Linz klar gegen Antisemitismus positionieren

M 3 · Fraktionsantrag · 36. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

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Linz soll der internationalen Initiative „Mayors United Against Antisemitism“ beitreten und damit öffentlich ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Begründet wird dies mit einer Zunahme antisemitischer Vorfälle international, in Österreich und auch in Linz, wo Angriffe auf jüdische Symbole und antisemitische Symbolik im öffentlichen Raum genannt werden. Der Beitritt soll die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Städten stärken und Vernetzungsmöglichkeiten eröffnen. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget oder in künftigen Voranschlägen gedeckt werden. Der Beitritt wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (9):antisemitismusjüdisches lebenmenschenrechtedemokratiegesellschaftlicher zusammenhalterinnerungskulturbürgermeistereuropäische vernetzungbudget
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, antisemitische Vorfälle nehmen seit Jahren international, europaweit, aber auch in Österreich zu. Diese Entwicklung betrifft nicht nur die jüdischen Gemeinden, sondern sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für demokratische Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Auch in Linz hat es in den vergangenen Jahren konkrete antisemitische Vorfälle gegeben, wie Angriffe auf jüdische Symbole oder antisemitische Symbolik im öffentlichen Raum. Das zeigt, dass Antisemitismus ein immer größer werdendes konkretes Problem ist und dass das auch auf lokaler Ebene benannt und adressiert werden muss. Wohin steigender antisemitischer Hass führt, hat sich vor Weihnachten mit einem Terroranschlag gegen ein jüdisches Chanukka-Fest in Sydney auf besonders schockierende Art und Weise gezeigt. Mit dem Beitritt zur internationalen Initiative ‚Mayors United Against Antisemitism‘ soll Linz nicht nur ein klares politisches Symbol senden, sondern auch ein Zeichen der Zusammenarbeit gegen Antisemitismus. Rund 200 europäische Städte, darunter Wien, Salzburg und Villach, sind der Initiative beigetreten. Der Antrag ersucht den Bürgermeister daher, der Initiative beizutreten und den Gemeinderat über mögliche Vernetzungen zu informieren. Wir sehen darin ein wichtiges, klares und angemessenes Zeichen, um Antisemitismus in all seiner Form unmissverständlich entgegenzutreten. Ich bitte um Zustimmung. Danke.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Der Bürgermeister der Stadt Linz wird ersucht, die Erklärung der internationalen Initiative „Mayors United Against Antisemitism“ des American Jewish Committee (AJC) zu unterzeichnen und damit den Beitritt der Stadt Linz zu dieser Initiative öffentlich zu erklären. 2. Der Bürgermeister wird weiter ersucht, den Gemeinderat über den erfolgten Beitritt sowie über daraus resultierende Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen europäischen Städten zu informieren. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen beziehungsweise in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Danke schön, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, lieber Kollege, wir bedanken uns seitens der ÖVP für die gute Initiative, du hast das benannt. Das Thema Antisemitismus ist leider in ganz Europa eines, das wieder aufgeflammt ist, speziell seit Oktober 2023. Es kommt auch von ganz unterschiedlichen Seiten. Das muss man auch klar benennen. Es kommt von ganz links, von ganz rechts, es kommt auch aus gewissen zugewanderten Kreisen. Es ist ein sehr, sehr breites Spektrum. Ich glaube, da braucht es eine breite Allianz gegen Extremismus, gegen Antisemitismus. 104 Wir haben das auch schon in einem breiten Fraktionsantrag Ende 2023 in diesem Haus beschlossen, auch mit einem Maßnahmenpaket dazu. Ich glaube, das ist auch eine gute Initiative, an die man anknüpfen kann. Wir bedanken uns dafür und stimmen hier zu.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir begrüßen diesen Antrag ausdrücklich. Er ist die konsequente Weiterführung der aktiven Erinnerungskultur der Stadt Linz. Beispielhaft seien die Erinnerungsstelen an die jüdischen Opfer genannt. Dieser Antrag zeigt ganz klar, dass Antisemitismus in Linz keinen Platz hat. Deswegen werden wir diesem Antrag zustimmen. Danke.

Ich möchte mich für die avisierte Zustimmung und vor allem auch für die breite Allianz gegen Antisemitismus bedanken. Danke sehr.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird einstimmig angenommen.