Modernisierung des Linzer Busterminals sicherstellen

P 6 · Fraktionsantrag · 22. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Die Modernisierung des Linzer Busterminals soll die seit Jahren bestehenden Sicherheits- und Hygienemängel an der zentralen Verkehrsdrehscheibe beheben und die Infrastruktur insgesamt verbessern. Als Begründung werden der lange Betriebszeitraum von knapp 20 Jahren, die unbefriedigenden Zustände vor Ort sowie die erwartete Aufwertung von öffentlichem Verkehr und Bahnhofsviertel genannt. Vorgesehen ist eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Land Oberösterreich, wobei der städtische Zuschuss auf 25 Prozent der voraussichtlichen Kosten von rund 1,7 Millionen Euro gedeckelt und in zehn Jahresraten zu leisten wäre; zusätzlich soll ein verhältnismäßiger Beitrag zu Betriebs- und Instandhaltungskosten geregelt werden. Die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget bedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Finanzen und Integration wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):busterminalmodernisierungsicherheithygieneöffentlicher verkehrbahnhofsviertelfinanzierunginstandhaltungstadtentwicklungmobilität
AntragstextEinblendenAusblenden
Danke schön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, werter Gemeinderat, am Linzer Busterminal herrschen inzwischen untragbare Zustände. Sowohl aus sicherheitsrelevanter als auch aus hygienischer Sicht. Das liegt unter anderem auch daran, dass seit der Inbetriebnahme inzwischen knapp 20 Jahre vergangen sind. Umso wichtiger wäre eine umfassende Modernisierung, bei der die Mängel ausgemerzt und die Infrastruktur insgesamt verbessert wird. Erfreulich ist, in diesem Zusammenhang, dass dies schon von unterschiedlichen Stellen erkannt wurde. Sowohl auf Stadt- als auch auf Landesebene. Seit mehreren Jahren, kann man fast sagen, laufen Verhandlungen zwischen den unterschiedlichen Beteiligten. Die Ziellinie wäre eigentlich schon in Sichtweite. Ganz und gar nicht erfreulich ist aber, dass man seit geraumer Zeit auf der Stelle tritt. Von Landesseite wurde im Landtag noch vor dem Sommer 2023 einstimmig der Finanzierungsrahmen beschlossen, auch mit den Stimmen der SPÖ, der ÖVP, der Grünen und der NEOS. Dabei ist man bereits zahlreichen Wünschen der Stadt entgegengekommen. Etwa einer Deckelung des städtischen Anteils bei 25 Prozent der voraussichtlichen Kosten, das sind laut aktuellen Schätzungen ca. 1,7 Millionen Euro. Diese würden sogar auf einen Rückzahlungszeitraum von zehn Jahren erstreckt werden, das macht dann umgerechnet ungefähr 170.000 Euro pro Jahr. Verglichen mit anderen Projekten, beispielsweise ein paar Dutzend kleiner Bäume, die inzwischen zwei Millionen Euro kosten, wie wir heute wieder gehört haben, ist das eine einmalige und vor allem preiswerte Gelegenheit für die Stadt eine zentrale Drehscheibe in Linz spürbar aufzuwerten. Es ist völlig unverständlich, warum dieses Projekt so lange aufgeschoben wurde. Wir beantragen daher, dass Finanzreferentin Blöchl dem Gemeinderat die notwendigen Unterlagen für das Projekt zur Beschlussfassung vorlegt. Ja, wir hätten als Stadt Linz auch einen Beitrag zu den laufenden Kosten für Wartung und Instandhaltung zu leisten. Dieser ist auch ein bisschen höher als bisher, aber auch das muss es uns wert sein. Hier soll ein eigenes Sicherheitskonzept erstellt und ein Sicherheitsdienst engagiert werden. Wahre Sicherheit ist nämlich unbezahlbar. Insgesamt ist diese Aufwendung, trotz der angespannten finanziellen Situation unserer Stadt, gerechtfertigt und verhältnismäßig. Damit schaffen wir einen großen Mehrwert für die Linzer. Der öffentliche Verkehr wird attraktiver und moderner. Die Aufenthalts- und Lebensqualität rund um das Bahnhofsviertel wird spürbar verbessert. Ich appelliere abschließend an alle Fraktionen hier im Gemeinderat, dieses wichtige Projekt mit ihrer Zustimmung zu unterstützen und voranzutreiben. Danke schön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Das für Finanzen zuständige Stadtsenatsmitglied, Vizebürgermeisterin Tina Blöchl, wird beauftragt, dem Gemeinderat zeitnah die Finanzierungsvereinbarung mit dem Land Oberösterreich betreffend die Modernisierung des Linzer Busterminals für einen nicht umsatzsteuerbaren Zuschuss, der mit 25 Prozent der voraussichtlichen Kosten (ca. 1,7 Millionen Euro) gedeckelt und in zehn gleich hohen Jahresraten an das Land Oberösterreich zu überweisen ist, zur Beschlussfassung vorzulegen. Darin soll auch ein verhältnismäßiger finanzieller Beitrag zum künftigen Betriebs- und Instandhaltungsaufwand geregelt sein. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Kollege Danner, als ich den Antrag Ihrer Fraktion gelesen habe, habe ich schmunzeln müssen. Ihr schreibt da von hygienischen Defiziten, die ausgemerzt werden sollen. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Worte, mit denen ich die Situation am Busbahnhof schon einmal beschrieben habe, im Gemeinderat mit Raunen bedacht wurden, aber ihr habt das jetzt im Antrag sprachlich überaus elegant gelöst. Sie werden sich erinnern, dass wir von LinzPlus, uns schon seit Jahren, als Einzige dafür eingesetzt haben, dass aus einem dunklen und verdreckten Areal endlich ein Ort wird, für den man sich als Linzer und Linzerin nicht zu schämen braucht. Es soll eine gute Ankommenssituation für den wichtigen Busbahnhof und Nahverkehrsknoten geschaffen werden. Wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen nun endlich an einen Tisch setzen und Nägel mit Köpfen machen. Nach so vielen Jahren wäre es an der Zeit. Wir haben auch mit simplen Pipiboxen gezeigt, dass man von einem Tag auf den anderen für deutlich erhöhte Sauberkeit im Areal sorgen kann. Die Erfahrungen haben uns gezeigt, dass man zwar täglich dranbleiben muss, um die Hygiene zu wahren, aber was wir als Zwei-Personen-Fraktion geschafft haben, sollte die Stadt Linz erst recht schaffen. Außerdem habt ihr im Antrag auch die Barrierefreiheit eingemahnt und die Rechnung hier lautet: Hygiene + Barrierefreiheit = freudige Zustimmung von LinzPlus.

Ich bedanke mich bei der Freiheitlichen Fraktion für diesen Antrag, den wir inhaltlich teilen und den wir als ÖVP-Linz-Fraktion auch mittragen, weil es absolut notwendig ist, die Adaptierungen beim Busterminal vorzunehmen. Eigentlich hätten diese Maßnahmen schon 2024, sprich heuer, durchgeführt werden sollen. Eine Einigung kam leider nicht zustande. Die Gespräche zwischen dem Herrn Bürgermeister und dem Herrn Landeshauptmann, von denen gerade gesprochen wurde, haben ja, soweit ich weiß, stattgefunden. Meines Wissens besteht eine grundsätzliche Einigung - und dann wieder doch nicht. Ich weiß eigentlich nicht, woran es genau hapert. Tatsache ist aber, dass die Zeit drängt. Wir müssen das beschließen, damit wir die Maßnahmen 2025 setzen können. Die Gründe sind schon ausgeführt worden, die sind verkehrlicher und vor allem auch sicherheitstechnischer Natur. Die Problematik ist bekannt und kann, wie uns allen klar ist, nicht allein durch die Adaptierung des Busterminals gelöst werden - zum Teil aber schon. Ich ersuche auch alle anderen Fraktionen - das ist jetzt nicht unser Antrag, aber ich teile die Intention - dass wir diesen Antrag mehrheitlich verabschieden. Wir werden auf jeden Fall zustimmen, wir können uns aber auch eine Zuweisung zum Ausschuss für Finanzen und Integration vorstellen, wo dann einmal auf den Tisch gelegt wird, was der Stand der Dinge ist und wie man das relativ schnell auf die Beine stellen kann.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich melde mich als mehrfach Angesprochener auch zu Wort. Fakt ist, dass dieses Vertragskonstrukt, das ja vielfältige Flächen rund um den Bahnhof und das Terminal betrifft, tatsächlich ein furchtbares, miteinander verwobenes Konstrukt aus der Vergangenheit ist. Für das kann niemand etwas, nicht Herr Landesrat Steinkellner, nicht Herr Landeshauptmann Stelzer und auch ich nicht. Wir, der Herr Landeshauptmann und ich, haben versucht, die Dinge ein wenig auseinander zu trennen und rasch eine Lösung zu finden. Glauben Sie mir, es ist nicht so einfach. Die letzten Versuche, die wir unter Einbindung von Herrn Landesrat Steinkellner gehabt haben, haben Berechnungen seitens seines Ressorts über die Schiene Oberösterreich ergeben, die für uns nicht wirklich nachvollziehbar gewesen sind. Diese hätten eine beinahe Verdreifachung des Kostenanteiles der Stadt Linz gegenüber dem jetzigen Zustand ergeben. Es herrscht im Grunde Übereinstimmung - zumindest zwischen dem Herrn Landeshauptmann und mir - dass wir in Zukunft alle diese Leistungen in eine Hand legen möchten. Das heißt, wenn das Land Oberösterreich oder, wie von der FPÖ auf Landesebene gewünscht, die Schiene Oberösterreich die diversen Dienstleistungen - und die sind sehr umfassend - erbringt, dann ist völlig klar, dass die Stadt Linz sich operativ zurückziehen wird, aber an den jährlichen Kosten beteiligt sein wird. In Oberösterreich gibt es klare Festlegungen für Busterminals in anderen Bezirkshauptstädten. Für mich ist völlig klar, dass ich vorschlage, dass diese Regelungen auch für Linz gelten. Das heißt, dass es für die Terminalkosten die landesübliche 50/50 Kostenteilung zwischen der betroffenen Gemeinde oder Stadt und dem Betreiber - in dem Fall Schiene Oberösterreich - gäbe. Es ist jedoch so, dass hier noch andere Player im Spiel sind, nämlich auch die ÖBB. Durch diese, für mich wirklich nicht nachvollziehbare, Konstruktion aus der Vergangenheit ist auch geregelt, dass die Real Treuhand als defacto Eigentümerin von Flächen mitinvolviert ist. Glauben Sie mir, das ist der Grund, warum sich die Sache länger zieht, als das alle politisch Verantwortlichen, die hier involviert sind, eigentlich möchten. Wir haben heute noch einmal vereinbart, dass wir in den nächsten Wochen eine Plausibilisierung aller Kosten, die derzeit am Tisch liegen, vornehmen werden. Wir wollen das Ziel erreichen, noch vor der Sommerpause in beiden Gremien eine Entscheidung zu finden. Ich kann aus meiner Sicht dem Gemeinderat hier keine Zusage geben, ob es zu einem Vertragskonstrukt kommt, das auch für die Stadt nachvollziehbar ist und für uns keinen Nachteil hat. Sinnvoll wäre es aber, das wirklich aus einer Hand zu machen. Derzeit ist diese Situation, die wir in den unterschiedlichen Geflechten haben, völlig unbefriedigend. Es ist auch objektiv intransparent, das würde ich durchaus auch so zubilligen, aber das ist ein juristisches Erbe, das nicht zu den Glanzstücken zählt. Ich verstehe auch die Intention der Antragsstellung. Deshalb meine Bitte um Zuweisung, um zu schauen, dass wir hier noch zu einer Einigung kommen, die dann spätestens in einem Ausschuss oder im nächsten Gemeinderat zu beschließen wäre.

Danke schön, danke für die konstruktiven Beiträge. Ich möchte nur ganz kurz auf ein paar Punkte eingehen. Es wäre natürlich sehr schade, wenn dieser Antrag heute nicht beschlossen wird, weil ich schon der Meinung bin, dass wir mit dem Beschluss als Gemeinderat rascher Unterlagen vorgelegt bekommen. Wir wissen alle, wie das dann teilweise im Ausschuss läuft, das soll jetzt kein Vorwurf oder keine Unterstellung sein, krankheitsbedingt oder abwesenheitsbedingt kann immer irgendetwas sein. Fakt ist, ein Beschluss im Gemeinderat ist auf jeden Fall mehr wert. Herr Bürgermeister, ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe. Ich habe jetzt extra noch einmal die Beilage vom Landtag herausgesucht. Dort ist schon verschriftlicht, dass die Rollen betreffend Erhaltungs- und Zuschussverpflichtung getauscht werden. Damit ist wahrscheinlich gemeint, dass das Land die Verantwortung darüber hat, dass dort die Wartung und Instandhaltung übernommen wird und die Stadt einen noch größeren Beitrag als früher zu leisten hat? Das habe ich auch schon in meinem ersten Statement erwähnt. Die Kosten sind höher, es liegt aber unter anderem auch daran - das sollte eigentlich bekannt sein - dass hier eben Security Personal angeschafft werden soll. Dazu kommt die Betreuung durch einen eigenen Hausmeister, denn wir sehen aktuell, was nach 20 Jahren herauskommt, wenn das nicht passiert. Zum Kostenvoranschlag: Ich glaube, wir haben das heute alle in den Medien gelesen. ‚Stadtbahn um 300 Millionen Euro Mehraufwand, warum denn das?‘ Weil man geschaut hat, dass man das möglichst hoch ansetzt, damit man danach zumindest günstiger und nicht teurer wird. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch noch, dass wir 3,4 Millionen Euro vom Land durch das Gemeindehilfspaket zur Verfügung gestellt bekommen haben. Auch hier wäre ich der Meinung, dass dieses Geld oder ein Teil davon dort richtig investiert wäre. Warum ist das so wichtig? Sie haben das auch angedeutet. Ich wünsche mir wirklich, dass das noch vor dem Sommer beschlossen wird. Wenn wir das nicht mehr vor dem Sommer beschließen, kann es aus unterschiedlichsten Gründen 2025 nicht mehr angegangen werden. Dafür braucht es eine europaweite Ausschreibung etc. Das in aller Kürze. Abschließend noch ein Appell an den gesamten Gemeinderat, diesen Antrag bitte zu unterstützen.

Die Investitionskosten, die Sie angesprochen haben, stehen außer Streit. Diese werden nicht 1,4 Millionen Euro, sondern 1,7 Millionen Euro betragen und sie sind außer Streit. Das nur zur Richtigstellung, es geht hier um den laufenden Betrieb.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Finanzen und Integration wird einstimmig angenommen.