Maßnahmen für LGBTIQ* in Linz

I 8 · Fraktionsantrag · 7. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Gefordert wird ein Maßnahmenpaket für LGBTIQ* in Linz mit einer breiter ausgestatteten Gleichbehandlungsstelle, jährlichem Hissen der Regenbogenfahne im Juni und einem Ideenwettbewerb für ein Denkmal für Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit. Begründet wird das Vorhaben mit dem Anspruch auf eine offene Gesellschaft, mit Antidiskriminierungsarbeit sowie mit der historischen Verantwortung der Stadt für ein breites Gedenken. In der Debatte wurde darauf verwiesen, dass das LGBTIQ-Konzept von 2021 bereits beschlossen wurde und die Gleichbehandlungsstelle samt Koordination und Arbeitsgruppe schon eingerichtet ist. Auch das Hissen der Regenbogenfahne wurde als bereits geübte Praxis beschrieben. Der Ideenwettbewerb für das NS-Opfer-Denkmal wurde als weiterhin sinnvoller Handlungsbedarf anerkannt und dem Ausschuss für Finanzen und Integration zugewiesen; die beiden anderen Punkte wurden abgelehnt.

Schlagwörter (10):lgbtiqantidiskriminierunggleichbehandlungsstelleregenbogenfahnens-opfer-denkmalhomosexuellenverfolgungerinnerungskulturqueere stadtpolitikbürgerbeteiligungintegration
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Gemeinderat Burgstaller berichtet über den von der NEOS-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## I 8 Maßnahmen für LGBTIQ* in Linz und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, werte Zuseherinnen und Zuseher, wir treten für eine freie und offene Gesellschaft ein, weil sie unserem Bild eines freien und verantwortungsvollen bewussten Handelns eines befähigten Menschen am besten entspricht. Zu ihrer Realisierung muss der/die Einzelne ebenso wie die Gesellschaft insgesamt beitragen. Eine offene Gesellschaft erfordert aus unserer Sicht in besonderer Weise die Einbindung aller Gruppen in den politischen Diskurs. In einer freien und offenen Gesellschaft müssen die Einrichtungen und Institutionen der Gesellschaft für die demokratische Mitsprache aller BürgerInnen offenstehen und niemand darf das Opfer von Diskriminierung werden. Dabei lohnt sich anlässlich des Pride Month im Juni ein vertiefender Blick auf die Situation der LGBTIQ*-Community.“ Wir regen mit diesem Antrag unter anderem einen Ideenwettbewerb für Nationalsozialistische (NS)-Opferdenkmal mit dem Schwerpunkt Homo-, Bi- und Transphobie an. Gerade Linz hat die historische Aufgabe ein breites Gedenken zu fördern. Wir wollen daher die Linzer Denkmale um eines für jene Menschen, die an homosexueller Verfolgung in der NS-Zeit betroffen waren, erweitern. Dazu soll es einen Wettbewerb der Ideen und künstlerischen Entwürfe geben, bei dem alle mitmachen können. Denn Gedenken soll eine gemeinschaftliche Sache sein. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass auch heute viele LGBTIQ*-Personen besonders häufig Opfer von verbaler und physischer Gewalt sind, wobei das Eintreten für ihre Rechte wichtiger denn je ist. Wir stellen daher folgenden Antrag: Der Gemeinderat beschließe: „1. Die Gleichbehandlungsstelle der Stadt Linz soll folgende Aufgabenbereiche abdecken: Beratung und Hilfestellung in Diskriminierungsfällen, Schnittstelle zwischen LGBTIQ*-Community, Politik und Verwaltung, Förderung queerer Kleinprojekte, Bildungsarbeit und Sensibilisierung, Fachkonferenzen und Queere Stadtgespräche, EU-Projekte umsetzen, Information und Öffentlichkeitsarbeit 358 und Netzwerkarbeit im In- und Ausland mit der Schwerpunktarbeit in Schul- und Jugendarbeit, Gewaltprävention, Antidiskriminierungsarbeit und LGBTIQ* in der Arbeitswelt und vor allem einfach und niederschwellig erreichbar sein. 2. Im Regenbogenmonat Juni: Die Stadt jedes Jahr als Zeichen der Vielfalt die LGBTIQ*-Regenbogenfahne vor dem Alten Rathaus hisst. 3. Ideenwettbewerb NS-Opfer-Denkmal: Ziel des künstlerischen Realisierungswettbewerbs ist die Erlangung von künstlerischen Entwürfen für die Errichtung eines „Denkmals für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden“, welches auf einer ausgewiesenen Fläche errichtet wird. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden. Ich bitte um Zustimmung. Danke schön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: „1. Die Gleichbehandlungsstelle der Stadt Linz soll folgende Aufgabenbereiche abdecken: Beratung und Hilfestellung in Diskriminierungsfällen, Schnittstelle zwischen LGBTIQ*-Community, Politik und Verwaltung, Förderung queerer Kleinprojekte, Bildungsarbeit und Sensibilisierung, Fachkonferenzen und Queere Stadtgespräche, EU-Projekte umsetzen, Information und Öffentlichkeitsarbeit 358 und Netzwerkarbeit im In- und Ausland mit der Schwerpunktarbeit in Schul- und Jugendarbeit, Gewaltprävention, Antidiskriminierungsarbeit und LGBTIQ* in der Arbeitswelt und vor allem einfach und niederschwellig erreichbar sein. 2. Im Regenbogenmonat Juni: Die Stadt jedes Jahr als Zeichen der Vielfalt die LGBTIQ*-Regenbogenfahne vor dem Alten Rathaus hisst. 3. Ideenwettbewerb NS-Opfer-Denkmal: Ziel des künstlerischen Realisierungswettbewerbs ist die Erlangung von künstlerischen Entwürfen für die Errichtung eines „Denkmals für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden“, welches auf einer ausgewiesenen Fläche errichtet wird. Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden. Ich bitte um Zustimmung. Danke schön.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich darf mich als LGBTIQ*-Referentin der Stadt Linz zu Wort melden. Herr Burgstaller, wir haben in einem zweistündigen Gespräch schon über LGBTIQ* gesprochen und ich habe Ihnen im ersten Quartal mehrmals nähergebracht, was wir dazu bereits umgesetzt haben bzw. umsetzen. Daher müssen wir diesen Antrag ein bisschen differenzierter betrachten. Punkt eins, wir haben am 24. September 2021 in diesem Gemeinderat ein LGBTIQ*-Konzept inklusive eines sehr umfassenden Maßnahmenkatalogs, abgestimmt mit den Vertretern der Community, beschlossen. Das ist also nichts, was wir selbst erfunden haben, sondern wir haben bereits ausführlich mit allen Beteiligten der Community gesprochen und ein wirklich sehr breites und stimmiges Konzept für Linz beschlossen. Dieses Konzept hat vorgesehen, dass wir eine Queer-Stelle bzw. ein Queer-Referat einrichten. Das ist im ersten Quartal bereits geschehen, gemeinsam mit der Magistratsdirektion haben wir das in der passenden Gleichbehandlungsstelle verankert und eine LGBTIQ*-Koordinatorin, Frau Patricia Kurz-Khattab, als Koordinatorin eingesetzt. Hier gibt es also eine Person, mit der ich gemeinsam eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen habe, wo wir wieder mit allen Vertretern der Community und Beratungsstellen zusammenarbeiten. Aber sie wissen das ja, wir haben im ersten Quartal ein ausführliches Vorgespräch dazu gehabt haben. Was haben wir gemacht? Wenn ich mir diesen Aufgabenkatalog so anschaue, fällt mir jetzt nichts ein, was wir dazu noch nicht umgesetzt hätten oder was wir in den nächsten Wochen noch nicht geplant haben. Das heißt, ein Großteil der Aufgaben wird schon aktiv in der Gleichbehandlung ausgeübt bzw. ist schon auf Schiene. Daher kann man sagen, das ist schon erledigt. Punkt zwei, wenn man im Regenbogenmonat Juni die letzten Jahre am Rathaus vorbeigefahren ist und geschaut hat – ich habe bis 2018 zurückrecherchiert – dann wurde diese Regenbogenfahne jedes Jahr gehisst. Natürlich war auch in den letzten Jahren in der Stadt Linz ganz klar, dass man allen Menschen dementsprechend offen gegenüberstehen. Gerade in diesem Monat wollen wir natürlich ein starkes Zeichen für die LGBTIQ* setzen. Soviel zu Punkt zwei, das heißt, das ist auch erledigt. Der dritte Punkt ist der Ideenwettbewerb, dem kann ich sehr viel abgewinnen, weil es tatsächlich kein Denkmal für die Opfer, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, gibt. Hier haben 359 wir auf jeden Fall noch Bedarf in der Stadt Linz, - das haben wir auch schon in unserem persönlichen Gespräch festgestellt - hier müssten wir eine Maßnahme ergreifen. Deswegen möchte ich bitten, dass wir diese Themen dreiteilen, das heißt, dass wir es getrennt zur Abstimmung bringen. Punkt eins und Punkt zwei sind de facto umgesetzt bzw. befinden sich in Umsetzung. Bei Punkt drei haben wir Handlungsbedarf und ich würde mich über eine Zuweisung zu meinem Ausschuss sehr freuen.

Danke Herr Bürgermeister, wir Freiheitliche stehen zum traditionellen Familienbild und sind auch der Meinung, dass die Sexualität Privatsache jedes Menschen ist. Wir müssen uns leider enthalten.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, natürlich kennen wir das LGBTIQ*-Konzept, das 2021 beschlossen wurde, im Detail. Wir freuen uns, dass einiges davon schon umgesetzt bzw. in Umsetzung oder in Planung ist. Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass uns ein Denkmal der homosexuellen Opfer des NS-Regimes im öffentlichen Raum ein besonderes Anliegen ist, das haben wir schon in anderen Zusammenhängen thematisiert. Diesbezüglich begrüßen wir natürlich einen Ideenwettbewerb und sehen der Behandlung im Ausschuss sehr positiv entgegen.

Ich möchte mich noch einmal für die Zusammenarbeit bedanken, es freut mich, dass so vieles weitergeht. Danke schön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Der Punkt 1 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), FPÖ (7), MFG (2) und LinzPlus (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Punkt 2 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), FPÖ (7), MFG (2) und LinzPlus (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Punkt 3 des Antrags wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von FPÖ (7) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit dem Ausschuss für Finanzen und Integration zugewiesen.