Grundsteuer erhöhen - Resolution

N 16 · Fraktionsantrag · 34. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Die Erhöhung der Grundsteuer soll die kommunale Finanzkraft stärken und die Finanzierung zentraler Aufgaben wie Kinderbetreuung, öffentlicher Verkehr, Infrastruktur und soziale Leistungen langfristig absichern. Begründet wird dies mit den engen finanziellen Spielräumen der Stadt und der seit Jahren ausstehenden Reform vermögensbezogener Steuern in Österreich. Vorgesehen ist eine moderne Grundsteuer, die sich an realen Verkehrswerten orientiert, sowie die Möglichkeit für Gemeinden, ihre Hebesätze selbst anzupassen. Gleichzeitig soll eine Mehrbelastung für Mieterinnen ausgeschlossen werden, indem die Grundsteuer aus den Betriebskosten gestrichen und das Mietrechtsgesetz angepasst wird. Die Resolution wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (10):grundsteuerkommunalfinanzensteuerreformvermögensbesteuerungmietrechtbetriebskostengemeindefinanzenkinderbetreuungöffentlicher verkehrsoziale leistungen
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, passend zu einer aktuellen bundespolitischen Debatte und zum morgigen Budgetgemeinderat kommt hier nun eine Resolution zu strukturellen Problemen in Österreich, nämlich die extrem niedrigen Steuern auf Vermögen und Besitz. Wir haben schon einmal eine Resolution an die damals zukünftige Bundesregierung gestellt, vermögensbezogene Steuern endlich anzuheben. Das ist aber, wie wir wissen, bis heute ungehört geblieben. Ich glaube, die Resolution ist von der Bundesregierung nicht einmal beantwortet worden. Umso notwendiger ist es aber, dass man das Thema noch einmal aufgreift. Konkret geht es um die Grundsteuer. Seit vielen Jahren verlangen sowohl die Städte als auch die Gemeinden - der Gemeindebund - eine Reform. Passiert ist aber bislang nichts. Auch die neue Bundesregierung hat bisher keinerlei Schritte gezeigt. Der Linzer Voranschlag 2026 zeigt sehr deutlich, wie eng die finanziellen Spielräume der Stadt geworden sind. Ich sage das jetzt vor allem für alle Neoliberalen hier und draußen. Vor allem die Gemeinden haben primär kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem. Eine zeitgemäße Grundsteuer, die sich an den realen Verkehrswerten orientiert, wäre kein neuer Steuerhammer, sondern eine faire Anpassung an die tatsächliche Vermögenslage hier im Land. Expertinnen und Experten rechnen mit bis zu 2,7 Milliarden Euro österreichweit an zusätzlichen Einnahmen für Gemeinden. Einnahmen, die dringend nötig waren, um zentrale Aufgaben wie Kinderbetreuung, öffentlichen Verkehr, Infrastruktur oder soziale Leistungen langfristig abzusichern. Wir fordern daher, dass die Bundesregierung endlich eine moderne Grundsteuerreform vorlegt. Bis dahin sollen die Gemeinden die Möglichkeit erhalten, ihre Hebesätze selbst anzupassen. Gleichzeitig muss klar festgeschrieben werden, dass diese Reform nicht zulasten der Mieterinnen und Mieter geht. Die Grundsteuer ist aus dem Betriebskostenkatalog zu streichen und das Mietrechtsgesetz entsprechend anzupassen. Ich bitte um Annahme der Resolution. Danke.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die Stadt Linz spricht sich für eine Erhöhung der Grundsteuer aus, um die kommunale Finanzkraft zu stärken und die Erfüllung zentraler Aufgaben im Interesse der Linzer Bevölkerung langfristig zu sichern. Um eine Mehrbelastung für Mieter*innen auszuschließen, soll gleichzeitig das Mietrechtsgesetz angepasst und die Grundsteuer aus den Betriebskosten herausgenommen werden. Die österreichische Bundesregierung wird aufgefordert, entsprechende Gesetzesvorlagen vorzubereiten und dem Nationalrat zur Beschlussfassung vorzulegen.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir finden die Resolution richtig und wichtig und werden daher zustimmen. Danke.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gerade wir wissen, dass die finanzielle Situation der Gemeinden und Städte angespannt ist. Deshalb kann ich nachvollziehen, dass man neue Einnahmequellen sucht. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Teuerung und die Krisen nicht nur die Kommunen und die öffentliche Hand betreffen. Sie betreffen vor allem die Menschen in unserem Land und in unseren Städten. Deshalb ist genau jetzt der schlechteste Zeitpunkt, um über weitere Belastungen und höhere Steuern zu sprechen. Zusätzliche Steuern lösen keine Probleme, sie verschärfen sie maximal. Wir als Linzer ÖVP sind auch davon überzeugt, dass man den Haushalt in Linz ausgabenseitig in den Griff bekommen muss und nicht durch höhere Steuern und Belastungen für die Menschen. Wir brauchen den Bürgerinnen und Bürgern nicht noch mehr in die Kassen zu greifen. Ich bin auch zutiefst davon überzeugt, dass die Erhöhung der Grundsteuer eigentumsfeindlich ist. Wer sind diese oft so bösen Eigentümerinnen oder Eigentümer, vor die wir uns gerne schützend stellen? Das sind in den allermeisten Fällen Menschen, die ein Einfamilienhaus, eine kleine Wohnung oder ein geerbtes Objekt besitzen. Das sind keine Großgrundbesitzer*innen, davon gibt es ganz wenige in Linz. Für all diese Menschen ist die Grundsteuer eine reale spürbare und jede Erhöhung eine zusätzliche schmerzliche Belastung. Österreich zählt zu den Ländern mit den höchsten Abgabenquoten. Ich sehe ehrlich gesagt keine Rechtfertigung, diese Last weiter zu erhöhen. Daher gibt es von uns eine klare Gegenstimme.

Danke für die Wortmeldungen. Ja, es stimmt, wir haben hohe Abgabenquoten, welche sehr ungerecht verteilt sind. Die, die wirklich viel haben, zahlen ganz wenig in diesem Land. Deswegen muss man etwas ändern. Ich bedanke mich für die Zustimmung einiger Fraktionen hier im Haus. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: NEOS (1) Gegenstimme: ÖVP (9), FPÖ (8)