Linzer Klima-Uhr: Live unser Treibhausgas-Budget messen und anzeigen
P 7 · Fraktionsantrag · 22. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wurde ein professionelles Emissionsmonitoring für das städtische Treibhausgasbudget von Linz bis 2040. Die laufenden Auswirkungen von Projekten und Maßnahmen sollen erfasst, gemessen und in die Bilanz eingerechnet werden, damit die Stadt ihre Reduktionspfade zur Klimaneutralität nachvollziehen kann. Als sichtbare Form der Darstellung war eine Linzer Klima- oder CO2-Uhr vorgesehen, die den Fortschritt möglichst in Echtzeit und als Countdown für die Bevölkerung zeigt. Begründet wurde dies mit dem Bedarf an Messbarkeit, Bewusstseinsarbeit und laufender Kontrolle der Klimaziele. Die Finanzierung sollte durch Umschichtung im Budget erfolgen, der Vorstoß wurde mehrstimmig abgelehnt.
AntragstextEinblendenAusblenden
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden
Vielen Dank, Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn ich kurz die letzte Gemeinderatssitzung Revue passieren lasse, dann haben wir bereits mit dem Beschluss des Klimaneutralitätskonzeptes eine Umsetzung eines professionellen Treibhausgasbudgets bzw. Monitoring für die Stadt Linz beschlossen. Zu finden auf Seite 76 des Klimaneutralitätskonzeptes, Maßnahme eins von 52. Dieses soll auch der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Zur Erinnerung, hier hat sich die LinzPlus-Gemeinderatsfraktion enthalten. Einer Klima-Uhr können wir leider nichts Positives abgewinnen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es einerseits schwierig ist, Daten zu bekommen und diese auch gut zu verarbeiten und andererseits ist es noch schwieriger diese auch in Echtzeit liefern zu können. Eine Klima-Uhr, die veranschaulicht, wieviel CO2 weltweit in die Atmosphäre abgegeben wurde oder abgegeben wird, macht aus Gründen der Awareness global sicher Sinn. Auf städtischer Ebene können wir diese Qualität, Daten in Echtzeit zu liefern, nicht sichern. Unsere Fraktion wird sich deshalb bei diesem Antrag enthalten wird.
Danke Herr Bürgermeister, wir als KPÖ unterstützen diesen Antrag. Wir finden, es ist eine gute Idee, um wirklich aufzuzeigen, ob sich Linz auf dem richtigen Weg befindet. Letztendlich geht es darum, dass den vielen Worten und Papieren mit den schönen Absichten endlich die richtigen Daten folgen, wir stimmen zu.
Vielen Dank, Herr Bürgermeister, ich schließe mich der Kollegin von der SPÖ weitgehend an, um noch einmal zu sagen, dass ein Emissionsmonitoring an sich ganz, ganz wesentlich ist. Da sind wir hundertprozentig dabei. Wir sind aber ebenfalls skeptisch, diese Information über eine Klima-Uhr darzustellen, wie du, Merima Zukan, schon angeführt hast. Ich möchte nur ergänzen, dass mit diesem Thema eine gewisse Komplexität einher geht. Eine Uhr reduziert dieses Thema schon sehr auf eine einzige Zahl. Wenn man die notwendigen Handlungsbedarfe darstellen will, dann ist das aus unserer Sicht zu vereinfacht. Ich weise auch noch einmal auf die bestehenden Maßnahmen aus dem Klimaneutralitätskonzept hin. Das Projekt ‚Linz mit Ambitio3xn‘ baut ein professionelles Treibhausgasmonitoring auf, das auf produktionsbasierten Emissionen fokussiert und nach dem Global Protocol for Cities erhoben wird. Das Monitoring erfolgt sowohl gesamtstädtisch als auch auf Bezirksebene. Zusätzlich ist es, wie auch schon erwähnt, natürlich eine Frage der Ressourcen. Wie bereits gesagt, würde es einerseits den Rahmen des bestehenden Projektes übersteigen und erhebliche zusätzliche Ressourcen beanspruchen, wenn man wirklich eine umfassende Bewertung, wie im Antrag gefordert, vornehmen wollen würde. Darüber hinaus ist ein quartals- oder tagesaktuelles Monitoring, wie du, Lorenz Potocnik, das beantragst, technisch kurzfristig nicht machbar. Viele Daten sind nur jährlich verfügbar und die Stadt Linz ist auf eine Datenbereitstellung von übergeordneten Stellen angewiesen. Aus diesen Gründen enthalten wir uns bei diesem Antrag hier ebenfalls.
Danke, Herr Bürgermeister, auf ein, zwei Punkte gehe ich ein. Merima Zukan, du sagst, es ist schwierig Daten zu bekommen und gleichzeitig sagst du, es wird ein Emissionsmonitoring geben. Wie soll das Emissionsmonitoring funktionieren, wenn es keine Daten gibt? Die Daten gibt es ja in irgendeiner Form. Genau das Gleiche trifft auf dich zu, Helge Langer. Du sagst, es ist kompliziert und die Ressourcen fehlen, aber es soll das Emissionsmonitoring geben. Dann sagst du, dass man das gar nicht auf eine Zahl reduzieren kann. Aber diese eine Zahl gibt es ja schon längst. Das sind diese 70 Teratonnen, die habe nicht ich erfunden, die hat das Wegener Center beziehungsweise die Klimastabstelle genannt. Irgendwie kann ich es nicht ganz nachvollziehen. Das klingt für mich wie eine Ausrede. Ich weiß schon, dass sich die Politik sehr, sehr ungern messen lässt. Ich würde sogar noch weitergehen und sagen: Die Politik scheut das Messen, wie der Teufel das Weihwasser. Das ist klar. Nur, wenn wir es ernst meinen mit der Klimaneutralität, dann müssen wir uns auch messen lassen, alle mitnehmen, kontrollieren und uns anspornen. Anders wird es nicht gehen. Ich bitte um Zustimmung.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), Die Grünen (9), FPÖ (9), NEOS (2), MFG (1), WANDEL