Regionalbahnstrecken erhalten und ausbauen - Verkehrswende vorantreiben - Resolution

L 17 · Fraktionsantrag · 30. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird der Erhalt und Ausbau der oberösterreichischen Regionalbahnstrecken Mühlkreisbahn, Almtalbahn und Hausruckbahn. Begründet wird dies mit ihrer Bedeutung für Pendlerinnen und Pendler, für eine umweltfreundliche Mobilität sowie für die Linzer Regionalstadtbahn, deren Kernstück die Mühlkreisbahn bildet. Eine Einstellung der Strecken oder ein Ersatz durch Busverkehre wird wegen drohender Mehrbelastungen durch Staus, Lärm und Abgase abgelehnt. Verlangt wird außerdem die Einhaltung bestehender vertraglicher Zusagen und Finanzierungsvereinbarungen, insbesondere der Artikel-15a-B-VG-Vereinbarung zwischen Bund und Land Oberösterreich. Die Stadt Linz soll sich dafür einsetzen, dass geplante Investitionen in Modernisierung und Elektrifizierung wie vereinbart umgesetzt werden; der Beschluss wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (10):regionalbahnmühlkreisbahnalmtalbahnhausruckbahnschienenverkehröffentlicher verkehrverkehrswenderegionalstadtbahnelektrifizierungmobilität
AntragstextEinblendenAusblenden
Berichterstattung Gemeinderat Mag. Langer, MA Danke Herr Bürgermeister, im vorliegenden Antrag geht es um eine Resolution, die zum Zweck hat, die drohende Einstellung wichtiger Regionalbahnstrecken in Oberösterreich klar und deutlich zurückzuweisen. Wir haben es auch in den Medien vielfach mitbekommen. Konkret geht es um die Mühlkreisbahn, die Almtalbahn und die Hausruckbahn, die aus Spargründen von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zumindest in Frage gestellt werden. Aus unserer Sicht ist auf jeden Fall festzuhalten, dass die Mühlkreisbahn unverzichtbar ist, weil sie das Kernstück der geplanten Linzer Regionalstadtbahn bildet. Es gab vergangenes Jahr eine 15a-Verinbarung zwischen Bund und Land - einen Vertrag um fast eine Milliarde Euro - wo festgeschrieben wurde, dass wir dieses zentrale Verkehrsprojekt umsetzen. Es liegt auch auf der Hand, dass diese Verbindungen dafür sorgen, dass tausende Pendler*innen täglich ohne Auto stressfrei und umweltfreundlich zur Arbeit kommen. Würden diese Strecken jetzt eingestellt und durch Busse ersetzt, hieße das konkret mehr Staus, mehr Lärm und mehr Abgase auf unseren Straßen. Gerade Linz und das Mühlviertel wären davon massiv betroffen. Die Region wäre abgeschnitten und der Verkehr in und um Linz würde deutlich zunehmen. Deshalb fordern wir in unserer Resolution nachdrücklich, dass bestehende Zusagen und Investitionen eingehalten und konsequent umgesetzt werden. Es darf auf keinen Fall Rückschritte geben. Im Gegenteil, wir müssen jetzt klare Zeichen für den Erhalt und Ausbau dieser Bahnen und für eine lebenswerte und nachhaltige Mobilität in unserer Region setzen. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die Stadt Linz ersucht das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, die oberösterreichischen Regionalbahnstrecken Mühlkreisbahn, Almtalbahn und Hausruckbahn in vollem Umfang zu erhalten und deren weiteren Ausbau sicherzustellen. Eine Einstellung dieser Bahnlinien - sei es ganz oder in Teilabschnitten - oder deren Ersatz durch Busverkehre wird kategorisch abgelehnt. Bestehende vertragliche Zusagen und Finanzierungsvereinbarungen, insbesondere die Artikel-15a-B-VG-Vereinbarung zwischen Bund und Land Oberösterreich zur Finanzierung der Linzer Regional-Stadtbahn, sind einzuhalten. Bereits geplante Investitionen in die Modernisierung und Elektrifizierung dieser Strecken müssen wie vereinbart umgesetzt werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (6)EinblendenAusblenden

Danke Herr Bürgermeister, ich werde mich bei L 17 und bei L 18 enthalten. Es gibt bessere Lösungen.

Wir begrüßen natürlich die Initiative und sind ganz klar für den Öffi-Ausbau. Wir sind für die Bahn und werden diesem Antrag und auch L 18 zustimmen. Danke.

Danke Herr Bürgermeister, ich werde mich auch zu den Anträgen L 17 und L 18 äußern. Wir von der KPÖ setzen uns schon immer für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein, insbesondere für den schienengebundenen Verkehr. Die Schiene ist das Rückgrat im öffentlichen Verkehr, vor allem bei Verbindungen in die ländliche Region und von dort in die Städte. Nicht vergessen sollten wir, dass die Schiene auch für den Güterverkehr von zentraler Bedeutung ist. Ähnlich wie beim Personenverkehr ziehen sich die ÖBB - aufgrund verfehlter politischer Zielsetzung - immer mehr aus den abschätzig ‚Nebenbahnen‘ genannten Verbindungen zurück. Der Güterverkehr ist auf diesen Bahnen, um die es jetzt geht, seit längerer Zeit eingestellt oder nur mehr teilweise aktiv. Jetzt stehen diese drei, die Mühlkreisbahn, Hausruckbahn und Almtalbahn, zur Disposition. Nun zeigt sich das Versäumnis der Vergangenheit, die Bahnen nicht zu attraktiveren. Egal, ob das von politischen Entscheidungsträger*innen oder vom Management der ÖBB verabsäumt wurde, es führt jetzt dazu, dass die Bahnen in Gefahr sind. Ich möchte kurz auf die Mühlkreisbahn eingehen. Sie hat mit Linz mehr zu tun. Ich möchte das betonen, da beide Anträge die Mühlkreisbahn mit der Regionalstadtbahn in Verbindung bringen. Ich habe eine andere Position als die Antragsteller*innen und teile die Einschätzung nicht, dass die geplante Regionalstadtbahn in der jetzigen Form die beste Lösung für den öffentlichen Verkehr darstellt. Deshalb haben wir damals als einzige Partei beim Grundsatzbeschluss nicht mitgestimmt. Besonders irritierend finde ich den Antrag der FPÖ, die plötzlich den öffentlichen Verkehr und den Klimaschutz entdeckt, man aber eigentlich nur Bundesmittel abholen will. Das ist dieselbe Partei, deren Landesrat den Klimawandel leugnet. Jetzt auf einmal ist Klimaschutz ein Thema, das passt einfach nicht zusammen. Tatsache ist aber auch - das möchte ich schon betonen -, dass die aktuellen Planungen zur Regionalstadtbahn auch mit dazu beigetragen haben, dass die ÖBB nun eine Stilllegung, zumindest von Teilen der Mühlkreisbahn, in Betracht ziehen. Die geplante Übernahme durch die Schiene Oberösterreich GmbH & Co KG überzeugt uns weder organisatorisch noch verkehrspolitisch. Es ist nämlich kaum realistisch, dass die geplante S6 mit den elektrischen Tram-Train-Fahrzeugen jemals weiter als nach Rottenegg fahren wird, wenn es ganz gut geht nach Kleinzell vielleicht, aber nach Aigen-Schlägl sicher nicht. Warum sollte jetzt die ÖBB noch groß Interesse an dieser Bahn haben? Hinzu kommt natürlich auch, dass dieses Regionalstadtbahn-Projekt viele Mittel bindet, die an anderer Stelle im öffentlichen Verkehr fehlen. Da haben wir wieder unsere Probleme mit dem Föderalismus und der komplizierten Aufteilung von Finanzmitteln zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Wir als KPÖ bleiben bei unserer Position. Wir brauchen diese großen teuren Öffi-Leuchtturmprojekte nicht, sondern viele kleine wirkungsvolle Verbesserungen im gesamten öffentlichen Verkehrsnetz der Stadt und natürlich auch für jene Menschen, die vom Land in die Stadt pendeln. Ich finde, dass die jetzt drohenden Streichungen der Bahnlinien nur die Spitze eines Eisbergs sind und darunter noch vieles falsch läuft. Was unser Abstimmungsverhalten betrifft, halten wir uns an die Überschriften der Resolutionen, obwohl auch bei den Grünen die Regionalstadtbahn im Antragstext vorkommt. Deshalb werden wir bei L 17 zustimmen und uns beim Antrag L 18 enthalten, danke.

Danke, wir stimmen bei beiden zu. So präzise wie die KPÖ sind wir da nicht. Es braucht einen ordentlichen Schub in Richtung Bund. Wir wollen das. Allerdings ist mir schon wichtig zu sagen, dass die aktuelle Situation kein böser Schicksalsschlag oder eine böse Aktion der ÖBB ist. Sondern - Michael Roth-Schmida, du hast es auch schon gesagt - es ist ein Ergebnis jahrzehntelangen Versagens, eines sukzessiven Rückbaus und Runtersparens, einer Vernachlässigung mangelnder Zusammenarbeit zwischen allen Playern, exzessiven Straßenbaus, fehlender Aufklärung und der Zersiedelung. Man vergisst immer, wie wichtig das alles ist und dass alles zusammenhängt. Wir brauchen diese Bahnen. Sie sind unglaublich wichtig und ganz entscheidend für den Wirtschaftsstandort. Der Vizebürgermeister ist leider gerade nicht im Raum. Wir stimmen beiden Anträgen zu.

Vielen Dank lieber Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, wir halten diese Resolution für sehr wichtig. Uns ist auch klar, dass jeder Schienenkilometer, der verschwindet, nicht wiederkehren wird. Warum Schienen wichtige Infrastruktur sind, haben meine lieben Kollegen jetzt schon erläutert. Uns fehlt im Resolutionstext aber die Verantwortung, die wir schon deutlich herausstreichen wollen. Denn das Land Oberösterreich hat in seiner Funktion als Besteller von Verbindungen auch eine zumindest indirekte Verantwortung für den Ausbauerhalt sowie für die Attraktivität der Nebenbahnen mitübernommen. Es wundert mich schon sehr, wenn das Land Oberösterreich entlang der Mühlkreisbahn in manchen Stunden fünf Buslinien, aber nur eine Zugverbindung pro Stunde bestellt hat. Das vermittelt den Eindruck, dass das Land in den letzten Jahren mit dem Einsatz für die Nebenbahnen recht sparsam war. Und das schon, bevor die aktuelle Spardebatte ausgebrochen ist. Wir finden, es ist die Aufgabe des zuständigen Verkehrslandesrats tätig zu werden, wenn er die in Diskussion stehenden Nebenbahnen auch wirklich erhalten und nicht nur Verantwortung abschieben will. Deshalb ist es uns wichtig, den Resolutionstext zu ergänzen. Ich stelle folgenden Zusatzantrag und bitte um Zustimmung.

Dankeschön für die avisierten Zustimmungen. Auch wenn wir im Detail verschiedene Positionierungen haben, ist doch der wesentliche gemeinsame Nenner, dass man die Regionalbahnen nicht in Frage stellen, sondern zügig ausbauen sollte.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: Gemeinderat DI Dr. Obermayr/ehem. MFG