Standort-Garantie für Linzer Stadtmarkt am Hauptplatz auch während des Glückslabyrinth - Nachhaltige Winter Attraktion soll künftig auf der nordöstlichen Seite beim Alten Rathaus angesiedelt werden

J 4 · Fraktionsantrag · 29. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Der Linzer Stadtmarkt am Hauptplatz soll auch im Jänner und Februar an seiner gewohnten nordwestlichen Seite bleiben und in voller Ausdehnung stattfinden können. Begründet wird dies mit der zentralen stadtökonomischen und gesellschaftlichen Rolle des Marktes sowie mit den Einschränkungen, die eine Verlegung für Angebot, Kundschaft und Umsatz mit sich bringt. Das Glückslabyrinth wird als nachhaltige Winterattraktion grundsätzlich unterstützt, soll aber so platziert werden, dass die Marktfläche nicht beeinträchtigt wird. Vorgesehen war dafür eine Aufstellung auf der Seite des Alten Rathauses und eine Finanzierung durch Umschichtung im Budget. Der Gemeinderat lehnte das Vorhaben mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):stadtmarkthauptplatzglückslabyrinthwinterattraktioninnenstadtbelebungmarktstandortstadtentwicklungbudgetumschichtungdirektvermarktungverkehrsfläche
AntragstextEinblendenAusblenden
Der Linzer Hauptplatz ist ein historisches Wahrzeichen und einer der größten innerstädtischen Plätze Mitteleuropas. Er ist das Herz des städtischen Lebens. Besonders der Stadtmarkt, der Dienstag und Freitag stattfindet, prägt seit Jahrzehnten das Bild dieses zentralen Ortes. Zirka 40 Direktvermarkter*innen und Produzent*innen von verschiedenen Lebensmitteln und handgefertigten Alltagswaren bevölkern den Platz. Für viele Linzer*innen ist der Markt nicht nur Einkaufsstätte, sondern auch fester Bestandteil des Alltags, ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Der Stadtmarkt hat daher eine zentrale stadtökonomische und gesellschaftliche Rolle. So ein Markt kann sich allerdings nur dann voll entfalten, wenn er immer an seinem angestammten Standort bleibt. Die gewohnte Marktfläche an der nordwestlichen Seite des Hauptplatzes ist elementar für die Funktionstüchtigkeit des Marktes. Eine Verlegung auf die gegenüberliegende Seite, wie das nach dem Abbau des Christkindlmarkts aufgrund des Glückslabyrinths passiert, führt zu erheblichen Einschränkungen. Es wird nicht nur das Angebot reduziert, da nicht mehr alle Stände Platz haben, auch die Kund*innen beklagen spürbare Einbußen an Qualität und Umsatz. Wir begrüßen das Glückslabyrinth und wollen auch eine Fortsetzung. Es ist ein sehr kreatives, nachhaltiges und stimmungsvolles Projekt, das besonders in den Wintermonaten zur Belebung der Innenstadt beiträgt. Aber Stadtentwicklung darf kein Entweder-oder sein. Attraktive Projekte wie das Glückslabyrinth müssen so umgesetzt werden, dass bestehende, bewährte Strukturen nicht negativ eingeschränkt werden. Es braucht ein faires Miteinander. Ich ersuche um Zustimmung. (Beifall)
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Der für das öffentliche Gut zuständige Bürgermeister Dietmar Prammer soll dafür sorgen, dass der Stadtmarkt auf dem Hauptplatz auch im Jänner und Februar, sprich gleich nach dem Abbau des Christkindelmarktes, vollumfänglich und in gewohnter Ausdehnung und an gewohnter Stelle nämlich der nordwestlichen Seite stattfinden kann - wie es über Jahre üblich war. 2. Die Durchführung des Glückslabyrinths wird weiterhin unterstützt. Die Platzierung soll jedoch so erfolgen, dass die Marktfläche nicht eingeschränkt wird, sprich der Aufbau soll auf der Seite des Alten Rathauses erfolgen und nicht auf der Marktfläche. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (1)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Damen und Herren, ich glaube, wir sind uns einig, dass beides wichtige Institutionen sind. Wir können sachlich herausarbeiten, wo wir Unterschiede sehen. Wir sehen das Glückslabyrinth als ein Projekt, das im Jahr 2024 mit 8.000 Besucher*innen gestartet ist und im Jahr 2025 25.000 Besucher*innen hatte. Es bringt Frequenz in die Innenstadt, was gerade für den Innenstadthandel ein relevanter Punkt ist. Wir haben die Argumente, die im Antrag der ÖVP stehen, natürlich geprüft. Auf der nordöstlichen Seite, wie der Titel lautet, geht es nicht. Dann wären wir schon bei der Kunstuniversität und bei den Stufen. Bleiben wir also auf der nordwestlichen Seite, so wie es jetzt im Antrag angeführt ist. Wir haben uns auch angesehen, ob man die Plätze vertauschen könnte. Es ist aufgrund der Restriktionen in der Tat so, dass das Glückslabyrinth dann de facto in den Radweg und in die Straßenbahnschienen ragen würde. Es ist nicht möglich, es auf die gegenüberliegende Seite zu geben, das als Information. Ich erspare dem Gemeinderat die technischen Details, denn das würde meine Wortmeldung auf jeden Fall um fünf Minuten verlängern. Was auch fairnesshalber in der Argumentation zu berücksichtigen ist, ist, dass der Jänner für Märkte sowieso immer eine etwas härtere Zeit ist. Auch ich gehe gerne am Freitag zu diesem Markt. Ich kenne ihn also auch selbst, denn dort gibt es ein super Stand! mit Hascheeknödeln, die ich wirklich gerne habe. Das tut aber nichts zur Sache, weil es um eine Interessensabwägung geht. Da das Labyrinth im Jänner stattfindet und es sich nur um sieben Tage handelt, plädieren wir dafür, das Glückslabyrinth so zu belassen. Beide Veranstaltungen sind wunderbar, der Markt ist in dieser Zeit aber nicht sehr intensiv besucht. Da kann man schon ein Mal tauschen. 25.000 Besucherinnen sprechen dafür. In der anderen Zeit des Jahres, so wie jetzt und im Sommer, freuen wir uns auf den Markt dort, wo er auch jetzt lokalisiert ist. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), Die Grünen (8), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (2), KPÖ (2), LinzPlus (2), Gemeinderat Brandstetter