Laden für alle – Systematischer Ausbau öffentlich zugänglicher E-Ladeinfrastruktur im Straßenraum - Antrag und Resolution
H 14 · Fraktionsantrag · 38. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGeprüft werden soll der systematische Ausbau öffentlich zugänglicher E-Ladeinfrastruktur im Linzer Straßenraum. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche AC-Ladepunkte in dicht bebauten Wohngebieten ohne private Stellplätze, ein erster Ausbau um 100 Standorte sowie innovative Lösungen wie Laternenladepunkte oder Ladepunkte an bestehender Straßeninfrastruktur. Begründet wird das Vorhaben mit der wachsenden Zahl elektrisch betriebener Fahrzeuge, bestehenden Förderprogrammen und der sozialen Frage, ob Elektromobilität nur für Haushalte mit eigener Garage leistbar bleibt. Zugleich wird auf wirtschaftliche Effekte für Innenstadt, Handel und Gastronomie sowie auf die angespannte Budgetsituation verwiesen. Die Ausarbeitung eines Konzepts bis Ende 2026 wurde an den Ausschuss für Mobilität und Märkte verwiesen; die LINZ AG soll an der Konzeptentwicklung mitwirken.
AntragstextEinblendenAusblenden
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Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Ich beantrage eine Zuweisung in den Mobilitätsausschuss und möchte ausführen, warum. Die Marktdurchdringung der Elektromobilität hat in den vergangenen Jahren eine besondere Dynamik erfahren. Damit meine ich sowohl Elektroautos als auch Hybridfahrzeuge. Das wird so weitergehen. Im Stadtgebiet von Linz haben wir derzeit 686 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung, von denen 379 durch die LINZ AG betrieben werden. Diese vorgeschlagene Errichtung von sogenanntem ‚Laternenladen‘ schaut auf den ersten Blick sehr interessant aus. Wenn man aber mit Expertinnen und Experten spricht, 109 zeigen sich auch sehr viele Probleme. Ich habe erst heute ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter der Abteilung Öffentliche Beleuchtung und Verkehrstechnik (ÖBV) geführt, der schon einige kritische Punkte anführt. Man verzeichnet beispielsweise eine steigende Bedeutung von Schnellladeinfrastruktur. Im Antrag wird das sogenannte Langsamladen - AC-Laden - gefordert. Die öffentliche Beleuchtung hat eine sehr geringe Ladeleistung. Kundinnen und Kunden der Elektromobilität bevorzugen immer mehr das Schnellladen - DC-Laden. Des Weiteren ist das Laden bei Leuchtmasten nur möglich, wenn die Leuchten auch eingeschaltet sind, sprich in der Nacht. Das könnte man sich aber durchaus vorstellen. Weiters reserviert man damit natürlich Parkplätze. Bei einer Laterne befindet sich dann ein Stecker für ein Fahrzeug, das in der Nachbarschaft wahrscheinlich immer dasselbe Fahrzeug ist. Andere Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb werden dadurch natürlich ausgeschlossen. Das ist eine Grundsatzfrage, über die man reden muss. Es stellt sich auch die Frage, wie die Leuchte situiert ist. Ist sie am Straßenrand oder auf der anderen Seite des Gehsteigs, wodurch das Ladekabel nach dem Anstecken an das Auto quer über dem Gehsteig liegt. Das ist einerseits eine Stolperfalle und andererseits insbesondere für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer keine sehr angenehme Sache. Darüber muss man reden, denn in Linz sind Beleuchtungsmasten eigentlich immer auf der Seite situiert, die von der Fahrbahn weiter weg ist. Das ist eine einfache Geschichte, aber trotzdem eine wesentliche, die man auch mitdenken muss. Letzten Endes ist es auch nicht die öffentliche Hand, die solche Ladepunkte betreibt. Das sind immer Private, die auch ein Geschäft darin sehen. Das ist eine marktwirtschaftliche Angelegenheit, die sich entsprechend auf dem Markt zu regeln hat und nicht durch die öffentliche Hand. Zumindest, wenn es nach uns geht. Dementsprechend wünsche ich mir die Zuweisung zum Mobilitätsausschuss und beantrage sie hiermit. Warum? Weil die richtige Adresse für das elektrische Laden von Fahrzeugen der ‚Masterplan Parken‘ ist. Ich ersuche, dass man dementsprechend dort über diese Frage weiter diskutiert.
Vielen Dank Herr Bürgermeister, lieber Helge Langer, wir verstehen die Intention dieses Antrags. Es ist nachvollziehbar, dass das Laden nicht nur ein Privileg für jene sein soll, die ein Eigenheim besitzen und womöglich eine Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach haben. Unser Verständnis von Mobilitätsgerechtigkeit geht allerdings darüber hinaus. Für uns besteht ein grundlegender Widerspruch zwischen Ladestrom für alle im Sinne einer privaten E-Mobilität und einer echten Mobilitätswende. Letztere ist unserer Meinung nach mehr als bloß der Austausch einer Technologie oder eines Antriebs, sondern bedeutet eine grundlegende Veränderung des gesamten Mobilitätssystems. 110 Wir sehen gerade im städtischen Raum die eigentliche Chance und die Grundlage für so einen Systemwechsel. Deshalb würden wir uns enthalten, was den grundlegenden Antrag betrifft. Einer Diskussion im Ausschuss verschließen wir uns aber natürlich nicht. Danke.
Vielen Dank Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch wir als SPÖ begrüßen den Ausbau der Ladeinfrastruktur, weil er wichtig ist. Warum? Weil die Nachfrage steigt. Wir haben alle Punkte schon zur Genüge besprochen. Das stimmt mich ein wenig traurig. Das ist meine erste Wortmeldung im Gemeinderat und jetzt kann ich gar nicht so viel dazu sagen. (Heiterkeit) Man vergisst oft Hybridautos ein bisschen, sie fahren aber zum Teil auch elektrisch. Die Nachfrage nach Elektroautos und Hybridautos wird immer größer. Das weiß ich durch mein privates Umfeld. Auch in der voestalpine erleben wir, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen wegen Ladekarten fragen. Manche haben einen Hybrid, der etwa 80 Kilometer weit kommt. Das reicht, um in die Arbeit und auch wieder heimzukommen. Die Nachfrage ist also da. Deswegen finde ich es wichtig und begrüße die Zuweisung in den Ausschuss, wo ich selbst drinnen bin. Ich würde das dort gerne weiter diskutieren, weil es einfach wichtig ist und unsere Zukunft sein wird. Natürlich muss man über die Stadtteile reden, in denen es schwierig wird. Ich wohne am Spallerhof, war aber früher in Ebelsberg, wo es eher schwierig wird, in Garagen Ladestationen zu montieren. Da muss man sich etwas Neues überlegen. Wenn es nicht Laternenmasten sind, könnte es ja etwas anderes sein. Man muss einfach darüber reden, dann könnte man sicher lässige Ideen haben. Deswegen freue ich mich, wenn wir das im Ausschuss diskutieren und neue Möglichkeiten erschaffen können. Danke.
Vielen Dank, das freut mich, danke für eure Wortbeiträge. Lieber Michi Roth-Schmida, es gilt natürlich auch für uns, dass die Mobilitätswende in Summe anders aussieht. Die Elektromobilität ist ein kleiner Teil davon. Die Innenstadt hat natürlich ein anderes vordringliches Thema. Der Kern ist, dass man aktive und sanfte Mobilität priorisiert. Nichtsdestotrotz ist es für uns ein Teil der Mobilitätswende. Wir wollen auch dafür sorgen, dass sich die Infrastruktur dafür verbessert. Was Lösungen betrifft, kaprizieren wir uns nicht auf ‚Laternenlader‘. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da technische Herausforderungen gibt. Es ist einfach ein sehr plakatives Beispiel aus anderen Städten. Man muss sich sicher anschauen, wie gut das bei uns funktioniert. Der Vorschlag ist, sich auf Langsamlader zu konzentrieren, weil sie relativ günstig zu installieren sind, in Wohngebieten, wo die Infrastruktur nicht vorhanden ist. Das betrifft also Gegenden, wo Menschen die entsprechenden Möglichkeiten nicht haben. Was den Betrieb betrifft, eignet sich das sehr stark für eine Ausschreibung. Das kann durchaus von Privaten übernommen werden. Das ist aus unserer Sicht kein Thema. Das Thema Parkplatz ist sehr interessant, das hört man immer wieder. Ich verstehe es aber 111 nicht ganz, denn es geht ja kein Parkplatz verloren, nur weil man die Infrastruktur für eine Ladestation schafft. Wenn Bewohner*innen diese Infrastruktur haben, sei es Gehsteig, Ladesäule oder Laterne, dann können sie das nutzen. Wer ein Auto besitzt, muss sowieso irgendwo parken. So etwas im Wohnumfeld zu haben, ist also eine elegante Lösung, da man keinen zusätzlichen Flächenverbrauch generiert. Ich bin sehr zufrieden, dass wir das Thema im Ausschuss weiterverfolgen dürfen und freue mich darüber. Danke.
Abstimmungsergebnis
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird einstimmig angenommen.
Einzelstimmen anzeigen (57)
| Nicht anwesend · 4 | |
| Ute KlitschFPÖ | entschuldigt |
| Julia MandlmayrGRÜNE | entschuldigt |
| Florian KopplerSPÖ | entschuldigt |
| Sarah StriglSPÖ | ging 17:42 |