Messen, messen, messen: Rad- und Fußverkehr systematisch zählen

G 8 · Fraktionsantrag · 28. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Beschlossen wurde der flächendeckende Ausbau automatisierter Zählstellen für Rad- und Fußverkehr an wichtigen Wegen und neuralgischen Punkten in Linz. Begründet wird das mit der bisher sehr dünnen Datenlage, nur vier bestehenden Messstellen und dem Bedarf an belastbaren Grundlagen für eine evidenzbasierte Verkehrsplanung. Die Erhebung soll Nutzungsmuster und Verkehrsaufkommen über längere Zeiträume sichtbar machen und damit den Ausbau der Infrastruktur zielgerichteter, sparsamer und transparenter machen. Die Daten sollen möglichst in Echtzeit auf der Website der Stadt öffentlich zugänglich sein. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget gedeckt werden.

Schlagwörter (9):radverkehrfußverkehrverkehrszählungmobilitätsdatenevidenzbasierte verkehrsplanunginfrastrukturausbaustadtmobilitätdatentransparenzbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleg*innen, Linz investiert seit Jahren viel Geld in die Radinfrastruktur, aber eigentlich wissen wir so gut wie nichts über das Verhalten der Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Was uns fehlt, ist eine breite Datenlage. Es gibt nur vier Messstellen, wovon zwei laufend defekt sind. Die einzige Erkenntnis, die wir haben, ist, dass der Radverkehr auf den zwei Brücken deutlich zunimmt. Darüber, was in den anderen Stadtteilen oder südlich des Hauptplatzes und an den wichtigen Hauptverkehrsrouten und Kreuzungen passiert, wissen wir so gut wie nichts. Besonders bei den Alltagsradler*innen tappen wir im Dunkeln. Hier hilft nur messen, messen, messen. Um evidenzbasiert planen zu können, brauchen wir an allen neuralgischen Punkten und Strecken Messstellen. Die gute Nachricht: Diese Messstellen kosten nicht viel. Ich habe mir Angebote von zwei Unternehmen eingeholt. Je nach System kostet eine Radzählstelle zwischen 2.500 und 6.000 Euro. Mit einem vergleichsweise kleinen Invest können wir fundierte Grundlagen und wertvolles Wissen schaffen. Die Zählstellen ermöglichen uns, die Rad- und Fußgänger*inneninfrastruktur evidenzbasiert auszubauen. In diesem Zusammenhang stellt die LinzPlus-Gemeinderatsfraktion folgenden Antrag. Ich bitte um Zustimmung und darum, den Erläuterungstext ins Protokoll zu übernehmen. In Linz gewinnt das Fahrrad zunehmend an Bedeutung. Das ist täglich gut zu beobachten, aber auch die vorhandenen (wenigen) Zählstellen zeigen den Trend. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, da das „Alltagsradeln“ die Straßen entlastet, leise ist, wertvollen städtischen Platz spart und Stau reduziert. All das stärkt direkt und indirekt unseren Wirtschaftsstandort. Der Ausbau der Rad- und Fußgänger-Infrastruktur sollte daher, wie in anderen erfolgreichen Städten rasch und entschlossen vorangetrieben werden. Doch um den Ausbau zielgerichteter, sparsamer und evidenzbasierter zu gestalten, braucht es mehr Daten. Nur durch präzise, datenbasierte Verkehrsplanung, sprich systematische Erhebung und Analyse von Fahrrad- und Fußgänger-Bewegungen, ist eine zukunftsfähige Stadtmobilität möglich. Dafür bedarf es des Einsatzes von automatisierten Zählstellen. Diese ermöglichen es, wichtige Daten zu Nutzungsmustern und Verkehrsaufkommen über längere Zeiträume mit geringen Kosten zu erheben. In Linz fehlen solche Zählstellen an vielen strategischen Routen, zum Beispiel am Damm in Urfahr, in der Lederergasse, in der Wiener Straße (Musiktheater-Unionkreuzung), am Bulgariplatz, in der Gruberstraße, am neuen Radweg nach St. Margarethen (Richtung Wilhering), an der Oberen Donaustraße in Alturfahr, in der Franckstraße, in der Friedhofstraße, der Lastenstraße, der Prinz-Eugen-Straße über die Autobahn, oder in Pichling am Radweg neben der Umfahrungsstraße Ebelsberg (Neufelderstraße). Öffentlich zugängliche Radverkehrsdaten steigern zusätzlich das Verständnis und die Akzeptanz des Radverkehrs in der Bevölkerung. Anders als beim motorisierten Verkehr, für den bereits regelmäßig Daten erfasst und veröffentlicht werden, existieren im Bereich des Rad- und Fußverkehr in Linz bisher nur unzureichende Informationen. Linz hat aktuell nur vier (!) Zählstellen. - Die Datenlage ist leider mangelhaft: https://www.linz.at/mobilitaet/3424.php - In Oberösterreich gibt es aktuell nur zwei (!) Zählstellen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/254059.htm - City Dashboard: https://www.linz.at/stadtentwicklung/dashboard.php
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Vizebürgermeister und Mobilitätsreferent Martin Hajart wird beauftragt, den Rad- und Fußverkehr systematisch und kontinuierlich an den wichtigsten Wegen und neuralgischen Punkten im Stadtgebiet zu messen. Dazu sollen flächendeckend vollautomatisierte Zählstellen für Fahrräder und Fußgänger*innen installiert werden. Diese Zählstellen sollen in Zukunft die Grundlage für gezielte und evidenzbasierte Maßnahmen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs liefern. Die Daten mögen transparent und für alle zugänglich (idealerweise in Echtzeit) auf der Website der Stadt Linz zur Verfügung gestellt werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Liebe Brita Piovesan, deinem Ersuchen um Zustimmung kommen wir vonseiten der ÖVP-Fraktion nach, weil ich auch der Meinung bin, dass messen, messen, messen im Verkehr gut ist. Allerdings nicht nur, was Fahrräder oder Fußgänger*innen, sondern alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, den motorisierten Individualverkehr, Busse, LKWs, Scooter, et cetera, betrifft. Wir sollten den ganzen Mobilitätsmix erfassen. Das ist die Zielrichtung, die wir vonseiten des Mobilitätsressorts schon vor einiger Zeit eingeschlagen haben. Es soll auf der Website etwas zur Verfügung gestellt und anschaulich dargestellt werden – das ist ja auch Inhalt des Antrags – und auch das tun wir bereits. Dein Fraktionskollege Potocnik hat es unlängst erst auf Facebook besonders gelobt, kurz danach stellt ihr nun den Antrag. Das ist alles okay, wir stimmen zu und werden das Messen, Messen, Messen auch weiterhin vorantreiben. Dankeschön.

Danke, ich freue mich, dass wir hier die Grundlagen legen, um klare, fundierte Entscheidungen treffen zu können. Mehr öffentlich zugängliche Daten bedeuten auch mehr Verständnis und Akzeptanz für den Rad- und Fußverkehr. Wir werden damit auch im Ausbau der Infrastrukturen präziser. Danke sehr.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird einstimmig angenommen.