Pilotprojekt zur intelligenten Erfassung und digitalen Verfügbarkeitsanzeige von Behindertenparkplätzen in der Inneren Stadt Linz

N 6 · Fraktionsantrag · 34. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll ein Pilotprojekt zur intelligenten Erfassung und digitalen Verfügbarkeitsanzeige von Behindertenparkplätzen in der Inneren Stadt Linz. Ziel ist es, freie Stellplätze mit Sensorik in Echtzeit zu erkennen und über eine barrierefreie Online-Plattform anzuzeigen, um die Mobilitätsplanung für Menschen mit Behinderung zu erleichtern. Als Vorbild dient das 2025 in Aarhus umgesetzte Modell, das mit diskreter Sensorik und KI-gestützter Analyse arbeitete. Für eine sechsmonatige Testphase sind maximal 60.000 Euro vorgesehen, eine Kofinanzierung über EU-Förderprogramme und Innovationsfonds wird angestrebt. Nach Abschluss soll ein Evaluierungsbericht vorgelegt werden; die Zuweisung an den Ausschuss wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):behindertenparkplätzebarrierefreiheitinklusive mobilitätsensorikechtzeitdatendigitale plattforminnenstadtpilotprojekteu-förderungstadtentwicklung
AntragstextEinblendenAusblenden
„Dankeschön, sehr geehrter Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, die gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Raum ist ein sehr zentrales Anliegen moderner Stadtentwicklung. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind dabei besonders auf barrierefreie Infrastruktur angewiesen. Der Zugang zu Behindertenparkplätzen stellt einen wesentlichen Teil dieser Infrastruktur dar. Leider sind diese Stellplätze häufig belegt oder nicht auffindbar, was für viele Betroffene eine gravierende Mobilitätshürde darstellt. Die Stadt Aarhus in Dänemark hat im Jahr 2025 ein Pilotprojekt umgesetzt, bei dem Behindertenparkplätze mittels diskreter Sensorik und Künstliche Intelligenz (KI)-gestützter Analyse in Echtzeit überwacht und deren Verfügbarkeit über eine barrierefreie digitale Plattform angezeigt wird. Ziel war es, eine Mobilitätsplanung für Menschen mit Behinderung signifikant zu erleichtern. Die Pilotkosten beliefen sich auf lediglich 59.000 Euro. Basierend auf diesem erfolgreichen Modell soll nun auch die Stadt Linz ein entsprechendes Pilotprojekt in der Innenstadt initiieren. Diese Initiative steht im Einklang mit den ethischen Regeln der Stadt Linz zum Umgang mit digitaler Technologie sowie dem Europäischen Barrierefreiheitsgesetz. Daher stellen wir folgenden Antrag. Ich bitte um Zustimmung. Dankeschön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Der zuständige Mobilitätsreferent der Stadt Linz, Stadtrat Martin Hajart, wird beauftragt, unter Einbindung lokaler Stakeholder (insbesondere der LINZ AG) ein Konzept für ein „Pilotprojekt zur intelligenten Erfassung und digitalen Verfügbarkeitsanzeige von Behindertenparkplätzen“ nach Vorbild der dänischen Stadt Aarhus zu erarbeiten. 2. Als Pilotgebiet soll ein Bereich in der Inneren Stadt gewählt werden. 3. Ziel ist es, Behindertenparkplätze in diesem Gebiet mit geeigneter Sensorik (z.B. Magnet- oder optische Sensoren) auszustatten, eine Echtzeit-Datenübertragung zu ermöglichen und eine barrierefreie Online-Plattform für Nutzer*innen bereitzustellen. 4. Die Projektkosten für eine 6-monatige Testphase werden mit max. 60.000 Euro gedeckelt. Eine Kofinanzierung durch EU-Förderprogramme (z.B. EIT Urban Mobility) sowie durch Innovationsfonds wird angestrebt. 5. Nach Abschluss des Pilotzeitraums ist ein Evaluierungsbericht vorzulegen, der über Nutzung, Wirkung, Herausforderungen und Skalierungsmöglichkeiten informiert. 6. Ziel ist es, Linz zur Vorzeigestadt in Österreich für inklusive Mobilität im digitalen Zeitalter zu machen und bei erfolgreichem Verlauf eine Ausweitung auf weitere Stadtteile zu prüfen. Die Bedeckung der Kosten soll durch EU-Förderprogramme und Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Stefan Burgstaller, Behindertenparkplätze sind in Linz bereits gut auffindbar, etwa über das städtische WebGIS (Geographisches Informationssystem) mit klaren Angaben zu Straßennamen und Hausnummern. Die Suche ist also nicht das zentrale Problem. Deutlich wirksamer wäre es zum Beispiel, die Vergabe persönlicher Behindertenparkplätze in Wohnnähe zu erleichtern, wie es schon in Wien praktiziert wird. Das erleichtert Menschen, die einen Behindertenparkplatz benötigen, wirklich das Leben. Dort sollten wir auch ansetzen - weniger digitale Spielereien, dafür mehr konkrete Erleichterungen und Barrierefreiheit im Alltag. Wir enthalten uns hier.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich darf mich meiner Vorrednerin anschließen und aus der Fachabteilung von Direktor Dr. Neumann aus dem Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt (PTU) auf ein paar Punkte eingehen. Eigentlich sollten wir sorgsam mit dem Budget umgehen, was sich die NEOS ja immer auf die Fahnen heften. Es erscheint uns nicht wirklich sinnvoll, wenn wir nur an die Gruppe derer denken, die behindert sind und mit dem Auto in die Stadt wollen, gleichzeitig aber nicht an jene denken, die auch barrierefrei in die Stadt wollen, aber vielleicht gar nicht Auto fahren können, wie zum Beispiel Sehbehinderte. Du zitierst aus dem Projekt von Aarhus, dort wurden für zwei Sensoren 60.000 Euro ausgegeben. Das würde sehr hohe Kosten verursachen, wenn man das flächendeckend auf die Stadt ausrollen würde. Es wäre vielleicht denkbar, dass man die Tiefgaragenbetreiber*innen dahingehend verpflichtet, Behindertenparkplätze auszuschildern und nicht nur freie oder besetzte Stellplätze anzugeben. Sie haben bereits diese Sensoren und könnten das damit vielleicht noch extra für die Behinderten ausweisen. Aber flächendeckend alle öffentlichen Behindertenparkplätze mit Sensoren auszustatten, ist unseres Erachtens viel zu teuer. Wir enthalten uns deswegen in diesem Punkt. Danke.

Danke Herr Bürgermeister, diese digitale Anzeige ist wirklich ein komplexes Thema, da die Umsetzung von mehreren Faktoren abhängt. Kollege Fuchshuber hat es schon richtig gesagt, die Garagenbetreiber muss man mit ins Boot holen und man braucht deren Zustimmung, damit sie die Daten freigeben. Es braucht eine technische Ausarbeitung, es braucht eine Ausschreibung, es braucht eine Finanzierung. In Zeiten wie diesen sehe ich das auch ein bisschen kritisch. Deswegen beantrage ich, diesen Antrag dem Ausschuss für Mobilität und Märkte zuzuweisen. Danke.

Nachdem Kollege Matsche jetzt die Zuweisung beantragt hat, spare ich mir den Rest. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (9) Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (9), FPÖ (9), ehem. MFG (1), KPÖ (2), LinzPlus (2), Gemeinderat Brandstetter