Lücke im Radschnellweg schließen: Sicher von St. Margarethen nach Wilhering - Resolution

J 18 · Fraktionsantrag · 29. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Gefordert wird der durchgehende Ausbau eines sicheren Radwegs entlang der Donau zwischen St. Margarethen und Wilhering, um die bestehende Lücke im Radschnellweg zu schließen. Der derzeitige Endpunkt in St. Margarethen zwingt Radfahrende auf die stark befahrene B 129; der fehlende Abschnitt gilt als gefährlich und soll eine direkte, kurze und attraktive Verbindung bis zur Stiftsgärtnerei schaffen. Als Begründung werden die bereits vorhandenen Planungen, ein positives Gutachten aus dem Jahr 2015 sowie die Bedeutung für Alltagsradverkehr, Pendelwege und die Mobilitätswende angeführt. Die Landesregierung soll die Errichtung vorantreiben und die betroffenen Stakeholder einbinden; eine Machbarkeitsstudie und ein Vorprojekt sollen die Grundlage für Beschluss und Co-Finanzierung bilden. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):radschnellwegradwegausbauverkehrssicherheitmobilitätswendedonauuferwilheringst. margarethenalltagsradverkehrpendlerverkehrco-finanzierung
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, liebe Alltagsradler*innen, theoretisch ist man von Linz mit dem E-Bike in 20 bis 25 Minuten in Wilhering, praktisch scheitert das an den 5,3 Kilometern, die man auf der B 129 fahren muss. Dazu möchte ich ein Zitat von Herrn Anton vorlesen, der mir Folgendes geschrieben hat: ‚Ich freue mich über Ihre Initiative für einen Radweg nach Wilhering. Ich fahre oft auf dem neuen Radweg bis Margarethen (der ist echt super) und wenn ich suizidal bin auch nach Wilhering.‘ Der neu errichtete Radweg entlang der Donau vom Linzer Zentrum bis St. Margarethen stellt eine wesentliche Verbesserung für den Rad- und Fußverkehr dar. Diese Strecke ist 2,7 Kilometer lang und bietet eine sichere Alternative zur stark befahrenen Bundesstraße. Allerdings endet dieser Radschnellweg derzeit abrupt in St. Margarethen und zwingt Radfahrer*innen, die Richtung Wilhering wollen, auf die enge, kurvenreiche und stark befahrene Bundesstraße. Der Abschnitt Margarethen-Wilhering ist deshalb lebensgefährlich. Ein durchgehender und sicherer Radweg entlang der Donau bis zur Stiftsgärtnerei Wilhering - das sind 5,3 Kilometer - ist daher dringend erforderlich. Planungen dafür existieren bereits. Das Land Oberösterreich und der Umweltanwalt haben im Jahr 2015 dem Projekt unter Einhaltung von Auflagen ein positives Gutachten ausgestellt. Die Route wäre nicht nur sicherer und kürzer als die Umleitung über die derzeit geplante Trasse der Linzer Lokalbahn (LILO), sondern auch deutlich attraktiver. Insbesondere im Sommer, da man im Schatten des Kürnbergerwalds fahren kann. Der Lückenschluss Linz-Wilhering ist ein wichtiger Baustein für das Ziel eines Netzes aus leistungsfähigen Radschnellwegen im Ballungsraum. In Kombination mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr und Park & Ride-Anlagen am Stadtrand vermeidet er Stau und stärkt auch den Wirtschaftsstandort Linz. In diesem Zusammenhang stellt die LinzPlus-Fraktion folgenden Antrag. Ich bitte Sie um Zustimmung und darum, den gesamten Erläuterungstext ins Protokoll zu übernehmen. Der kürzlich fertiggestellte Abschnitt entlang der Donau vom Zentrum nach St. Margarethen stellt eine bedeutende Verbesserung für den Linzer Rad- und Fußverkehr dar. Die Strecke von rund 2,7 km bietet eine sichere Alternative für Alltags- und Freizeitradler*innen sowie Radtourist*innen zur stark befahrenen B129. Allerdings endet dieser Radschnellweg derzeit abrupt in St. Margarethen und zwingt Radfahrer*innen, die Richtung Wilhering wollen, auf die enge und stark befahrene Bundesstraße. Der Abschnitt Margarethen-Wilhering ist deshalb lebensgefährlich. Eine durchgehende, sichere Verbindung entlang der ca. 5,3 km langen Strecke bis zur Stiftsgärtnerei ist für Radpendler*innen und Radreisende daher dringend erforderlich und steht seit Jahren an. Vor zwölf Jahren (2013) gab es sogar schon Planungen und grobe Kostenschätzungen dazu. 112 Darüber hinaus würde die Radroute entlang des rechten Donauufers im Schatten des Kürnberger Waldes verlaufen. Ein Aspekt, der gerade in den heißen Sommermonaten für die Nutzung sehr attraktiv ist. Eine direkte Anbindung entlang der Donau wäre demnach sicherer, kürzer und auch viel schöner als ein Umweg entlang der LILO-Trasse – ein Ersatz, der leider nicht den realen Bedürfnissen der Alltagsradler*innen und Radtourist*innen (nach kurzen, direkten und flachen Wegen) entspricht. Der Lückenschluss Linz-Wilhering ist ein wichtiger Baustein für das Ziel eines Netzes aus leistungsfähigen Radwegen im Ballungsraum. In Kombination mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr (ÖPNV) und Park-&-Ride-Anlagen am Stadtrand vermeidet das Stau und stärkt den Wirtschaftsstandort. Ein paar Zahlen: Laut dem Mobilitätskonzept der Stadt Linz fahren täglich rund 7500-9000 Kraftfahrzeuge an der B129. Die Strecke von der Nibelungenbrücke nach Wilhering umfasst insgesamt etwa 8,3 km, die mit dem E-Bike in rund 20 Minuten zurückgelegt werden können. Das Einzugsgebiet der angrenzenden Gemeinden Wilhering, Alkoven aber auch Ottensheim zählt weit über 20.000 Einwohner*innen (Stand 1. Januar 2024, Wikipedia). Das Potenzial dieser Route für Alltagsradler- und Radpendler*innen ist also groß. Kfz-Verkehrsbelastung an den Einfahrtsstraßen von Linz pro Werktag 2016 Mobilitätskonzept der Stadt Linz S. 15 (Einzugsgebiet 8129, Stand 2016) 114 Lückenschluss Radschnellweg Abschnitt Linz-Wilhering, ca. 5,3 km (Quelle: Google Maps)
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die oberösterreichische Landesregierung wird ersucht, die Errichtung eines durchgehenden Radwegs zwischen Linz-Margarethen und Wilhering entschlossen voranzutreiben. Dazu mögen die betroffenen Stakeholder (Linz, Wilhering, Leonding, Via Donau, Radlobby OÖ, ...) für die bestmögliche Lösung eingebunden werden. Eine Machbarkeitsstudie und ein Vorprojekt würden dann die Basis für einen gemeinsamen Beschluss sowie einer Co-Finanzierung bilden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.¹
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Danke Herr Bürgermeister, ein Lückenschluss des Radweges entlang der Donau zwischen St. Margarethen und Wilhering ist aus derzeitiger Sicht nicht realistisch umsetzbar. Erstens wegen der Platzverhältnisse und zweitens wegen der enormen Kosten. Der Abschnitt verläuft in einem Bereich ohne relevante Wohnbevölkerung und bietet daher keine alltagsverkehrliche Funktion. Der Nutzen wäre in erster Linie touristisch und in Zeiten knapper Budgets hat dieses Projekt keine Priorität. Somit werden wir uns bei diesem Antrag enthalten. Danke.

Es geht bei diesem Antrag um mehr als nur finanzielle Mittel. Es geht auch um einen sinnvollen Lückenschluss dieses Radwegnetzes, um Verkehrssicherheit und das Vorankommen der Mobilitätswende. Es stimmt nicht, dass das nicht realistisch umsetzbar ist, denn der Umweltanwalt und das Land Oberösterreich haben dem Ganzen schon 2015 einen positiven Bescheid gegeben. Ich habe noch einmal beim Umweltanwalt nachgefragt, der auch gesagt hat, dass sie das ein weiteres Mal machen würden. Weil Sie die Kosten ansprechen - beim motorisierten Individualverkehr (MIV) scheint Geld keine Rolle zu spielen. Da frage ich mich wirklich, warum das so ist. Bei der Donautalbrücke sprechen wir von 300 Millionen Euro und 60 Millionen Euro städtischer Beteiligung. Ich verstehe wirklich nicht, warum dann bei diesem Radweg - welcher uns etwa zwei bis vier Millionen Euro kosten würde - von unglaublichen, enormen Kosten die Rede ist. Dieser Abschnitt hätte großes Potenzial, zur Entlastung beizutragen und mehr Menschen zum Umstieg aufs Rad zu bewegen. Wir appellieren wirklich an alle Beteiligten, nochmals das Gespräch zu suchen und nicht zum Beispiel an Zuständigkeitsfragen zu scheitern. Auch mit Blick auf mögliche Förderungen durch Bund oder EU, um die Kosten zu dämpfen. Sicherheit ist ein wesentlicher Hebel, um den Modal Split zu verbessern und gerade in diesem Abschnitt wäre das eine wesentliche Verbesserung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), FPÖ (9)