Frauen Bauen Linz - Bekenntnis zur Frauenstadt Linz
P 1 · Fraktionsantrag · 22. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertBeschlossen wurde ein Bekenntnis zu einer Stadtgestaltung, in der sich alle Geschlechter gleichermaßen wohlfühlen und Frauen stärker berücksichtigt werden. Dafür soll ein Prozess mit Befragung von Linzerinnen und einem Workshopformat gestartet werden, um Handlungsempfehlungen für die künftige Stadtentwicklung abzuleiten. Die Stadtforschung, das Frauenbüro, der Geschäftsbereich Planung, Technik, Umwelt und der Innovationshauptplatz werden mit Entwicklung und Durchführung der Befragung und des Workshops beauftragt. Zur Teilnahme sollen betroffene Geschäftsbereiche, Linzer Frauenorganisationen und alle im Gemeinderat vertretenen Parteien eingeladen werden. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden; der Beschluss wurde einstimmig angenommen.
AntragstextEinblendenAusblenden
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Danke, ich möchte mich zuerst einmal bei dir, Paulina Wessela für die Initiative bedanken, dass wir diese Ausstellung gemeinsam besucht haben und auch diesen Antrag gemeinsam einbringen. Ich muss jetzt trotzdem ein bisschen ausholen, denn aus meiner Sicht braucht es noch einen kleinen Rahmen, ich versuche es aber kurz zu machen. Warum machen wir das? Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, die von einer massiven Schieflage zwischen den Geschlechtern geprägt ist. Überall dort, wo es um Macht und Geld geht, sind tendenziell die Männer zu finden. Überall dort, wo das nicht der Fall ist, sondern wo es in erster Linie um Pflege, um Sorge und nicht bezahlte Tätigkeiten geht, sind Frauen und auch andere FLINTA*-Personen zu finden. Das macht natürlich vor keinem gesellschaftlichen Bereich halt, auch nicht vor der Städteplanung. Das heißt jetzt nicht, dass Frauen grundsätzlich bessere Planerinnen und Architektinnen sind, aber die Lebenswirklichkeit von Frauen schaut in dieser geschlechtersegregierten Gesellschaft einfach anders aus als die von Männern. Auch in der Stadt Linz ist es so, dass in erster Linie Männer federführend sind, wenn es um die Planung und Entwicklung der Stadt geht. Wir haben einen Planungsreferenten, wir haben einen Stadtentwicklungsdirektor, wir haben einen zuständigen Abteilungsleiter. Das heißt, dass auch da federführend Männer am Werk sind. Das heißt nicht, dass die ihre Arbeit schlecht machen, aber selbstverständlich können sie nicht den Blick haben, der die Lebenswirklichkeit von vielen Frauen und anderen FLINTA*-Personen abbildet. Das heißt, dass es dort eine Wissens- und Erfahrungslücke gibt. Daher freue ich mich wirklich besonders darüber, dass wir mit diesem Antrag diese Lücke zumindest so weit füllen können, dass wir auch die Linzerinnen selbst fragen, wie sie das sehen, was sie sich in ihrer Stadt wünschen und was sie im stadtplanerischen Bereich brauchen. Ich halte es auch für sehr wichtig, dass wir Stakeholder*innen, Vereine und Initiativen einbinden. Davon haben wir in der Stadt Linz sehr viele. Wir haben eine sehr breite feministische Szene, viele Vereine, Initiativen und Organisationen, die ein wirklich fundiertes Know-how und breites Wissen haben, das hier auch einfließen soll. Ich danke noch einmal für die Initiative und dafür, dass wir das miteinander machen. Ich freue mich schon auf die Ergebnisse. Danke schön.
Liebe Paulina Wessela, danke noch einmal für diesen Antrag, den wir alle gemeinsam machen. Wir begrüßen dieses gemeinsame Bekenntnis natürlich. Es ist ein wichtiges und richtiges Zeichen, dass wir auch auf den weiblichen Blickwinkel in der Stadtplanung, aber auch bei anderen Themen in Linz, schauen. Dieses Workshop-Format soll Frauenperspektiven einbinden. Das ist wichtig, denn oft verschwinden diese bei Berichterstattungen oder in anderen Bereichen. Vizebürgermeister Martin Hajart setzt zum Beispiel bereits einen Schwerpunkt auf Angsträume, wo wir uns unwohl fühlen. Das ist wichtig und deswegen ist es gut, dass wir Frauen uns zusammenschließen und mit Hilfe solcher Anträge die weiblichen Blickwinkel in die Politik bringen. Danke.
Auch von unserer Seite vielen lieben Dank, liebe Paulina Wessela, für die Ausarbeitung des Antrags. Uns ist dann in der Fraktion bei der genaueren Durchsicht aufgefallen, dass wir anlässlich des Weltfrauentags 2023 eine ziemlich idente Befragung gefordert haben. Leider scheint die Thematik bei uns in der Fraktion untergegangen zu sein, sonst hätten wir jetzt vielleicht sogar schon Ergebnisse von einem Workshop oder einer Befragung, aber nichtsdestotrotz, das ist jetzt umso schöner. Wir haben einen tollen Vier-Parteien-Antrag und ich bin schon ganz gespannt, was die Frauen im Bereich Sicherheit, Frauen, Kunst und Kultur sagen. Noch einmal vielen Dank, liebe Paulina.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird einstimmig angenommen.