5er-Bim - Eine tangentiale Straßenbahnlinie für den Linzer Süden - Antrag und Resolution
K 22 · Fraktionsantrag · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Ausschuss:Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung
Ergebnis:ausschuss verwiesen
Zusammenfassung
KI GeneriertGeprüft werden soll eine tangentiale Straßenbahnverbindung im Linzer Süden mit dem Arbeitstitel „5er-Bim“. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Ost-West-Verknüpfung des öffentlichen Verkehrs, die Anbindung von Traun, Ebelsberg, Wegscheid und Pichling sowie die Weiterentwicklung des Nahverkehrsknotens Linz-Wegscheid. Als Begründung werden fehlende leistungsstarke Tangentialverbindungen, Stauanfälligkeit der Busse, die unzureichende Barrierefreiheit der bestehenden S-Bahn-Haltestelle und die veraltete Infrastruktur im Bereich Wegscheid genannt. Vorgesehen sind eine Arbeitsgruppe mit Stadt, LINZ LINIEN, ÖBB und OÖVG sowie eine Voruntersuchung zu Abschnitten, Erweiterungsoptionen, technischer Umsetzbarkeit, verkehrlicher Wirkung und Kosten binnen sechs Monaten. Die Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wurde mehrheitlich angenommen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (6)EinblendenAusblenden
Danke für diesen Beitrag, ich beantrage hiermit eine Zuweisung zum Ausschuss für Mobilität und Märkte. Die Intention, dass man im Linzer Süden eine Ost-West-Verbindung schafft, was Öffis betrifft, ist natürlich eine gute. Wie du gesagt hast, Clemens Brandstetter, ist das keine neue Idee. Auch mir wurde geschildert, dass es sie vor circa 20 Jahren schon gab. Damals hat man unterschiedliche Trassenvarianten geprüft, die Idee dann aber wieder verworfen. Aus meiner Sicht macht es schon Sinn, einmal herauszusuchen, was damals alles analysiert wurde. Was ist der neue Vorschlag, welche weiteren Anregungen gibt es, um der Intention einer Ost-West-Verbindung im Linzer Süden nachgehen zu können. Dass es relativ leicht ist, auf einer Karte eine Linie zu ziehen, ist natürlich klar - im Vergleich dazu, dass man wirklich in die Tiefe geht. Vor circa 20 Jahren wurde es verworfen. Wie wir wissen, schreiten Bebauungen voran und es wird nicht unbedingt einfacher. Aber, nehmen wir uns des Themas an. Schauen wir, dass wir auch in die Tiefe gehen. Schauen wir uns die Potenziale an, die es dafür braucht, eine Straßenbahn zu realisieren. Wir bewegen uns da im Bereich von 15.000 bis 20.000 Fahrgästen pro Tag, die es braucht, damit ein tragbarer Kosten-Nutzen-Effekt gegeben ist. Schauen wir uns das im Verkehrsausschuss mit Unterstützung der LINZ LINIEN an. So sieht Öffi-Offensive auch aus, indem man die besten Ideen voranbringt und zusammenhilft. Dankeschön.
Dankeschön Herr Bürgermeister, wir als SPÖ werden die Zuweisung zum Ausschuss unterstützen. Wir sind auch der Meinung, dass die Menschen im Linzer Süden es verdienen, dass wir uns alle Möglichkeiten anschauen, die dort für Verkehrsentlastung sorgen könnten. Danke.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleg*innen, lieber Clemens Brandstetter, ich möchte dir öffentlich ein Kompliment machen. Das ist eine starke Idee, die du und Tobias Watzl toll und beeindruckend ausgearbeitet habt und die für den Linzer Süden sehr wichtig sein könnte. Dabei denke ich noch gar nicht an Realisierung, Kosten, diverse Details und so weiter. Ich glaube, das ist auch gar nicht nötig. Sondern ich schätze vor allem den Impuls und die Methodik, die ihr da an den Tag legt. Deshalb habe ich, ohne zu zögern, die formal nötige Unterschrift geliefert. Wir unterstützen dieses Anliegen, über eine tangentiale Verbindung nachzudenken. Das ist ja in Wirklichkeit Ziel des Ganzen. Ich hoffe, die angesprochenen Player und die Mobilitätsplanung nehmen diesen Ball auf und prüfen diese Idee mit aller gebührenden Seriosität und Offenheit. Ein Ergebnis könnte ja sein, einen Korridor zu sichern. Das wurde bei der S7 in Auhof verpasst.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, wie angekündigt möchten wir uns zu diesem zweiten Straßenbahnerweiterungsantrag zu Wort melden. Ich muss schon sagen, dass man beim öffentlichen Verkehr in Linz sehr oft den Eindruck hat, dass eine gewisse Großmannssucht herrscht. Diese Sucht hat jetzt auch die kleinste Fraktion in diesem Hause erfasst. Es ist nämlich kein kleiner Vorschlag, der gerade unterbreitet wurde - eine ‚5er-Bim‘ von Traun bis zum Pichlinger See. Dazu sei angemerkt, dass die entscheidende Frage nicht ist, in welchem Stadtteil die Menschen leben und wohnen, indem man die Einwohner*innenzahl vom Linzer Süden mit dem Zentrum vergleicht und gegenüberstellt. Entscheidend ist vielmehr, was die Menschen im Alltag machen und wo sie hinfahren. Das kann zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen oder zu anderen wichtigen Entscheidungen sein. Zwischen Pyhrn- und Westbahn gibt es schon heute existierende Busachsen, die diese Tangentialverbindungen darstellen. Ich glaube, der Bedarf liegt nicht so sehr an einer Straßenbahnlinie, sondern problematisch sind die fehlenden und schlecht verknüpften S-Bahn-Haltestellen sowie fehlende attraktive Umsteigemöglichkeiten im Stadtgebiet. Wie ich schon vorher zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 gesagt habe, braucht es viel mehr zusätzliche S-Bahn-Haltestellen, zum Beispiel bei der Westbahn. Es wäre ein echter Gewinn für die Stadt, wenn wir zum Beispiel eine Haltestelle Lastenstraße - die gebaut wird - als Verbindung auf der Achse voestalpine - Franckstraße - Gruberstraße - Urfahr hätten. Des Weiteren hätten wir die Haltestelle Turmstraße - die nicht gebaut wird - als wichtige Anbindung für das voestalpine-Gebiet und nach Oedt sowie die Lunzerstraße zur besseren Erschließung von Kleinmünchen und Wegscheid. Ergänzend dazu sind die derzeitigen Linien 11 und 19 auch nicht perfekt, was die Linienführung betrifft. Da müsste man sich eine Optimierung überlegen. Beim Punkt, wo es im Antrag um die Weiterentwicklung des Nahverkehrsknoten Linz-Wegscheid geht, können wir voll mitgehen. Es braucht wirklich einen modernen Umsteigeknoten zwischen S-Bahn und Bussen - also Buslinien 70, 72 und O-Bus 43 - damit man den öffentlichen Verkehr im Linzer Süden stärkt. Wie schon gesagt wurde und wie ich erwähnt habe, scheint der Bahnhof gar nicht im Verkehrslinienplan der LINZ LINIEN auf. Im Jahr 2022 gab es schon einmal eine Resolution, wo der Gemeinderat gesagt hat, dass dieser Umsteigeknoten endlich realisiert werden soll. Da ist aber bis jetzt noch nichts weitergegangen. Unser Ansatz ist, dass man zuerst die vorhandene Infrastruktur besser nutzen, S-Bahn-Haltestellen ausbauen oder neu bauen und die Umsteigeknoten attraktiver gestalten sollte, bevor man neue Straßenbahnlinien plant und umsetzt. Darüber nachzudenken ist okay. Ich muss wieder sagen, dass ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr nicht durch möglichst große Projekte entsteht, sondern durch kluge Vernetzung und funktionierende Verbindungen, die den öffentlichen Verkehr im Alltag der Menschen attraktiver machen. Danke.
Danke, ich darf mich auch anschließen. Es wurde wirklich schon sehr viel gesagt. Ich möchte gar nicht so tun, als könnte ich das noch mit einem großen Fundament erweitern. Ich wollte nur dir, Clemens Brandstetter und deinem Kollegen Tobias Watzl Respekt und Anerkennung ausdrücken, da ihr euch da wirklich sehr viel Arbeit mit einer sehr guten Grundanalyse gemacht habt. Wenn du schreibst, dass man von Ebelsberg nach Wegscheid mit den Öffis am schnellsten über den Hauptbahnhof fährt, ist das eigentlich ziemlich traurig. Das ist sicher kein konkurrenzfähiges Angebot gegenüber dem Auto. Ich wäre allerdings auch sehr gespannt auf das Ergebnis von Bedarfsanalysen. Ich möchte mich anschließen, dass wir den Bahnhof Wegscheid auch gerne als echten Nahverkehrsknoten weiterentwickelt hätten. Wir unterstützen das ganz ausdrücklich. Wenn du sozusagen die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beauftragst, bin ich auch dafür, dass sie sehr gut im Ausschuss aufgehoben wäre, um in diesem Rahmen weiterdiskutieren zu können. Ich schließe mich daher der Zuweisung an. Danke.
Danke Herr Bürgermeister, gerade in Zeiten der angespannten Budgetsituation der Stadt Linz müssen wir sehr genau abwägen, wofür Steuergeld eingesetzt wird. Projekte, deren Realisierbarkeit mehr als fraglich ist und die wahrscheinlich mit enormen Kosten verbunden wären, können wir derzeit nicht verantworten. Dieses Vorhaben wirkt in seiner Dimension und Ausgestaltung eher wie ein Luftschloss als ein konkret umsetzbares Projekt. Wir sehen daher aktuell keinen verantwortungsvollen Zugang zu diesem Antrag. Aus diesem Grund enthalten wir uns. Danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: ausschuss verwiesen
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: FPÖ (9)