Fahrradmitnahme in den Linzer Öffis

L 12 · Fraktionsantrag · 15. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll die Mitnahme von Fahrrädern in den Linzer Öffis. Das Thema wird als Beitrag zu einer alltagstauglichen Kombination von öffentlichem Verkehr und Radverkehr beschrieben, besonders für Kinder, Jugendliche und Fahrten zum Velodrom oder Pumptrack. Als Hürden werden Platzverhältnisse in den Linzer Straßenbahnen, Nutzungskonflikte mit Rollstühlen und Kinderwägen sowie die Frage geeigneter Fahrzeuge und Betriebszeiten genannt. Vorgesehen ist, Fachleute der Linz AG, Expertinnen und Experten aus anderen Städten und externe Mobilitätsexperten einzubinden und daraus nach Möglichkeit einen Beschluss vorzubereiten. Der Antrag wurde einstimmig dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr zugewiesen.

Schlagwörter (10):fahrradmitnahmeöffentlicher verkehrradverkehrmobilitätlinz agstraßenbahnbusverkehrvelodromverkehrspolitikausschuss
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Gemeinderat Potočnik berichtet über den von der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag L 12 Fahrradmitnahme in den Linzer Öffis und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleg*innen. Diesmal geht es um die Fahrradmitnahme in den Linzer Öffis. Dieses Thema wurde hier im Gemeinderat im Laufe der letzten sieben, acht Jahre schon mehrmals besprochen. Den Anstoß zu diesem Antrag hat ein gemeinsamer Besuch beim Velodrom gegeben, wo einige Kolleg*innen aus dem Planungsausschuss und dem Gemeinderat eingeladen waren. Sowohl der Geschäftsführer des Velodroms, Johannes Staudinger als auch Gerhard Schachermayer haben betont, wie wichtig es insgesamt und auch für diese tolle Institution wäre, dass man Fahrräder in den Linzer Öffis mitnehmen kann. Es wäre toll, wenn die Leute, vor allem auch die Kinder und Jugendlichen, mit ihren Spezialrädern für den Pumptrack und das Velodrom, dort mit dem Bus hinkommen könnten. Abgesehen davon ist dieses Thema sowieso superwichtig und sollte eigentlich kein Problem darstellen. Ich glaube, ich habe schon alles gesagt. Der Gemeinderat beschließe: ‚Der für Mobilität zuständige Referent möge im Ausschuss die Frage der Mitnahme von Fahrrädern in den Linzer Öffis auf die Tagesordnung setzen. Dabei sollen Fachleute der Linz AG sowie aus anderen Städten, wo die Mitnahme seit Jahren reibungslos funktioniert als auch externe Mobilitätsexperten eingeladen und eingebunden werden. Wenn möglich soll aus dem Ergebnis ein Beschluss vorbereitet werden. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.‘ Ich bitte um Zustimmung.“
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Der für Mobilität zuständige Referent möge im Ausschuss die Frage der Mitnahme von Fahrrädern in den Linzer Öffis auf die Tagesordnung setzen. Dabei sollen Fachleute der Linz AG sowie aus anderen Städten, wo die Mitnahme seit Jahren reibungslos funktioniert als auch externe Mobilitätsexperten eingeladen und eingebunden werden. Wenn möglich soll aus dem Ergebnis ein Beschluss vorbereitet werden. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.
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Lieber Lorenz, ich nehme den Ball an, wie du weißt, sind gute Vorschläge bei mir immer willkommen. Ich bin, was die Intention des Antrages anlangt, hundertprozentig bei dir. Wir stimmen dem Antrag zu, aber Vorsicht, der Titel lautet ‚Fahrradmitnahme in den Öffis‘. Der Antragstext zielt darauf ab, dass der Generaldirektor oder die Fachleute der Linz AG in den Ausschuss kommen und weitere Expertinnen und Experten von anderen Städten etc. Wenn der Antrag eine Mehrheit bekommt oder zugewiesen wird, lade ich den Generaldirektor oder die Fachleute der Linz AG gerne ein, dass sie einfach einmal darlegen, wie die Situation ausschaut. Dann können wir die entsprechenden Diskussionen führen. Ich ersuche aber gleichzeitig, alle Vertreterinnen und Vertreter im Ausschuss um Bekanntgabe ihrer Fachleute. Wenn du schon vorschlägst, dass wir Fachleute einladen, die genau für die Linzer Öffis sagen können, wie es geht, dann sind sie herzlich willkommen, aber bitte: ‚Selbst ist der Mann oder die Frau.‘ Vorsicht habe ich gesagt, weil wenn du jetzt verkündest: Großartig, heute beschlossen, der Antrag ‚Fahrradmitnahme in den Linzer Öffis‘, dann bezieht sich das bitte auf den Antragstext und nicht den Titel, weil es bekanntlich tatsächlich Probleme gibt. Warum? Weil etwa die Straßenbahnen in Linz so schmal sind, wir haben eine Schmalspurbahn. Das ist der Nachteil gegenüber anderen Städten, wo man eine Normalspur und entsprechend mehr Platz hat. Das ist einfach ein Faktum und das muss man auch anerkennen. Insofern gibt es von unserer Seite eine Zustimmung zum Antrag, aber nähern wir uns bitte fachlich. Danke.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, ich finde den Antrag grundsätzlich sehr gut, wenngleich es noch genauere Beschreibungen geben muss, wie die Fahrräder in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden können. Ich kann aus eigener Erfahrung aus dem letzten Jahr berichten: Ich habe mit meiner Frau eine Radtour donauabwärts gemacht und bin mit dem Zug zurückgefahren. Ich musste um elf Uhr in der Nacht, bei strömendem Regen und Gewitter, mit dem Rad nach Hause fahren, weil es nicht möglich war, mit der Straßenbahn zu fahren. Danke.

Danke an LinzPlus und Lorenz Potočnik für diesen Antrag, die Geschichte mit der Fahrradmitnahme ist eine never ending story hier im Gemeinderat, aber auch darüber hinaus. Es wird sehr oft gefordert, aber leider gibt es die Möglichkeit – anders als in Innsbruck oder Salzburg wo es das gibt - in Linz nicht. Das liegt an den Linz Linien, die das einfach nicht wollen. Es ist nicht einmal möglich Fahrräder nur in bestimmten Linien und zu bestimmten Zeiten mitzunehmen, sondern es gibt derzeit noch ein Njet. Ich glaube, darin liegt aber auch ein kleiner Irrtum. Es ist nämlich schon so, dass die Verantwortung für den öffentlichen Verkehr in der Stadt und auch für den städtischen Verkehrsbetrieb in erster Linie die Politik hat und nicht die Linz AG. Insofern ist es schon wichtig, dass die Stadt und wir uns darüber Gedanken machen, wie der öffentliche Verkehr ausgestaltet ist und wie die Angebote ausschauen. In den vergangenen Sitzungen hat es schon einen Antrag zum Thema Fahrpläne gegeben. Daran sieht man auch, dass da die Linz AG eigentlich noch mehr machen müsste, um auch mit anderen Städten, was das Fahrplanangebot betrifft, mithalten zu können. Es geht natürlich aber auch um die Kooperation mit anderen öffentlichen Verkehrsunternehmen, die in der Stadt natürlich auch den öffentlichen Verkehr tragen. Diesbezüglich gibt es in Linz ziemlichen Nachholbedarf, weil es keine Kooperation oder viel zu wenig Kooperation mit den anderen Verkehrsunternehmen gibt. Daran sind nicht nur der Oberösterreichische Verkehrsverbund und die ÖBB schuld, sondern die Verantwortung liegt natürlich auch bei der Linz AG. Wir haben heute ein zusätzliches Angebot, es ist zwar nur ein kleines Angebot, aber das ist schon wichtig. Ich denke gerade an den Froschberg und an die Linie 45 A und Linie 46, wenn man keinen Elektromotor am Fahrrad hat, ist es nicht recht angenehm dort zu fahren. Da muss man auch wieder dazu sagen, dass es lange Busse gibt, die die Linz AG auch auf Druck der Politik gekauft hat. Diese Busse wurden aber so gekauft, dass es derzeit nicht möglich ist, Fahrräder mitzunehmen, weil das nicht gewünscht ist. Aber wie gesagt, es ist unsere Aufgabe, auch dort klar zu sagen, dass wir als Gemeinderat - hoffentlich mehrheitlich - wollen, dass das passiert. Dann ist das glaube ich auch umsetzbar. Es ist doch so, dass eigentlich wir als Gemeinderat dafür verantwortlich sind, dass der öffentliche Verkehr in Linz gut dasteht und dass die Angebote passen. Ich weiß, das ist nicht immer einfach, weil es natürlich auch Nutzungskonflikte gibt und natürlich Menschen mit Rollatoren und mit Kinderwägen usw. bevorzugt befördert werden müssen. Aber wenn es in anderen Städten geht, dann kann es in Linz auch gehen, dass man dieses kleine Zusatzangebot schafft. Wenn das Thema im Ausschuss besprochen wird, können sich die Vertreter des Gemeinderates anhören, was die Linz AG dazu sagt, ich glaube aber, das letzte Wort sollte dann schon bei uns liegen und nicht bei der Linz AG. Vielen Dank.

Vielen Dank Herr Bürgermeister, ich bedanke mich auch für diese Initiative. Ich möchte diese Gelegenheit kurz nutzen, um vor allem Gerda Lenger zu danken, die, was die Fahrradmitnahme in Öffis betrifft, sehr motiviert war und die dem Gemeinderat Inputs gegeben hat. 2009, 2013 und 2015 hat es jeweils einen Antrag gegeben, der in diese Richtung gegangen ist. Auch von der ÖVP hat es schon einen diesbezüglichen Antrag gegeben, was ich gesehen habe. Dieses Thema hat also tatsächlich eine lange Geschichte. Ich möchte auch noch einmal festhalten, dass wir das grundsätzlich auch so sehen, dass, natürlich mit Einschränkungen was jetzt Zeiten wie Stoßzeiten betrifft, eine Mitnahme von Fahrrädern möglich sein soll. Klar ist auch, dass Menschen mit speziellen Bedürfnissen Vorrang haben müssen. Aber grundsätzlich ist die Kombination von Öffis und Fahrrädern einfach eine Mobilitätsform, die im öffentlichen Raum, im ländlichen Raum sowieso, aber auch im städtischen Raum, eine gute und günstige Mobilitätsform ist, die zusätzlich auch noch bei Schlechtwetter sehr sinnvoll ist. Daher freuen wir uns schon sehr, wenn wir dieses Thema im Ausschuss noch einmal behandeln. Wir hoffen auf neue Möglichkeiten, die möglicherweise auch die Fachleute der Linz AG sehen. Zustimmung von uns.

Danke, danke Martin für das Aufnehmen des Balls. Zum Antrag und was da beschlossen wird: Ich habe meinen Antrag, meinen eigenen, gut verstanden. Also ich weiß, was da beschlossen wird und was nicht. Bei der Schmalspur oder den kleineren Gefäßen, widerspreche ich. Das ist kein Fakt - so wie du sagst -, sondern das ist - so wie Michael sagt - einfach eine Willensfrage. Ich glaube wir sollten, so wie du das in der Domgasse gemacht hast, in diesen Ausprobier- und Experimentiermodus kommen. Wir können durchaus einmal einen Bus oder zwei oder eine Straßenbahn umbauen. Wir könnten ein paar Sitze herausnehmen und die Mitnahme von Fahrrädern testen und nach einem Jahr evaluieren, ob das funktioniert oder nicht. Ich erinnere mich - ich habe in Wien studiert oder war die längste Zeit meines Studiums in Wien - in den 90er Jahren war es in Wien schon möglich, überall die Fahrräder mitzunehmen. Ich habe das auch viel gemacht. Wenn Stoßzeit war, ist man nicht eingestiegen. Ich habe das Fahrrad sogar in die Straßenbahn, die zehnmal so eng ist, wie die in Linz, mitgenommen. (Zwischenrufe) Nein, das war ein ganz normales Fahrrad. Aber Stichwort Klapprad, das wollte ich auch gerade sagen, es gibt ja immer mehr solche Klappräder und kleine Stadträder. Ich glaube man sollte mittlerweile berücksichtigen, dass es einfach auch andere Trends gibt. Ich freue mich, wenn wir das Thema im Ausschuss diskutieren. Externe Experten habe ich schon, ich werde dir jemanden nennen.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Der Antrag wird einstimmig dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr zugewiesen.