Linz als Studienstandort stärken

K 3 · Fraktionsantrag · 8. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll ein Maßnahmenpaket zur Attraktivierung des Studienstandortes Linz. Im Mittelpunkt stehen Informationskampagnen für junge Linzerinnen und Linzer, ein mögliches Linzer Stipendium sowie weitere städtische Maßnahmen, um Studierende in Linz zu gewinnen und zu halten. Begründet wird das Vorhaben mit dem Ausbau der Johannes-Kepler-Universität, dem MED Campus, dem Kepler-Uniklinikum und der geplanten technischen Universität sowie mit der Abwanderung zum Studium in andere Städte. Auch die Unterstützung internationaler Studierender und ein besseres Miteinander zwischen Studierenden und Bevölkerung werden als Ziele genannt. Der Vorschlag wurde abgelehnt; eine Zuweisung an den Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung fand ebenfalls keine Mehrheit.

Schlagwörter (10):studienstandorthochschulstandortstudierendeinfokampagnestipendiumtalentbindunghochschulentwicklunginternationalisierungstadtlebenbildung
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielleicht bekomme ich ein Geburtstagsgeschenk und der Antrag findet eine Mehrheit. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Linz entwickelt sich. Es ist unzweifelhaft bzw. relativ klar zu sehen, dass sich Linz als Hochschulstandort entwickelt und wir seit einigen Jahren eine besondere Dynamik mit dem Großausbau der Johannes-Kepler-Universität (JKU), dem Bau des MED Campus, des Kepler-Unklinikums im Herzen der Stadt und auch mit dem avisierten Bau bzw. der Errichtung der technischen Uni haben. Aus unserer Sicht ist es jetzt Zeit, dass wir als Gemeinderat Impulse setzen ohne – das sage ich gleich vorweg, falls es Zweifel gibt – dass wir in inneruniversitäre Angelegenheiten eingreifen oder dem Bund etwas vorgeben, der für die Finanzierung zuständig ist. Wir sollten aber eben das tun, was wir als Stadt Linz tun können und zwar in beide Richtungen. Einerseits, dass wir junge Linzerinnen und Linzer, die planen zu studieren oder einen Ausbildungsweg in Linz einschlagen möchten, für ein Studium begeistern können. Wir haben schon seit langer Zeit eine Abwanderung, viele sagen, sie möchten lieber in Graz oder Wien studieren, weil es dort auch interessant ist. Für die Wenigsten ist Linz der erste Ansprechpartner für ein Studium. Das wollen wir ändern, indem Linz beispielsweise mit attraktiveren Infokampagnen Menschen in jungen Jahren dazu bewegt, sich für ein Studium in Linz zu interessieren. Im weiteren Sinne sollten wir Linzerinnen und Linzer speziell fördern, zum Beispiel durch ein Linzer Stipendium und – dort schließt sich quasi der Kreis – wir sie auch in Linz halten. Denn, wenn wir die Leute am Studienstandort Linz ausbilden, dann haben wir Wissen und Expertise, das wir im besten Falle in dieser Stadt halten und dann ökonomisch nutzen können. Im zweiten Punkt ist es uns wichtig, Linz generell als Studienstandort zu stärken und zu attraktiveren, weil wir auch internationale Studierende haben, die sich entsprechende Angebote erwarten und wo wir, glaube ich, als Stadt Linz einen Beitrag leisten bzw. mit entsprechenden Informationen diese Studierenden unterstützen können. Wie gesagt, es soll um Maßnahmen gehen, die Linz als Stadt kompetenzmäßig machen kann. Es geht um dem Fokus auf die jungen Linzerinnen und Linzer, diese zu motivieren in Linz zu studieren und entsprechend zu fördern. Am Ende des Tages geht es auch ein bisschen um das Miteinander von Studierenden und der Bevölkerung. Ich komme selbst aus dem Uni-Standort Auhof und dort merkt man, dass es immer wieder um das Thema geht, wie die Bevölkerung mit den Studierenden umgeht, das ist immer ein Spannungsfeld. Es ist glaube ich wichtig, dass Linz Initiativen setzt und Linz als Studienstandort stärkt. Der Gemeinderat beschließe:
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die zuständigen Stellen werden beauftragt, ein Maßnahmenpaket zur Attraktivierung des Studienstandortes Linz auszuarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. durch entsprechend vorgesehene Mittel in den kommenden Budgets sichergestellt werden.
Wortmeldungen (9)EinblendenAusblenden

Mario, leider kann ich dir deinen Geburtstagswunsch heute nicht erfüllen, als sozialdemokratische Fraktion werden wir uns bei diesem Antrag aus verschiedenen Gründen der Stimme enthalten. Die im Antrag angesprochenen Support Services machen die Institutionen selbst, wie zum Beispiel das Welcome-Center der JKU. Ich weiß nicht, wie sinnvoll es wäre, wenn wir mit den Mitteln der Stadt Linz Doppelstrukturen finanzieren würden. Ein zweiter Grund ist, dass wir als Stadt Linz unseren Beitrag via Hochschulfond leisten. Außerdem glaube ich auch, dass es eine Teilaufgabe der Österreichischen Hochschülerschaft ist, Studienanfänger*innen für die JKU zu begeistern. Danke.

Sehr geehrte Kolleg*innen, danke Mario für diesen Antrag. Ich hoffe, ich kann die Enttäuschung durch die SPÖ ein wenig schmälern, ich kann dir in weiten Punkten sehr gut folgen. Ich persönlich, als passionierter Linzer Student, finde es ganz schlimm, wenn mir Leute aus Linz und Umgebung sagen, dass sie zum Studieren nach Wien ziehen. Ich möchte nur noch anmerken, dass unserer Meinung nach Studierende vor allem öffentliche Räume ohne Konsumzwang, leistbare Unterkünfte und Spots, Cafés und Beisln zum Socializing und eine lebendige und attraktive Kunst- und Kulturszene brauchen, darauf bist du nicht eingegangen. Wir werden aber selbstverständlich gerne den Antrag unterstützen. Danke schön.

Wir enthalten uns bei diesem Antrag der Stimme, würden aber einer Zuweisung zum entsprechenden Ausschuss zustimmen, um weiter darüber zu diskutieren. Ich glaube, dass man das Studentenleben quasi in die Innenstadt hineinbringen und Linz als studentische Stadt etablieren muss, damit man Menschen zum Studieren in Linz halten kann. Das sage ich als jemand, der zum Studieren nach Wien gegangen ist.

Danke Herr Bürgermeister, der Antrag klingt irgendwie verlockend, ich frage mich aber, ob es besonders sinnvoll ist oder ob es nicht irgendeine Beschäftigungstherapie ist. Ich glaube, man studiert nach dem Fachgebiet und weniger nach dem Ort. Insofern glaube ich, können wir uns diesen Aufwand ersparen. Ich werde mich bei der Abstimmung entweder der Stimme enthalten oder den Antrag ablehnen, ich überlege noch.

Danke schön, Mario, wir begrüßen diesen Antrag natürlich sehr und haben schon gehört, dass die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die lokalen ÖH und die Stadt Linz schon einige Services anbieten, aber es geht immer mehr. Wir könnten einfach einmal die Köpfe zusammenstecken und überlegen, was noch bessergehen könnte. Deswegen ersuche ich, dass wir, wenn dieser Antrag die Mehrheit findet, die lokalen Hochschulvertretungen einladen und mit ihnen gemeinsam in einer Art Workshop die Themen behandeln und daraufhin einen Antrag für den Gemeinderat finden. Danke.

Ich glaube, es ist einiges gefallen und jede Wortmeldung zeigt, dass es ein Thema ist, auch wenn der Antrag heute keine Mehrheit findet, bleiben wir dran. In der letzten Sitzung haben wir ein großes Paket rund um die Technische Universität beschlossen und ich glaube, wir sollten uns da schon in eine Richtung bewegen. Vielleicht zeichnet sich in der nächsten Zeit eine Mehrheit dafür ab, wir werden es sehen. Trotzdem danke an die, die mitstimmen.

Ich interpretiere den Wunsch von Herrn Gemeinderat Brandstetter, dass er sich eine Zuweisung zum Ausschuss vorstellen könnte, sprachlich und nicht juristisch als Antrag auf eine Zuweisung. Oder irre ich mich?

Sie irren sich natürlich nicht!

Danke für das ‚natürlich‘, auch ich kann mich irren.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Wirtschaft, Innovation und Verfassung wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (20) und FPÖ (9) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (20), FPÖ (9), Gemeinderat Dipl.-Ing. Dr. Obermayr von MFG, LinzPlus (2), und Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit abgelehnt.