Stärkung des Ausbaus von Photovoltaik auf Neubauten und Schaffung klarer landesweiter Rahmenbedingungen - Resolution

K 12 · Fraktionsantrag · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:angenommen

Zusammenfassung

KI Generiert

Gefordert wird eine landesweite Verankerung der verpflichtenden Photovoltaik auf geeigneten Neubauten im oberösterreichischen Baurecht. Begründet wird dies mit dem Ausbau erneuerbarer Energie, der Nutzung von Dachflächen für die Stromproduktion und dem Bedarf an einheitlichen, langfristig verlässlichen Rahmenbedingungen für Gemeinden und Bauwerberinnen. Als Kontext werden die österreichischen Ziele für erneuerbare Energien, das Linzer Ziel der klimaneutralen Industriestadt bis 2040 und die EU-Vorgaben für emissionsfreie Gebäude genannt. Die Oberösterreichische Landesregierung soll prüfen, ob eine solche Pflicht nach dem Vorbild anderer Bundesländer in Bauordnung und bautechnischen Vorschriften verankert werden kann. Die Resolution wurde mehrheitlich angenommen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.

Schlagwörter (10):photovoltaikneubautenerneuerbare energienbauordnunggebäuderichtlinieklimaneutralitätstromproduktiondachflächenenergieautarkiebudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Berichterstattung Gemeinderat Hubmann „Vielen Dank Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich darf jetzt dort anschließen, wo ich bei meiner letzten Wortmeldung schon angekündigt habe, dass wir weitersprechen werden. Es ging in Punkt D 7 um die Frage der Verpflichtung des Photovoltaikausbaus. Wir haben in der Begründung des Stimmverhaltens schon angeführt, dass uns das Thema wichtig ist und wir dranbleiben wollen. Bei den Wortmeldungen sieht man, dass eine gewisse Einigkeit da ist und der Photovoltaikausbau grundsätzlich wichtig ist. Das zeigen auch verschiedene Ziele, die wir uns gesetzt haben: Zum einen das österreichweite Ziel, bis 2030 bilanziell 100 % erneuerbare Energien verwenden zu wollen. Zum anderen haben wir uns als Stadt Linz das Ziel gesetzt, ‚Klimaneutrale Industriestadt‘ bis 2040 zu werden. Bei der konkreten Frage der Gebäudeerrichtung dürfen wir nicht vergessen, dass die Gebäuderichtlinie der Europäischen Union (EU) bis 2030 auch bei privaten Gebäuden vorschreibt, sie emissionsfrei zu errichten. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu diesem Resolutionstext. Ich bin der Meinung, dass das, was in Niederösterreich möglich ist, auch in Oberösterreich möglich sein sollte. Wenn ohnehin EU-Vorgaben kommen, könnte die Landesregierung ja mit dem Vollzug in der mittelbaren Verwaltung ein bisschen früher dran sein als erst dann, wenn die Glocke läutet. Vielen Dank.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution: „Die Oberösterreichische Landesregierung, insbesondere der zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner, wird ersucht zu prüfen, inwieweit im oberösterreichischen Baurecht, insbesondere in der Oberösterreichischen Bauordnung bzw. den bautechnischen Vorschriften, nach dem Vorbild anderer Bundesländer eine verpflichtende Errichtung von Photovoltaik bei geeigneten Neubauten verankert werden kann. Ziel soll es sein, den Ausbau erneuerbarer Energie systematisch zu stärken, das große Potenzial von Dachflächen für die Stromproduktion zu nutzen und gleichzeitig einheitliche und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Gemeinden und Bauwerber*innen zu schaffen. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.“
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Vielen Dank Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, lieber Georg Hubmann, alles, was du gesagt hast, stimmt. Wir unterstützen euch gerne, weil es das richtige Anliegen ist. Wir wollen, dass Linz und Oberösterreich autark werden, was unseren Energiebedarf angeht. Der Umstand, warum wir diese Resolution an das Land Oberösterreich schicken, wurde heute schon diskutiert und ist sehr zu bedauern. Das ist deswegen so, weil die SPÖ in 129 Linz vor den Wünschen von ÖVP und FPÖ eingeknickt ist. Beide - FPÖ und ÖVP - haben heute abenteuerliche Argumente gefunden, warum eine Verpflichtung von Photovoltaik (PV)-Anlagen bei Neubauten abzulehnen ist. Jetzt schicken wir eine Resolution ans Land Oberösterreich, die genau darauf abzielt. Im Land koalieren diese beiden Parteien so, dass die ÖVP die FPÖ machen lässt, wie sie will. Die FPÖ wird von einem Landeshauptmann-Stellvertreter geführt, der bezüglich alternativer Energieformen Dinge von sich gibt, wie jedes Windrad persönlich politisch bekämpfen zu wollen. Man kann sich also ausmalen, wie diese Personen zu erneuerbaren Energien stehen. Ohne diese beiden Parteien intern besser zu kennen, lehne ich mich wahrscheinlich nicht weit aus dem Fenster, wenn ich jetzt behaupte, dass Landesparteien und Stadtparteien vermutlich nicht sehr unterschiedlich ticken. Wir können uns somit alle vorstellen, welche Rückmeldung vom Land Oberösterreich kommen wird. Liebe SPÖ, da geht es auch ein bisschen um Glaubwürdigkeit. Wir hätten in Linz ausreichend Instrumente, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Ich nehme euch ab, dass ihr das genauso wollt wie wir. Es wäre nicht notwendig, dazu auf das Land Oberösterreich zu warten. Deswegen möchte ich dafür plädieren, eine Linzer Lösung zu finden, sollte der sehr wahrscheinliche Fall eintreten, dass das Land eine unzufriedenstellende Stellungnahme auf diese Resolution sendet. Wir unterstützen diese Resolution.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, in den Reden meiner Vorredner ist schon durchgeklungen, dass wir uns heute bereits intensiv zu diesem Ansatz ausgetauscht haben. Zu meinem Vorredner: Man muss gar nicht über die Zukunft reden. Ich möchte darauf verweisen, dass wir in der Gemeinderatssitzung im Juli 2025 eine inhaltsgleiche Resolution behandelt haben, die sogar mehrheitlich beschlossen wurde. Ich glaube, die Antwort liegt bereits jedem vor. Wir haben uns damals enthalten, so wie wir es auch heute machen werden. Im Sinne der Zeitökonomie erspare ich uns jetzt aber die Wiederholung meiner Ausführungen zum inhaltlichen Standpunkt. Ich verweise dazu lediglich auf meine Wortmeldung zu D 7. Danke.

Vielen herzlichen Dank, ich schließe mich meinem liberalen Vorredner an und verweise auf unsere Wortmeldung zu D 7. Wir werden uns auch enthalten.

Wenn wir das so machen, möchte ich auch auf meine Argumentation und unser Stimmverhalten bei D 7 verweisen. Wir werden uns enthalten.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: angenommen

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: ÖVP (9), FPÖ (9), NEOS (2), ehem. MFG (1)