Zukunft Urfahraner Markt

L 15 · Fraktionsantrag · 16. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden sollte eine Standort- und Machbarkeitsstudie für den Urfahraner Markt und für große Veranstaltungen wie Lido Sounds. Untersucht werden sollten andere Flächen in Linz, etwa die Heizhausstraße, um den Jahrmarkt und weitere Events langfristig neu zu ordnen. Begründet wurde der Vorschlag mit der großen Fläche an der Donau, ihrem Entwicklungspotenzial und dem Wunsch nach professioneller, ergebnisoffener Stadtplanung. Demgegenüber standen Argumente für den Verbleib des Urfahraner Markts am bisherigen Standort, für die Tradition des Platzes und gegen zusätzliche Belastungen für Anrainer. Die Studie wurde bei Stimmenthaltung von Grünen, NEOS und MFG sowie Gegenstimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ abgelehnt.

Schlagwörter (10):urfahraner marktstandortsuchemachbarkeitsstudiestadtplanungdonauländegroßveranstaltungenlido soundsöffentlicher raumanrainerbelastungtradition
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Potocnik berichtet über den von der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## L 15 Zukunft Urfahraner Markt und führt aus: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, über den Sommer ist die Debatte bereits eröffnet worden. Es geht um den Urfahraner Markt, diese riesige Fläche, viereinhalb Hektar, und die Möglichkeit den Urfahraner Markt und andere Großevents vielleicht woandershin zu verpflanzen. Dadurch könnte man diese Fläche, dieses riesige Potential direkt an der Donau und am Wasser freibekommen.“ 535 Irgendwie blockiert dieser Urfahrnaner Markt natürlich auch diese wichtige Entwicklung. Genau darum geht es in diesem Antrag, dass von Seiten der Planungsressorts eine Studie beauftragt wird, oder eine Studie gemacht wird, Standortstudie und Machbarkeitsstudie, ob es andere Flächen gäbe in unserer Stadt. Zum Beispiel die Heizhausstraße und ob dort diese Events stattfinden könnten. Ganz kurz lese ich den Antragstext vor. Der Gemeinderat beschließe: „Der zuständige Stadtrat für Stadtplanung möge eine Studie in Auftrag geben, die andere Standorte für den Jahrmarkt sowie große Events wie Lido Sounds untersucht. Diese Standort- und Machbarkeitsstudie soll alle Möglichkeiten in Linz vergleichen und als Grundlage für eine zukünftige Entwicklung des Jahrmarkts und anderer Linzer Events dienen.“ Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden. Ich bitte hier um Zustimmung im Sinne einer professionellen Stadtplanung, im Sinne einer zukünftigen Entwicklung des Urfahrnaner Marktgeländes oder der Donaulände in Urfahr.“
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der zuständige Stadtrat für Stadtplanung möge eine Studie in Auftrag geben, die andere Standorte für den Jahrmarkt sowie große Events wie Lido Sounds untersucht. Diese Standort- und Machbarkeitsstudie soll alle Möglichkeiten in Linz vergleichen und als Grundlage für eine zukünftige Entwicklung des Jahrmarkts und anderer Linzer Events dienen.
Wortmeldungen (5)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleg*innen, liebe Zuseher*innen, zuallererst möchte ich mich bei den Menschen außerhalb dieses Gemeinderates, die dieses Thema immer wieder sozusagen am Kochen halten und auch bei Herrn Potočnik, der hier einen diskursiven Anstoß gemacht hat, so würde ich das einmal nennen, bedanken. Ich denke, dass der ‚Urfix‘ durchaus auf dem Jahrmarktgelände bleiben kann, ich würde aber argumentieren, dass man das Konzept ‚Urfix‘ vielleicht neugestalten oder renovieren müsste. Ich denke aber schon, dass man andere Veranstaltungen durchaus in andere Areale verlegen könnte. Ich glaube, dass es schon einen sehr hohen Druck auf diese Fläche gibt. Ich würde zu diesem Thema gerne noch etwas dazu sagen, weil es meines Erachtens zwei Seiten hat. Ich weiß nicht, ob ihr aus der Sendereihe Alltagsgeschichten von Elizabeth T. Spira die ‚Donauinsulaner‘ kennt? Da gibt es im Abspann die großartige Szene, wo am FKK-Strand der Donauinsel in Wien einer sagt: ‚Die Insel, das ist der Garten Eden für mich und ein jeder Mensch in Österreich hat das Recht auf eine Insel.‘ Das klingt zwar sehr lustig, aber ich sehe das wirklich so. Die Donauinsel in Wien ist wirklich ein großartiger, öffentlicher Raum und wenn es heiß ist, ist es dort unglaublich fein. Sehr, sehr viele Leute gehen dorthin, genießen diesen Platz und genießen einfach das Leben. Als wir damals diesen Wahlkampf gemacht haben, haben wir uns gedacht, dass es großartig ist, den öffentlichen Luxus, den öffentlichen Raum in Linz zu thematisieren und dass wir einfach mehr schöne öffentliche Räume brauchen. Wieso habe ich vorher gemeint, dass das eine doppelte Seite hat? Weil die zweite Seite dieser Medaille ist, dass wir darauf spekuliert haben, dass die Stadtregierung unter Klaus Luger bei diesem Thema nichts zusammenbringt und dieses Thema quasi weiterhin am Kochen bleibt. So wie es momentan ausschaut, ist es tatsächlich so gekommen. Es ist soweit, dass auch mittlerweile der Herr Vizebürgermeister in der Pulitzerpreisverdächtigen CITY Media Zeitschriften GmbH kürzlich gesagt hat, dass die SPÖ Linz keine gestalterische Kraft mehr ist. Da hat er quasi dieses Urfahr-Jahrmarktareal hergenommen und da muss ich ihm leider recht geben. Das führt dazu, dass sich der Herr Kollege Hajart auch schon sehr konkret Hoffnungen auf den Bürgermeistersessel macht. Das bringt mich wiederum zum Punkt, dass ich mir denke, liebe SPÖ, denkt darüber nach, wie ihr mit diesen Themen umgehen wollt. Das ist wirklich eine Aufforderung an euch! Wir bedanken uns für den diskursiven Anstoß und ich wünsche euch noch einen schönen Abend.“

Vera Schachnerehem. MFG-Mitgl.

Danke geschätzte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geschätzte Kolleginnen und sehr geschätzte Kollegen, sehr geschätzter Herr Lorenz Potočnik, den gesamten Antrag kann ich nicht unterstützen. Der Urfahrarer Markt ist Tradition in Linz und er soll es auch bleiben! Für weitere Veranstaltungen wie zum Beispiel Lido Sounds, Krone-Fest oder weitere sollte man umgehend andere Areale suchen. Die Beschwerden der Anrainer nehmen kein Ende und es ist auch auf Dauer nicht zumutbar. Auch diese Anrainer - das darf man nicht vergessen - sind Linzer und Linzerinnen. Danke.

Vielen Dank, geschätzte Damen und Herren, im Antrag steht es ganz richtig, der Standort ist bestens etabliert und gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und das soll er auch bleiben. Für uns gehört der Urfahrarer Markt nach Urfahr, ich finde das ist der beste Standort und da muss man nicht mit Gewalt etwas anderes suchen. Daher ist für uns klar, dass wir diesen Antrag ablehnen.

Vielen herzlichen Dank. Das Thema ist für einen gebürtigen Linzer emotional, daher muss ich hier etwas sagen. Vor 56 Jahren bin ich in Linz geboren. Der Urfahrarer Markt war immer ein Highlight für uns Linzer Kinder. Später in meinem jugendlichen Sturm und Drang wurde der Vergnügungspark eher nach Sonnenuntergang seinem Namen gerecht. Für meine Kinder war der Urfahrarer Markt natürlich auch ein Highlight. Dass die Idee zur Abschaffung des Urfahrarer Marktes, denn nichts Anderes ist die Übersiedlung in einen anderen Stadtteil, von einem gebürtigen Wiener kommt, der offenbar wenig großen emotionalen Bezug zu Linz hat, ist bezeichnend. Wir enthalten uns.

Ich habe damit gerechnet, dass da ein bisschen Emotionen sind, das ist klar. Für mich ist das aber tatsächlich komplett emotionslos. Das ist eine Frage der Professionalität und der Stadtentwicklung, dass wir hier zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre vorausdenken und Möglichkeiten abklopfen, wie sich diese riesige Fläche - vielleicht dieser zukünftige Park - und diese Großevents entwickeln können. Tradition schön und gut, nur - da muss ich bei Clemens anknüpfen - die SPÖ nimmt für sich in Anspruch, progressiv zu sein. Progressiv heißt, dass man auch über alles nachdenkt, da gibt es keine Denkverbote, sondern alles wird einmal abgeklopft. Genau das ist das Ziel dieser Studie, die ergebnisoffen wäre, vielleicht kommt ja sogar heraus, dass es keine geeigneten Flächen gibt. Ich weiß es ja nicht, aber es ist eine Frage der Professionalität und der Nachhaltigkeit, hier mit verschiedenen Stakeholder*innen und Expert*innen zusammenzuarbeiten. Ein bisschen erinnert mich das auch an die Stadtbahnen, wo wir damit kämpfen, dass wir plötzlich keine ordentlichen Korridorräume mehr haben, weil wir das Ding über Jahrzehnte vor uns hergeschoben haben. Wir haben nie so richtig darüber nachgedacht und es nicht geschafft in dieser Stadt, ordentliche Korridore für die S-Bahnen, die jahrzehntelang halten, zu fixieren. Hier geht es eigentlich um dasselbe. Die Suche nach einer neuen Fläche wäre sozusagen so ein Korridor, eine Möglichkeit, dass wir diese Fläche zumindest frei hätten, wenn wir vielleicht in zehn Jahren draufkommen, dass das wirklich keinen Sinn mehr macht und wir dort eigentlich einen innerstädtischen Park möchten. Vielleicht möchten wir einen Central Park, weil das so wichtig ist in der Standortentwicklung von Linz als Unique Selling Proposition (USP), direkt an der Donau, direkt am Wasser. Danke für die Wortmeldungen, Clemens, die sind immer erfrischend. Niemand will den Jahrmarkt abschaffen. Das ist doch eine Unterstellung, Georg. Darum geht es doch überhaupt nicht, sondern es geht darum, einen besseren Ort zu finden. Ich bitte um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von Die Grünen (8), NEOS (2) und MFG (2) sowie Gegenstimmen der Fraktionen von SPÖ (22), ÖVP (11) und FPÖ (9) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.