Konsumfreien Aufenthaltsraum für Familien schaffen

L 6 · Fraktionsantrag · 9. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Geprüft werden soll ein dauerhaft eingerichteter, konsumfreier Aufenthaltsraum für Familien mit Kindern im Linzer Stadtzentrum. Das Konzept knüpft an den 2009 im Kulturhauptstadtjahr geschaffenen „Kinderpunkt“ an, der als zentraler Ort zum Verweilen, Informieren, Rasten, Essen, Spielen und Wickeln genutzt wurde und auf große Resonanz stieß. Begründet wird das Vorhaben mit dem Bedarf an einer wettergeschützten Anlaufstelle und Informationsdrehscheibe für Kinderkultur sowie mit den finanziellen Belastungen vieler Familien durch Teuerung und die Folgen der Coronapandemie. Der Stadtsenat wurde ersucht, dafür ein Konzept zu prüfen und eine dauerhafte Einrichtung vorzusehen; der Vorstoß wurde jedoch abgelehnt.

Schlagwörter (10):familienkinderkulturkonsumfreier aufenthaltsrauminnenstadtaufenthaltsqualitätbarrierefreiheitwickelmöglichkeitensoziale infrastrukturkulturhauptstadtteuerung
AntragstextEinblendenAusblenden
„Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleg*innen im Gemeinderat, werte Zuseher*innen, im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2009 wurde das Projekt ‚Kinderpunkt‘ initiiert. Es ging um einen Wohlfühlort zur Entspannung von Kindern und Familien, in dem man sich ohne Konsum und anderer Zwänge witterungsgeschützt aufhalten, sich über verschiedene Angebote der Stadt Linz und Linz09 informieren sowie die Einrichtung zum Rasten, Essen, Spielen oder Wickeln nutzen konnte. Am Hauptplatz situiert, bot der ‚Kinderpunkt‘ Familien mit Kindern einen sehr zentral gelegenen Ort der Entspannung und des Austausches. Entsprechend gut wurde die Einrichtung angenommen. In den neun Monaten des Bestehens wurde der ‚Kinderpunkt‘ von zirka 17.000 Besucher*innen genutzt. Rund 1.000 Unterschriften wurden vor dem Schließen für den Erhalt der Einrichtung gesammelt. Leider wurde trotz positiver Resonanz das Projekt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr nicht weitergeführt. Gerade in der aktuellen Zeit, wo aufgrund massiv steigender Kosten gerade Familien von Teuerungen und den Nachwirkungen der Coronapandemie stark betroffen sind, sind wir überzeugt, dass das Konzept des ‚Kinderpunkts‘ nach wie vor ein sehr aktuelles ist. Ein konsumfreier Rückzugsraum im Zentrum der Stadt, der zugleich Informationsdrehscheibe und Ort fachgerechter Beratung für Kinderkulturangebote und andere Angebote der Stadt ist, wäre daher wünschenswert. Wir möchten daher anregen, als Kultur- und Sozialstadt eine zentral gelegene Anlauf- und Aufenthaltsstätte wie den ‚Kinderpunkt‘ 2009 zu realisieren, zu prüfen und dauerhaft einzurichten.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Stadtsenat wird ersucht, ein Konzept zu prüfen, das wie das 2009 erfolgreich umgesetzte Projekt ‚Kinderpunkt‘ zum Ziel hat, eine im Stadtzentrum gelegene Anlaufstelle für Familien mit Kindern bereitzustellen. Diese soll sowohl einen Raum zum konsumfreien Verweilen inklusive entsprechender Infrastruktur bieten sowie als Informationsdrehscheibe für Kinderkultur dienen und daher dauerhaft eingerichtet werden.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleg*innen und Zuseher*innen zu Hause. Ja, der ‚Kinderpunkt 09‘ diente während der Kulturhauptstadt vor allem der Beratung zu Kinderkulturangeboten der Kulturhauptstadt und bot Kindern eine Möglichkeit, Linz auf verschiedene Arten kennenzulernen. Es war also ein zeitlich begrenztes, ganz konkret auf die Kulturhauptstadt zugeschnittenes Angebot. Was aber auch angeboten wurde und was kein Alleinstellungsmerkmal von Linz09 ist und beispielsweise in der Plus City oder im Haid Center auch angeboten wird, waren angenehme 610 Wickel- und Stillmöglichkeiten mit Flächchenwärmern und ähnlicher Infrastruktur. Dass gerade Einkaufszentren diese anbieten, rührt ja daher, dass sie wissen, dass sie damit die Aufenthaltsqualität für Familien verbessern oder überhaupt erst ermöglichen. Und ja, eine solche Infrastruktur fehlt in der Innenstadt oder ist – weil wir vorher bei dem Thema waren, schon lange vor 2005 entstanden und somit auch Vintage oder Retro. Sie würde aber natürlich auch in der Innenstadt die Qualität für Familien wesentlich verbessern, aber nicht nur als Stadt sehen wir dies als notwendigen Punkt. Es ist ja vor allem – und das zeigen uns die Einkaufszentren – für die Geschäftstreibenden in der Innenstadt ein wichtiges Anliegen. Es würde auch für viele Besucher*innen einen Mehrwert bringen. Somit können wir nicht alleine zuständig sein, sondern haben genau zu diesem Zweck die Citymanagement Linz GmbH gegründet, die gemeinsam mit dem City Ring und dem Tourismusverband den Fokus auf die Attraktivierung der Innenstadt legt und somit auch auf die Aufenthaltsqualität für Familien. Aus diesem Grund werden wir uns bei diesem Antrag enthalten und hoffen, dass sich die Citymanagement GmbH dieser Thematik annimmt.

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleg*innen, wir stimmen diesem Antrag sehr gerne zu. Wir halten es für eine sehr gute Idee, einen konsumfreien Aufenthaltsraum für Familien zu schaffen. Wir möchten noch daran erinnern, dass man auf die Barrierefreiheit schaut und im Speziellen auf Familien mit Kindern mit Behinderungen, dass insofern eine gute Infrastruktur gegeben ist – z. B. braucht es zum Wickeln von größeren Kindern eine Liege statt einen normalen Wickeltisch. Außerdem ist es wichtig, dass dieser Raum mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist und dass es dort, wenn irgendwie möglich auch Behindertenparkplätze gibt.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenhaltung der Fraktionen von SPÖ (21), ÖVP (11), FPÖ (8), NEOS (2) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt.