Gewährung einer Subvention an die ÖTB-Turngemeinde Jahn Linz-Lustenau (Neubau Vereinsheim); insgesamt maximal 312.000 Euro, davon je 156.000 Euro in den Rechnungsjahren 2026 und 2027
F 1 · Ausschussantrag · 29. Sitzung
Ausschuss:Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport
Ergebnis:angenommen
Zusammenfassung
KI GeneriertBeschlossen wurde eine Förderung von maximal 312.000 Euro für den Neubau des Vereinsheims der ÖTB-Turngemeinde Jahn Linz-Lustenau in der Hamerlingstraße 16. Die Mittel werden in zwei gleichen Raten zu je 156.000 Euro in den Rechnungsjahren 2026 und 2027 ausbezahlt und an die Einhaltung der allgemeinen und speziellen Förderungsrichtlinien gebunden. Als Begründung wurde angeführt, dass das bestehende Gebäude in die Jahre gekommen sei und eine Sanierung weder zweckmäßig noch zielführend wäre. Die Finanzierung soll bei fehlender anderer Bedeckung über Fremdmittel erfolgen; dafür gelten die städtischen Finanz- und Genehmigungsvorgaben. Der Beschluss wurde mehrheitlich angenommen, bei Enthaltungen mehrerer Fraktionen und eines Gemeinderatsmitglieds.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden
Danke, Herr Bürgermeister, es ist bekannt, dass die ÖTB-Turnvereine geschichtlich durch eine deutsch nationale, rechte Gesinnung belastet und daher für uns nicht ganz unbedenklich sind. Daher haben wir uns den Verein im Internet angesehen, zumindest das, was dort auf die Schnelle zu finden war. Und prompt – wie das gerade in Österreich häufig so ist – sind auf der Vereinsseite die Jahre 1938 bis 1945 de facto ausgespart. Es gibt da einen kleinen lapidaren Satz, in dem steht, dass sozusagen jeder um sein Leben hat ringen müssen. Das ist einfach absolut unbefriedigend, wenn man weiß, dass die Geschichte dieser Turnvereine eben nicht so lapidar war. Dafür reicht ein Blick auf Wikipedia oder historische Internetseiten. Das ist etwas, das uns stört. Jetzt werden Sie oder das Publikum, das zuhört, sagen, was geht das LinzPlus an? Ich denke, das geht uns als Stadt sehr wohl etwas an, weil der Verein Geld von der Stadt will und heute auch bekommen wird. Linz hatte ebenfalls Ende der Dreißiger- bis Mitte der Vierzigerjahre eine dunkle Geschichte. Deswegen ist es doch sehr relevant, wem wir Geld geben und welche Gesinnung wir hier unterstützen. Ich gehe nicht davon aus, dass der Verein aktuell in irgendeiner Form rechtes Gedankengut praktiziert. Das wirklich nicht. Ich denke aber, dass wir als öffentliche Hand von Vereinen verlangen können, dass sie offen mit ihrer Geschichte umgehen. Sie sollten sie auch in Bezug auf die NS-Zeit ordentlich und transparent darstellen. Sie sollten, falls es welche gibt, diese dunklen Flecken klarmachen und klar sagen, wie sie dazu stehen und sich vielleicht auch davon distanzieren. Wenn es nötig ist, kann die Stadt hier sicher über das Stadtarchiv und ihre Historiker*innen helfen und unterstützen, das ist ja keine Hexerei. Wir sind jetzt einmal vorsichtig und enthalten uns, weil uns das Thema auch sehr wichtig ist.
Vielen Dank, Herr Bürgermeister, von uns gibt es eine ähnliche Argumentation. Es gibt einfach politische Bedenken. Der ÖTB hat bislang keine eindeutige und umfassende Distanzierung vom Deutschnationalismus und Rechtsextremismus vollzogen. Wegen dieser ideologischen Bedenken wird es auch von uns eine Enthaltung geben. Danke.
Vielen Dank, Herr Bürgermeister, ich ersuche noch einmal um Zustimmung, weil es jetzt vordringlich darum geht, die ehrenamtliche Struktur für den Sport und für die Kinder aufrechtzuerhalten. Wir wissen alle, dass wir gerade als Stadt Linz sehr sensibel mit unserer Vergangenheit umgehen, das ist ein besonderes Thema. Weil es jetzt aktuelle Themen gibt, ersuche ich aber dennoch um Unterstützung des Sports, der für Kinder und Jugendliche angeboten wird, und darum, diesem Antrag die Zustimmung zu erteilen. Vielen Dank.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: The Grünen (8), ehem. MFG (2), KPÖ (2), LinzPlus (2), Gemeinderat Brandstetter