Anpassung der Dividendenausschüttung der LINZ AG Holding an die Stadt Linz - Resolution

L 12 · Fraktionsantrag · 25. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde eine jährliche Anpassung der Dividendenzahlungen der LINZ AG Holding an die Inflation auf Basis von 16 Millionen Euro sowie zusätzlich eine Sonderdividende von 4 Millionen Euro. Begründet wurde dies mit den hohen Gewinnen der Jahre 2021 bis 2023 und dem daraus abgeleiteten Kaufkraftverlust durch die seit Jahren unveränderte Ausschüttung. Dem wurde entgegengehalten, dass eine automatische Inflationsanpassung rechtlich nicht möglich sei, Ausschüttungen steuerliche Folgen hätten und die Kapitalbasis der LINZ AG wegen geplanter Investitionen nicht geschwächt werden solle. Der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (10):linz agdividendeinflationsanpassungsonderdividendestadt linzholdingkaufkraftverlustfinanzeninvestitionensteuerbelastung
AntragstextEinblendenAusblenden
Danke schön, sehr geehrter Vizebürgermeister, mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass wir die Prüfberichte des Kontrollamts nicht nur durchlesen, sondern auch damit arbeiten und Konsequenzen einfordern. Genauso verhält es sich mit der Initiativprüfung der LINZ AG Holding. Wir haben gelesen und verstanden, dass die LINZ AG sehr viel verdient, aber dem Eigentümer seit mehr als drei Jahren einen Fixbetrag von 16 Millionen Euro an Dividende ausschüttet. Der Gewinn 2021 lag bei 54 Millionen Euro, der Gewinn 2022 bei 67 Millionen Euro und der Gewinn 2023 bei 93 Millionen Euro. Die Eigentümerin, die Stadt Linz, sah davon nur eine Flatrate von 16 Millionen Euro, trotz Teuerung, trotz höchster Inflation und trotz Megagewinne der eigenen Unternehmung. Jetzt kommt es zur paradoxen Situation, dass der Gemeinderat der Stadt von einem ausgelagerten Unternehmen der Stadt mehr Zahlungen verlangt, zumindest die Inflationsanpassung und eine Sonderdividende von vier Millionen Euro. Diese würde den tatsächlichen Kaufkraftverlust ausgleichen, den die Flatrate von 16 Millionen Euro bedeutet. Ich bitte darum, den Antragstext ins Protokoll zu übernehmen und bitte um Zustimmung. Danke schön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Vorstand der LINZ AG Holding wird ersucht, auf eine jährliche Anpassung der Dividendenzahlungen an die Inflation, soweit das rechtlich und wirtschaftlich darstellbar ist, hinzuwirken. Diese Anpassung soll auf der Basis einer jährlichen Dividendenausschüttung von 16 Millionen Euro erfolgen, was den Zahlungen der Jahre 2021 bis 2023 entspricht. Darüber hinaus soll, soweit das rechtlich und wirtschaftlich darstellbar ist, auf eine Sonderdividende in Höhe von 4 Millionen Euro hingewirkt werden, um den Kaufkraftverlust der letzten drei Jahre, der durch das Ausbleiben der inflationsbedingten Anpassungen entstanden ist, zu kompensieren. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke schön, sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dazu muss man ein bisschen ausführlicher Stellung nehmen. Erstens: Es gibt keine ‚Flatrate‘. Eine Dividende ist eine Ausschüttung, die der Vorstand einer Gesellschaft jedes Jahr vorschlagen muss. Sie ist auch abhängig von Ergebnissen, die erzielt werden. Das heißt, eine automatische Anpassung an die Inflation ist rechtlich gar nicht möglich. Zweitens: Jede Ausschüttung verursacht sofort eine steuerliche Belastung von circa 25 Prozent des ausgeschütteten Betrages. Drittens: Der Antragsteller hat übersehen, dass die LINZ AG nicht nur Ergebnisanteile aus dem Energiebereich abliefert, sondern auch zum Beispiel Verkehr und Bäder mitfinanzieren muss. Also stimmen die Ergebnisse, wie sie im Antrag dargestellt worden sind, nicht. Die Dividende der LINZ AG bleibt überwiegend in der Holding für die Bedeckung von Zinsen und Tilgungen. Das Geld liegt dort nicht einfach so herum, es wird eingesetzt und dient auch dazu, die gesamte Unternehmensgruppe Linz gut dastehen zu lassen. Die LINZ AG wird in den nächsten zehn Jahren bis zu zwei Milliarden Euro investieren. Wenn wir die Ausschüttungen dramatisch erhöhen, höhlen wir die Kapitalbasis der LINZ AG aus. Wir müssten dann mehr Kredite zu höheren Konditionen aufnehmen. Das kann auch nicht im Sinn der Bürgerinnen und Bürger und auch nicht in unserem Sinn als Gemeinderäte der Stadt Linz sein. Daher eine Enthaltung seitens meiner Fraktion.

Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher, der vorliegende Antrag hat einen durchaus interessanten Seitenaspekt - nennen wir es einmal so -, er bezieht sich nämlich auf einen Kontrollamtsbericht. Es ist ja schon länger Thema in diesem Hause, dass Kontrollamtsberichte unserer Ansicht nach unbedingt öffentlich sein müssten. Diese Diskussion zeigt das jetzt. Es wird ein Antrag eingebracht, wo teilweise auf einen Kontrollamtsbericht Bezug genommen wird. Ich kann jetzt auf den Antrag replizieren und sagen ‚mit meinem Wissensstand ...‘. Für die Bevölkerung ist aber nicht nachvollziehbar, was in dem erwähnten Bericht genau steht, was nicht drinnen steht, was man für diesen Antrag verwendet hat und was nicht. Das bestärkt noch einmal die Forderung, dass diese Berichte endlich öffentlich werden müssen. Abgesehen davon kann man sagen, dass dieser Antrag nicht ganz bis zum Ende durchdacht ist. Das zeigt sich darin, dass man den Gewinn mit den Beteiligungserträgen verwechselt. Die Beteiligungserträge in der Holding sind aber nicht der Gewinn, usw. Wir werden uns deshalb der Stimme enthalten. Ich erlaube mir noch zwei Hinweise dazu, damit da kein falscher Eindruck entsteht: Diese Gewinne sind nicht von den Kund*innen bezahlt worden, die Tarife sind zumindest für die Bestandskund*innen stabil geblieben. Das soll man - finde ich - durchaus lobend erwähnen. Man sollte aber auch erwähnen - ein Kollege hat es schon getan -, dass die LINZ AG vor großen Investitionen steht, gerade im Bereich der Nachhaltigkeit. Jetzt wenig durchdacht Geld aus dem Unternehmen abzuziehen, ist auch nicht im Sinne der Stadt, daher enthalten wir uns. Vielen Dank.

Für uns Freiheitliche steht hier im Zentrum, dass die Linzer, vor allem die Kundinnen und Kunden, möglichst günstige Tarife bei der LINZ AG zahlen und nicht, dass wir hier keine Gewinnmaximierung anstreben. Noch dazu müssten wir das extra versteuern, der Finanzminister würde bei jedem Euro noch 20 Prozent mitkassieren. Daher gibt es von uns eine ganz klare Enthaltung zu diesem Antrag.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), ÖVP (11), Die Grünen (10), FPÖ (9), MFG (1), KPÖ (2), Gemeinderat Brandstetter