Nord-Süd-Radachse Innenstadt - zur Entlastung der Radinfrastruktur

P 10 · Fraktionsantrag · 22. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Beschlossen wurde die Ausarbeitung einer Radweg-Verbindung zwischen Bulgariplatz und Nibelungenbrücke als Nord-Süd-Achse durch Dametz- und Humboldtstraße. Die Route soll die Innenstadt von der bestehenden Radinfrastruktur entlasten, die Anbindung an Landstraße, Donau und südliche Stadtteile verbessern und barrierefreie Wechsel zwischen Radverkehr und zentralem Stadtraum ermöglichen. Begründet wird die Lösung mit der hohen Verkehrsbelastung, engen Gehsteigen, schwierigen Kreuzungen sowie Lärm- und Emissionsbelastungen in diesem Bereich. Zusätzlich sollen die Anforderungen für Fußverkehr, Aufenthaltsqualität, Geschäftsumfeld und eine mögliche Busspur berücksichtigt werden. Bis zur vollständigen Planung und Umsetzung soll eine temporäre Lösung ausgearbeitet und umgesetzt werden; die Kosten sind durch Umschichtung im Budget zu bedecken.

Schlagwörter (10):radverkehrnord-süd-achseinnenstadtdametzstraßehumboldtstraßeverkehrsberuhigungbusspurfußverkehraufenthaltsqualitätmobilität
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrte Damen und Herren, wir kommen noch einmal zum Thema Radverkehr zurück. Wir kommen auch zurück zu dem Thema, das wir eingangs in der aktuellen Debatte diskutiert haben. Ich habe vorhin schon ausführlich erklärt, wieso ich denke, dass die sogenannte Cityroute Ost zwei wesentliche Schwachstellen hat, zum einen die Insellösung, zum anderen die Entfernung von der Landstraße. Nun möchte ich die Alternative, die aus unserer Sicht fachlich bessere Route, kurz erläutern. Diese würde in der Linie von Dametz- und Humboldtstraße verlaufen und wäre damit sehr nahe an der Landstraße. Aus Sicht des Radverkehrs hat sie einige Vorteile. Im Norden ist sie ideal an die Route an der Donau angebunden und an die dort hinkommenden überregionalen Routen. Im Süden kann man auf gerader Linie in die Lenaustraße einfahren oder von der Lenaustraße in die Innenstadt kommen - Stichwort ‚Tore‘, die wir durch das Innenstadtkonzept öffnen wollen. Insofern kann man mit dieser Routenführung die südlichen Stadtteile wesentlich besser anbinden als das mit der Cityroute Ost möglich wäre. Ebenso ist ein barrierefreies Wechseln zwischen der Landstraße und der zentralen Nord-Süd-Radachse durch die Dametz- und Humboldtstraße viel leichter möglich, weil man keine große Straße queren muss. Aus diesem Grund entsteht für Radfahrer*innen eine tatsächliche attraktive Alternative zur Landstraße. Was dazu kommt ist, dass man in dieser Straße, perspektivisch, die Möglichkeit hätte, die Breite und Größe zu erweitern, um mehr Kapazität zu ermöglichen. Es bietet aber nicht nur für Radfahrer*innen Vorteile, sondern auch für Fußgänger*innen und Anrainer*innen, die sich in dieser Gegend aufhalten. Es ist momentan so, dass wir enge Gehsteige und schwierige Kreuzungssituationen haben. Wir haben sehr viele Emissionen und Lärm und schwierige Kreuzungssituationen. Ich kann mich erinnern, dass die neue Kollegin Frau Heimberger einmal den Versuch unternommen hat, einen Zebrastreifen auf der Dametz- und Humboldtstraße zu installieren. Dort herrscht wirklich eine unangenehme Situation, auch für Fußgänger*innen. An diesem Punkt ist es mir auch ganz wichtig zu sagen, dass wir auch den öffentlichen Verkehr durch diese Maßnahme stärken können. Ich denke, hier wäre es absolut möglich, von der Donaulände bis zur Blumauerstraße eine durchgängige, gut befahrbare Busspur einzurichten. Eine gute Radverkehrsinfrastruktur und eine gute öffentliche Verkehrsinfrastruktur sind kein Widerspruch. Wenn wir ein bisschen größer denken, könnten wir auch von Puchenau über die Rudolfstraße zur Nibelungenbrücke und durch die Dametz- und Humboldtstraße bis zum Bahnhof eine sehr attraktive Linie für den Oberösterreichischen Verkehrsverbund (OÖVV) und die LINZ LINIEN schaffen. Wir haben heute schon öfter über den südlichen Teil der Landstraße und über die Probleme in diesem Bereich gesprochen. Ich erweitere dieses Geviert Richtung Humboldtstraße und Bürgerstraße. Genau dort können wir durch eine Umgestaltung der Situation eine wesentlich bessere Aufenthaltsqualität, wesentlich bessere Lebensbedingungen für die Anrainer*innen und schlussendlich auch wesentlich bessere Bedingungen für Geschäftstätige schaffen. Ich glaube, dass das auch über die Radthematik hinaus sehr positive Effekte haben könnte. Ich möchte auch noch sagen, dass du, Vizebürgermeister Martin Hajart, vorhin, als ich angeführt habe, wieso ich diese Cityroute Ost für nicht sehr sinnvoll befinde, nicht wirklich sachlich auf die Argumente eingegangen bist. Du hast gesagt, dass wir uns auf dieses Thema versteifen. Dem möchte ich widersprechen. Ich denke, dass es manchmal einfach so ist, dass man die wichtigen Dinge richtig machen muss. In der Fahrradstrategie wird gesagt, dass die qualitativ hochwertigen Nord-Süd-Radachsen elementar sind für ein gutes Radinfrastruktursystem in Linz. Daher glauben wir, dass es in der Innenstadt die richtigen Lösungen braucht. Aus diesem Grund fände ich es großartig, wenn wir uns dieses Thema und diese Routenführung in irgendeiner Form noch einmal ernsthaft gemeinsam anschauen. Auch wenn wir mit den LINZ LINIEN und dem OÖVV dieses Thema noch einmal ernsthaft und offen diskutieren, könnten wir eine perspektivische oder temporäre Lösung finden. Dann könnte man sich Stück für Stück durchhanteln. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir dieses Thema angehen. Danke schön, ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Der zuständige Mobilitätsstadtrat wird beauftragt eine Lösung für eine Radweg-Verbindung zwischen Bulgariplatz und Nibelungenbrücke auszuarbeiten und dem Gemeinderat zum Beschluss vorzulegen. Die im vorliegenden Antrag genannten Anforderungen sollen dabei in die Ausarbeitung einfließen. 2. Der zuständige Mobilitätsstadtrat möge, für die Überbrückung der Zeit bis zur vollständigen Ausarbeitung und Umsetzung, eine temporäre Lösung ausarbeiten und umsetzen, um die vorhandene Radinfrastruktur in der Innenstadt zu entlasten und den geänderten Radverkehrsströmen Rechnung zu tragen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Danke Frau Vizebürgermeister, wir finden auch, dass das ein sehr wichtiges Thema ist, nicht umsonst haben wir daher den Kollegen Clemens Brandstetter bei diesem Antrag unterstützt. Es handelt sich um eine Riesenchance, dort etwas umzusetzen, man muss das Stadtzentrum in die Breite bringen, um den Hessenplatz anbinden zu können etc. Die Lebensqualität entlang dieser Transversale soll aufgewertet werden und den schwachen Verkehrsteilnehmer*innen soll Raum zurückgegeben werden. Nachdem es in Vorgesprächen schon eine avisierte Zustimmung für eine Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr gibt, beantrage ich diese jetzt.

Vielen Dank Frau Vizebürgermeisterin, danke an Clemens Brandstetter für diesen Antrag. Wir sehen das auch so. Der Antrag beschreibt völlig richtig, wo diese Nord-Süd-Radroute/Radachse in Linz hingehört. Das ist eben dort. Die schnellen Gegeneinbahnen, die es in der Innenstadt gibt, passen nicht mehr in diese Zeit und bereiten Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, Bewohner*innen und Anderen, die sich dort aufhalten, ziemliche Probleme. Die Humboldtstraße ist praktisch - mit Ausnahme des motorisierten Individualverkehrs - für niemanden benutzbar. Das weiß jede*r, der/die einmal auf dem rund 1,5 Meter breiten oder eigentlich schmalen Gehsteig mit Kindern oder Kinderwagen zum Beispiel zum dortigen Kindergarten gegangen ist. Insofern ist es nur zu begrüßen, wenn z. B. in diesem Straßenzug, genau wie auch im entgegengesetzten Straßenzug - Dinghoferstraße und Elisabethstraße - als Sofortmaßnahme nur mehr auf maximal zwei Autospuren gefahren wird, statt wie bisher auf drei. Dann hätte man beispielsweise rechts Platz für einen Mehrzweckstreifen für die Radfahrer*innen und links eine mit Pollern abgesicherte Sperrfläche vor dem Gehsteig für den Schutz der Fußgänger*innen. Denn der Zustand dort ist einfach untragbar. Auch an den Kreuzungen mit diesen Querstraßen dürften eigentlich nur mehr zwei Fahrspuren sein. Das wäre wirklich ein wesentlicher Beitrag für eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt sowie natürlich auch für eine wesentliche Verbesserung der Radinfrastruktur im Sinne der vorher beschlossenen Fahrradstrategie. Deshalb werden wir einer Zuweisung zustimmen und dem Antrag im engeren Sinn natürlich auch. Danke.

Das ist jetzt kein neues Thema, wir haben nicht nur heute schon darüber gesprochen, sondern schon vielfach. Nicht nur in Bezug auf eine Radverbindung, sondern der Kollege Lorenz Potocnik, argumentiert eher in Richtung eines Boulevards. Dass eine Verbesserung nötig ist, liegt auf der Hand. Wir haben eine sehr starke Verkehrsbelastung im Bereich Dametzstraße/Humboldtstraße. Durch den starken Verkehr entsteht natürlich auch eine massive Barrierewirkung - das Problem ist bekannt. Zusätzlich zum motorisierten Individualverkehr haben wir auch einen sehr starken Busverkehr, also eine massive Frequenz - darüber haben wir auch im Ausschuss schon gesprochen. Bis zur Eröffnung des Westrings, wo dann sicherlich eine Entlastungswirkung auch für diesen Straßenzug kommt, ist zur Kenntnis zu nehmen, dass hier viel Verkehr ist. Ich glaube auf jeden Fall trotzdem, dass man sich die Straßenbreiten anschauen kann. Wir sind von der Breite her zu sehr überdimensioniert, um der sanften Mobilität auch etwas mehr widmen zu können. Die Frage ist nur, ob man auf den Fußgänger*innenverkehr oder den Radverkehr setzt oder auf beides. Schauen wir uns das einfach im Ausschuss an, ich kann diese Zuweisung mittragen. Reden wir fachlich darüber reden und tauschen wir die unterschiedlichen Positionen noch einmal aus. Die Zuweisung geht klar.

Vielen Dank für die Wortmeldungen, auch an diesem Punkt noch einmal ein herzliches Dankeschön an dich, Markus Rabengruber, dass du dich inhaltlich in diese Diskussion eingebracht hast. Ich weiß nun, was das Wort Transversale bedeutet, und gehe anders durch die Stadt. Danke auch an Herrn Michael Roth-Schmida, ich glaube, dass eine Verkehrsberuhigung oder eine Umgestaltung dieser Straße, wie du richtig gesagt hast, auch für die umliegende Gegend sehr viele positive Nebeneffekte haben würde. In dieser Straße ist sehr viel möglich. Ich glaube auch, dass wir die Busspur und den öffentlichen Verkehr in dieser Gegend, mit diesem Projekt stärken können. Ich freue mich über deine Zusage Kollege Hajart, dass wir das offen und frei im Kopf diskutieren. Darauf freue ich mich, danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wird mehrstimmig angenommen. Enthaltung: FPÖ (9)