwegweisungbürgerbeteiligungnachhaltigkeitorientierungssystemöffentlicher raum
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Gemeinderat Mag. Langer, MA berichtet über den von der Grünen-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## L 5 Let’s go – Zufußgehen Schritt für Schritt stärker ins Bewusstsein rücken und führt aus: „In diesem Antrag geht es um das Zufußgehen, das ist ein Thema das nicht zuletzt in den letzten Tagen von den Oberösterreichischen Nachrichten thematisiert worden ist. Dazu gibt es auch beispielsweise die Initiative ‚Linz zu Fuß‘, die sehr aktiv ist und im jetzigen Jahr einige Fußverkehrs-Checks in Stadtteilen, mit einer sehr offenen Herangehensweise mit Bürgerbeteiligung, durchgeführt hat. Das sind alles sehr wichtige Schritte, um das Zufußgehen zum einen in das Bewusstsein zu rücken und zum anderen mögliche Lösungsvorschläge und Impulse zu einer nachhaltigeren Stadt- und Verkehrsplanung zu haben. Der Vorteil des Zufußgehens ist, man vergisst es oft, dass es neben dem Fahrrad ein sehr unkompliziertes und umweltfreundliches Alltagsverkehrsmittel ist, mit dem man einerseits Arbeitswege zurücklegen und auch alltägliche Erledigungen tätigen kann, ohne dass man eine sehr, sehr umfassende Ausrüstung benötigt. Man ist natürlich witterungsabhängig, aber im Vergleich zu anderen Verkehrsarten ist man sehr schnell dabei. Wir haben einen Blick nach London gemacht, wo es das Verkehrsleitsystem ‚Legible London‘ gibt, welches dazu beiträgt, dass sowohl Einwohner*innen, als auch Besucher*innen, die zu Fuß unterwegs sind, schnell und einfach an ihr Ziel gelangen und zugleich die Umgebung kennenlernen. An den Beschilderungen, die dort vorgenommen werden, sind als Kernkonzept so genannte ‚walking circles‘ eingezeichnet, die sehr schnell ersichtlich machen, wie weit man in einem Radius von fünf Gehminuten kommt, der zweite Kreis zeigt an, wie weit man in 15 Minuten kommt. Das ist natürlich einerseits für Tourist*innen, die nicht ortskundig sind, eine gute Sache, dient aber auch Einwohner*innen des urbanen Raums, weil man einerseits das lokale geographische Wissen erweitert und das Bewusstsein für Distanzen noch einmal schärft. Wie gesagt, neben einer Stadtentwicklung ist es aus unserer Sicht ein sehr, sehr brauchbares Instrument zur Bewusstseinsentwicklung dieser großartigen Fortbewegungsart und Verkehrsart. Aus diesem Grund möchten wir einen Impuls dazu geben, ein Konzept auszuarbeiten, welches das Zufußgehen im öffentlichen Raum stärker in das Bewusstsein rückt. Dabei kann man schon auf eine bestehende Infrastruktur zugreifen und diese gegebenenfalls adaptieren. Das Beispiel aus London ist ein Best-Practice-Beispiel aus unserer Sicht, wie man das machen kann. Der Gemeinderat beschließe: „Die zuständigen Stadtregierungsmitglieder werden beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten, mit dem Ziel, das Zufußgehen im öffentlichen Raum stärker ins Bewusstsein zu rücken. Zentrale Überlegung dabei soll sein, fußläufige Distanzen sowie die besten 607 Wege in den jeweiligen Stadtteilen übersichtlich und niederschwellig darzustellen. Gegebenenfalls kann dabei auf bereits bestehende Hinweisschilder im öffentlichen Raum zurückgegriffen werden und geprüft werden, ob diese entsprechend adaptiert und ausgebaut werden können. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden. Ich ersuche um Zustimmung.“ (Beifall Die Grünen) ## Wortmeldung Gemeinderat Balihodzic: „Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleginnen und Kollegen, einleitend muss ich noch kurz darauf hinweisen, dass ich für meine Argumentation zu diesem Antrag, damit also meine Gedankengänge nachvollziehbar werden, doch etwas weiter ausholen muss. Deshalb wird diese eine Wortmeldung von mir ausnahmsweise ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen, als üblich. Ich fange zuerst einmal positiv an: An und für sich ist die Essenz dieses Antrages bzw. die Idee dahinter eigentlich eine gute, keine Frage. Es spricht tatsächlich nichts dagegen weitere Ambitionen zu schaffen, die das Zurücklegen kurzer Strecken zu Fuß in den Vordergrund rückt bzw. das Bewusstsein dafür schafft, schärft und stärkt. Wir sind jedoch der Meinung, dass das gewählte Format in diesem Antrag nicht das richtige ist. Es hapert, so scheint es, hier ein wenig am Verständnis der heutigen Zeit, in der wir leben. Im Antrag wird das Referenzbeispiel des Verkehrsleitsystems ‚Legible London‘ genannt. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes und zugegeben, dieses Projekt hat in den Folgejahren nach der Einführung auch Preise gewonnen. Jedoch – und richtigerweise – muss man feststellen und festhalten, dass das Projekt, aus dem Jahr 2005 stammt. Nun kann man meinen, dass 2005 noch gar nicht so lange her ist, das ist aber relativ. In der menschlichen Wahrnehmung der Zeit mag das unter Umständen auch stimmen, technologisch betrachtet, ist seit 2005 eine Epoche vergangen. Erinnern wir uns an das Jahr 2005, visualisieren wir dieses Jahr. Damals hatten die meistens von uns vermutlich einmal ein Nokia-Gerät in der Hand, Verzeihung in der Tasche, denn wir benutzten es nur um zu telefonieren und wenn wir es nicht gebraucht haben, war es in der Tasche. Big Player waren Motorola, LG und Sony Ericsson, Samsung war damals auch am Markt, aber hauptsächlich im Haushalt vorzufinden in Form von Küchengeräten, Waschmaschinen und so weiter. Allen Herstellern gemeinsam waren haptische Tastaturen, wow! Fast unzerstörbar, mega! Utopische Akkulaufzeit, yeah! Das Highlight aber waren integrierte Antennen und die Klappfunktion: aufklappen, zuklappen, umklappen, alle möglichen Klappfunktionen. Goolge-Maps? Das hat es damals noch gar nicht gegeben. So! In diesem Umfeld entstand also das Verkehrsleitsystem ‚Legible London‘, verständlicher- und notwendigerweise, es gab ja damals nichts Besseres. Zurück in das Jahr 2022: Das Leben ist digital geworden, wir nehmen – instinktiv – wenn wir nicht mehr weiterwissen, das Smartphone zur Hand. Wir nehmen es sogar her, wenn uns schlichtweg langweilig ist oder um uns vom Smalltalk abzulenken. Es gibt im Prinzip zwei Extreme: Entweder wir wissen den Weg bereits oder aber wir googeln ihn, wir recherchieren, suchen, fahren und lassen uns teilweise blind und mechanisch zum nächstgelegenen Lokal, zu einer Station oder zu einer Sehenswürdigkeit leiten. Punkt. So sind wir gedrillt und so funktionieren wir heute. Es ist nicht mehr so, dass die Menschen die Information aus der Umgebung nutzen, es sei denn, es ist irgendwo ein Schlussverkauf, ja, dann plakatiert so viel wie ihr wollt, meinetwegen. (Heiterkeit) 608 Die Informationen, die täglich benötigt werden, sind immer abrufbar und verfügbar, direkt proportional zum mobilen Datenpaket und der Akkulaufzeit. In diesem gerade beschriebenen Umfeld von heute, in einer technologischen Epoche Hinweisschilder und/oder Wegweiser nach dem Vorbild von London 05 vorzuschlagen, ist aus heutiger Perspektive Retro, Old-School, Vintage. (Heiterkeit) Versteht mich bitte nicht falsch, das hat auch seinen Charme, gewiss, allerdings ist es nicht mehr zeitgemäß. Da rede ich noch gar nicht von den Kosten, die damit verbunden sind und den vielen Nachteilen einer solchen Lösung, die gibt es nämlich auch. Es würde viel mehr Sinn machen, aber das ist leider nicht der Wortlaut des Antrages, die Essenz aus diesem Antrag zu extrahieren und in digitale Form zu pressen. In Anlehnung zur Resolution, die wir heute noch bei Tagesordnungspunkt L 20 hören, ist die Integration in bereits vorhandene Systeme und Plattformen, falls das nicht schon längst geschehen ist, die bessere Option. Das hätte tatsächlich einen Mehrwert für die Bevölkerung und für die Touristen, aber auch für die Stadt Linz. Es ist ressourcensparend, effizient und vor allem zeitgemäß. Last but not least wird sich die SPÖ-Fraktion bei diesem Antrag der Stimme enthalten. Ich hoffe, ich konnte diesen Schritt entsprechend rechtfertigen. Damit herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ihr ward ein großartiges Publikum.“ (Heiterkeit, Beifall) ## Schlusswort Gemeinderat Mag. Langer, MA: „Lieber Kollege, danke für den Exkurs, es war interessant und ich bin auch ein bisschen nostalgisch geworden, als du die Nokia-Telefone erwähnt hast, ich denke dabei an mein 5110, das sicher noch immer irgendwo existiert und funktioniert. Ich möchte nur ein bisschen widersprechen, dass die technische Ablöse oder die Ablöse von Leitsystemen durch Digitales wirklich die 100-prozentige Lösung ist. Ich glaube – und das wird auch weiterhin der Fall sein –, dass es Schilder, Leitsysteme, Hinweise im öffentlichen Raum geben wird, die resistent sind im öffentlichen Raum, die auch ohne Akku zu nutzen sind, die, wenn man auf dein, ein bisschen konstruiertes, aber natürlich schon auch realistisches Beispiel eingeht, auch Drittstaatsangehörige nutzen können, die kein Roaming haben – aber das nur am Rande. Diese Systeme wird es immer geben und ich glaube der Vorteil dieser ‚walking circles‘, die sehr charmant sind, auch wenn sie schon ein paar Jahre am Buckel haben, ist der, dass man nichts dazu braucht. Man geht durch den öffentlichen Raum und sieht auf einmal, wie weit man in fünf Minuten kommt und dass man die Strecke öfter zu Fuß gehen sollte und vielleicht nicht einmal mit dem Fahrrad oder dem Auto fahren muss. Das ist eine Bewusstseinsmaßnahme. Ich glaube, wenn man das digital umsetzt, dann verkompliziert das die Sache eher. Man kann das sicher digital machen, das ist sicher kein Problem, ich bin ja wie du ein Softwareentwickler und durchaus technikaffin, wie du weißt. Aber im öffentlichen Raum etwas Resistentes zu haben, das der Orientierung und dem Bewusstsein dient, wird weiterhin Bestand haben, auch wenn es Old-School scheint. Ich denke, dass es sinnvoll ist und muss dazusagen, dass auch die eingangs erwähnte Initiative ‚Linz zu Fuß‘ sehr froh darüber wäre, so etwas zu haben. Daher würde ich an solchen Gedanken dranbleiben und wollte einen Impuls dazu setzen. Wenn es heute dafür keine Mehrheit gibt, ist das auch okay, aber das Zufußgehen im urbanen Raum ist eine wichtige Sache und wir sollten jedenfalls alle zusammen dranbleiben.“ (Beifall Die Grüne) Die Vorsitzende lässt nun über den Antrag abstimmen. Der Antrag wird bei Stimmenhaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (8) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. 609
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Die zuständigen Stadtregierungsmitglieder werden beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten, mit dem Ziel, das Zufußgehen im öffentlichen Raum stärker ins Bewusstsein zu rücken. Zentrale Überlegung dabei soll sein, fußläufige Distanzen sowie die besten Wege in den jeweiligen Stadtteilen übersichtlich und niederschwellig darzustellen. Gegebenenfalls kann dabei auf bereits bestehende Hinweisschilder im öffentlichen Raum zurückgegriffen werden und geprüft werden, ob diese entsprechend adaptiert und ausgebaut werden können. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden. Ich ersuche um Zustimmung.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleginnen und Kollegen, einleitend muss ich noch kurz darauf hinweisen, dass ich für meine Argumentation zu diesem Antrag, damit also meine Gedankengänge nachvollziehbar werden, doch etwas weiter ausholen muss. Deshalb wird diese eine Wortmeldung von mir ausnahmsweise ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen, als üblich. Ich fange zuerst einmal positiv an: An und für sich ist die Essenz dieses Antrages bzw. die Idee dahinter eigentlich eine gute, keine Frage. Es spricht tatsächlich nichts dagegen weitere Ambitionen zu schaffen, die das Zurücklegen kurzer Strecken zu Fuß in den Vordergrund rückt bzw. das Bewusstsein dafür schafft, schärft und stärkt. Wir sind jedoch der Meinung, dass das gewählte Format in diesem Antrag nicht das richtige ist. Es hapert, so scheint es, hier ein wenig am Verständnis der heutigen Zeit, in der wir leben. Im Antrag wird das Referenzbeispiel des Verkehrsleitsystems ‚Legible London‘ genannt. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes und zugegeben, dieses Projekt hat in den Folgejahren nach der Einführung auch Preise gewonnen. Jedoch – und richtigerweise – muss man feststellen und festhalten, dass das Projekt, aus dem Jahr 2005 stammt. Nun kann man meinen, dass 2005 noch gar nicht so lange her ist, das ist aber relativ. In der menschlichen Wahrnehmung der Zeit mag das unter Umständen auch stimmen, technologisch betrachtet, ist seit 2005 eine Epoche vergangen. Erinnern wir uns an das Jahr 2005, visualisieren wir dieses Jahr. Damals hatten die meistens von uns vermutlich einmal ein Nokia-Gerät in der Hand, Verzeihung in der Tasche, denn wir benutzten es nur um zu telefonieren und wenn wir es nicht gebraucht haben, war es in der Tasche. Big Player waren Motorola, LG und Sony Ericsson, Samsung war damals auch am Markt, aber hauptsächlich im Haushalt vorzufinden in Form von Küchengeräten, Waschmaschinen und so weiter. Allen Herstellern gemeinsam waren haptische Tastaturen, wow! Fast unzerstörbar, mega! Utopische Akkulaufzeit, yeah! Das Highlight aber waren integrierte Antennen und die Klappfunktion: aufklappen, zuklappen, umklappen, alle möglichen Klappfunktionen. Goolge-Maps? Das hat es damals noch gar nicht gegeben. So! In diesem Umfeld entstand also das Verkehrsleitsystem ‚Legible London‘, verständlicher- und notwendigerweise, es gab ja damals nichts Besseres. Zurück in das Jahr 2022: Das Leben ist digital geworden, wir nehmen – instinktiv – wenn wir nicht mehr weiterwissen, das Smartphone zur Hand. Wir nehmen es sogar her, wenn uns schlichtweg langweilig ist oder um uns vom Smalltalk abzulenken. Es gibt im Prinzip zwei Extreme: Entweder wir wissen den Weg bereits oder aber wir googeln ihn, wir recherchieren, suchen, fahren und lassen uns teilweise blind und mechanisch zum nächstgelegenen Lokal, zu einer Station oder zu einer Sehenswürdigkeit leiten. Punkt. So sind wir gedrillt und so funktionieren wir heute. Es ist nicht mehr so, dass die Menschen die Information aus der Umgebung nutzen, es sei denn, es ist irgendwo ein Schlussverkauf, ja, dann plakatiert so viel wie ihr wollt, meinetwegen. (Heiterkeit) 608 Die Informationen, die täglich benötigt werden, sind immer abrufbar und verfügbar, direkt proportional zum mobilen Datenpaket und der Akkulaufzeit. In diesem gerade beschriebenen Umfeld von heute, in einer technologischen Epoche Hinweisschilder und/oder Wegweiser nach dem Vorbild von London 05 vorzuschlagen, ist aus heutiger Perspektive Retro, Old-School, Vintage. (Heiterkeit) Versteht mich bitte nicht falsch, das hat auch seinen Charme, gewiss, allerdings ist es nicht mehr zeitgemäß. Da rede ich noch gar nicht von den Kosten, die damit verbunden sind und den vielen Nachteilen einer solchen Lösung, die gibt es nämlich auch. Es würde viel mehr Sinn machen, aber das ist leider nicht der Wortlaut des Antrages, die Essenz aus diesem Antrag zu extrahieren und in digitale Form zu pressen. In Anlehnung zur Resolution, die wir heute noch bei Tagesordnungspunkt L 20 hören, ist die Integration in bereits vorhandene Systeme und Plattformen, falls das nicht schon längst geschehen ist, die bessere Option. Das hätte tatsächlich einen Mehrwert für die Bevölkerung und für die Touristen, aber auch für die Stadt Linz. Es ist ressourcensparend, effizient und vor allem zeitgemäß. Last but not least wird sich die SPÖ-Fraktion bei diesem Antrag der Stimme enthalten. Ich hoffe, ich konnte diesen Schritt entsprechend rechtfertigen. Damit herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ihr ward ein großartiges Publikum.“

Lieber Kollege, danke für den Exkurs, es war interessant und ich bin auch ein bisschen nostalgisch geworden, als du die Nokia-Telefone erwähnt hast, ich denke dabei an mein 5110, das sicher noch immer irgendwo existiert und funktioniert. Ich möchte nur ein bisschen widersprechen, dass die technische Ablöse oder die Ablöse von Leitsystemen durch Digitales wirklich die 100-prozentige Lösung ist. Ich glaube – und das wird auch weiterhin der Fall sein –, dass es Schilder, Leitsysteme, Hinweise im öffentlichen Raum geben wird, die resistent sind im öffentlichen Raum, die auch ohne Akku zu nutzen sind, die, wenn man auf dein, ein bisschen konstruiertes, aber natürlich schon auch realistisches Beispiel eingeht, auch Drittstaatsangehörige nutzen können, die kein Roaming haben – aber das nur am Rande. Diese Systeme wird es immer geben und ich glaube der Vorteil dieser ‚walking circles‘, die sehr charmant sind, auch wenn sie schon ein paar Jahre am Buckel haben, ist der, dass man nichts dazu braucht. Man geht durch den öffentlichen Raum und sieht auf einmal, wie weit man in fünf Minuten kommt und dass man die Strecke öfter zu Fuß gehen sollte und vielleicht nicht einmal mit dem Fahrrad oder dem Auto fahren muss. Das ist eine Bewusstseinsmaßnahme. Ich glaube, wenn man das digital umsetzt, dann verkompliziert das die Sache eher. Man kann das sicher digital machen, das ist sicher kein Problem, ich bin ja wie du ein Softwareentwickler und durchaus technikaffin, wie du weißt. Aber im öffentlichen Raum etwas Resistentes zu haben, das der Orientierung und dem Bewusstsein dient, wird weiterhin Bestand haben, auch wenn es Old-School scheint. Ich denke, dass es sinnvoll ist und muss dazusagen, dass auch die eingangs erwähnte Initiative ‚Linz zu Fuß‘ sehr froh darüber wäre, so etwas zu haben. Daher würde ich an solchen Gedanken dranbleiben und wollte einen Impuls dazu setzen. Wenn es heute dafür keine Mehrheit gibt, ist das auch okay, aber das Zufußgehen im urbanen Raum ist eine wichtige Sache und wir sollten jedenfalls alle zusammen dranbleiben.“}],

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenhaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (8) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.