Kinderkulturpass für Linz
T 3 · Fraktionsantrag · 27. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertEin Linzer Kinderkulturpass soll Kindern von fünf bis zehn Jahren den einmaligen kostenlosen Besuch städtischer Kultureinrichtungen innerhalb eines Jahres ermöglichen. Begründet wird das mit dem Ziel, kulturelle Teilhabe früh zu fördern, Kindern aus unterschiedlichen Familien gemeinsame Kulturerlebnisse zu eröffnen und den Zugang zu Theater, Museen, Konzerten und Lesungen niederschwellig zu erleichtern. In der Debatte wurde auf bereits bestehende Vergünstigungen und Angebote für Kinder und Jugendliche hingewiesen sowie auf offene Fragen zu Finanzierung, organisatorischer Umsetzung und der Altersgrenze. Die Ausarbeitung des Kinderkulturpasses wurde zur weiteren Beratung an den Kulturausschuss verwiesen und die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.
AntragstextEinblendenAusblenden
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Danke für den Antrag, der Gedanke, Kinder spielerisch an Kultur heranzuführen, ist sehr unterstützenswert. Der Antrag setzt einen klaren Anreiz, dass Kinder früh in Kontakt mit kulturellen Angeboten kommen. Unabhängig vom finanziellen Hintergrund der Familie hätten alle Kinder Zugang zu Kultur. Für uns gibt es noch ein paar offene Fragen, zum Beispiel: Wer übernimmt die Kosten für die kostenlosen Eintritte? Bedeutet dies Mindereinnahmen für Kulturinstitutionen oder gibt es eine städtische Kompensation? Warum ist der Pass nicht auch für ältere Kinder und Jugendliche gedacht? Vielleicht weitet man es auf Zwölf- bis Vierzehnjährige aus? Wir würden die offenen Fragen sehr gerne im Kulturausschuss klären. Dankeschön.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Rossi Ekova-Stoyanova, es gibt bereits jetzt viele Möglichkeiten und Aktionen für Kinder und Jugendliche. Sie können verschiedene Kultureinrichtungen der Stadt, aber auch des Landes, bei unterschiedlichen Gelegenheiten kostenlos besuchen. Zum Beispiel bei der Kinderkulturwoche oder bei den Familienaktionen von Lentos und Nordico. Es ist sinnvoll, solche Aktionen mit allen Kultur-GmbHs von Stadt und Land zu koordinieren. Gerade heuer haben wir im Rahmen der Museumskooperation von Stadt und Land bei der Linz-Kulturcard-365 eine eigene Jahreskarte um 15 Euro für Kinder und Jugendliche von sechs bis 19 Jahren eingeführt. Das im Antrag formulierte Ziel, dass möglichst viele Linzer Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren das vielfältige städtische Kultur- und Bildungsangebot kennenlernen sollen, wird jedenfalls in den Diskussionsprozess zum dritten Linzer Kulturentwicklungsplan (KEP3) aufgenommen werden. Deswegen schlage auch ich vor, dass wir diesen Antrag zum Kulturausschuss zuweisen und die beste Vorgehensweise für die Zielsetzung im Rahmen des KEP3 beraten.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, einiges ist bereits gesagt worden. Wir stimmen beim Antrag nicht mit, weil er für uns in seiner aktuellen Form nicht schlüssig ist. Die Idee eines freien Eintritts für Kinder ist zwar gut, doch der Vorschlag greift zu kurz. Erstens: Eltern zahlen weiterhin und in diesem Alter entscheiden meist die Eltern über den Museumsbesuch. Wenn sie den Eintritt zahlen müssen, bleibt die Hürde für Familienbesuche bestehen. Zweitens: Viele Kinder besuchen Museen bereits kostenlos mit der Schulklasse oder mit dem Kindergarten. Diese nutzen die kostenfreien Angebote oft. Drittens stellt sich auch für uns die Frage, warum das nur Kindern von fünf bis zehn Jahren ermöglicht werden soll. Gerade ältere Kinder und Jugendliche könnten durch einen gratis Eintritt gezielt gefördert werden. Wien zeigt zum Beispiel mit freiem Eintritt bis 19 Jahren vor, dass es bessere, wirksamere und zielgerichtetere Lösungen und Strategien gibt. Darüber hinaus ist für uns der wichtigste Punkt folgender: Seit 1. Jänner 2025 existiert die Linz-Kulturcard-next für alle Sechs- bis Neunzehnjährigen, für nur 15 Euro pro Jahr. Damit haben sie freien Eintritt in viele Linzer Museen. Bei den Theatern würde eine Umsetzung organisatorisch schwierig werden, da bis auf das ‚Theater des Kindes‘, die Theater nicht zur Stadt gehören. Eine städtische Regelung für den freien Eintritt wäre daher kaum umsetzbar. Summa summarum, das Anliegen des Antrags wurde mit der Linz-Kulturcard-next bereits strukturell sehr gut gelöst. Ein zusätzlicher Gratiseintritt bis zehn Jahre bringt kaum Mehrwert, da es bereits viele Vergünstigungen gibt. Zudem wäre die Umsetzung in den Theatern kompliziert und daher sehen wir keinen Sinn, diesen Antrag zu unterstützen.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleg*innen, es gibt einen bestimmten Grund, warum wir diesen Antrag stellen. Die Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sind sehr sensibel. Sie kommen aus verschiedenen Familien und sie kommen ein erstes Mal alle zusammen. Stellt euch vor, drei Kinder aus wohlhabenden Familien können sich das leisten und drei Kinder aus ärmeren Familien können sich das nicht leisten. Bei Besuchen in einem Theater gehen zwei Drittel aus der Klasse mit und ein Drittel bleibt zu Hause. Wir fordern damit Ausgrenzung. Und das wollen wir vermeiden. Es ist in diesem jungen Alter sehr wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, miteinander etwas zu erleben. Kommen wir zu den Eltern: Die Kinder haben eine positive Erfahrung, sie kommen nach Hause und erzählen es einmal, zweimal, dreimal. Die Neugierde in der Familie steigt und somit bringen wir niederschwellig unsere Kultur in jedes Haus in unserer Stadt. Liebe Kollegin, Sie haben gesagt, dass es organisatorisch nicht möglich ist, die Kinder in alle Kultureinrichtungen zu bringen. Doch, wenn wir mit den Bildungseinrichtungen in unserer Stadt zusammenarbeiten, ist das ganz einfach. Wenn das Schuljahr beginnt, verteilen wir die Kinderkulturpässe. Wenn die Familien, die Kinder, neugierig sind und wenn sie wollen, können sie es konsumieren, da sie es zur Verfügung haben. Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, wer es organisieren und wer es zahlen soll und so weiter und so fort. Ich habe schon öfter erlebt, dass Kinder zu mir oder zu uns kommen und sagen, dass sie noch nie im Theater, noch nie in einem Konzert und noch nie in einer Lesung im Wissensturm waren. Da geht es nicht nur darum ein Museum zu besuchen. Unsere Kulturlandschaft in der Stadt ist sehr, sehr breit und wir sollten diese ganze breite Palette abdecken. Ich bitte um eure Zustimmung. Eine Zuweisung in den Ausschuss ist eine erste Phase. Es gibt selbstverständlich einen Diskussionsbedarf. Diese ersten Schritte müssen wir zuerst ergreifen und dann werden wir sehen. Man sollte nicht vergessen, wir arbeiten jetzt, wie gesagt, am neuen Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz. Das ist gar keine schlechte Initiative, wie man in Zukunft arbeiten kann. Danke für eure Zustimmung.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Kultur und Tourismus wird einstimmig angenommen.