Reform des Aktivpasses – Einkommensgrenze und soziale Treffsicherheit erhöhen

L 11 · Fraktionsantrag · 9. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Die Reform des Linzer Aktivpasses soll die Einkommensgrenzen deutlich anheben und den Zugang sozial treffsicherer machen. Vorgesehen sind eine Erhöhung der individuellen Grenze auf 1.500 Euro netto und der Haushaltsgrenze auf 3.000 Euro netto. Zusätzlich sollen ein mindestens fünfjähriger rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich und Deutschkenntnisse auf A2-Niveau als Voraussetzungen gelten. Begründet wird die Änderung mit der aktuellen Energie- und Wirtschaftskrise sowie der Teuerungswelle, die viele Menschen belastet. Die Zuweisung an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport wurde mit Stimmenmehrheit beschlossen.

Schlagwörter (10):aktivpasseinkommensgrenzesoziale treffsicherheitteuerungenergiekrisewirtschaftskrisedeutschkenntnisseaufenthaltsdauersozialleistungengenerationenpolitik
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Gemeinderäte, geschätzte Zuseher, Zuhörer, geschätzte Mitarbeiter, ja heute ist wirklich ein Tag der langen Reden. Ich habe jetzt überlegt, ob ich eine lange Rede halten soll, aber ich versuche mich kurz zu halten. Der Linzer Aktivpass und seine Reform ist eine never ending Story, wir hatten schon in der letzten Legislaturperiode einige Anträge in diese Richtung, aber leider hat sich nichts geändert. Ich habe die aktuelle gesellschaftliche Lage, die Energie- und Wirtschaftskrise etc. als Anlass genommen, diesen Antrag ins Leben zu rufen und auf die Tagesordnung zu bringen. Jetzt davon zu reden, dass viele Linzerinnen und Linzer gerade in der heutigen Zeit von der Teuerungswelle betroffen sind, ist nicht notwendig, wir haben das heute schon unzählige Male gehört. Ich bringe es einfach auf den Punkt. Wir beantragen, dass die aktuelle Einkommensgrenze von 1324 Euro auf 1500 Euro netto und im Fall eines Haushaltes auf 3000 Euro netto erhöht wird. Das soll es den Menschen, die gerade sozial arm sind, ein bisschen erleichtern. Weiter soll diese Maßnahme, also die Erhöhung, von Parallelmaßnahmen begleitet werden, die dafür sorgen sollen, die sozialen Treffsicherheit des Aktivpasses zu erhöhen. Die Parallelmaßnahmen sind ein mindestens 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich und der Nachweis von Deutschkenntnissen auf A2 Niveau, einem wirklich sehr einfachen Niveau.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die zuständige Referentin wird beauftragt, die Voraussetzungen für die Vergabe des Linzer Aktivpasses durch folgende Punkte zu erweitern beziehungsweise zu adaptieren: Erhöhung der individuellen Einkommensgrenze auf 1.500 Euro netto, Haushaltseinkommen insgesamt höchstens 3.000 Euro netto, mindestens fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich, Nachweis von Deutschkenntnissen auf A2-Niveau.
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich ersuche diesen Antrag dem Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zuzuweisen. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Aktivpass im Gegensatz zur Wohnbeihilfe oder zur Mindestsicherung keine Geldleistung ist, sondern lediglich eine Berechtigung Ermäßigungen in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich bin ich aber dafür, dass wir das im Ausschuss sehr fundiert diskutieren, rechtliche Rahmenbedingungen ausloten und auch die notwendigen Schritte der Verwaltung prüfen. In diesem Sinne ersuche ich um Zuweisung.

Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzter Kollege Malesevic, wie du dir vorstellen kannst, stehen wir dem Antrag mit gemischten Gefühlen gegenüber, weite Teile des Antrags könnten wir so nicht mittragen. Mit dem ersten Punkt ist allerdings eine Maßnahme dabei, die aus unserer Sicht eine wirkungsvolle Maßnahme gegen die Teuerungskrise darstellt. Wir würden diese Maßnahme auch sehr gern unterstützen. Insofern, weiß ich jetzt nicht, wie das geschäftsordnungsmäßig genau ausschaut, aber würden wir gern eine getrennte Abstimmung beantragen und avisieren, dass wir Punkt 1 des Antrags zustimmen, bei Punkt 2 – 4 würden wir eine Gegenstimme platzieren. Dem Paket können wir so nicht zustimmen.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wir als Linzer Volkspartei sehen es als wichtigen Schritt, die Voraussetzungen für den Erwerb des Aktivpasses zu diskutieren. Wir sind der Meinung, dass der Wert der deutschen Sprache eine wichtige Grundvoraussetzung ist, um am Alltagsleben teilnehmen zu können. Der Aktivpass kann hier künftig ein Anreiz sein, deshalb unterstützen wir die Zuweisung. Vielen Dank.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kollegen und Kolleginnen, der Antrag der Freiheitlichen Partei ist ein bisschen eine Mogelpackung, aber man soll ein wenig großzügig sein. Die Forderung, dass man die individuelle Einkommensgrenze auf 1500 Euro anhebt, ist in Ordnung. Ich glaube, das ist etwas, was man diskutieren kann, die anderen drei Punkte sind für uns indiskutabel. Das kann ich dazu sagen. Danke.

In der Hoffnung, dass dieser Antrag nicht wie seine Vorläufer auf die lange Bahn geschoben wird, stimmen wir einer Zuweisung natürlich zu. Das geht für uns in Ordnung. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport wird bei Stimmenthaltung der Fraktion von Die Grünen (9) und Gemeinderat Brandstetter (WANDEL) sowie bei Gegenstimme der KPÖ-Fraktion (2) mit Stimmenmehrheit angenommen.