Gesundheitshotline 1450 verbessern - Service erhöhen - Krankenhäuser spürbar entlasten - Resolution

K 21 · Fraktionsantrag · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Die Gesundheitshotline 1450 soll österreichweit in Bezug auf Sprachbarrieren und Verständigungsschwierigkeiten überprüft, statistisch erfasst und evaluiert werden. Ziel ist ein besserer Zugang zur telefonischen Gesundheitsberatung auch für Menschen ohne Deutsch- und Englischkenntnisse. Begründet wird dies mit der hohen Zahl mehrsprachiger Bevölkerungsgruppen und dem Risiko, dass Sprachprobleme zu verspäteter Hilfe oder unnötigen Spitalsbesuchen führen. Vorgesehen sind Maßnahmen für eine standardisierte, bundesweite Verbesserung der Hotline, um die Versorgungssicherheit zu stärken und Krankenhäuser zu entlasten. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden; die Resolution wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (9):gesundheitshotline1450sprachbarrierengesundheitsberatungkrankenhausentlastungversorgungssicherheitmehrsprachigkeitgesundheitssystembudgetumschichtung
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Berichterstattung Gemeinderätin Piovesan „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, seit 2017 bietet die Gesundheitshotline 1450 eine kostenlose telefonische Erstberatung an. Sie soll Patient*innen gezielt durch das Gesundheitssystem lotsen und als niederschwellige Anlaufstelle bei akuten Symptomen und Gesundheitsfragen dienen. Ziel dabei ist auch, unnötige Spitalsbesuche zu vermeiden und somit Krankenhäuser zu entlasten. Oft kann bereits durch telefonische Beratung richtig gesteuert und viel abgefangen werden. Derzeit ist die Beratung über 1450 telefonisch wie online ausschließlich in deutscher und englischer Sprache verfügbar. Damit wird der Anspruch einer niederschwelligen Gesundheitsberatung nicht erfüllt und der gesellschaftlichen Realität nicht Rechnung getragen. Mehr als 27 % der Bevölkerung in Österreich haben einen Migrationshintergrund. Viele Menschen sprechen türkisch, ukrainisch, arabisch, bosnisch, serbisch, albanisch, aber nicht ausreichend deutsch oder englisch. In einer Fremdsprache, noch dazu in einer akuten Ausnahmesituation, ist die Verständigung deutlich erschwert. Komplexe gesundheitliche Symptome präzise zu schildern und medizinische Empfehlungen sicher zu verstehen, hängt stark von Sprachkenntnissen ab. Gerade bei Gesundheitsfragen geht es um Symptome, Risiken sowie Unsicherheiten und im Zweifel auch um Leben und Tod. Wer hier an sprachliche Grenzen stößt, sucht häufiger und unnötig überfüllte Ambulanzen auf, erhält verspätet ärztliche Hilfe oder findet im schlimmsten Fall gar keinen Zugang zum Versorgungssystem. Sprachbarrieren sind daher nicht bloß eine Frage der Integration, sondern ein konkretes Risiko für die Gesundheit unserer gesamten Bevölkerung. Eine Lösung dafür wären breit angelegte mehrsprachige Informationskampagnen sowie ebenso die Hotline 1450 in mehr Sprachen zur Verfügung zu stellen. Nur so wird 1450 zur selbstverständlichen Gesundheitshotline für alle in ganz Österreich, unabhängig von Herkunft oder Muttersprache. Nur dann wird das gesamte Gesundheitssystem wirklich entlastet. Erstrebenswert dafür wäre eine österreichweite Lösung: eine bundesweit einheitliche Organisation mit zentraler Steuerung und eventuell technischer Unterstützung wie Echtzeitübersetzung. Aktuell ist 1450 föderal organisiert, mit unterschiedlichen Betreiber*innen und Strukturen je nach Bundesland. Diese kleinen Strukturen erschweren einheitliche Qualitätsstandards. Angesichts von Personalknappheit und steigenden Gesundheitskosten ist das keine Zusatzforderung oder ein ‚Nice-to-have‘, sondern eine wirkungsvolle Investition in unser Gesundheitssystem. Deshalb stellen wir folgende Resolution. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung. 155 Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: „Die Bundesministerin für Gesundheit und Pflege, Korinna Schumann, möge in Zusammenarbeit mit den Betreiber*innen der Gesundheitshotline 1450 die Nutzung in Bezug auf Sprachen und Verständigungsschwierigkeiten österreichweit prüfen, statistisch erfassen und die Ergebnisse evaluieren. Das soll die Grundlage für weitere Schritte zur standardisierten, bundesweiten Verbesserung der Hotline schaffen. In Folge möge die Bundesministerin Maßnahmen setzen, um den Zugang zur telefonischen Gesundheitsberatung für alle in Österreich lebenden Menschen - auch für jene ohne Deutsch- und Englischkenntnisse - einfacher zu machen. Dies soll insgesamt die Versorgungssicherheit stärken und die Krankenhäuser spürbar entlasten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.“ ## Gemeinderätin Blutsch-Zehetner „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kollegin Piovesan, ich bin über diesen Antrag froh. Die Hotline 1450 ist die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Unsere Bundesministerin Korinna Schumann hat für 2026 schon die ersten Schritte geplant. Das Projekt wird evaluiert und auf neue Füße gestellt. Es wird neue Terminservices, Videoberatung und digitale Rückrufe geben. Ich freue mich sehr, dass auch LinzPlus das Vorhaben unserer Ministerin unterstützt. Wir werden dieser Resolution zustimmen.“ (Beifall) ## Schlusswort Gemeinderätin Piovesan „Vielen Dank für die Wortmeldung und für die avisierte Zustimmung. Ich freue mich, wenn sich die Ministerin die Resolution anschaut und unser Anliegen weitergeleitet wird. Danke sehr.“ Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: FPÖ (9) 157
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Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: „Die Bundesministerin für Gesundheit und Pflege, Korinna Schumann, möge in Zusammenarbeit mit den Betreiber*innen der Gesundheitshotline 1450 die Nutzung in Bezug auf Sprachen und Verständigungsschwierigkeiten österreichweit prüfen, statistisch erfassen und die Ergebnisse evaluieren. Das soll die Grundlage für weitere Schritte zur standardisierten, bundesweiten Verbesserung der Hotline schaffen. In Folge möge die Bundesministerin Maßnahmen setzen, um den Zugang zur telefonischen Gesundheitsberatung für alle in Österreich lebenden Menschen - auch für jene ohne Deutsch- und Englischkenntnisse - einfacher zu machen. Dies soll insgesamt die Versorgungssicherheit stärken und die Krankenhäuser spürbar entlasten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.“
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kollegin Piovesan, ich bin über diesen Antrag froh. Die Hotline 1450 ist die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Unsere Bundesministerin Korinna Schumann hat für 2026 schon die ersten Schritte geplant. Das Projekt wird evaluiert und auf neue Füße gestellt. Es wird neue Terminservices, Videoberatung und digitale Rückrufe geben. Ich freue mich sehr, dass auch LinzPlus das Vorhaben unserer Ministerin unterstützt. Wir werden dieser Resolution zustimmen.

Vielen Dank für die Wortmeldung und für die avisierte Zustimmung. Ich freue mich, wenn sich die Ministerin die Resolution anschaut und unser Anliegen weitergeleitet wird. Danke sehr.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: FPÖ (9)