Barrierefreies Einsteigen in die Straßenbahn durch Bodenmarkierungen erleichtern

T 2 · Fraktionsantrag · 27. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll ein Konzept für Bodenmarkierungen an Haltestellen des LINZ-LINIEN-Straßenbahnnetzes, damit Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen den barrierefreien Einstieg leichter finden. Hintergrund sind die unterschiedlichen Türbreiten und die nur im vorderen Drittel vorhandenen Abstellplätze für Rollstuhlfahrende, wodurch der Einstieg für Betroffene oft schwierig und gefährlich ist. Die Markierungen sollen als Orientierung dienen, wo die Türen zu den dafür vorgesehenen Bereichen liegen, und damit mehr Sicherheit und Barrierefreiheit schaffen. Zusätzlich soll geprüft werden, ob sich eine ähnliche Lösung trotz unterschiedlicher Fahrzeugtypen auch bei Bushaltestellen umsetzen lässt. Die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget gedeckt werden; die Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (10):barrierefreiheitstraßenbahnhaltestellenmarkierungmobilitätseinschränkungrollstuhlrollatorkinderwagenöffentlicher verkehrverkehrsplanungbushaltestellen
AntragstextEinblendenAusblenden
Dankeschön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleg*innen, liebe Zusehende, obwohl die Straßenbahnen bei uns in Linz vergleichsweise niedrig gebaut sind, ist es für Personen, die mit einem Kinderwagen, einem Rollstuhl oder einem Rollator unterwegs sind oft sehr schwierig, einzusteigen. Der Einstieg ist nicht bei jeder Tür möglich. Der Grund hierfür ist, dass die Türen unterschiedlich breit sind. Es sind auch nur im vorderen Drittel der Garnituren Abstellplätze für Rollstuhlfahrende vorhanden. Somit ist für Betroffene ein sicheres, barrierefreies Mitfahren nur in diesem designierten Bereich möglich. Steigt man mit einem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen in einen anderen Bereich der Straßenbahn ein, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, dass man dann von diesem Bereich in den designierten kommt. Man ist super gestresst und es ist sehr anstrengend, ärgerlich und vor allem gefährlich. Dafür gibt es eine simple Lösung: Bodenmarkierungen bei den Haltestellen, die aufzeigen, wo der barrierefreie Einstieg möglich ist. Wir haben bereits bei den jeweiligen Straßenbahntüren schöne Aufkleber und Tasten, die auf das barrierefreie Einsteigen hinweisen. Das ist gut, allerdings muss hierfür die Straßenbahn erst einfahren. Das bedeutet, wenn ich bei der Straßenbahnhaltestelle bin, müsste ich das Glück haben, schon richtig zu stehen. Ansonsten muss ich es irgendwie schaffen, zur richtigen Tür zu kommen. Vor allem aber für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, die mit einem Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, ist das nicht optimal. Deswegen stellen wir folgenden Antrag. Ich bitte um Zustimmung.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Die städtische Verkehrsplanung wird ersucht, ein Konzept zu erarbeiten, wie bei den Haltestellen des LINZ-LINIEN-Straßenbahnnetzes Bodenmarkierungen angebracht werden können. Diese sollen Menschen, die z.B. mit einem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, als Orientierung dienen, wo die Einstiege sind, die direkt zu den dafür vorgesehenen Abstellbereichen in der Straßenbahn führen. Weiters soll geprüft werden, ob sich trotz unterschiedlicher Fahrzeugtypen auch bei den Bushaltestellen der LINZ LINIEN eine entsprechende Lösung in Richtung mehr Barrierefreiheit umsetzen lässt. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.¹
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Abena Carty-Pinner, ich kann deinem Antrag sehr viel abgewinnen. Deinen Erklärungen kann ich nichts hinzufügen, sie waren ausführlich und zeigen das Problem auf. Ich würde gerne näher diskutieren, ob und wie das umsetzbar ist. Ich beantrage daher für meine Fraktion eine Zuweisung zum Ausschuss für Mobilität und Märkte.

Sehr geehrter Bürgermeister, werte Kolleg*innen, wir unterstützen die Idee das Einsteigen barrierefreier zu gestalten und befürworten zum Beispiel einen Testlauf an zehn Haltestellen in Linz. So können wir evaluieren, ob diese Maßnahme wirklich einen Mehrwert bringt. Zusätzlich hinterfrage ich, auf welche Grundlagen sich der Antrag stützt. Vielleicht können die Grünen hier genauere Informationen oder auch Referenzen liefern. Für Blinde und sehbehinderte Menschen gibt es bereits taktile Markierungen und auch das Einsteigen wird in Mobilitätstrainings geübt. Daher empfehlen wir, diese Expert*innen, wie zum Beispiel das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) oder die Hilfsgemeinschaft für Blinde und sehschwache Menschen in Linz, einzubeziehen. Ihre Expertise ist entscheidend für ein sinnvolles Pilotprojekt. Fazit: Ein Pilotprojekt unter Einbeziehung von Expert*innen mit anschließender Evaluierung scheint uns ein sinnvoller Weg, um die Wirksamkeit dieser Maßnahme fundiert zu beurteilen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Wir stimmen dem Antrag zu.

Liebe Gemeinderatskollegin, statt Symbolpolitik braucht es praktische Lösungen, die es in Linz bereits gibt. Ich darf kurz aus eurem Antrag zitieren: ‚Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn auch bei Busstationen eine entsprechende Lösung gefunden würde, auch wenn diese aufgrund der unterschiedlich großen Fahrzeugmodelle wohl schwieriger zu realisieren ist.‘ Die LINZ LINIEN haben bereits mehrfach geprüft, ob Bodenmarkierungen eine Verbesserung für mobilitätseingeschränkte Personen bringen würden. Das Ergebnis ist, dass durch die unterschiedlichen Fahrzeugtypen zahlreiche überlappende Markierungen notwendig waren, die nicht mehr zur Orientierung, sondern eher zu Verwirrung führen würden. Eine Maßnahme, die gut gemeint ist, aber in der Realität zu mehr Unsicherheit führt, sollte unserer Meinung nach nicht umgesetzt werden. Anstatt Mittel für eine Maßnahme zu binden, die laut den Fachleuten keinen Mehrwert bietet, sollte das Budget in wirklich wirksame Maßnahmen zur Barrierefreiheit investiert werden. Die Grünen fordern oft zusätzliche Maßnahmen, ohne darzulegen, wie diese im Budget untergebracht werden sollen. Eine verantwortungsvolle Politik setzt auf effiziente Maßnahmen mit echtem Nutzen. Der Antrag verweist auf London, wo Markierungen für U-Bahn-Stationen existieren. Doch London hat ein völlig anderes System: Fix definierte Zonen für Einstiegshilfen, keine unterschiedlichen Fahrzeugtypen und ein anderes Platzangebot für deren Garnituren. Ein 1:1-Vergleich ist nicht zielführend und ignoriert die realen betrieblichen Bedingungen der LINZ LINIEN. Wir werden uns aus diesem Grund enthalten.

Dankeschön, ich möchte nur zu zwei Wortmeldungen etwas sagen. Zum einen zur neuen Kollegin Piovesan von LinzPlus, bezüglich des Einbindens von Expert*innen, um ein Pilotprojekt zu machen. Es ist ein simpler Fall, den wir ganz easy lösen können. Ich würde das nicht gerne aufblasen und aufbauschen, weil es auch ganz viele Ressourcen binden würde. Es gibt Pilotprojekte in anderen Städten wie zum Beispiel London. Damit komme ich zur Wortmeldung des Kollegen der ÖVP: In London wurde das sehr gut erprobt. Vor allem geht es dort um U-Bahnstationen und nicht um Busstationen. Uns ist klar, dass es bei unseren Bussen schwieriger wird, weil es unterschiedliche Fahrzeugtypen gibt. Das heißt aber nicht, dass man gleich wegwischt, dass die Straßenbahnen das auch nicht brauchen, nur weil Sie das Privileg haben, barrierefrei unterwegs sein zu können. Ich finde, dass dies ein einfacher Schritt wäre, um Menschen in Linz ein barrierefreies Unterwegssein mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Es wäre simpel, aber Sie sitzen da und sagen „nein, das brauchen wir nicht“. Das finde ich nicht recht sozial und auch nicht wirklich christlich. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: ÖVP (11)