Bulgariplatz-Viertel; Poschacher-Wiese zu attraktivem Jugend- und Mädchen-Park machen

N 9 · Fraktionsantrag · 34. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Für die Poschacher-Wiese im Bulgariplatzviertel soll ein Konzept zur Weiterentwicklung zu einem attraktiven, sicheren und inklusiven Park für Jugendliche, Mädchen und Familien erarbeitet werden. Begründet wird das mit der geringen Nutzung der Grünanlage, den als unattraktiv und unsicher beschriebenen Bedingungen im benachbarten Panulipark sowie dem Wunsch nach mehr Bewegungs-, Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten. Genannt werden unter anderem vielfältige Bewegungsangebote, Schatten, Sitzgelegenheiten, Trinkwasser, gepflegte WCs, Leihgeräte, barrierefreie Changing-Places und Sportangebote wie Basketball, Volleyball und Tischtennis. Zugleich wird auf eine Bodenbelastung mit Bauschutt, Asche, Schlackeresten und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen hingewiesen, die Eingriffe in die Tiefe erschwert; der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):poschacher-wiesebulgariplatzvierteljugendparkmädchenräumebewegungsangeboteaufenthaltsqualitätinklusionbodenbelastungstadtplanungklima und umwelt
AntragstextEinblendenAusblenden
Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, es geht um die Poschacher-Wiese. Die Poschacher-Wiese im stetig wachsenden Bulgariplatzviertel ist groß, liegt gut und ist eines der wenigen grünen Angebote im Viertel. Trotzdem wird sie auffällig wenig genutzt. Dazu hat unsere Kollegin und Anrainerin Renate Pühringer in den vergangenen Monaten mit mehr als 200 potenziellen Nutzer*innen gesprochen und Folgendes herausgefunden: Der größte Park im Viertel – der Panulipark – wird gemieden, weil er von stark befahrenen Straßen und der Autobahn regelrecht eingekesselt und deshalb laut und abgeschnitten ist. Zusätzlich ist der Park durch Hügel und Bepflanzung nicht einsehbar. Diese strukturellen und schwer korrigierbaren Eigenschaften mindern die Qualität der Grünanlage. Viele Eltern erlauben deshalb ihren Kindern nicht, dort zu spielen. Sie empfinden den Ort als unsicher und auch unattraktiv. Vor allem junge Mädchen meiden den Park komplett. Abgesehen von der Hundezone bleibt die eigentlich schöne Anlage selbst am Tag meist leer. Das macht die sehr gut gelegene Poschacher-Wiese für Mädchen, Kinder, Familien und Jugendliche umso wichtiger. Trotzdem wird der Spielplatz für Kleinkinder wenig genutzt. Burschen und Männer spielen gelegentlich Fußball. Jugendliche treffen sich im baufälligen Holzpavillon, finden den Park aber langweilig. Jugendliche, Mädchen und Eltern wünschen sich: - vielfältige Bewegungsangebote, Fitness, Motorik, speziell auch für Mädchen - mehr Bäume an den Rändern, mehr Schatten im Sommer - Sitzgelegenheiten für Jugendliche und Tische, auch überdacht und windgeschützt - gepflegte WCs: aktuell sind dort sehr schmutzige mobile Toiletten ohne Klopapier - Trinkwasserbrunnen - eine Box mit Leihgeräten, wo man Schläger, Bälle, Seile, Frisbees und auch ein Volleyballnetz unterbringen kann - regelmäßige Wartung und Reinigung - Container mit Strom um zum Beispiel Feste auszurichten, Stichwort versperrbare Küche - barrierefreie Changing-Places für Menschen mit Behinderung und Eltern oder Betreuungspersonen mit Kleinkindern - einen Basketballkorb, ein Volleyballnetz und zwei Tischtennistische Mit diesem Antrag soll die Poschacher-Wiese zu einem attraktiven, sicheren und inklusiven Begegnungs- und Bewegungsort insbesondere für Jugendliche, Mädchen und Familien weiterentwickelt werden. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die zuständige Stadträtin, Referentin für Soziales und Sport, Vizebürgermeisterin Karin Leitner, möge ein Konzept zur Weiterentwicklung der Poschacher-Wiese zu einem attraktiven, sicheren Park - insbesondere für Mädchen, Familien und Jugendliche - erarbeiten. In Zusammenarbeit mit den anderen nötigen Ressorts soll die Poschacher-Wiese künftig zu einem Ort der Bewegung, Begegnung und Teilhabe werden und echte Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität für die Jugend und insbesondere Mädchen bieten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.¹
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Vielen Dank, da ich hier unmittelbar angesprochen bin, möchte ich auch dazu Stellung nehmen. Bei uns in der Stadt Linz stehen Bewegungsangebote und Sportstätten hoch im Kurs. Wir bauen sie nicht nur regelmäßig, sondern warten sie auch entsprechend. Das ist für alle Jugendlichen und Kinder aus unserer Sicht wichtig, egal welchen Geschlechts - ob jetzt weiblich, männlich oder divers - und für alle eine gute Sache. Deshalb haben wir natürlich auch einen Blick auf den vorliegenden Vorschlag geworfen und müssen leider sagen, dass es sich hier - um beim Bild von vorher zu bleiben - um keine ‚gute‘ Wiese, sondern um eine ‚böse‘ oder schlechte Wiese handelt. Warum? Grundeigentümer sind hier die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und diese haben einen Nutzungsvertrag mit den Österreichischen Kinderfreunden. Wenn wir hier etwas bauen, würden wir auf einem fremden Grundstück bauen. Nicht nur Jurist*innen unter Ihnen wissen, was das bedeutet. Das bedeutet, wir können alles nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eigentümer tun, diese können jederzeit ihre Zustimmung widerrufen. Außerdem würden wir auf fremdem Boden ein Investment nicht unerheblichen Ausmaßes tätigen, denn solche Sportanlagen kosten einiges. Davon abgesehen ist es auch fachlich nicht zu empfehlen, hier eine Sportanlage zu errichten, weil durch die Bodenbeschaffenheit Grabungen sowie Tiefenfundamente zum Bau größerer Sportstrukturen nicht möglich sind. Es gibt noch einen Grund, den ich nicht unter den Tisch fallen lassen möchte. Im Nahumfeld besteht schon ein vergleichbares Bewegungsangebot. Im westlichen Parkbereich befindet sich der Kinder- und Jugendspielplatz Poschacher-Wiese. Das heißt, es wäre auch aus diesem Grund kein Mehrwert zu erwarten. Aus all diesen Gründen wird sich unsere Fraktion hier enthalten. Danke.

Vielen Dank für die Wortmeldung, Sie haben zuerst die Mädchen angesprochen. Mädchen haben im öffentlichen Raum andere Bedürfnisse als Burschen. Das wird immer zu wenig beachtet. Mädchen brauchen Begegnungsräume, wo sie sich austauschen können. Sie brauchen weniger Sportgeräte als vielmehr Rückzugsmöglichkeiten, wo sie sich sicher und geschützt fühlen können. Wien nimmt darauf schon sehr viel Rücksicht und ich würde mir wünschen, dass die Stadt Linz auch noch ein bisschen mehr Augenmerk darauf hat. Zum Thema ‚böse‘ Wiese: Wir haben in den vergangenen Tagen recherchiert und sind draufgekommen, dass es eine ‚böse‘ Wiese ist. Ich habe bei der Oö. Umweltanwaltschaft nachgefragt. Demnach ist der Boden durch Bauschutt, Asche und Schlackereste schwer belastet. Das ist entweder auf die Dreißiger- oder Fünfzigerjahre zurückzuführen. Es liegen bei dieser Wiese hohe Belastungen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen vor. Das ist der Grund, warum man nicht in die Tiefe gehen und graben kann. Man kann dort Dinge an der Oberfläche machen, was wir vorgeschlagen haben, zum Beispiel einen Container aufstellen oder einen Pavillon austauschen. Man darf aber nicht in die Tiefe gehen, weil dieser Boden kontaminiert ist. Die Umweltanwaltschaft hat gesagt, dass Eingriffe in den Boden, wie Grabenaushub oder tiefes Eindringen nicht erlaubt sind, Aufschüttungen hingegen schon. Die Wiese ist in den Neunzigerjahren gesichert worden. Nachdem wir das erfahren haben, stellt sich für mich jetzt insgesamt die Frage, ob man nachschauen muss, ob das noch immer gesichert ist und ob der Boden und die Schutzfolien, die eingebaut wurden, noch halten. Deswegen würde ich mir eigentlich eine Zuweisung in einen Ausschuss wünschen. Vielleicht sollte man im Ausschuss für Klima und Umwelt draufschauen, ob diese Wiese überhaupt noch gesichert ist und ob dort überhaupt noch ein Spielplatz sein darf. Ich wünsche mir eine Zuweisung in den Ausschuss, am besten für Klima und Umwelt, wo man sich anschaut, ob die Wiese für Kinder, die darauf spielen, überhaupt geeignet ist.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (9), Die Grünen (10), FPÖ (9), NEOS (1), ehem. MFG (1), KPÖ (2)