Dorfplatz Alturfahr; Für eine neue Lebensqualität im Gebiet rund um die Rudolfstraße

L 10 · Fraktionsantrag · 25. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Für Alturfahr-West rund um die Rudolfstraße soll mit der Freigabe der Westringbrücke eine spürbare Entlastung und neue Aufenthaltsqualität entstehen. Vorgesehen sind eine sichere Passage für sanfte Mobilität zwischen Landgutstraße, Webergasse und Donaustrand, eine bessere Querung der Rudolfstraße sowie ein urbaner Dorfplatz vor der Weberschule. Ergänzend sollen Parkplätze reduziert und eine Kurzparkzone ausgeweitet, ein Baum nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt, eine Trinkmöglichkeit beim Steinmetzplatzl verbessert und der Spielplatz angepasst werden. Auch der barrierefreie Eingang der Weberschule, eine mögliche Verlegung des Haupteingangs und die Nutzbarmachung der Terrasse sollen geprüft und umgesetzt werden. Die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden; der Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (10):alturfahrrudolfstraßewebergassesanfte mobilitätverkehrsberuhigungparkraumbewirtschaftungdorfplatzweberschulebarrierefreiheitschwammstadt
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrte Damen und Herren, jahrzehntelang wurde der Linzer Bevölkerung und insbesondere auch den Bewohner*innen im Gebiet rund um die Rudolfstraße versprochen, dass mit dem Westring beziehungsweise der Eröffnung der Brücke eine Entlastung einhergeht. Da die Westringbrücke bald für den Verkehr freigegeben wird, ist es an der Zeit, dass dieses Versprechen eingelöst und das Gebiet rund um die Rudolfstraße lebenswerter gemacht wird. Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass dieser Antrag gemeinsam mit einer Gruppe von Anrainer*innen entstanden ist, die in dieser Gegend leben und deren Kinder in die Weberschule beziehungsweise in den dortigen Kindergarten gehen. Alle Grafiken, Ideen, Erfahrungswerte in diesem Antrag sind gemeinsam erarbeitet worden. Dafür möchte ich mich auf jeden Fall sehr herzlich bedanken. Ich bin der Meinung, dass Politik spürbar sein muss. Aus diesem Grund denke ich, dass wir mit der Verkehrsfreigabe der Westringbrücke die versprochene Entlastung wirklich anstoßen sollten und konkrete Maßnahmen setzen sollten. Da der Antrag relativ lang ist, werde ich versuchen, die zentralen Vorschläge ganz kurz vorzustellen. Der erste Punkt ist, dass wir eine sogenannte Webergassen-Passage wollen. Das heißt, dass vom Nahverkehrsknotenpunkt in der Landgutstraße bis hinunter zum Naherholungsgebiet am Donaustrand eine attraktive Passage für die sanfte Mobilität entsteht. Da an diesem Weg auch die Weberschule und der Kindergarten liegen, geht es sehr stark darum, dass die nördlich der Rudolfstraße lebenden Kinder einen sicheren Schulweg haben. Das wird auch von der Schulleitung ausdrücklich begrüßt. Der zweite große Punkt ist natürlich, dass es eine Verbesserung der Querung der Rudolfstraße braucht. Das wird wahrscheinlich das verkehrspolitisch komplizierteste Unterfangen sein. Wir schlagen vor, dass wir die Ampeln etwas umgestalten, damit man eine größere Querungsmöglichkeit hat. Dadurch würde der Verkehr etwas entschleunigt und die Passage könnte entstehen. Der dritte große Punkt ist, dass wir einen urbanen Dorfplatz, vorschlagen, wo vor der Weberschule ein sozialer Raum entstehen kann, der ganz viele Funktionen hat. Funktionen, die das Leben dort in dieser Gegend lebenswerter machen, auch für die Menschen, die den Donaustrand, die Donaulände als Freizeitareal nützen. Zwei kurze Anmerkungen möchte ich noch machen. Erstens haben wir diesen Antrag so gestaltet, dass die Maßnahmen möglichst kostengünstig umzusetzen sind, da es keine großen baulichen Maßnahmen braucht. Zweitens könnte man auch gleich anfangen und spürbare Umsetzungen machen, ohne auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu warten. Schlussendlich möchte ich mich noch bei Kollegin Sarah Fechter für die Unterstützung bedanken. Ich bitte den Antragstext ins Protokoll aufzunehmen. Ich hoffe auf breite Zustimmung und eine lebendige Diskussion, die Kollegin Vera Schachner schon versprochen hat.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Der für Verkehr zuständige Vizebürgermeister Mag. Hajart wird beauftragt, ein Konzept für sanfte Mobilität für die Webergasse und Landgutstraße inklusive Querung Rudolfstraße zu erarbeiten und im Mobilitätsausschuss zu präsentieren. Dabei sollten die vorgeschlagenen Lösungsansätze in Betracht gezogen werden. 2. Der für Verkehr zuständige Vizebürgermeister, Mag. Hajart wird beauftragt, in Abstimmung mit der für Parkraumbewirtschaftung zuständigen Stadträtin Blöchl wie vorgeschlagen entsprechende Parkplätze zu entfernen und eine Ausweitung der Kurzparkzone einzurichten. Ebenso sollten die Bedürfnisse der Pädagog*innen gesondert beachtet werden. 3. Die für Grünflächen zuständige Stadträtin Mag.a Schobesberger wird beauftragt, die Pflanzung eines Baums nach dem Schwammstadtprinzips am vorgeschlagenen Ort nähe Weberschule zu prüfen und umzusetzen. 4. Die für Trinkwasserbrunnen zuständige Stadträtin Mag.a Schobesberger wird beauftragt eine adäquate Lösung für die Trinkmöglichkeit nähe Kinderspielplatz Steinmetzplatzl zu suchen und umzusetzen. 5. Die für Kinder- und Jugendspielplätze zuständige Vizebürgermeisterin Hörzing wird beauftragt, gemäß dem Vorschlag eine Adaptierung des Spielplatzes zu prüfen und umzusetzen. 6. Der für Schulwesen und Liegenschaften zuständige Vizebürgermeister Prammer wird beauftragt, gemeinsam mit der Weberschule eine Lösung für einen barrierefreien Eingang, eine Verlegung des Haupteingangs sowie eine Nutzbarmachung der Terrasse zu prüfen und umzusetzen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Vera Schachnerehem. MFG-Mitgl.

Danke für das Wort, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, meine Damen und Herren, die Webergasse ist derzeit eine ruhige Seitenstraße, die jedoch immer wieder als Schleichweg missbraucht wird‘, heißt es im Antrag. Eine Behauptung, die in sich widersprüchlich ist. Außerdem - ein Schleichweg wozu, für wen? Laut Medienbericht vom 15. April 2024 wurden die Polizei, die Feuerwehr und der Linzer Magistrat wegen Bränden, Einbrüchen und einer Rattenplage beschäftigt. Das zum Punkt ‚ruhige Seitenstraße‘. Urfahr ist seit seiner Eingemeindung 1919 ein Teil von Linz. Außerdem war Urfahr zu diesem Zeitpunkt mit 15.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Oberösterreichs. Die Rudolfstraße war von Anfang an eine Verkehrsader und sie wird dies zu einem gewissen Teil immer bleiben. In dieser Hauptverkehrsader eine mögliche ‚Grüninsel II‘ zu planen, ist nicht praktikabel. Es gibt auch Wirtschaftsbeziehungen, die sich rein nördlich der Donau abspielen. Da hilft eine Vogel-Strauß-Politik nicht weiter. Schon seit den Römern wurden aufgrund der Vorteile neue Siedlungen geradlinig aufgebaut. Es gibt in den USA lediglich zwei Städte - San Francisco und New York - wo nicht nach diesem Muster verfahren wurde. Abgesehen davon wird es bei den zahlreichen Staus schwerlich zu überhöhten Geschwindigkeiten kommen. Die zahlreichen Staus waren der Grund für den Bau der zusätzlichen Brücke. Wie hoch ist die Frequenz zum Verkehrsknotenpunkt Landgutstraße durch die Bevölkerung südlich der Rudolfstraße, dass dafür ein besonderer Übergang forciert werden muss? Es ist zu prüfen, ob eine Verlegung und massive Umgestaltung des Haupteingangs der Weberschule notwendig ist. Auch die Stadt Linz kann nicht aus dem Vollen schöpfen. Es ist vorab durch Einbeziehung sämtlicher Bewohner dieses Viertels sicherzustellen, dass genügend Parkplatzmöglichkeiten sowohl für die Anrainer als auch die Lieferanten bestehen. Wo werden diese in Zukunft parken? Es ist zu wenig, lediglich auf die Bedürfnisse der Lehrkräfte der Weberschule zu schauen. Danke.

Danke, wie Gemeinderat Brandstetter schon erwähnt hat, habe ich diesen Antrag mitunterzeichnet. Wir finden ihn sehr gut ausgearbeitet. Er ist umfangreich, gut durchdacht und die Forderungspunkte sind relativ leicht umsetzbar. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich auf die Wortmeldung von Kollegin Schachner eingehen soll? Ich glaube eher nicht, weil es wurscht ist. Ich wollte nur sagen ‚Was war muss nicht bleiben‘. Das ist vielleicht ein Grundtenor, den wir uns behalten könnten. Ich glaube, dass die Bewohnerinnen und Bewohner durchaus froh wären, wenn die Schleichwege reduziert würden. Wenn das Gebiet für die Bewohnerinnen und Bewohner ein bisschen besser nutzbar wird und der Verkehr auf der Rudolfstraße auch etwas beruhigt wird. Danke. Wir stimmen zu.

Ich setze mich selbst auf die Rednerliste und möchte zum Ausdruck bringen, dass ich die Idee eines Art Dorfplatzes für Alturfahr-West spannend finde. Als die Idee einmal medial präsentiert worden ist, habe ich mit den Anrainerinnen und Anrainern über mein Sekretariat Kontakt aufgenommen. Da hat auch eine sehr nette Dame abgehoben, so ist mir geschildert worden. Diese hat sich für die Einladung zum Austausch bedankt. Sie meinte, wir treffen uns sehr gerne, aber bitte reden wir uns noch einmal wegen einem Termin zusammen. Meine Terminsekretärin hat immer wieder angerufen, aber es hat niemand mehr abgehoben. Mittlerweile weiß ich, es war offenbar das Team von ‚Ahoi‘ oder damals von ‚Wandel‘. Ich hätte mich vor einigen Wochen schon um einen Gesprächstermin bemüht, denn ich finde die Idee grundsätzlich spannend. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass wir den Antrag aktuell nicht mitbeschließen können, auch wenn ich ihn spannend finde und grundsätzlich verfolgenswert. Der Antrag ist schon ziemlich detailliert, auf mehreren Seiten wird explizit dargelegt, dass 18 bis 20 Parkplätze entfallen sollen und wo genau Bäume und Sträucher gepflanzt werden sollen. Man braucht außerdem genau da und dort eine gebührenpflichtige Kurzparkzone und so weiter. Ich möchte mir schon herausnehmen, muss ich ganz ehrlich sagen, dass sich die Fachdienststellen die Vorschläge entsprechend ansehen, prüfen und auch abwägen, wo wir welche Schritte setzen wollen und welche Interessen es gibt. Denn diese sind nicht unbedingt alle gleich. Die Lehrerinnen und Lehrer der Weberschule sind angesprochen worden. Ich habe mich mit der Schulleitung vor längerer Zeit einmal getroffen. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen auch Parkplätze, das muss man schon ganz ehrlich sagen. Insofern irritiert mich die Haltung von Gemeinderätin Fechter ein bisschen. Dort gibt es jetzt schon eine Parkplatznot und wenn man die Parkplätze alle streicht, wird das bei der direkt dort arbeitenden Bevölkerung schon etwas auslösen. Ich war auch in Kleinmünchen im Gespräch mit Gemeinderätin Fechter und auch dort haben wir über Verkehrsthemen gesprochen. Parkplätze für die Lehrerinnen und Lehrer spielen immer eine ganz wesentliche Rolle. Das ist hier genauso, das sollte man, glaube ich, ganz gut abwägen und auch sensibel betrachten. Insofern beantrage ich gerne eine Zuweisung an den Verkehrsausschuss, ich möchte allerdings nicht so mir nichts, dir nichts zustimmen. Danke schön.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich versuche ganz kurz ein paar Bedenken auszuräumen, um dann auf die anderen Punkte einzugehen. Die Webergasse ist ein Schleichweg von Pendler*innen, die ins Mühlviertel fahren. Diese nehmen teilweise diese Abkürzung, um dem Stau zu entgehen. Das ist nicht notwendig und auch gefährlich, weil dort ein Kindergarten ist. Wir wollen auch keine Grüninsel in der Rudolfstraße, sondern auf dem vorgelagerten Platz. Da gibt es schon etwas, das kann man leicht ausbauen. Zur Frequenz zwischen dem Naherholungsgebiet am Donaustrand und dem Nahverkehrsknoten kann ich nur sagen, dass vor allem Freizeitradler diese Strecke nutzen. Da fahren viele Menschen hin und her und es ist auch ein Thema, das die dort zu schnell hinunterkommen. Vielleicht könnte man in diesem Prozess dort etwas einbauen, das die Freizeitradler einbremst. Zum Schuleingang: Ja, die Weberschule wird wahrscheinlich saniert werden müssen, das wird über kurz oder lang anstehen. Im Rahmen dessen macht es Sinn, auf Barrierefreiheit zu schauen und den Eingang zu verlegen und die Terrasse dort nutzbar zu machen. Mit den Anrainer*innen haben wir gesprochen. Zum Termin von Herrn Hajart: Damals mussten noch einige Themen ausdiskutiert werden. Aus diesem Grund haben wir versucht, einen späteren Termin zu bekommen. Zum Thema ‚konkret sein‘: Wir sind in diesem Antrag, im Begründungstext, sehr konkret, weil wir uns eben sehr konkret Gedanken gemacht haben, wie wir uns das vorstellen könnten. Genau deswegen, weil man auch dadurch der Verkehrsplanung und den zuständigen Stellen Arbeit abnehmen kann. Wir haben ganz einfach Vorschläge gemacht, wie man das tun kann. Gerade der Beschlusspunkt zur Mobilität ist relativ vage, da steht nur, dass der zuständige Stadtrat für Verkehr einen Vorschlag ausarbeiten sollte und sich an die im Begründungstext formulierten Vorschläge anlehnen kann. Insofern sehen wir da eigentlich keinen großen Grund, da nicht zuzustimmen. Ganz kurz noch zur Parkplatzthematik. Genau aus diesem Grund - weil wir mit der Direktorin gesprochen haben - schreiben wir in den Begründungstext hinein, dass man sich für die Lehrer*innen in einem bestimmten Zeitraum von 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr um Parkplätze kümmern sollte. Abgesehen davon stellen sich in dieser Gegend viele Pendler*innen hin, ohne Gebühren zu zahlen. Darum wäre es sinnvoll, dort eine Kurzparkzone einzurichten. Wie auch immer, das sind Details. Ich freue mich sehr und hoffe, dass wir eine breite Zustimmung haben und dass wir schnell ins Tun kommen. Das ist das Wesentliche. Die Bevölkerung hat sich dort in diesem Stadtteil eine Entlastung verdient, danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), Die Grünen (10), FPÖ (9) Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: ÖVP (11), FPÖ (9)