Infrastruktur für Lastenfahrräder ausbauen

L 14 · Fraktionsantrag · 16. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

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Gefordert wird der Ausbau der Infrastruktur für Lastenfahrräder im gesamten Stadtgebiet durch sichere und attraktive Abstellflächen. Besonders berücksichtigt werden sollen Kinderbetreuungseinrichtungen und andere Gebäude des öffentlichen Lebens, damit größere Räder dort praktikabel abgestellt werden können. Begründet wird das mit der wachsenden Bedeutung von Lastenrädern für Verkehrswende, Klimaschutz, Stadtluft, Lärmminderung und Gesundheit sowie mit dem bestehenden Mangel an geeigneten Abstellmöglichkeiten. Die zusätzlichen Flächen sollen nicht zulasten von Fußverkehr oder öffentlichem Verkehr entstehen, sondern durch Umschichtung im Budget finanziert werden. Der Antrag wurde angenommen; die Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wurde abgelehnt.

Schlagwörter (10):lastenfahrräderradinfrastrukturabstellflächenmobilitätverkehrswendeklimaschutzfußverkehröffentlicher verkehrkinderbetreuungseinrichtungenbudgetumschichtung
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Gemeinderat Mag. Schmida berichtet über den von der KPÖ-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag L 14 Infrastruktur für Lastenfahrräder ausbauen und führt aus: „Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zusehende, ein KPÖ-Antrag noch, es geht überraschenderweise über die Mobilität. Wir brauchen auch in Linz passende zukunftsweisende Rahmenbedingungen und Infrastrukturen für den innovativen und modernen Stadtverkehr für die nächsten Generationen. Lastenfahrräder sind dabei ein wichtiges Element, wenn es darum geht, die Verkehrswende voranzutreiben und sanfte Mobilitätsformen zu fördern. Das Lastenrad ist praktisch bei größeren Einkäufen, dem Transport von Kindern, Haustieren, kleineren Möbeln, etc., gut für das Klima, die Stadtluft, die Lärmbelastung und natürlich für die eigene Gesundheit. Viele Linzerinnen und Linzer nutzen deshalb schon ein solches Rad und es werden täglich mehr. Solche Räder spielen auch bei der innenstädtischen Logistik von Unternehmen eine immer größere Rolle. In Linz gibt es aber noch Aufholbedarf bei einer entsprechend attraktiven und sicheren Radinfrastruktur über das gesamte Stadtgebiet. Die vorhandenen Rad- 533 wege sind oft zu schmal und vor allem fehlt es flächendeckend an entsprechenden Abstellmöglichkeiten. Die bestehenden Abstellflächen sind häufig nicht für Lastenräder geeignet. Meines Wissens nach gibt es derzeit nur einen Radabstellplatz, der auch extra für Lastenräder Markierungen aufweist, das ist der Parkplatz in der Schubertstraße beim Kindergarten. Deshalb bringen wir folgenden Antrag ein: Der Gemeinderat beschließe: „Das zuständige Mitglied der Stadtregierung Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA wird beauftragt, die Infrastruktur für Lastenfahrräder, durch die Schaffung von sicheren und attraktiven Abstellflächen, im gesamten Stadtgebiet auszubauen. Besonders in den Blick zu nehmen sind dabei Kinderbetreuungseinrichtungen und andere Gebäude des öffentlichen Lebens. Diese zusätzlichen Abstellmöglichkeiten sollen nicht auf Kosten der Flächen für den Fußverkehr oder den öffentlichen Verkehr realisiert werden.“ Die Bedeckung anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen. Ich bitte um Zustimmung. Danke sehr
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Das zuständige Mitglied der Stadtregierung Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA wird beauftragt, die Infrastruktur für Lastenfahrräder, durch die Schaffung von sicheren und attraktiven Abstellflächen, im gesamten Stadtgebiet auszubauen. Besonders in den Blick zu nehmen sind dabei Kinderbetreuungseinrichtungen und andere Gebäude des öffentlichen Lebens. Diese zusätzlichen Abstellmöglichkeiten sollen nicht auf Kosten der Flächen für den Fußverkehr oder den öffentlichen Verkehr realisiert werden.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Geschätzte Kollegen, wenig überraschend darf ich mich, als dein Kollege im Ausschuss, dazu melden. Mir ist nicht bekannt, dass es nur einen Radabstellplatz für Lastenräder gibt, ich glaube es sind unzählige. Der Grund ist ganz einfach, alles ist ganz schön in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Dort ist in § 2 Ziff. 1 StVO unter Punkt 22 geregelt, dass jedes Fahrrad ein Fahrzeug ist und Punkt 23 definiert, dass ein Lastenfahrzeug, ein für die Beförderung von Gütern bestimmtes Fahrrad ist. In § 23 StVO ist weiter geregelt, dass jedes Fahrzeug überall dort abgestellt werden darf, wo kein anderer Straßenbenützer gefährdet wird oder am Vorbeifahren gehindert wird. Fahrräder können sogar – das ist auch so definiert – auf Gehsteigen mit einer Breite von 2,50 Meter abgestellt werden, das ist ganz klar in der StVO geregelt. Aus diesem Grund wird sich unsere Fraktion bei diesem Antrag enthalten. Danke.

Danke, ich wollte nur avisieren, dass wir dem Antrag zustimmen werden, weil wir ihn gut und wichtig finden. Möchte kurz auf die Argumentation des Kollegen Fuchshuber eingehen. Ich halte das Argument, Lastenfahrradbesitzer*innen in Richtung von Parkplätzen zu drängen, für eher schwierig oder sogar gefährlich, außerdem sind manche gebührenpflichtig und manche nicht. Damit würden Leute, die auf das Auto verzichten und Lasten mit dem Rad transportieren, mit einer Parkgebühr bestraft. Andererseits generiert man damit ei 534 nen Nutzungskonflikt mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen, die in der Regel stärker sind und wer da den Kürzeren zieht, kann man sich ausmalen. Ich halte das, sowohl was die Verkehrsregelungen als auch was gesellschaftliche Aspekte betrifft, für sehr fragwürdig.

Das ist eine ad hoc Wortmeldung, ich finde die Argumentation des Kollegen Fuchshuber auch nicht so passend. Nur weil etwas in der StVO geregelt ist, also in einem juristischen Text, heißt das noch lange nicht, dass das dann in der Realität geregelt ist. Genau darauf zielt aber dieser Antrag ab und aus diesem Grund würde ich das schon gerne zumindest im Ausschuss diskutieren.

Danke für die Wortmeldungen, ich sehe das ähnlich wie der Kollege Brandstetter. Das eine ist die StVO und die verändert sich laufend und das andere sind die bestehenden Gegebenheiten in einer Stadt und da hinkt man dann einfach nach. Auch wenn die StVO etwas vorsieht, gehört das umgesetzt. In diesem Antrag geht es um zukünftige Radfahranlagen und Abstellplätze und darum, dass man dabei Bedacht nimmt auf größere Räder. Das ist eigentlich der Vorschlag gewesen. Ich habe jetzt vernommen, dass es den Antrag auf Zuweisung gibt. Ich wäre auch zufrieden, wenn wir das im Verkehrsausschuss noch einmal besprechen. Ich denke jedenfalls, dass das eine sehr sinnvolle Sache ist, wenn man Städte wirklich auf die zukünftige Mobilität vorbereitet und da gehört das Lastenfahrrad dazu. Ich bitte nochmals um Annahme. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Verkehr wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22), ÖVP (11), FPÖ (9) und NEOS (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (22), ÖVP (11), FPÖ (9) und NEOS (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.