Erledigung des Antrages der Grünen-Gemeinderatsfraktion vom 20. Mai 2025 „Ergänzung des Gemeinderats-Livestreams durch Übersetzung in Gebärdensprache"

F 3 · Ausschussantrag · 36. Sitzung

Berichterstatter:

Ausschuss:Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Der barrierefreie Livestream der Linzer Gemeinderatssitzungen durch eine qualifizierte Gebärdensprachdolmetschung stand im Mittelpunkt. Vorgesehen war eine Bild-in-Bild-Lösung mit einer dolmetschenden Person im Saal; alternativ wurden KI-gestützte Live-Übersetzungen in Schriftform oder über Avatare geprüft. Als Gründe gegen die Umsetzung wurden die derzeit hohen organisatorischen, technischen und budgetären Aufwände sowie die noch nicht verlässliche Qualität technischer Alternativen genannt. Die Kosten wurden im Ausschuss mit rund 14.000 Euro beziffert und eine Finanzierung durch Umschichtung im Budget vorgesehen. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, zugleich wurde angekündigt, das Thema bei technischer Reife oder geringeren Kosten wieder aufzugreifen.

Schlagwörter (10):barrierefreiheitgebärdensprachelivestreaminklusiongemeinderatssitzungendigitalisierungassistenztechnikbudgetkostentechnische lösungen
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank, sehr geschätzter Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zusehende, im Juni-Gemeinderat vergangenen Jahres habe ich einen Antrag zum Thema ‚Ergänzung des Gemeinderats-Livestreams durch Übersetzung in Gebärdensprache‘ eingebracht. Dieser Antrag ist dem Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung zugewiesen worden und wir haben im Ausschuss von Frau Magistratsdirektorin Mag.ª Huemer unterschiedliche Optionen vorgelegt bekommen, wie denn so eine Übersetzung möglich wäre und was sie kosten würde. Wir haben uns über die von uns beantragte, Bild-in-Bild-Lösung, in der eine dolmetschende, qualifizierte Person hier im Saal übertragen wird, unterhalten und ebenso über Künstliche Intelligenz (KI)-gestützte Live-Übersetzung in Schriftform bzw. Dolmetsch durch KI-Avatare. Der Ausschuss ist aufgrund der Informationen von Frau Magistratsdirektorin Mag.ª Huemer zur Entscheidung gekommen, den Antrag aus Kostengründen mehrheitlich negativ zurück in den Gemeinderat zu schicken. Ich möchte Sie trotzdem an dieser Stelle noch einmal bitten, zumindest zu überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, dem Thema Inklusion näher zu treten. Ob es nicht trotzdem ein Zeichen wäre, zumindest für die Zeit, in der es noch nicht möglich ist, über KI oder technologische Lösungen den Gemeinderat so zu übersetzen, dem Antrag zuzustimmen. Wir wissen noch nicht, wann es möglich sein wird, aber es wurde angekündigt, dass sobald es technische Möglichkeiten geben wird, dieses Thema aufzugreifen. Ich werde dranbleiben und wir hören uns vielleicht zu diesem Thema in der Zukunft noch einmal. Dankeschön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Bürgermeister wird ersucht, zu veranlassen, dass der bestehende Livestream der Linzer Gemeinderatssitzungen durch die Einbindung eines* einer qualifizierten Gebärdensprachdolmetscher* in barrierefrei gestaltet wird. Dafür sollen die erforderlichen organisatorischen, technischen und budgetären Maßnahmen geprüft und umgesetzt werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke schön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen. Wir werden uns hier bei diesem Punkt enthalten und ich will auch klar sagen warum. Wir teilen das Ziel, dass ein Livestream für alle zugänglich sein soll. Barrierefreiheit ist kein Extra, sondern gehört zur demokratischen Teilhabe dazu. 43 Im Ausschuss, wie es du schon gesagt hast, Tomislav Pilipovic, wurde bereits dargestellt, dass Investitionskosten und laufende Kosten zusammenkommen, die in Summe bei rund 14.000 Euro liegen, soweit ich mich erinnere. Gleichzeitig wurde geprüft, ob man das günstiger über die KI-Lösung abdecken kann. Die Rückmeldung war, dass der Stand der Technik derzeit noch nicht so verlässlich ist, dass man Fehler oder falsche Übersetzungen ausschließen kann. Gerade bei Barrierefreiheit darf die Übersetzung nicht ungefähr sein. Darum enthalten wir uns heute. Wir unterstützen das Ziel, aber die Umsetzung in dieser jetzigen Form ist aus Kostensicht zu hoch. Gleichzeitig geben wir den klaren Auftrag mit, das Thema bitte nicht zu den Akten zu legen. Die Stadt sollte es, sobald die Technik verlässlich genug ist oder es ein Modell gibt, das die Kosten spürbar senkt, wieder aufnehmen. Danke schön.

Danke sehr, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Antrag verfolgt ohne Zweifel das wichtige Anliegen der Barrierefreiheit. Auf Basis der Diskussion im Ausschuss und auch den Informationen aus dem Magistrat muss aber festgehalten werden, dass eine dauerhafte Übersetzung derzeit mit erheblichem organisatorischem, technischem und auch budgetärem Aufwand verbunden wäre. Zudem wäre die Nutzung eher gering und praxistaugliche Alternativen stehen, wie wir vorher schon gehört haben, noch nicht in ausreichender Qualität zur Verfügung. Auf Basis dieser Einschätzung enthalten wir uns hier und sprechen uns aber dafür aus, die weitere technische Entwicklung abzuwarten und bedarfsorientierte Lösungen zu prüfen.

Danke schön für das Verständnis für das Thema im Allgemeinen. Ich freue mich, ich habe das Gefühl, ich höre eine breite Allianz heraus für die Zukunft. Wenn wir dann eine Lösung gefunden haben, die umsetzbar ist, werden wir das dann gemeinsam angehen. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (9), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (2), LinzPlus (2), Gemeinderat Brandstetter