Ein Taubenhaus für Linz

K 15 · Fraktionsantrag · 8. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wurde ein Pilotprojekt für ein Taubenhaus in Linz, das unter Einbindung von Expertinnen errichtet und betreut werden soll. Ziel war eine bessere Versorgung von Stadttauben nach dem Vorbild anderer Städte, um Tierschutz, Hygiene und langfristig auch eine Verringerung der Taubenpopulation zu erreichen. Als Begründung wurde angeführt, dass Stadttauben verwilderte Haustiere seien und ein Taubenhaus eine geordnete Betreuung samt Eieraustausch und Entsorgung des Kots ermögliche. Die Kosten sollten durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden. Der Vorschlag wurde nach Diskussion abgelehnt.

Schlagwörter (10):taubenhausstadttaubentierschutztierhaltunghygienepilotprojektbudgetumschichtungstadtgebietumweltgesundheit
AntragstextEinblendenAusblenden
Gemeinderat Potocnik berichtet über den von LinzPlus-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## K 15. Ein Taubenhaus für Linz und führt aus: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht um Tauben in dieser Stadt. Tauben polarisieren, das denke ich, wissen wir alle. Die einen füttern und lieben sie, die anderen hassen sie und nennen Tauben fliegende Ratten oder so ähnlich, Ratten der Lüfte. Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir bis vor zwei Jahren so ähnlich gegangen ist, für mich waren Tauben ein Ungeziefer. Sie haben mich gestört, ich fand sie schmutzig, insbesondere, wenn sie kein sauberes Federkleid hatten, fand ich das abstoßend. Im Alten Rathaus, neben dem Fraktionsraum, hat immer wieder einmal eine Taube genistet. Ich habe Fotos gemacht und auf Facebook haben sich Diskussionen bezüglich Stadttauben entsponnen. Da habe ich Input über diese Stadttauben bekommen, die meine Meinung zu den Tauben geändert hat. Das ist der Grund warum heute dieser Antrag im Gemeinderat landet, weil – das ist doch glaube ich sehr interessant – Tauben verwilderte Haustiere sind. Das eigentlich richtige Habitat einer Stadttaube ist das Taubenhaus oder der Taubenverschlag. Andere Städte gehen da schon wirklich mit gutem Beispiel voran. Zum Beispiel das sogenannte Augsburger Modell in Augsburg, da werden die Tauben richtig betreut, gut ernährt, die Eier werden ausgetauscht und der Mist entsprechend entsorgt. Das wirkt etwas kompliziert oder aufwändig, ist aber in Wirklichkeit eine Kostenersparnis für alle und im Sinne des Tierschutzes ist es eine sinnvolle Maßnahme. Dieser Antrag hat zum Ziel, dass wir die best practice aus Deutschland kopieren. Es gibt ziemlich viele Tauben in Linz in den Unterführungen, auf Dachböden oder am Busbahnhof und es geht darum, dass wir uns um diese Tauben kümmern. Es geht darum, einen anderen Zugang zu diesen Tauben zu finden, sie besser zu ernähren, gesündere Tauben zu haben und im Endeffekt auch weniger Tauben zu haben. Ich darf kurz denn Antragstext vorlesen, zuständig ist Michael Raml, ja du bist da offenbar zuständig. (Zwischenruf) Nein, ich habe zwei Versuche gebraucht, um bei dieser Geschichte die Zuständigkeit zu erwischen und es ist für mich durchaus typisch oder symptomatisch, dass solche Projekte gar keine so klare Zuständigkeit haben. Ich tippe sogar darauf, dass es eigentlich in den Stadtsenat gehört, wo dann mehrere Ressorts zusammenarbeiten sollten. Offiziell aber sagen wir einmal so, bist du laut Auskunft des Präsidiums zuständig und darum spiele ich dir einmal den Ball zu. Ich stelle daher folgenden Antrag: Der Gemeinderat der Stadt Linz möge beschließen: „Der zuständige Stadtrat, Michael Raml, möge gemeinsam mit den ebenfalls betroffenen Referenten ein Pilotprojekt initiieren, welches unter Einbeziehung von Expert*innen die Errichtung und Betreuung eines Taubenhauses in Linz zum Ziel hat. Nach erfolgreicher Evaluierung möge das Pilotprojekt auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt werden. Bedeckungsvorschlag: Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.“ Es geht um ein Pilotprojekt, wir wollen jetzt nicht gleich 20 Taubenhäuser bauen, aber zumindest einmal eines, das ausprobieren und schauen, ob das Sinn macht. Wenn ja, dann kann man das skalieren. Ich ersuche um Zustimmung.“
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Der Gemeinderat der Stadt Linz möge beschließen: „Der zuständige Stadtrat, Michael Raml, möge gemeinsam mit den ebenfalls betroffenen Referenten ein Pilotprojekt initiieren, welches unter Einbeziehung von Expert*innen die Errichtung und Betreuung eines Taubenhauses in Linz zum Ziel hat. Nach erfolgreicher Evaluierung möge das Pilotprojekt auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt werden. Bedeckungsvorschlag: Etwaige Kosten können durch Umschichtungen im Budget gedeckt werden.“
Wortmeldungen (1)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich kann Ihnen und dir lieber Lorenz Potocnik versichern, dass unseren städtischen Amtstierärzten, mir und ich bin überzeugt dem ganzen Haus hier, das Thema Tierschutz ein wirklich sehr großes Anliegen ist. Das ist die eine Sicht der Dinge, die andere Sicht der Dinge verstehe ich auch, dass Tauben vor allem, wenn sie gehäuft auftreten, für viele Eigentümer, Mieterinnen und Mieter aber doch auch ein veritables Problem darstellen. Ich habe mir die Sache wirklich nicht leichtgemacht. Ich habe den Antrag ausführlich mit unseren Amtstierärzten, die hervorragend qualifiziert sind und große Erfahrung haben, durchdiskutiert. Dabei bin ich zum Schluss gekommen, dass die Idee sicherlich gut gemeint ist. Aber die potenziellen Probleme, die man sich im wahrsten Sinne des Wortes damit heranzüchten kann, überwiegen. Ich kann sagen, dass es in der Stadt Jena so ein Projekt gegeben hat. Das Ergebnis war, dass sich die Anzahl der Eier im Taubenhaus die auszutauschen waren, vom Jahr 2013 bis zum Jahr 2021 verdreifacht haben. Man hat quasi sozusagen immer mehr herangezüchtet, weil man damit ein sehr geschütztes Habitat geschaffen hat. Das bringt natürlich Folgeprobleme, weil dann in der Umgebung erst Recht alles verdreckt war. Ich glaube, man muss die Sache wirklich weiterdenken. Ich habe mir angesehen, was die Stadt sonst so unternimmt und bin darauf gestoßen, dass man in der Naturkundlichen Station, die im Ressort von Kollegin Schobesberger angesiedelt ist, auf eine gewisse, ich sage einmal, natürliche Selektion setzt. Dort wurde schon vor Jahren der natürliche Feind der Tauben, der Turm- und Wanderfalke angesiedelt. Ich glaube, man muss daraufsetzen, dass sich die Natur zum Teil selbst reguliert, das gehört zum Leben und zur Natur einfach dazu. Alles in Allem kann meine Fraktion und ich als Gesundheits- und damit als Tierschutzreferent diesem Anliegen nicht nähertreten. Deshalb werden wir uns bei diesem Antrag der Stimme enthalten.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (20), Die Grünen (9), FPÖ (9) und NEOS (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.