Gewalt im Alter verhindern: Prävention und Schutz in Oberösterreich verstärken - Resolution

G 11 · Fraktionsantrag · 28. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Gefordert wird ein verstärkter Schutz vor Gewalt im Alter in Oberösterreich, insbesondere im häuslichen Pflegesetting. Im Mittelpunkt stehen Bewusstseinsbildung, spezialisierte Schulungen für Fachkräfte, der Ausbau von Beratungsstellen sowie verbindliche Schutzmaßnahmen für ältere Menschen und pflegende Angehörige. Begründet wird dies mit der besonderen Verletzlichkeit älterer Menschen und den Risiken informeller Pflege, in der Überforderung und Gewalt leichter auftreten können. Linz verweist dabei auf bereits eingesetzte Community Nurses und auf die laufende Pflegestrategie des Landes Oberösterreich. Die Resolution wurde zur weiteren Behandlung an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport zugewiesen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.

Schlagwörter (10):gewalt im alterpräventionhäusliche pflegepflegende angehörigecommunity nursesberatungsstellenschutzmaßnahmensozialesgesundheitoberösterreich
AntragstextEinblendenAusblenden
Berichterstattung Vizebürgermeisterin Hörzing Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, Zuseher*innen auf der Galerie und vor den Bildschirmen, das Thema Gewalt im Alter hat uns heute schon einmal beschäftigt. Es ist wesentlich und wichtig, gerade dieses Thema aus der Tabuzone zu holen. Es ist jede Gewalt zu verurteilen. Gerade die ältere Generation hat weniger Möglichkeiten, dagegen aufzustehen. Deswegen ist es wichtig, sich eingehend damit zu beschäftigen. Wir haben Maßnahmen und Rahmenbedingungen im Bereich der professionellen Betreuung und Pflege. Es ist allerdings klar, dass viele Menschen zu Hause, von der Familie, gepflegt werden und dass hier Maßnahmen und Prävention tatsächlich noch immer fehlen. Gerade die informelle Pflege ist ein wesentliches Element der Versorgung in der Zukunft, birgt aber gleichzeitig das Risiko für Gewalt und Überforderung der Pflegenden. Die Stadt Linz setzt hier bereits Maßnahmen. Wir sind eine der wenigen Gemeinden und Städte, welche die ‚Community Nurses‘ vollinhaltlich und vollumfänglich weiter einsetzen. Ich glaube, das ist auch ein wesentliches Element, da gerade ‚Community Nurses‘ in diesem Kontext für pflegende Angehörige eine wichtige Anlaufstelle sind. Es braucht auf jeden Fall gezielte Maßnahmen der Gewaltprävention, wie etwa Aufklärung, Sensibilisierung und Früherkennung. Ich habe auch beim vorigen Antrag zum Thema Gewalt im Alter schon darauf hingewiesen, dass das Land Oberösterreich aktuell die Pflegestrategie ‚Betreuungsarchitektur 2040‘ erarbeitet, wo pflegende Angehörige ein wesentliches Thema sein sollen. Ich glaube aber auch, dass man dieses Thema trotzdem aufnehmen, weiter betreuen und bearbeiten soll. Deswegen ersuche ich den Gemeinderat, folgender Resolution zuzustimmen.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: Das Land Oberösterreich wird ersucht, Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen ältere Menschen umzusetzen. Dazu gehören insbesondere die Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft, die Implementierung spezialisierter Schulungen für Fachkräfte, die finanzielle und personelle Stärkung von Beratungsstellen sowie die Einführung verbindlicher Schutzmaßnahmen im häuslichen Pflegesetting. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir stimmen diesem Antrag selbstverständlich zu. Er greift zwei Anträge von LinzPlus zum Thema Gewalt im häuslichen Pflegesetting aus dem Jahr 2024 auf. Ansonsten verweisen wir auf unsere Wortmeldung unter dem heutigen Tagesordnungspunkt G 1. Danke.

Vielen herzlichen Dank, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, es freut mich, dass Unterstützung geschlossen stattfindet. Das Thema ist ein sehr heikles und keines, mit dem man sich profilieren kann. Es ist aber ein Thema, das für alle über kurz oder lang vielleicht oder leider zur Alltagsrealität werden wird. Sie haben Recht, Gewalt im Alter endet nicht an der Gemeinde- oder Bezirksgrenze, das ist jedenfalls zu bejahen. Gewalt im Alter endet aber auch nicht an den Bundesländergrenzen. Dieses Projekt, welches ich vorhin zitiert habe, ist vom Bund gefördert. Ich habe auch schon das neue Regierungsprogramm gelesen, in dem man auf Seite 102 diesen Punkt - Gewalt im Alter in der Pflege zu verhindern - dezidiert angeführt findet. Das heißt, das Bedürfnis der Stadt Linz zu diesem Thema zu erfassen und zu benennen, erscheint mir als unverzichtbarer Erkenntnisgewinn. Wenn wir jetzt in Linz ein Projekt haben, das evaluiert und 2026 enden wird, dann wird das einen Erkenntnisgewinn bringen, um unsere Resolution an die höheren Instanzen weiterzubringen und klarer und genauer zu formulieren. Daher ersuche ich um Zuweisung des Antrages zum Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport.

Vielen Dank für die Rückmeldung, ich bin natürlich einverstanden, dass wir im Ausschuss weiter darüber diskutieren. Das ist völlig korrekt, da es ein vielschichtiges Thema ist, welches natürlich die unterschiedlichsten Ebenen betrifft. Insofern glaube ich, dass der Austausch im Ausschuss sehr wichtig und richtig ist. Ich darf ergänzend dazu informieren, dass in der Arbeitsgruppe für Pflegestrategie - die ich erwähnt habe - auch der Städte- beziehungsweise Gemeindebund vertreten ist und wir selbstverständlich dort diese Erkenntnisse miteinfließen lassen können. Vielen Dank.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport wird einstimmig angenommen.