Bäume günstiger und parkplatzschonender pflanzen

H 7 · Fraktionsantrag · 38. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Beschlossen werden sollte eine Prüfung aller Kostenstellen und Abläufe bei Begrünungsmaßnahmen, um die Kosten pro gepflanztem Baum zu senken und ein alternatives Konzept zum Schwammstadt-System vorzulegen. Künftig sollte zu Begrünungsprojekten eine genaue Kostenschätzung für Baum, Bepflanzung, Personalkosten und begleitende Baumaßnahmen vorgelegt werden. Wenn für Grünflächen Parkplätze wegfallen, sollte von dem Vorhaben Abstand genommen oder standortnah Ersatz geschaffen werden. Begründet wurde dies mit dem Wunsch nach effizienteren und sparsameren Lösungen sowie mit dem Hinweis auf knappe Budgets und wirtschaftliche Interessen. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):begrünungbaumpflanzungschwammstadtkostenkontrollebudgetparkplätzestadtgrünklimaanpassungstadtplanungwirtschaft
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„Vielen Dank Herr Bürgermeister, werte Damen und Herren, im vorliegenden Antrag ersuchen wir die zuständige Referentin für Stadtgrün, Stadträtin Eva Schobesberger, die Begrünungsmaßnahmen auf Effizienz- und Sparmöglichkeiten zu überprüfen, sowie ein neues Konzept als Alternative auszuarbeiten. Ziel ist es, die Kosten pro gepflanztem Baum zu senken. Weiters soll künftig eine detaillierte Kostenschätzung vorgelegt werden. Müssen Parkplätze für die Beschaffung von Grünflächen gestrichen werden, ist von dem Projekt Abstand zu nehmen, oder es müssen standortnah alternative Parkflächen errichtet werden. Zu bedenken ist, dass es um 80.000 Euro möglich sein sollte, viele Bäume zu pflanzen und nicht nur einen. Auch die laufenden Kosten bzw. der Verdienstentgang im Falle einer Parkplatzstreichung sind nicht unwesentlich. In diesem Sinne bitten wir um Zustimmung. (Beifall) Der Gemeinderat beschließe: „Stadträtin Eva Schobesberger als Referentin für Stadtgrün wird ersucht, alle Kostenstellen sowie Prozesse im Zuge von Begrünungsmaßnahmen auf Effizienz und Sparmöglichkeiten zu überprüfen sowie ein neues Konzept zur Baumpflanzung als Alternative zum Schwammstadt-System auszuarbeiten und dem Gemeinderat vorzulegen. Ziel muss sein, die Kosten pro gepflanztem Baum zu reduzieren und bei künftigen Projekten auf teure Extras zu verzichten. Weiters soll künftig bei der Vorlage von Begrünungsmaßnahmen eine genaue Auflistung der Kostenschätzung für den Baum bzw. die Bepflanzung, die städtischen Personalkosten sowie etwaige andere Kosten, zum Beispiel für begleitende Baumaßnahmen, vorgelegt werden. Müssen Parkplätze für die Schaffung von Grünflächen gestrichen werden, ist von dem Projekt Abstand zu nehmen, oder müssen standortnah alternative Parkflächen geschaffen werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. entsprechend vorgesehenen Mittel in den kommenden Budgets sichergestellt werden.“ ## Gemeinderat Pilipovic „Dankeschön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Kollegin Tichler beschwert sich darüber, dass wir Geld in die Hand nehmen müssen, um die Stadt abzukühlen, indem wir Bäume nach den höchsten Qualitätsstandards pflanzen. Wir müssen die Stadt abkühlen, weil die Stadtklimaanalyse knallhart die Fakten auf den Tisch legt. Unsere Mitbürger*innen leiden unter schlaflosen Tropennächten, Schulvorplätze - also tägliche Wege der Linzer Kinder - sind Hitzeinseln und die Lebensqualität in Linz leidet unter der Klimakrise. Daraus resultiert auch, dass es immer seltener regnet. Wenn es aber Niederschlag gibt, dann in Massen. Die FPÖ stößt sich mit einer Obsession an dem Konzept der Schwammstadtbäume. Wissen Sie eigentlich, warum diese Art von Pflanzung wichtig und richtig ist? 80 Wenn es in extrem hohem Ausmaß Starkregenereignisse gibt, muss dieses Wasser auch irgendwo hinfließen. Das ist ein Naturgesetz. Wenn das Innenstadtgebiet zubetoniert und asphaltiert ist, kann dieses Regenwasser nirgendwohin abfließen, außer in den Kanal. Städte wie Paris mussten deswegen schon um teures Geld große Retentionsbecken bauen, weil es ihnen Wasser aus dem Kanal in die Gassen und vor die Haustüren gedrückt hat. Wissen Sie, wie man proaktiv dagegen vorgehen kann, anstatt teurere Schadensbegrenzung zu betreiben? Zum Beispiel durch Entsiegelung und Pflanzung von Bäumen nach dem Schwammstadtprinzip. Durch diese Vorgehensweise kann Regenwasser besser in den Erdboden versickern und gefährdet die Kanalinfrastruktur nicht. Deswegen müssen wir nach den höchsten Qualitätsstandards entsiegeln und begrünen. Ihnen sind diese Bäume zu teuer. Wissen Sie eigentlich, was ein einziger Meter Westring kostet? Wenn man die Gesamtkosten durch die Länge der Autobahn - die mitten durch die Stadt geht - teilt, kommt man auf 251.000 Euro pro Meter Autobahn, die nicht einmal jede Linzerin und jeder Linzer nutzen kann. Knapp 12.000 Euro davon kommen von der Stadt, mit Ihrer freundlichen Unterstützung, liebe FPÖ. Für städtische 56,3 Millionen Euro für Autobahnen haben Sie Geld. Für Abkühlung für die Linzer*innen fehlt Ihnen jedes Verständnis. Sie fordern eine Praxis ein, die bereits betrieben wird. Es gibt bereits Kostenschätzungen und dazugehörige Analysen bei jeder Investition, die aus dem Geschäftsbereich von Stadträtin Schobesberger kommt. Kein einziges Projekt aus der Zuständigkeit der Stadträtin, aus ihrem Ressort, hat jemals den Kostenrahmen gesprengt. Es gab für jedes Projekt einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat, das den Kostenrahmen vorgibt. Bei allen Projekten wurde dieser gesetzte Kostenrahmen durch die entsprechenden intensiven Vorplanungen eingehalten. Wissen Sie, wer nicht so diszipliniert mit seinen Kostenschätzungen ist? Schauen Sie, liebe Kollegin Tichler, einfach zwei Reihen vor sich. Dort sitzt Herr Stadtrat Raml. Fragen Sie ihn, wie es mit seinen Anschaffungen um Feuerwehrautos steht. Er musste nämlich kürzlich wieder nachbessern, weil er sich verkalkuliert hat. Wir werden uns bei diesem Antrag enthalten.“ (Beifall) ### **Gemeinderat Potocnik** „Danke Herr Bürgermeister, liebe Martina Tichler, gut, dann werden wir es den Blauen halt noch einmal erklären. Ihr wollt wieder einmal Punkte bei Autofahrer*innen machen und fordert deshalb weniger neue Bäume und kleinere Baumscheiben. Das führt erneut zur grundsätzlichen Frage, warum wir in Linz - und viele andere Städte auch - Bäume im Straßenraum pflanzen und warum das pro Stück viel kostet. Man muss zugeben, 20.000 bis 30.000 Euro sind wirklich ganz schön viel. Es ist ganz einfach. Linz hat beschlossen, auf den Klimawandel - konkret sind das zunehmende Trockenheit, mehr Schwankungen beim Wetter, steigende Temperaturen - und die damit einhergehende Überhitzung in den Städten zu reagieren. Wir haben das beschlossen. Große Bäume, kein Gebüsch oder Deko-Bonsais, sind eine der Maßnahmen, um zu kühlen und den öffentlichen Straßenraum zu verbessern. Damit diese jahrzehntelang wachsen können, brauchen sie einen ordentlichen Untergrund. Genau dorthin fließt das Geld, die Investition. Es werden große Löcher gegraben. 81 Regenwasserspeicher werden angelegt und Langzeitdünger eingebracht. Euer ehemaliger Vizebürgermeister Markus Hein wusste das übrigens noch. Wenn nun so ein Baum, je nach Untergrund, 20.000 bis 30.000 Euro kostet, geht fast alles in diesen Tiefbau. Der Baum selbst und das Pflanzen kosten vielleicht 2.000 oder 3.000 Euro. Das kommt auf die Größe und die Erde an, die reingeschüttet oder obendrauf getan wird. Dieses Prinzip nennt man ‚Schwammstadt‘. Schwamm deshalb, weil das Regenwasser aufgenommen und gespeichert wird. Dadurch wird die Kanalisation bei Starkregen entlastet und der Baum hat genügend Wurzelraum, um lange wachsen zu können. Erst nach 20, eher 30 Jahren, entfaltet dieser Baum seine stadtklimatische Wirkung. Übrigens weniger durch Schattenwurf, wie das immer gesagt wird. Es ist natürlich schön, wenn auch Schatten entsteht, aber dieser Effekt entsteht hauptsächlich durch Verdunstungskühle. Ein großer Baum - deswegen entsteht die Wirkung erst nach 20, 30 Jahren - saugt schnell einmal 100 Liter und mehr pro Tag aus dem Boden und kühlt durch Verdunstung über die Blätter. Das nennt man Verdunstungskühle. Bäume sind natürliche Klimaanlagen und unschlagbar, was das betrifft. Dagegen kommt keine technische Anlage an. 20.000 bis 30.000 Euro sind eine echte Investition in die Zukunft. Sie sind in Wirklichkeit viel billiger als Alibi-Bäumchen, die nichts bringen und schon nach zehn Jahren, oder früher, tot sind und nie eine stadtklimatische Wirkung erzielen. Solche Bonsais und verkümmerte Besen kann man sich gut auf jedem Supermarktparkplatz und ganz aktuell beim QUADRILL anschauen. Diesen sinnvollen Aufwand muss man der Öffentlichkeit erklären. Das tue ich hier gerade wieder. Bitte nicht mit billigem Populismus dagegen arbeiten, danke. Mit grünen Bäumen alleine ist es natürlich nicht getan. Noch viel wichtiger ist es, in der Stadt und in der Mobilitätsplanung das ganze Tun auf Kühlen und Klimaanpassung zu trimmen. Sonst sind wertvolle Baumpflanzungen tatsächlich, da gebe ich euch recht, nur ‚Greenwashing‘ und in Summe wirkungslos. Umso wichtiger ist es, den gewachsenen Boden in Innenhöfen vor Tiefgaragen zu schützen, Entsiegelung zu fördern - Stichwort Urfahranermarktgelände - und Hitzeerreger zu reduzieren. Das sind in erster Linie Klimaanlagen, Autos, asphaltierte Flächen und so weiter. Michael Raml, und jetzt Martina Tichler, ich habe euch immer wieder angeboten, dass ich gerne einmal eure Fraktion besuchen komme. Dann reden wir über Bäume und Hitze und warum sich Bäume nicht für politische Spiele eignen.“ (Beifall) ### **Gemeinderat Mag. Roth-Schmida** „Vielen Dank Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, ich kann mich den zwei Vorrednern anschließen. Ich glaube, die Stoßrichtung des Antrags ist klar. Wir hatten ja schon bei der Gemeinderatssitzung im April 2025 den Vorstoß der ÖVP, Baumpflanzungen und Begrünungen in der Linzer Innenstadt zu stoppen oder zumindest einzuschränken. Der Antrag damals war noch etwas verklausuliert und hat stärker mit der Stellplatzreduktion argumentiert. Dieser Antrag betrifft eher die Kostenseite, will letztlich aber dasselbe erreichen. Am Ende werden natürlich wieder die Stellplätze hervorgehoben. Kollege Pilipovic hat die Kosten- 81 frage schon angesprochen. Ihr wisst, was der Westring der Stadt im Vergleich dazu kostet. Nur nebenbei bemerkt, da standen bereits 200 gewachsene Bäume. Sie standen allerdings am falschen Ort und mussten weg. Wie man es dreht und wendet, der ‚rechten Seite‘ geht es in erster Linie um die Bewahrung eines bestimmten Lebensstils, der einfach nicht mehr in die Zeit passt und letztlich die Städte und unsere Lebensqualität kaputt macht. Das muss ich so direkt sagen. Deshalb wird es von uns eine Gegenstimme geben.“ ### **Gemeinderat DI (FH) Fuchshuber** „Dankeschön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Kollege Roth-Schmida, du hast gerade erwähnt, dass wir selbst vor fast genau einem Jahr einen Antrag formuliert haben. Er hat mit einem Zitat begonnen, das ich heute gerne wieder bringen möchte. ‚Baumoffensive: weniger Aufgeregtheit, mehr Sachlichkeit ist angebracht.‘ Für alle, die es vergessen haben, das war von der Homepage der Linzer Grünen. Kollege Pilipovic, du hast ein paar Mal gesagt ‚Wussten Sie? Wissen Sie?‘ Ich glaube, man sollte Anträge wirklich lesen. Es steht in unserem Antrag, oder dem heutigen der FPÖ, nichts davon drinnen, dass Bäume eingespart werden sollen. Es steht drinnen, dass man überdenken sollte, was gut ist, was gescheit ist und ob es nicht bessere, kostengünstigere Lösungen gibt. Gerade auch, weil wir in einer Zeit leben, wo die wirtschaftliche Lage nicht besser wird und wir eine budgetäre Notwendigkeit haben, Einsparungen zu treffen. Es geht uns nicht darum, Bäume oder Standorte einzusparen, Parkplätze zu maximieren oder weniger Parkplätze zu verlieren. Uns geht es um das teure Schwammstadtprinzip. Wir als ÖVP wissen sehr wohl, dass Begrünung in der Innenstadt hilfreich ist, damit wir Hitze vermeiden und Lebensqualität in die Innenstadt bringen. Wir wollen das auch unterstützen. Es kann aber nicht sein, dass solche Maßnahmen unverhältnismäßig teuer und in Zeiten knapper Budgets eigentlich nicht vertretbar sind. Deshalb lautet unsere Forderung einfach, Begrünung so zu planen, dass Parkplätze nicht unnötig verloren gehen. Es ist wichtig für die Innenstadt und für wirtschaftliche Interessen, Parkplätze auch weiterhin zu berücksichtigen. Ein Beispiel für eine technische Lösung wäre das Soil Cell Prinzip, das es in Stockholm bereits gibt. Wenn man sich damit beschäftigt, ergibt sich sicher die eine oder andere weitere Lösung, größere Bäume in der Innenstadt zu ermöglichen. Dafür müsste man sich aber damit auseinandersetzen. Nicht mehr, nicht weniger haben wir vor einem Jahr gefordert. Die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger sollte sich damit beschäftigen, weitere Alternativen zu vergleichen, um auch dem Budget in Linz zu helfen. Es geht nicht darum, dass wir einen Baum mehr oder weniger pflanzen, im Gegenteil. Um Lebensqualität und Verweildauer zu heben, brauchen wir Bäume in der Innenstadt. Dazu bekennen wir uns als ÖVP. Wir wollen einen Vergleich mit weiteren Bauweisen haben, die es ermöglichen, in alle Richtungen zu arbeiten, um Kosten einzusparen, Parkplätze zu retten, die Wirtschaft in der Innenstadt zu stärken und auch die Lebensqualität zu erhöhen. Danke.“ (Beifall) 83 ### **Stadträtin Mag.$^{a}$ Schobesberger** „Noch einmal in Richtung ÖVP, das ist wirklich schon absurd. Nur ein minimaler Teil an Bäumen wird in unserer Stadt nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt. Das machen wir genau dort, wo es aus sachlichen und fachlichen Gründen die vernünftigste Variante ist. Herr Pilipovic hat das schon recht treffend ausgeführt. Das macht in der Innenstadt genau dort Sinn, wo die LINZ AG schon jetzt ein Problem hat, das Wasser, das bei Starkregenereignissen sintflutartig runterkommt, im Kanalsystem aufzufangen. Wir haben das in diesem Gremium schon mehrfach diskutiert. Ich habe mit der LINZ AG vereinbart, dass sie noch einmal in den Umweltausschuss kommt und dort noch einmal erklärt, warum wir das machen. Mein Fachbereich wägt fachlich und sachlich sehr genau ab, an welchem Standort welche Pflanzweise gewählt wird. Aus fachlichen und sachlichen Gründen fällt dann auch die Entscheidung. Das passiert nicht, weil ich mir etwas einfallen lasse oder aus anderen lustigen Gründen, wie die ÖVP meint. Es gibt ganz klare fachliche und sachliche Entscheidungen, warum das gemacht wird. Ich betone noch einmal, dass nur ein minimaler Teil aller Bäume nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt wird. Ihr tut so, als würden wir nichts anderes machen. Das ist dermaßen unseriös, dass es mich wirklich grantig macht. Gerade von der ÖVP könnte man sich schon ein bisschen mehr Sachlichkeit erwarten. Dankeschön.“ (Beifall) ### **Schlusswort Gemeinderätin Tichler** „Ich möchte mich bei Kollege Fuchshuber bedanken. Er hat im Prinzip mein Schlusswort überflüssig gemacht und so ziemlich alles aufgegriffen, was ich mir aufgeschrieben habe. Ich möchte aber schon noch sagen, dass in Wels nach dem Schwammstadt-Light-Prinzip gepflanzt wird. Vielleicht wäre das etwas, das man in Linz aufgreifen könnte. (Zwischenruf **Stadträtin Mag.$^{a}$ Schobesberger**) Es steht auch im Antrag drinnen, dass man sich über Alternativen Gedanken machen soll. Kollege Fuchshuber hat es auch gesagt. Es geht uns darum, dass wir 80.000 Euro gerne ausgeben können, aber nicht für einen Baum. Mit dem Geld kann man auch etwas anderes machen. Ziel unseres Antrags ist es, das Beste für alle aus unseren begrenzten finanziellen Mitteln rauszuholen. Ich muss anmerken, dass zum Beispiel auch in der Turmstraße Bäume gepflanzt wurden, die mittlerweile alle kaputt sind. (Zwischenruf **Stadträtin Mag.$^{a}$ Schobesberger**) Ich weiß nicht, was das gekostet hat und was dort passiert ist. Es wäre ganz interessant, zu erfahren, was da los ist. Bezüglich Parkplätze möchte ich noch betonen, dass die Wirtschaft in der Stadt Parkplätze braucht. Man kann nicht alles mit der Straßenbahn transportieren. Wenn man ein Gitterbett oder eine Waschmaschine kauft, kann man die nicht in den Bus packen. Dankeschön.“ (Beifall)
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„Stadträtin Eva Schobesberger als Referentin für Stadtgrün wird ersucht, alle Kostenstellen sowie Prozesse im Zuge von Begrünungsmaßnahmen auf Effizienz und Sparmöglichkeiten zu überprüfen sowie ein neues Konzept zur Baumpflanzung als Alternative zum Schwammstadt-System auszuarbeiten und dem Gemeinderat vorzulegen. Ziel muss sein, die Kosten pro gepflanztem Baum zu reduzieren und bei künftigen Projekten auf teure Extras zu verzichten. Weiters soll künftig bei der Vorlage von Begrünungsmaßnahmen eine genaue Auflistung der Kostenschätzung für den Baum bzw. die Bepflanzung, die städtischen Personalkosten sowie etwaige andere Kosten, zum Beispiel für begleitende Baumaßnahmen, vorgelegt werden. Müssen Parkplätze für die Schaffung von Grünflächen gestrichen werden, ist von dem Projekt Abstand zu nehmen, oder müssen standortnah alternative Parkflächen geschaffen werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. entsprechend vorgesehenen Mittel in den kommenden Budgets sichergestellt werden.“
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Dankeschön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Kollegin Tichler beschwert sich darüber, dass wir Geld in die Hand nehmen müssen, um die Stadt abzukühlen, indem wir Bäume nach den höchsten Qualitätsstandards pflanzen. Wir müssen die Stadt abkühlen, weil die Stadtklimaanalyse knallhart die Fakten auf den Tisch legt. Unsere Mitbürger*innen leiden unter schlaflosen Tropennächten, Schulvorplätze - also tägliche Wege der Linzer Kinder - sind Hitzeinseln und die Lebensqualität in Linz leidet unter der Klimakrise. Daraus resultiert auch, dass es immer seltener regnet. Wenn es aber Niederschlag gibt, dann in Massen. Die FPÖ stößt sich mit einer Obsession an dem Konzept der Schwammstadtbäume. Wissen Sie eigentlich, warum diese Art von Pflanzung wichtig und richtig ist? 80 Wenn es in extrem hohem Ausmaß Starkregenereignisse gibt, muss dieses Wasser auch irgendwo hinfließen. Das ist ein Naturgesetz. Wenn das Innenstadtgebiet zubetoniert und asphaltiert ist, kann dieses Regenwasser nirgendwohin abfließen, außer in den Kanal. Städte wie Paris mussten deswegen schon um teures Geld große Retentionsbecken bauen, weil es ihnen Wasser aus dem Kanal in die Gassen und vor die Haustüren gedrückt hat. Wissen Sie, wie man proaktiv dagegen vorgehen kann, anstatt teurere Schadensbegrenzung zu betreiben? Zum Beispiel durch Entsiegelung und Pflanzung von Bäumen nach dem Schwammstadtprinzip. Durch diese Vorgehensweise kann Regenwasser besser in den Erdboden versickern und gefährdet die Kanalinfrastruktur nicht. Deswegen müssen wir nach den höchsten Qualitätsstandards entsiegeln und begrünen. Ihnen sind diese Bäume zu teuer. Wissen Sie eigentlich, was ein einziger Meter Westring kostet? Wenn man die Gesamtkosten durch die Länge der Autobahn - die mitten durch die Stadt geht - teilt, kommt man auf 251.000 Euro pro Meter Autobahn, die nicht einmal jede Linzerin und jeder Linzer nutzen kann. Knapp 12.000 Euro davon kommen von der Stadt, mit Ihrer freundlichen Unterstützung, liebe FPÖ. Für städtische 56,3 Millionen Euro für Autobahnen haben Sie Geld. Für Abkühlung für die Linzer*innen fehlt Ihnen jedes Verständnis. Sie fordern eine Praxis ein, die bereits betrieben wird. Es gibt bereits Kostenschätzungen und dazugehörige Analysen bei jeder Investition, die aus dem Geschäftsbereich von Stadträtin Schobesberger kommt. Kein einziges Projekt aus der Zuständigkeit der Stadträtin, aus ihrem Ressort, hat jemals den Kostenrahmen gesprengt. Es gab für jedes Projekt einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat, das den Kostenrahmen vorgibt. Bei allen Projekten wurde dieser gesetzte Kostenrahmen durch die entsprechenden intensiven Vorplanungen eingehalten. Wissen Sie, wer nicht so diszipliniert mit seinen Kostenschätzungen ist? Schauen Sie, liebe Kollegin Tichler, einfach zwei Reihen vor sich. Dort sitzt Herr Stadtrat Raml. Fragen Sie ihn, wie es mit seinen Anschaffungen um Feuerwehrautos steht. Er musste nämlich kürzlich wieder nachbessern, weil er sich verkalkuliert hat. Wir werden uns bei diesem Antrag enthalten.

Danke Herr Bürgermeister, liebe Martina Tichler, gut, dann werden wir es den Blauen halt noch einmal erklären. Ihr wollt wieder einmal Punkte bei Autofahrer*innen machen und fordert deshalb weniger neue Bäume und kleinere Baumscheiben. Das führt erneut zur grundsätzlichen Frage, warum wir in Linz - und viele andere Städte auch - Bäume im Straßenraum pflanzen und warum das pro Stück viel kostet. Man muss zugeben, 20.000 bis 30.000 Euro sind wirklich ganz schön viel. Es ist ganz einfach. Linz hat beschlossen, auf den Klimawandel - konkret sind das zunehmende Trockenheit, mehr Schwankungen beim Wetter, steigende Temperaturen - und die damit einhergehende Überhitzung in den Städten zu reagieren. Wir haben das beschlossen. Große Bäume, kein Gebüsch oder Deko-Bonsais, sind eine der Maßnahmen, um zu kühlen und den öffentlichen Straßenraum zu verbessern. Damit diese jahrzehntelang wachsen können, brauchen sie einen ordentlichen Untergrund. Genau dorthin fließt das Geld, die Investition. Es werden große Löcher gegraben. 81 Regenwasserspeicher werden angelegt und Langzeitdünger eingebracht. Euer ehemaliger Vizebürgermeister Markus Hein wusste das übrigens noch. Wenn nun so ein Baum, je nach Untergrund, 20.000 bis 30.000 Euro kostet, geht fast alles in diesen Tiefbau. Der Baum selbst und das Pflanzen kosten vielleicht 2.000 oder 3.000 Euro. Das kommt auf die Größe und die Erde an, die reingeschüttet oder obendrauf getan wird. Dieses Prinzip nennt man ‚Schwammstadt‘. Schwamm deshalb, weil das Regenwasser aufgenommen und gespeichert wird. Dadurch wird die Kanalisation bei Starkregen entlastet und der Baum hat genügend Wurzelraum, um lange wachsen zu können. Erst nach 20, eher 30 Jahren, entfaltet dieser Baum seine stadtklimatische Wirkung. Übrigens weniger durch Schattenwurf, wie das immer gesagt wird. Es ist natürlich schön, wenn auch Schatten entsteht, aber dieser Effekt entsteht hauptsächlich durch Verdunstungskühle. Ein großer Baum - deswegen entsteht die Wirkung erst nach 20, 30 Jahren - saugt schnell einmal 100 Liter und mehr pro Tag aus dem Boden und kühlt durch Verdunstung über die Blätter. Das nennt man Verdunstungskühle. Bäume sind natürliche Klimaanlagen und unschlagbar, was das betrifft. Dagegen kommt keine technische Anlage an. 20.000 bis 30.000 Euro sind eine echte Investition in die Zukunft. Sie sind in Wirklichkeit viel billiger als Alibi-Bäumchen, die nichts bringen und schon nach zehn Jahren, oder früher, tot sind und nie eine stadtklimatische Wirkung erzielen. Solche Bonsais und verkümmerte Besen kann man sich gut auf jedem Supermarktparkplatz und ganz aktuell beim QUADRILL anschauen. Diesen sinnvollen Aufwand muss man der Öffentlichkeit erklären. Das tue ich hier gerade wieder. Bitte nicht mit billigem Populismus dagegen arbeiten, danke. Mit grünen Bäumen alleine ist es natürlich nicht getan. Noch viel wichtiger ist es, in der Stadt und in der Mobilitätsplanung das ganze Tun auf Kühlen und Klimaanpassung zu trimmen. Sonst sind wertvolle Baumpflanzungen tatsächlich, da gebe ich euch recht, nur ‚Greenwashing‘ und in Summe wirkungslos. Umso wichtiger ist es, den gewachsenen Boden in Innenhöfen vor Tiefgaragen zu schützen, Entsiegelung zu fördern - Stichwort Urfahranermarktgelände - und Hitzeerreger zu reduzieren. Das sind in erster Linie Klimaanlagen, Autos, asphaltierte Flächen und so weiter. Michael Raml, und jetzt Martina Tichler, ich habe euch immer wieder angeboten, dass ich gerne einmal eure Fraktion besuchen komme. Dann reden wir über Bäume und Hitze und warum sich Bäume nicht für politische Spiele eignen.

Vielen Dank Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, ich kann mich den zwei Vorrednern anschließen. Ich glaube, die Stoßrichtung des Antrags ist klar. Wir hatten ja schon bei der Gemeinderatssitzung im April 2025 den Vorstoß der ÖVP, Baumpflanzungen und Begrünungen in der Linzer Innenstadt zu stoppen oder zumindest einzuschränken. Der Antrag damals war noch etwas verklausuliert und hat stärker mit der Stellplatzreduktion argumentiert. Dieser Antrag betrifft eher die Kostenseite, will letztlich aber dasselbe erreichen. Am Ende werden natürlich wieder die Stellplätze hervorgehoben. Kollege Pilipovic hat die Kosten- 81 frage schon angesprochen. Ihr wisst, was der Westring der Stadt im Vergleich dazu kostet. Nur nebenbei bemerkt, da standen bereits 200 gewachsene Bäume. Sie standen allerdings am falschen Ort und mussten weg. Wie man es dreht und wendet, der ‚rechten Seite‘ geht es in erster Linie um die Bewahrung eines bestimmten Lebensstils, der einfach nicht mehr in die Zeit passt und letztlich die Städte und unsere Lebensqualität kaputt macht. Das muss ich so direkt sagen. Deshalb wird es von uns eine Gegenstimme geben.

Dankeschön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Kollege Roth-Schmida, du hast gerade erwähnt, dass wir selbst vor fast genau einem Jahr einen Antrag formuliert haben. Er hat mit einem Zitat begonnen, das ich heute gerne wieder bringen möchte. ‚Baumoffensive: weniger Aufgeregtheit, mehr Sachlichkeit ist angebracht.‘ Für alle, die es vergessen haben, das war von der Homepage der Linzer Grünen. Kollege Pilipovic, du hast ein paar Mal gesagt ‚Wussten Sie? Wissen Sie?‘ Ich glaube, man sollte Anträge wirklich lesen. Es steht in unserem Antrag, oder dem heutigen der FPÖ, nichts davon drinnen, dass Bäume eingespart werden sollen. Es steht drinnen, dass man überdenken sollte, was gut ist, was gescheit ist und ob es nicht bessere, kostengünstigere Lösungen gibt. Gerade auch, weil wir in einer Zeit leben, wo die wirtschaftliche Lage nicht besser wird und wir eine budgetäre Notwendigkeit haben, Einsparungen zu treffen. Es geht uns nicht darum, Bäume oder Standorte einzusparen, Parkplätze zu maximieren oder weniger Parkplätze zu verlieren. Uns geht es um das teure Schwammstadtprinzip. Wir als ÖVP wissen sehr wohl, dass Begrünung in der Innenstadt hilfreich ist, damit wir Hitze vermeiden und Lebensqualität in die Innenstadt bringen. Wir wollen das auch unterstützen. Es kann aber nicht sein, dass solche Maßnahmen unverhältnismäßig teuer und in Zeiten knapper Budgets eigentlich nicht vertretbar sind. Deshalb lautet unsere Forderung einfach, Begrünung so zu planen, dass Parkplätze nicht unnötig verloren gehen. Es ist wichtig für die Innenstadt und für wirtschaftliche Interessen, Parkplätze auch weiterhin zu berücksichtigen. Ein Beispiel für eine technische Lösung wäre das Soil Cell Prinzip, das es in Stockholm bereits gibt. Wenn man sich damit beschäftigt, ergibt sich sicher die eine oder andere weitere Lösung, größere Bäume in der Innenstadt zu ermöglichen. Dafür müsste man sich aber damit auseinandersetzen. Nicht mehr, nicht weniger haben wir vor einem Jahr gefordert. Die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger sollte sich damit beschäftigen, weitere Alternativen zu vergleichen, um auch dem Budget in Linz zu helfen. Es geht nicht darum, dass wir einen Baum mehr oder weniger pflanzen, im Gegenteil. Um Lebensqualität und Verweildauer zu heben, brauchen wir Bäume in der Innenstadt. Dazu bekennen wir uns als ÖVP. Wir wollen einen Vergleich mit weiteren Bauweisen haben, die es ermöglichen, in alle Richtungen zu arbeiten, um Kosten einzusparen, Parkplätze zu retten, die Wirtschaft in der Innenstadt zu stärken und auch die Lebensqualität zu erhöhen. Danke.

Noch einmal in Richtung ÖVP, das ist wirklich schon absurd. Nur ein minimaler Teil an Bäumen wird in unserer Stadt nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt. Das machen wir genau dort, wo es aus sachlichen und fachlichen Gründen die vernünftigste Variante ist. Herr Pilipovic hat das schon recht treffend ausgeführt. Das macht in der Innenstadt genau dort Sinn, wo die LINZ AG schon jetzt ein Problem hat, das Wasser, das bei Starkregenereignissen sintflutartig runterkommt, im Kanalsystem aufzufangen. Wir haben das in diesem Gremium schon mehrfach diskutiert. Ich habe mit der LINZ AG vereinbart, dass sie noch einmal in den Umweltausschuss kommt und dort noch einmal erklärt, warum wir das machen. Mein Fachbereich wägt fachlich und sachlich sehr genau ab, an welchem Standort welche Pflanzweise gewählt wird. Aus fachlichen und sachlichen Gründen fällt dann auch die Entscheidung. Das passiert nicht, weil ich mir etwas einfallen lasse oder aus anderen lustigen Gründen, wie die ÖVP meint. Es gibt ganz klare fachliche und sachliche Entscheidungen, warum das gemacht wird. Ich betone noch einmal, dass nur ein minimaler Teil aller Bäume nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt wird. Ihr tut so, als würden wir nichts anderes machen. Das ist dermaßen unseriös, dass es mich wirklich grantig macht. Gerade von der ÖVP könnte man sich schon ein bisschen mehr Sachlichkeit erwarten. Dankeschön.

Ich möchte mich bei Kollege Fuchshuber bedanken. Er hat im Prinzip mein Schlusswort überflüssig gemacht und so ziemlich alles aufgegriffen, was ich mir aufgeschrieben habe. Ich möchte aber schon noch sagen, dass in Wels nach dem Schwammstadt-Light-Prinzip gepflanzt wird. Vielleicht wäre das etwas, das man in Linz aufgreifen könnte. (Zwischenruf **Stadträtin Mag.$^{a}$ Schobesberger**) Es steht auch im Antrag drinnen, dass man sich über Alternativen Gedanken machen soll. Kollege Fuchshuber hat es auch gesagt. Es geht uns darum, dass wir 80.000 Euro gerne ausgeben können, aber nicht für einen Baum. Mit dem Geld kann man auch etwas anderes machen. Ziel unseres Antrags ist es, das Beste für alle aus unseren begrenzten finanziellen Mitteln rauszuholen. Ich muss anmerken, dass zum Beispiel auch in der Turmstraße Bäume gepflanzt wurden, die mittlerweile alle kaputt sind. (Zwischenruf **Stadträtin Mag.$^{a}$ Schobesberger**) Ich weiß nicht, was das gekostet hat und was dort passiert ist. Es wäre ganz interessant, zu erfahren, was da los ist. Bezüglich Parkplätze möchte ich noch betonen, dass die Wirtschaft in der Stadt Parkplätze braucht. Man kann nicht alles mit der Straßenbahn transportieren. Wenn man ein Gitterbett oder eine Waschmaschine kauft, kann man die nicht in den Bus packen. Dankeschön.

Abstimmungsergebnis

Beta
Ergebnis:abgelehnt· 56 von 61 anwesend

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), Die Grünen (8), NEOS (2), ehem. MFG (2), LinzPlus (2), Gemeinderat Brandstetter Gegenstimme: KPÖ (2)

Einzelstimmen anzeigen (56)
Nicht anwesend · 5
Ute KlitschFPÖentschuldigt
Julia MandlmayrGRÜNEentschuldigt
Lucia Straßer-Kreisel MA MEdGRÜNEkam 17:54
Florian KopplerSPÖentschuldigt
Sarah StriglSPÖging 17:42