Volksgarten schonen - Weihnachtsmarkt aufs Urfahrraner Marktgelände verlegen
K 11 · Fraktionsantrag · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Ergebnis:abgelehnt
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird ein neues Konzept für den Weihnachtsmarkt im Volksgarten und die Prüfung einer Verlegung auf das rund 9.000 Quadratmeter große Urfahrmarktgelände zwischen Ars-Electronica-Straße und verlängerter Kirchengasse. Begründet wird dies mit den jährlichen Belastungen des Volksgartens durch Aufbau, Abbau, Bodenverdichtung, Müll und lange Wiederherstellungszeiten, wodurch der Park über Monate nur eingeschränkt nutzbar sei. Befürworter sehen darin zugleich die Chance, den Markt qualitativ neu zu positionieren und den Volksgarten wieder ganzjährig als Grün- und Erholungsraum zu sichern. Gegner verweisen auf die bewährte Lage, die Bedeutung für die südliche Landstraße, Schutzmaßnahmen für die Grünflächen und mögliche Nachteile des alternativen Standorts. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt; eine Umsetzung wäre, wenn möglich, für den Winter 2026/27 vorgesehen gewesen.
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Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, seit dem Jahr 1956 ist der Volksgarten Standort eines der traditionsreichsten Weihnachtsmärkte in Linz. Über Jahrzehnte hinweg hat sich der Markt zu einem festen Bestandteil der Vor- weihnachtszeit entwickelt. Er ist ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und der gelebten Linzer Stadttradition. Gerade deshalb müssen wir verantwortungsvoll mit dieser Tradition umgehen. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch rund um den Weihnachtsmarkt im Volksgarten Entwicklungen gezeigt, die wir nicht ignorieren können. Die Kosten für Infrastruktur, Reinigung und Organisation sind deutlich gestiegen. Gleichzeitig haben auch Verschmutzungen und Belastungen für die Parkanlage erheblich zugenommen. Der Volksgarten ist nicht nur Veranstaltungsfläche, er ist eine zentrale Grün- und Erholungsanlage für viele Linzerinnen und Linzer. Eine Parkanlage dauerhaft so stark zu beanspruchen muss daher kritisch hinterfragt werden. Traditionen sind ein wichtiger Teil unserer Identität. Sie verbinden Generationen und geben unserer Stadt ein Stück Kontinuität. Aber Tradition bedeutet nicht, an Strukturen festzuhalten, die sich unter veränderten Rahmenbedingungen als problematisch erweisen. Traditionen bleiben nur dann lebendig, wenn wir bereit sind, sie weiterzuentwickeln. Die Verlegung des Weihnachtsmarkts ist daher keine Absage an diese Tradition, sondern eine Entscheidung mit Blick auf Verantwortung, Nachhaltigkeit und die Zukunft unserer Stadt. Es geht darum, den Weihnachtsmarkt langfristig zu sichern, an einem Ort, der organisatorisch, wirtschaftlich und ökologisch besser geeignet ist. Wenn wir also wollen, dass der Weihnachtsmarkt auch in Zukunft ein Ort der Begegnung, der Freude und der Gemeinschaft bleibt, müssen wir heute verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die die Tradition nicht schwächen, sondern sie langfristig sichern. Denn Traditionen bewahrt man nicht, indem man sie festhält, sondern indem man sie verantwortungsvoll in die Zukunft führt. Danke.
Liebe Kollegen und Kolleginnen, lieber Lorenz Potocnik, ich teile deine Analyse dahingehend, dass der Weihnachtsmarkt den Volksgarten jährlich in Mitleidenschaft zieht. Aus diesem Grund halte ich den Status quo für eine suboptimale Lösung. Ich stimme auch dir zu, Vera Schachner, dass man Traditionen durchaus hinterfragen und verändern kann. Aus diesem Grund finde ich auch, dass man offen sein sollte gegenüber dem Vorschlag von LinzPlus. Man sollte grundsätzlich über den Ort und eine Neuerfindung nachdenken. Der Lösungsvorschlag überzeugt mich aber nicht. Ich möchte euch drei Argumente darreichen. Erstens: Die Nord-Süd-Ausdehnung von Linz beträgt in etwa 18,6 Kilometer. Nach eurem Vorschlag befänden sich dann alle wesentlichen städtischen Weihnachtsmärkte innerhalb von circa einem halben Kilometer Luftlinie. Schon alleine aus der Perspektive der ‚Stadt der kurzen Wege‘, erscheint mir das als weniger gute Lösung. Zweitens: Auch wenn das neue Gelände nicht ganz bei den Wohnhäusern in der Ferihumerstraße läge, glaube ich, dass es durchaus Auswirkungen auf diese Wohngegenden hätte. Meines Erachtens ist das Urfahranermarktgelände fast schon zu viel programmiert. Man sollte auf die Menschen, die dort wohnen, schon ein bisschen Rücksicht nehmen. 125 Drittens: Meines Erachtens ist das Donautal eine Windschneise. Ich bin mir nicht sicher, ob es dort in diesem Bereich im Winter so angenehm ist und das ein guter Platz für einen Weihnachtsmarkt wäre. Da ist es noch einmal kälter, regnerischer und der Wind bläst. Aus diesen Gründen enthalten wir uns.
Dankeschön Herr Bürgermeister, wir als SPÖ sind zur angesprochenen Situation rund um den Weihnachtsmarkt im Volksgarten aus mehreren Gründen für den Verbleib am bisherigen Standort. Die Attraktivität am Standort Volksgarten hat sich seit Jahren bewährt und belebt in dieser schönen, besinnlichen Zeit den südlichen Teil der Landstraße extrem positiv und äußerst familienfreundlich. Es war auch der ausdrückliche Wunsch des Musiktheaters Linz, stärker in den Weihnachtsmarkt eingebunden zu werden. Die Grünflächen werden durch aufwändige Schutzmaßnahmen gesichert. Unter anderem kommen Schwerlastböden zum Einsatz, die von den Beschicker*innen individuell und passgenau für ihre Hütten angefertigt wurden. Zum Thema Reinigung ist festzuhalten, dass jedes Jahr eine professionelle Reinigungsfirma engagiert wird, um während der gesamten Marktdauer täglich Reinigungsarbeiten durchzuführen. Darüber hinaus erfolgt eine umfassende Endreinigung nach dem Markt. Zusätzlich wird von den Beschicker*innen eine Rekultivierungsgebühr eingehoben, die zweckgebunden für die Wiederherstellung der Grünflächen nach dem Markt verwendet wird. Der Volksgarten bietet durch seine zentrale Lage und seine Atmosphäre einen idealen Rahmen für eine vorweihnachtliche Veranstaltung. Nach dem vergangenen Markt haben wir zahlreiche positive Rückmeldungen von Besucher*innen erhalten. Auch die Beschicker*innen zeigen sich mit der Entwicklung des Marktes sehr zufrieden. Wir werden uns enthalten.
Kollege Potocnik nennt den Weihnachtsmarkt im Volksgarten ein Trauerspiel. Lieber Lorenz Potocnik, weißt du, was ein Trauerspiel ist? Deine Ansätze zu den Märkten sind ein einziges Trauerspiel. (Unruhe, Zwischenruf Gemeinderat Potocnik) Es ist ein Trauerspiel - und ich erkläre, warum. Dein erster Ansatz ist, dass der Urfahrplaner Jahrmarkt auf die Linzer Seite verlegt werden soll. Vice versa soll man dann den Volksgarten Weihnachtsmarkt auf dem Urfahranermarktgelände abhalten. Die Freiheitlichen sagen auf neudeutsch ‚switchen‘ dazu. (Heiterkeit) Das ist nicht mein Ansatz. Warum? Der Weihnachtsmarkt im Volksgarten ist sehr gut besucht. Er funktioniert sehr, sehr gut im Hinblick auf zwei Stoßrichtungen. Erstens ist er der Markt für Familien. Er ist stimmungsvoll, es wird etwas Spannendes für Kinder angeboten. Zu den Fahrgeschäften kann man stehen, wie man will. Kindern gefällt es. Für einen Weihnachtsmarkt sind die Weihnachtswelt, die Märchenwelt, das Flair, die schönen großen Hütten als sehr positiv zu sehen. Zweitens - Harald Katzmayr hat es bereits angesprochen - ist er ein sehr positiver Impuls für die südliche Landstraße. Wir haben dort große Herausforderungen zu bewältigen, damit wir eine hohe Frequenz haben. Wir brauchen eine hohe Besucher*innenfrequenz. Das 126 heißt, der Weihnachtsmarkt im Volksgarten ist im Hinblick auf diese zwei Stoßrichtungen sehr, sehr positiv zu sehen. Kollege Katzmayr hat bereits sehr gut ausgeführt, wie es mit den Grünanlagen ausschaut. Durch die Schwerlastböden, die zum Einsatz kommen und die passgenau für die jeweiligen Hütten angefertigt wurden, werden schon sehr aufwendige Schutzmaßnahmen ergriffen. Von den Stadtgärten kam die Rückmeldung, dass heuer wenig Schäden bei den Grünflächen zustande kamen, weil ein sehr gutes Konzept ausgearbeitet wurde. Diesbezüglich möchte mich bei meiner Vorgängerin Doris Lang-Mayerhofer sehr herzlich bedanken, weil sie als Marktreferentin ein gutes Konzept ausgearbeitet hat. (Unruhe) Kollege Seeber hat mir vorhin zuerkannt, oder es eigentlich als Kritik formuliert, dass ich für mein Ressort brenne. Ja, ich brenne für meine Ressorts - für das Marktressort und das Verkehrsressort. Offenbar lodert das Feuer plötzlich auch in anderen. Wenn man Feuer versprüht, entfacht man vielleicht bei anderen auch ein bisschen etwas. Für die eigenen Ressorts zu brennen, sollte uns allen als Politiker*innen Ansporn sein. Von Marktbeschickerinnen und -beschickern wird auch eine Rekultivierungsgebühr eingehoben, die immer zweckgebunden für Grünraummaßnahmen eingesetzt wird. Ich als Marktreferent gebe den Weihnachtsmarkt im Volksgarten definitiv nicht auf. Wir verlegen ihn nicht auf das Urfahranermarktgelände, aber ich verschließe mich nicht dagegen, dass dort etwas stattfindet. Private Betreiber*innen können dort gerne etwas machen. Warum denn nicht? Es finden auch andere gute Veranstaltungen statt. Ziehen wir aber bitte den Weihnachtsmarkt nicht vom Volksgarten ab. Das ist ein gutes ‚Asset‘, das erhalten bleiben sollte. Dementsprechend stimmen wir als ÖVP gegen diesen Antrag. Ich hoffe, dass der Antrag auf keinen Fall eine Mehrheit erhalten wird. Dankeschön.
Vielen herzlichen Dank, ich darf mich auch kurz zu Wort melden. Den Weihnachtsmarkt aus der Innenstadt auf das Urfahraner Jahrmarktgelände zu verlegen, ist - ich bleibe bewusst in der Welt der Weihnachtsmärkte - eine Schnapsidee. Im Winter bei Kälte, Eis und Schnee Menschen dort hinzuschicken, wo es keinen natürlichen Fußgänger*innenfluss und keine gewachsene Frequenz gibt, wäre keine Verbesserung. Das wäre ein Standortnachteil mit Ansage. Ein Weihnachtsmarkt lebt von Atmosphäre. Diese entsteht dort, wo Menschen ohnehin unterwegs sind - in der Innenstadt. Dort belebt er die Stadt, dort schafft er Frequenz, dort funktioniert er. Was hier vorgeschlagen wird, ist nicht einmal besonders kreativ. Es ist schlicht eine Verlagerung ins Abseits. Wir werden uns enthalten.
Danke, ich möchte kurz meinen Zwischenruf erklären. Martin Hajart, du verdrehst einfach Dinge. Das hast du vorhin nämlich auch schon gemacht. Ich habe nicht gesagt, dass der Weihnachtsmarkt ein Trauerspiel ist. Ich habe nicht einmal vom Weihnachtsmarkt gesprochen. Ich habe vom Vorfeld und vom Nachgang gesprochen. 127 Das, was im Monat davor und in den zwei Monaten danach passiert, ist ein Trauerspiel. Du musst schon ordentlich zuhören. Es ist unlauter, das dann so zu verdrehen. Das bringt uns auch nicht weiter. Darum habe ich mich aufgeregt. Was den Standort betrifft, bin ich unsicher. Der Volksgarten liegt an einer wichtigen Strecke. Clemens Brandstetter, ich lasse deine Einwendungen gelten, was die Entfernungen, den Weg, betrifft. Das stimmt alles. Der Volksgarten ist charmant mit der Beleuchtung in den Bäumen und dem Gefühl, dass man sich ein bisschen im Wald befindet. Aber: Für einen Monat Weihnachtsmarkt-Atmosphäre hat, muss fünf Monate im Vorfeld und im Nachgang der ganze Park leiden. Es sind ja nicht nur diese fünf Monate. Es geht so weit, dass sich der Park, der wahrscheinlich sogar der wichtigste Park in der Innenstadt ist, gar nicht richtig entwickeln kann. Das kann Eva Schobesberger bestätigen. Bäume werden nicht so gepflanzt, wie sie parkgestalterisch gut wären. Sie werden so gepflanzt, dass sie Hütten und Platten nicht stören. Das ist vor einem Jahr genau so passiert. Irgendwo wurden Bäume gesetzt, damit sie dann beim Weihnachtsmarkt nicht stören. Das ist kein Zustand. Wenn wir so weitermachen, ist das de facto kein Park mehr, sondern eine Wirtschaftsfläche. Genau das – die Situation für den Volksgarten zu verbessern – ist ein legitimes Ziel dieses Antrags. Vera Schachner, ich danke dir für deine Wortmeldung. Du überraschst mich immer wieder, indem du Tradition so modern interpretierst. Du sagst, dass Tradition nicht heißt, alles immer gleich zu lassen und möglichst nichts zu ändern, ganz im Gegenteil. Tradition besteht auch darin, sie weiterzuentwickeln und mit modernen oder neuen Elementen zu verbessern. Zur Wortmeldung bezüglich Anrainer*innen: Dort im südwestlichen Teil des Urfahrnanermarktes gibt es eigentlich kaum Anrainer*innen. Diese sind an zwei Händen abzählbar. Im Unterschied dazu befinden sich beim Volksgarten einige hundert, wenn nicht insgesamt tausend Anrainer*innen. Die Aussage zur Temperatur lasse ich auch gelten, denn dort ist es wahrscheinlich ein bisschen frischer. Auf der anderen Seite wird es dank Klimawandel immer wärmer. Dann konsumiert man halt ein Glas Punsch mehr, damit einem wieder warm wird. Also ich glaube, das wäre dort nicht wirklich das große Problem. Ich hoffe auf Zustimmung.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (22), FPÖ (9), NEOS (2), KPÖ (2), Gemeinderat Brandstetter Gegenstimme: ÖVP (9)