Weniger Geld für Parteien, mehr für Linz

J 9 · Fraktionsantrag · 29. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine Reduktion der Fraktions- und Mandatarinnenförderung in Linz ab 2026. Begründet wurde dies mit der angespannten Finanzlage der Stadt, steigenden Kosten für Bevölkerung und öffentliche Einrichtungen sowie mit der Höhe der jährlichen Mittel von mehr als zwei Millionen Euro aus dem Stadtbudget. Kritisiert wurde vor allem die fehlende Transparenz, weil es keine verpflichtende Offenlegung, Rechenschaft oder Nachweispflicht über die Verwendung der Gelder gibt und auch das Kontrollamt keine Prüfung vornehmen kann. Die Finanzierung sollte durch Umschichtung im Budget erfolgen. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):fraktionsförderungmandatar*innenförderungbudgetkürzunghaushaltskonsolidierungtransparenzkontrollestadtbudgetparteienfinanzierungfinanzenlinz
AntragstextEinblendenAusblenden
Wir haben heute schon ausführlich über das Thema Fraktionsförderung diskutiert. Es ist unbestritten, dass Demokratie Geld kosten darf und muss. Die düstere Zukunftsvision, die Kollege Giegler gezeichnet hat, wird nicht eintreten, wenn wir heute ein Zeichen setzen und endlich bei uns selbst sparen. Gerade bei einer Förderung, die ohnehin überhöht und völlig intransparent ist. Das tut uns nicht weh, weil der Gemeinderat schon vor Jahren eine Senkung der Fraktionsförderung um zehn Prozent beschlossen hat. Es sei nur am Rande erwähnt, dass damals der Antrag dazu vom Fraktionsvorsitzenden Giegler selbst kam. Wir stellen heute diesen Antrag, da die finanzielle Situation der Stadt Linz nach verantwortungsvollem und solidarischem Handeln verlangt. Besonders von uns Politiker*innen. Während Bürger*innen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit steigenden Kosten und harten Sparmaßnahmen kämpfen, bleiben die Förderungen für die Fraktionen im Gemeinderat nicht nur konstant auf hohem Niveau, sondern steigen Jahr für Jahr weiter an. Derzeit sprechen wir von mehr als zwei Millionen Euro jährlich aus dem Stadtbudget. Doch es kommt noch gravierender. Die Fraktionsförderung ist völlig intransparent. Es gibt keinerlei verpflichtende Offenlegung, keine Rechenschaft und keine Nachweispflicht, wofür diese Gelder tatsächlich verwendet werden. Nicht einmal das Kontrollamt kann prüfen, wie mit diesem Steuergeld gewirtschaftet wird. Jedes Jahr werden somit zwei Millionen Euro praktisch ohne Kontrolle und Transparenz ausgeschüttet. Das passt nicht in unsere Zeit und ist gegenüber den Menschen in unserer Stadt schlichtweg nicht vertretbar. Deshalb fordern wir, die Fraktionsförderung zu kürzen und dafür zu sorgen, dass öffentliche Gelder dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Bürgermeister der Stadt Linz, Dietmar Prammer, wird ersucht, einen Prozess in die Wege zu leiten, mit dem Ziel, die derzeitige Fraktions- und Mandatar*innenförderung ab dem Jahr 2026 zu reduzieren. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, ich schließe mich der Wortmeldung von Gemeinderat Giegler an, der vorhin die Gefahr des Lobbyismus angesprochen hat. Was mir aber insgesamt fehlt, ist die Offenlegungspflicht. Was mit den Geldern gemacht wird, ist jeder Partei überlassen. Ich glaube, es ist zwingend notwendig, offenzulegen, wofür die Gelder verwendet werden. Wir sind der Bevölkerung gegenüber dazu verpflichtet. 84 Aus meiner Sicht ist es notwendig, eine konkrete Aufteilung der Verwendung anzugeben. Es gehört eventuell sogar eine taxative Aufzählung dazu, wofür dieses Geld verwendet werden darf. Das ist gerade für eine Partei, die neu dabei ist, dringend notwendig. Eine Offenlegungspflicht und eine konkrete Aufteilung oder konkrete Angabe, wofür das Geld verwendet werden darf, wäre sinnvoll und notwendig. Danke.

Ich schätze, dieser Antrag wird nicht durchgehen. Ich habe aber noch ein paar Ideen dazu. Ihr werdet noch einmal von mir hören. Dankeschön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (8), FPÖ (9), KPÖ (2)