Alltagsfitness an den Haltestellen - Pilotprojekt mit der Linz Linien GmbH - Resolution

M 13 · Fraktionsantrag · 36. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden sollte ein Pilotprojekt für Alltagsfitness an ausgewählten Haltestellen von Straßenbahnen und Bussen in Linz. Während der Wartezeiten sollen dort spielerisch-sportliche kurze Übungen und kleine Workouts mit einfachen Geräten oder Anleitungen möglich werden. Begründet wird der Vorschlag mit der langen Wartezeit im öffentlichen Verkehr und dem Ziel, Gesundheit im Alltag sichtbarer und erlebbarer zu machen. Die Umsetzung sollte gemeinsam mit der LINZ LINIEN GmbH erfolgen und aus dem bestehenden Budget durch Umschichtung finanziert werden. Der mehrheitlich abgelehnte Vorschlag sah einen Test im Rahmen der Linzer Gesundheitsstrategie vor.

Schlagwörter (10):alltagsfitnesshaltestellenöffentlicher verkehrgesundheitsförderungbewegung im alltagpilotprojektlinz linienwartezeitensportstrategiebudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, die LINZ AG hat Anfang des Jahres Bilanz über das vergangene gezogen. Sie hat stolz zu Recht verkündet, dass 107 Millionen Fahrgäste den öffentlichen Verkehr in Linz genutzt haben, also Bus, Straßenbahn und alles, was dazugehört. Was sie allerdings nicht erwähnt hat und was auch ihrer Sicht nicht nötig ist, ist die Zeit, die Passagier*innen in diesen öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen bzw. die Zeit, die sie mit Warten verbringen. Wenn man eine ganz einfache Rechnung anstellt - 107 Millionen mal drei Minuten Wartezeit, entsteht eine Wartezeit von 321 Millionen Minuten das ist eigentlich gigantisch. Das sind 619 Jahre Wartezeit. Nimmt man nur zwei Minuten Wartezeit an, reduziert sich das entsprechend auf 412 Jahre. Diese Rechnung hat bei uns die Fantasie angeregt. Diese Zeit könnte man gut nutzen, anstatt ins Handy zu schauen oder sich zu langweilen. Man könnte man spielerisch-sportlich eine kleine Fitnessübung machen. Stellen Sie sich vor, bei jeder Haltestelle ist ein kleines Fitnessgerät, zum Beispiel eine Reckstange. Also könnte man schnell einmal zwei Klimmzüge machen. Es könnte auch ein Poster mit Anweisungen für kleine Körperübungen oder eine Sprossenwand sein, um kurz die Bauchmuskeln zu trainieren. Es gibt auch Scheiben, wo man dran kurbeln kann, die ist sehr schmal und platzsparend oder man kann sich einmal wie beim Tanzen um die eigene Achse drehen kann, um den Rücken zu stärken. Das Wartehäuschen und die Wartebereiche sind ja schon da. Anstatt aufs Handy zu schauen, wären diese paar Minuten Wartezeit perfekt für eine spielerisch-sportliche Fitnessübung. Das macht Spaß, nicht nur Kindern, glaube ich, und wäre gut für die Gesundheit unserer Bevölkerung. Für die Gesundheit ist Michael Raml zuständig. Insofern wendet sich der Antrag auch an ihn. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der für Gesundheit zuständige Stadtrat Michael Raml möge gemeinsam mit den Zuständigen der LINZ LINIEN GmbH (LINZ AG) ein Pilotprojekt zu „Alltagsfitness an den Haltestellen“ entwickeln und umsetzen. Im Sinne der Linzer Gesundheitsstrategie sollen so an ausgewählten Haltestellen von Straßenbahnen und Bussen spielerisch-sportlich kurze Workouts und Fitnessübungen während der Wartezeiten ermöglicht werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Liebe Linzer*innen, lieber Lorenz Potocnik, wir von Ahoi Linz setzen uns für dichtere Takte bei den öffentlichen Verkehrsmitteln ein, damit man gar nicht erst so lange auf den Bus oder die Bim warten muss, wie es derzeit leider oftmals der Fall ist. Die Idee, bei Haltestellen Reckstangen und Sportgeräte aufzustellen, mag gut gemeint sein, lenkt aber unserer Ansicht nach von den wesentlichen Aufgaben ab, denen sich die LINZ LINIEN widmen sollten. Die LINZ LINIEN haben genug damit zu tun, das Angebot des öffentlichen Verkehrs zu verbessern. Das beginnt im Kleinen mit der zeitgemäßen Erneuerung der Anzeigen und der Fahrgastinformation an den Haltestellen und geht ins Große mit besseren Takten auf stark frequentierten Linien, einem ausgebauten Angebot zu den Tagesrandzeiten und einer ernsthaften Lösung der Verkehrsprobleme im Linzer Süden. Darauf müssen wir unseren Fokus legen, deshalb werden wir uns bei diesem Antrag enthalten.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kollegen und Kolleginnen, wir enthalten uns bei diesem Antrag genauso. Wir halten die Zielsetzung grundsätzlich für sinnvoll, der vorgeschlagene Weg überzeugt uns aus fachlicher Sicht jedoch nicht. Außerdem überschneiden sich hier zwei Ressorts, das Gesundheitsressort und das Sportressort. Es bestehen bereits städtische Angebote im Bereich Bewegungs- und Gesundheitsförderung, zum Beispiel mit einer Fitness-App, die man mittels QR-Code an den Haltestellen ermitteln kann. Da kann man sich schon betätigen, wenn man will. Diese verfolgt inhaltlich weitgehend dasselbe Ziel. Eine Neuentwicklung würde Doppelstrukturen schaffen und zusätzliche Kosten verursachen. Aus unserer Sicht wäre es daher zielführender, bestehende Maßnahmen zuerst zu evaluieren und gegebenenfalls weiterzuentwickeln, anstatt ein neues Pilotprojekt zu starten. Danke.

Vielen herzlichen Dank, sehr geehrter Bürgermeister, auf die Respektlosigkeit und Anwürfe vorhin von Besserwisser Lorenz Potocnik, dem Experten für eh fast alles, gehe ich nicht ein. Dieser Antrag fällt in die Kategorie Quantität vor Qualität. Lorenz, du sagst es selbst, es ist Fantasie. Niemand hat etwas gegen mehr Bewegung im Alltag, aber eine Haltestelle ist kein Fitnessstudio, sondern ein Ort, an dem Menschen pünktlich, sicher und oft gestresst von A nach B kommen wollen. Viele warten nicht freiwillig, sondern weil sie müssen. Es sind Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Gepäck oder schlicht mit wenig Zeit. Für sie ist die Haltestelle kein Ort für Kniebeugen, sondern ein Ort, an dem alles möglichst ruhig und barrierefrei funktionieren soll. Was mich an diesem Antrag aber wirklich stört, ist weniger die Idee als ihre Logik. Gesundheit wird hier zu einer Art Wartezeitverwertung erklärt, als müssten Menschen sich auch noch rechtfertigen, wenn sie an der Haltestelle einfach nur stehen und warten. Das ist gut gemeint, aber es verkennt den Alltag vieler Linzerinnen und Linzer. Es ist nett gedacht, aber nicht ernsthaft durchdacht. Genau deshalb sollten wir diesen Antrag freundlich zur Kenntnis nehmen, aber klar sagen, dass gute Gesundheitspolitik bei Planung und Prioritäten beginnt, nicht bei Turnübungen zwischen Bus und Straßenbahn. Wieder einmal ein Minus für LinzPlus.

Danke, auf das Schlusswort freue ich mich schon richtig. In der Linzer Gesundheitsstrategie steht: ‚Linz soll eine Stadt sein, in der Gesundheit für alle zugänglich, sichtbar und erlebbar ist‘. Weiters wird betont, dass Gesundheit ein Querschnittsthema ist, das alle Lebensbereiche berührt. Und: ‚Die Gesundheitsstrategie ist daher nicht als isoliertes Projekt zu verstehen, sondern als gemeinsamer Gestaltungsauftrag an Politik, Verwaltung, Institutionen und Stadtgesellschaft‘. Ich habe die Gesundheitsstrategie sehr gut gelesen, habe mir das zu Herzen genommen und versucht, diesen Gestaltungsauftrag mit einem Vorschlag aufzunehmen. Dietmar Prammer, du hast beim Bürgermeisterempfang in deiner Rede vom Linzer Lebensgefühl gesprochen. Da kann ich dir zu 100 Prozent Recht geben, weil ich das auch immer so gesehen habe mit dem Linzer Lebensgefühl. Was bedeutet das, dieses Linzer Lebensgefühl? Das Linzer Lebensgefühl entsteht nicht, indem Straßenbahnen, Busse, fahren und die Basics zur Verfügung gestellt werden. Das Linzer Lebensgefühl entsteht durch das Besondere, das gewisse Etwas, die Eigenheiten, die Alleinstellungsmerkmale und so weiter. Das hier, ‚Fitness an der Haltestelle‘, wäre zum Beispiel so ein kleines, gewisses Etwas, so ein Merkmal. Wir wären die Ersten in Österreich und vielleicht sogar international, die so etwas ausprobieren würden. Ich habe nicht davon gesprochen, dass das gleich hundertfach skaliert werden muss, sondern ich habe im Antrag die Bitte gestellt, dass man einen kleinen Pilot macht. So ein Pilot kostet 20.000 bis 30.000 Euro. 20.000 bis 30.000 Euro für fünf bis sechs Geräte, mit denen man das einfach testen könnte. Wird das angenommen? Macht das Spaß? Nach einem Jahr kann man fragen, wie findet ihr das? Ist das lustig? Sollen wir weitermachen? Es geht hier überhaupt nicht um ein Fitnessstudio. Da versucht wieder einer absichtlich, etwas falsch zu verstehen. Es geht um Alltagsbewegung, spielerisch-sportlich, für Kinder und alle, die Spaß daran haben. Das widerspricht auch nicht dem Ziel, den Takt zu erhöhen. Ganz werden wir die Wartezeiten auch nie vermeiden, insbesondere zu Randzeiten. Das Argument lasse ich eigentlich auch nicht gelten. Wir wären die erste Stadt, die das macht, eine Pionierstadt in diesem Bereich. Die Sportstrategie würde in den Alltag hineinkommen. Das würde in meinen Augen Sinn ergeben. Ich plädiere dafür, dass wir diesen Pilot starten und bitte um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (9), Die Grünen (8), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (2), KPÖ (2), Gemeinderat Brandstetter