Umweltticket OÖ für Linzer*innen: Um 1 Euro pro Tag mit den Öffis durch ganz OÖ

L 6 · Fraktionsantrag · 13. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll eine Förderung für das Klimaticket Oberösterreich, damit Hauptwohnsitz-Linzerinnen alle öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Bundesland um 365 Euro pro Jahr nutzen können. Das Vorhaben knüpft an das bestehende Linzer Umweltticket und die jüngste Verbilligung des Klimatickets Oberösterreich an und soll das Angebot für Pendlerinnen und weitere Fahrten über die Stadtgrenze hinaus erweitern. Als Begründung wird der Klimaschutz genannt, zugleich wird auf die finanzielle und organisatorische Komplexität sowie auf mögliche Einnahmenausfälle hingewiesen. Die Kosten sollen durch Umschichtungen im Budget oder in künftigen Voranschlägen bedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Finanzen und Integration sowie an den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung wurde mehrstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):klimaticketöffentlicher verkehrmobilitätklimaschutztarifförderungpendelnbudgetverkehrsverbundstadtgrenzeumweltticket
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Gemeinderat Svoboda berichtet über den von der Grünen-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag L 6 Umweltticket OÖ für Linzer*innen: Um 1 Euro pro Tag mit den Öffis durch ganz OÖ und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, geschätzte Zuseherinnen und Zuseher, ich bin – wie vermutlich viele hier im Gemeinderat -einer der stolzen 17.000 Linzer Umweltticketbesitzer*innen. Ich bin einer von 17.000 Menschen, die Teil der, vor einem Jahrzehnt schon von Eva Schobesberger und den Grünen initiierten Erfolgsgeschichte für den Klimaschutz sind. Mit der Einführung des österreichweiten Klimatickets unter Federführung von Klimaministerin Gewessler und dem nun erfolgten Nachziehen, zumindest in ersten Schritten auch durch das Land Oberösterreich, haben wir jetzt die Chance, unserem erfolgreichen Linzer Umweltticket ein kräftiges Upgrade zu verpassen. Die Wege der Linzerinnen und Linzer hören ja nicht zwangsläufig immer an der Stadtgrenze auf, wobei es bei uns natürlich am allerschönsten ist. Daher wäre es sinnvoll, das Umweltticket zu einem Umweltticket Oberösterreich aufzuwerten und wir schlagen vor, das als zusätzlich Option auch einzuführen. Damit sollen Hauptwohnsitz-Linzer*innen alle öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Bundesland um 365 Euro pro Jahr nutzen können. Grundlage soll – wie schon angedeutet – das Klimaticket Oberösterreich sein, das seit 1. März um einiges billiger geworden ist. Damit eröffnet sich jetzt für uns diese Chance zu einem Upgrade und deswegen stellen wir folgenden Antrag: Der Gemeinderat beschließe: ‚Die sachlich in Betracht kommenden Mitglieder der Stadtregierung, Herr Bürgermeister Luger, Finanzreferentin Tina Blöchl und Umweltstadträtin Eva Schobesberger werden ersucht, die Ausarbeitung für eine Förderung für das ‚Klimaticket Oberösterreich‘ in die Wege zu leiten und dazu mit den relevanten Akteur*innen Gespräche zu führen. Ziel soll es sein, dass alle Hauptwohnsitz-Linzer*innen künftig um 365 Euro pro Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Oberösterreich nutzen können.‘ Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden. Ich darf um Zustimmung ersuchen. Vielen Dank.“
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Die sachlich in Betracht kommenden Mitglieder der Stadtregierung, Herr Bürgermeister Luger, Finanzreferentin Tina Blöchl und Umweltstadträtin Eva Schobesberger werden ersucht, die Ausarbeitung für eine Förderung für das ‚Klimaticket Oberösterreich‘ in die Wege zu leiten und dazu mit den relevanten Akteur*innen Gespräche zu führen. Ziel soll es sein, dass alle Hauptwohnsitz-Linzer*innen künftig um 365 Euro pro Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Oberösterreich nutzen können.
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Meine geschätzten Damen und Herren, es ist wie bereits erwähnt wurde, nun eine weitere Reduzierung des Preises für das Klimaticket in Oberösterreich durch die oberösterreichische Landesregierung erfolgt. Das macht es nun möglich, dass wir - wenn wir auch von Seiten der Stadt Linz Mittel zur weiteren Preisreduzierung für Hauptwohnsitz-Linzerinnen und Hauptwohnsitz–Linzer bereitstellen - ein wirklich sehr attraktives Angebot schaffen können. Man hat dann, nicht nur wie beim Mega-Ticket einen sehr günstigen Preis für das Angebot der Linz-Linien auf Linzer Stadtgebiet, sondern kann darüber hinaus in Zukunft einen Akzent für das oberösterreichische Gebiet setzen. Das ist vor allem für die Menschen, die in Linz wohnen, aber beruflich hinauspendeln, spannend. Insofern habe ich auch, weil ich genau die gleiche Idee hatte, die Linz-Linien bereits mit einer Prüfung dieser Zielsetzung beauftragt. Eine externe Agentur ist befasst worden und hat im Hintergrund eine Kostenkalkulation vorgenommen. Das Ganze ist ja relativ komplex. Wir tragen daher heute als ÖVP Linz diesen Antrag vollinhaltlich mit, damit sich die von Ihnen geschilderten, sachlich in Betracht kommenden Mitglieder der Stadtregierung jetzt damit auseinandersetzen und dieses Projekt, das wir mittragen, vorantreiben. Ich hoffe, dass das schnellstmöglich auch passiert. Insofern gibt es heute eine Zustimmung der ÖVP Linz. Danke.

Danke Herr Bürgermeister, lieber Kollege Swoboda, ich möchte nur ein paar kurze Worte dazu sagen, weil im Antrag von ‚beispielgebend‘ die Rede ist. Ganz so ist es nämlich nicht, weil der Antrag ein bisschen dem Beispiel von Graz folgt. Graz ist die erste Landeshauptstadt, in der die eigenen Zeitkarten und Jahreskarten angepasst und erweitert wurden. Graz ist sogar noch ein bisschen weitergegangen: Graz hat die eigenen Karten überhaupt abgeschafft und ab März wird das Klimaticket Steiermark gefördert. Das Klimaticket Steiermark ist günstiger als das Klimaticket Oberösterreich – das muss man auch dazu sagen – es kostet nämlich nur 468 Euro im Gegensatz zu Oberösterreich, hier kostet es 550 Euro. Die Stadt Graz muss deshalb auch noch 100 Euro Förderung dazu zahlen, damit die Jahreskarte für die ganze Steiermark um 368 Euro erhältlich ist. Wie wir wissen, ist die Linzer Jahreskarte, das Mega-Ticket, ja bekanntlich dank der hohen Förderung, billiger. Die Stadt Linz zahlt pro Karte mehr als die Hälfte des Preises dazu, sodass der Preis bei 285 Euro liegt. Eigentlich könnte die Stadt Linz noch einen Schritt weitergehen und für alle Linzer*innen auch nur mehr eine Karte für alle Linzer*innen für das ganze oberösterreichische Netz um 285 Euro anbieten und man würde sich noch immer, um die 20 Euro an städtischer Förderung ersparen. Natürlich ist da jetzt nicht mitgerechnet - Herr Vizebürgermeister Hajart hat es ja schon erwähnt - wie sich die Verrechnung mit den Linz-Linien gestaltet und wie der daraus entstehende Einnahmenentfall für das Verkehrsunternehmen aussieht. Das ist noch nicht bekannt und steht auf einem anderen Blatt. Grundsätzlich finden wir als KPÖ sowieso, dass der öffentliche Verkehr fahrscheinfrei und zum Null-Tarif angeboten werden sollte und die Leistungen der Verkehrsunternehmen über eine treffsichere Steuer- und Umverteilungspolitik ausreichend ausfinanziert werden muss. Wir als KPÖ sind aber natürlich auch für eine Preiskorrektur in diese Richtung und für günstigere und erweiterte Tarifangebote. Daher stimmen wir dem Antrag natürlich gerne zu. Danke sehr.

Danke Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, in den Spitzenzeiten sind die öffentlichen Verkehrsmittel bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt, ein billigeres Ticket ändert an diesem Fakt nichts. Die Linz-Linien fahren in der Hauptverkehrszeit, unseres Wissens nach, in einem 180 Sekunden-Takt, mehr ist aktuell offensichtlich auch nicht machbar. Es wäre also zielführender Geldmittel effizienter in einen weiteren Ausbau der Infrastruktur oder in die Angebotsverdichtung zu investieren, anstatt Geldgeschenke zu machen. Mit dem Umweltticket wird all jenen, die bereits ein gutes öffentliches Verkehrsangebot haben ein günstiges Ticket angeboten. Jene Steuerzahler, die keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, finanzieren das trotzdem mit. Deshalb wäre es gerechter in den Ausbau der Infrastruktur für Alle zu investieren als in Preissenkungen. Projekte, wie jenes von Landesrat Steinkellner, wie das Projekt ‚Regionale Stadtbahn‘ sind vorausschauender als utopische grüne Preisphantasien. Wir werden dieser Idee also nicht nähertreten und enthalten uns bei diesem Antrag. Danke.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Mitglieder des Gemeinderates, da es sich hierbei um eine komplexe Situation handelt und eine Senkung des Kundenpreises finanzielle Auswirkungen haben wird, die genau analysiert werden muss, sehen wir hier Diskussionsbedarf und beantragen die Zuweisung des Antrages in den Ausschuss für Finanzen und Integration sowie in den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung. Danke.

Vielen Dank für die durchwegs positiven Rückmeldungen, die Zuweisung geht aus unserer Sicht natürlich völlig in Ordnung, wir sind auch dafür, das noch einmal detaillierter zu beleuchten. Kollege Schmida, du hast natürlich ein Stück weit Recht mit dem Graz-Vergleich. Was uns dazu bewogen hat, hier nicht gleich die Abschaffung des Mega-Tickets zu fordern, war, dass man damit natürlich gewisse Vorteile, wie die Mitnahmeberechtigung und Übertragbarkeit hat. Es wäre nicht günstig, wenn man das Leuten, die davon mehr haben, als davon, dass sie ins Umland fahren können, wegnehmen würde. Dem Kollegen Matsche und der FPÖ-Fraktion wünsche ich viel Spaß beim Zusehen wie diese Utopie Wahrheit wird. Vielen Dank.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Finanzen und Integration und an den Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung wird bei Stimmenthaltung der FPÖ-Gemeinderatsfraktion (9) mehrstimmig angenommen.