Erledigung des Antrages der ÖVP-Gemeinderatsfraktion vom 1. Dezember 2022 „Modell der Begegnung von Jung und Alt“
F 1 · Ausschussantrag · 16. Sitzung
Ausschuss:Ausschuss für Generationen, Soziales und Sport
Ergebnis:abgelehnt
Zusammenfassung
KI GeneriertGeprüft wurde ein Modell zur Begegnung von Jung und Alt nach dem Grazer Vorbild „Points4Action“, bei dem Jugendliche für ehrenamtliches Engagement Gutscheine als Anerkennung erhalten sollten. Im Ausschuss wurden dazu die Strukturen der Seniorenzentren sowie die Angebote von „ulf“ und „dieziwi“ vorgestellt und Expertinnen eingeschätzt, dass das Grazer Modell kritisch zu sehen sei. Befürworterinnen sahen darin eine Wertschätzung und einen Anreiz für junges Ehrenamt angesichts von demografischem Wandel, Carebedarf und Personalmangel. Die zuständige Berichterstatterin sprach sich dagegen für nicht-monetäre Anerkennung und die bestehenden Strukturen aus. Der Vorschlag wurde bei Stimmenthaltung mehrerer Fraktionen mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
AntragstextEinblendenAusblenden
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Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Menschen, die via Livestream mit dabei sind, schauen wir noch einmal auf den Antrag der ÖVP. Da geht es darum, Jugendlichen für ihr ehrenamtliches Engagement Wertschätzung in Form von Gutscheinen, die sie im Kino, im Schwimmbad, in Buchhandlungen etc. einlösen können, entgegenzubringen. Ältere, gereiftere Menschen führen Ehrenämter völlig ohne Gegenleistungen aus, weil sie schon gelernt haben, dass sich Altruismus positiv auf das eigene Leben auswirkt. Jugendliche könnten durch diese kleine unentgeltliche Zuwendung darin unterstützt werden, Altruismus zu lernen. Es wäre ein Anreiz gegeben, sich zu engagieren und im Engagement zu wachsen und erwachsen zu werden. Die Chance bestünde darin, dass diese jungen Menschen auch im Erwachsenenleben in Ehrenämtern aktiv bleiben bzw. werden, weil sie damit aufgewachsen sind und Einsatz für andere als sinnstiftend erlebt haben. Eine kleine Anerkennung in Form von Gutscheinen für Jugendliche schmälert das Ansehen und den Wert von Ehrenamt in keiner Weise. Das wird auch schon durch das Projekt, das im Antrag erwähnt wird – und ein Best Practice-Beispiel ist in Graz – bewiesen. Wir sollten uns schon vor Augen halten, dass wir angesichts des demografischen Wandels und der zunehmenden Carebedürftigkeit sehr großer Bevölkerungsgruppen und dem Mangel an Pflege- und Betreuungspersonal immer mehr ehrenamtliches Engagement brauchen werden, um die Herausforderungen der Zukunft überhaupt zu bewältigen. Wir müssen jede Möglichkeit, Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen, nutzen. Insofern werden wir dem Antrag erneut zustimmen.
Danke schön, vor allem danke Renate, für die avisierte Zustimmung, das freut mich sehr, weil ich auch der Meinung bin, dass wir uns eigentlich auch dem Antrag im ursprünglichen Sinne noch einmal widmen sollten. Wir haben im Ausschuss darüber diskutiert, es wurden Expert*innen eingeladen, aber genau dem besagten Projekt – wo ich auch gebeten habe, einen Grazer Vertreter einzuladen – wurde kein Gehör geschenkt. Ich finde, wir hätten gerade da ansetzen können, einmal die Perspektive von vor Ort zu bekommen. Wir hätten damit auch die Learnings daraus, was funktioniert gut, was funktioniert weniger gut, bekommen. Genau darum wäre es ja auch gegangen. Wir hätten das auch als Anstoß sehen können, um uns strukturell anzuschauen, wo wir auch in der Stadt Linz noch Bedarf haben und um vielleicht genau da anzusetzen und vielleicht auch ein Ehrenamt zu ermöglichen. Wir haben auch im Ausschuss bereits öfter darüber diskutiert, wo wir allerdings zwei Ansichten hatten. Die einen meinten, es würde zu einer Monetarisierung führen und die anderen - das ist auch meine Meinung - meinten, dass es eben genau keine Monetarisierung ist. Es ist vielmehr eine Wertschätzung des Ehrenamts von Jugendlichen, die ihre Freizeit dafür aufwenden, um die Stadt Linz ein Stück besser zu machen. Daher werden wir selbstverständlich am ursprünglichen Antrag festhalten und erneut zustimmen.
Vielen Dank, ich darf noch einmal korrigieren, es war nicht so, das Graz kein Gehör geschenkt wurde, sondern es wurde von den Ausschussmitgliedern mehrheitlich nicht für notwendig erachtet, sich noch einmal vertiefend informieren zu lassen, weil sie sich die Informationen schon besorgt haben. Das ist der erste Zugang. Sie konnten an der Sitzung leider nicht teilnehmen, als die Vertreter*innen von ‚ulf‘ und ‚dieziwi‘ da waren und ganz klar und anschaulich berichtet haben, wie sie das einschätzen. Es geht nicht um das Thema, die Jugendlichen nicht wertzuschätzen. Ich glaube, dass sie eine ganz, ganz wesentliche Wertschätzung tatsächlich auch erfahren, aber nicht in monetärer Art und Weise. Vielmehr können sie sich als Gruppen festigen, indem sie mit der Tätigkeit, die sie unter den unterschiedlichsten Organisationen, unter ‚dieziwi‘ und ‚ulf‘, tatsächlich gute Arbeit leisten, ein wichtiges Ehrenamt wahrnehmen und Wertschätzung bekommen. Eine Wertschätzung, die nicht mit Gutscheinen gegeben wird, sondern auf andere Art, die ich für sehr wesentlich und wichtig halte. In diesem Sinne ersuche ich noch einmal, diesen Antrag nicht weiterzuverfolgen. Vielen Dank.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22), Die Grünen (8), FPÖ (8), NEOS (2), Gemeinderätin Schachner von MFG, KPÖ (2) und Gemeinderat Brandstetter, WANDEL mit Stimmenmehrheit abgelehnt.