Kopfverbot für Mitglieder des Stadtsenats - Sachinformation statt politischer Imagepflege
H 13 · Fraktionsantrag · 38. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird ein Kopfverbot für Mitglieder des Linzer Stadtsenats bei entgeltlichen Inseraten. Begründet wird dies mit dem Ziel, öffentliche Werbemittel auf sachliche Information zu beschränken und persönliche Selbstdarstellung oder politische Imagepflege zu verhindern. Als problematisch werden Inserate im CITY! Magazin dargestellt, in denen Stadtsenatsmitglieder mit Bild und Namen auftreten und damit aus Sicht der Einbringenden Steuergeld für politische Sichtbarkeit statt für Informationswert verwendet wird. Als Vorbilder werden die bereits geltenden Regelungen auf Bundes- und Landesebene sowie in Graz genannt; die Umsetzung soll über die Leitlinien für Öffentlichkeitsarbeit erfolgen. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß mehrheitlich ab.
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Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeister, die Stadt Linz hält sich an alle für sie gültigen gesetzlichen Normen, die die Information der Linzer Bürger betreffen. Dabei wollen wir es auch belassen. Daher wird sich unsere Fraktion bei diesem Antrag enthalten. Dankeschön.
Dankeschön, Clemens Brandstetter, wir haben dir die Unterschrift gegeben, weil wir das Thema sehr, sehr wichtig finden. Wir haben es in den vergangenen Jahren immer wieder auf den Tisch gebracht, immer wieder gefordert. Wir sind aber immer gegen eine Wand aus Schwarz, Rot und Blau gelaufen. Es ist kein Wille da, das zu verändern. Das ist eine ‚Schaukel‘, wie du bereits gesagt hast. Das Geld wird von der rechten in die linke Tasche gesteckt. Nicht nur im CITY! Magazin, sondern auch im ALLES LINZ Stadtmagazin, im Volksblatt, kommt und kam es durch die Bank immer wieder vor. Mit Steuergeld soll informiert und nicht inszeniert werden. Genau darum geht es. Niemand hat etwas davon, wenn eine bezahlte Einschaltung der Stadt das Gesicht eines Stadtsenatsmitglieds zeigt, obwohl es informativ völlig egal ist. Das macht die Information nicht besser, verständlicher oder nützlicher. Es erhöht nur die Sichtbarkeit der handelnden Personen. Genau das ist der Punkt. Öffentliche Mittel sind nicht dazu da, um politische Wiedererkennbarkeit aufzubauen. Dafür gibt es Parteien, Klubs und Wahlkämpfe. Wenn die Stadt etwas kommuniziert, soll der Inhalt im Vordergrund stehen und nicht die Person. Wir haben das Thema sicher schon sechs, sieben Mal aufgebracht. Es wurde immer wieder mit einer überwältigenden Mehrheit in diesem Haus abgelehnt. Genau deswegen stimmen wir dem Antrag zu und unterstützen so etwas immer wieder gerne. Dankeschön.
Vielen Dank Frau Vizebürgermeisterin, danke Clemens Brandstetter, danke Stefan Burgstaller, dass ihr den Antrag eingebracht habt. Wir haben diesen Aspekt bereits 2014 in einer Anfrage thematisiert. Ich finde schon, dass es hier um Chancengleichheit im politischen Wettbewerb geht, denn Stadtsenatsmitglieder sind sozusagen Regierungsmitglieder. Es gibt das Medientransparenzgesetz, weil der Gesetzgeber festgestellt hat, dass es unfair ist, wenn bestimmte Regierungsmitglieder aus Steuergeldern politische Werbung und Selbstdarstellung machen. Darum wurde das verboten. Du hast eindrucksvoll geschildert, Clemens, dass das in der Stadt Linz auch stark praktiziert wird. Noch dazu werden mit parteinahen Medien Geschäfte gemacht. Das gehört abgestellt und deshalb bitte ich um Annahme dieses Antrags.
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist wieder einmal Zeit, das große Schweigen hier zu betonen. Zuerst möchte ich mich aber noch einmal für deine Unterstützung bedanken, lieber Stefan Burgstaller. Es geht darum, sachliche Information in den Vordergrund zu stellen, nicht politische Imagepflege. Lieber Michael Roth-Schmida, bei dir möchte ich mich auch bedanken und sagen, dass es sich nicht um Lappalien handelt. Das vorgezeigte Inserat kostet im CITY! Magazin, zumindest laut Listenpreis, 1.900 Euro. Was bedeutet das? Es gibt jemanden in der Kommunikationsabteilung, der dieses Foto gemacht hat. In diesem Fall sehe ich nicht wer, aber bei anderen Beispielen kann ich das gerne nachreichen. Es gibt also jemanden in der öffentlichen Verwaltung oder im Magistrat, der dieses Inserat bucht und dann eine Buchhaltung über diese 1.900 Euro Listenpreis macht. Das verursacht Aufwand für absolut keinen Mehrwert. Insofern danke, Michi, das ist keine Lappalie. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass die SPÖ meines Erachtens unverantwortlich handelt. Sie hätte alle Möglichkeiten, in dieser Thematik für eine gewisse Sauberkeit zu sorgen. Sie könnte ein bisschen vorangehen, im Sinne des Herrn Babler. Der hat bereits gesagt, dass man mit dieser Art von Inseraten-Korruption aufräumen sollte. Das wäre ein Punkt, wo wir in unserem Wirkungsbereich nachziehen könnten und das machen könnten, was in Graz, im Bund, im Land, zu Recht verboten ist. Aber ihr macht nichts. Liebe Grüne, ich bin nicht ganz sicher, wie ihr jetzt abstimmen werdet. Euer Salzburger Kollege hat letztens sehr eindrücklich argumentiert. Sigrid Maurer, die Klubvorsitzende der Grünen hat im Nationalrat einen Abänderungsantrag dahingehend eingebracht, dass auch Kammerpräsident*innen in diesem Kopfverbot inkludiert sein sollten. Wenn Kammerpräsident*innen, Bundesminister*innen, Landesrät*innen und Grazer Stadtsenatsmitglieder in dieses Verbot hineinkommen, dann hätte ich gerne eine Erklärung, wieso das nicht für Linzer Stadtsenatsmitglieder gelten sollte. Aber ich weiß noch nicht, wie ihr abstimmen werdet. Ich glaube dennoch, dass dieses Thema keine Mehrheit bekommt. Vielleicht macht man sich damit nicht nur Freunde. Ich denke aber, dass das im Sinne einer sauberen Stadtdemokratie manchmal wichtig ist. Dankeschön.
Abstimmungsergebnis
Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (20), ÖVP (11), Die Grünen (9), FPÖ (8)
Einzelstimmen anzeigen (57)
| Nicht anwesend · 4 | |
| Ute KlitschFPÖ | entschuldigt |
| Julia MandlmayrGRÜNE | entschuldigt |
| Florian KopplerSPÖ | entschuldigt |
| Sarah StriglSPÖ | ging 17:42 |