Masterplan Universitätsviertel mit städtebaulichen Perspektiven für ein Start-Up Ökosystem im universitären Umfeld

N 3 · Fraktionsantrag · 34. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

KI Generiert

Für das Universitätsviertel in Linz soll ein neuer partizipativer Masterplan erarbeitet werden, der die Weiterentwicklung des Standorts mit Bevölkerung und wichtigen Stakeholderinnen abstimmt. Im Mittelpunkt stehen städtebauliche Perspektiven für universitätsnahe Start-Up-Ökosysteme, um Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Linz zu stärken. Als Anlass gelten die angekündigten Veränderungen im Linzer Norden, insbesondere rund um JKU, IT:U und die Regionalstadtbahn, die aus einem Guss geplant werden sollen. Die zuständigen Ressorts für Planung, Wirtschaft und Mobilität sollen dabei zusammenarbeiten und auch die Kosten über Budgetumschichtungen oder Folgejahre abdecken. Die Zuweisung an den Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung wurde einstimmig angenommen.

Schlagwörter (10):universitätsviertelmasterplanstadtentwicklungstart-up-ökosystemhochschulstandortwirtschaftsstandortregionalstadtbahnmobilitätbeteiligunginnovation
AntragstextEinblendenAusblenden
Vielen Dank, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, dieser Antrag beruht auf der regen medialen Berichterstattung von November, die sich mit der Zukunft der Wirtschaft auseinandergesetzt hat, und den Möglichkeiten, die der Standort ganz explizit mit sich bringt. Es ist damals schon von Vizebürgermeister Martin Hajart angekündigt worden, dass wir einen Antrag diesbezüglich einbringen. Dieser Antrag hat einen dementsprechenden Vorlauf und Sie haben sich sicherlich damit beschäftigt. Der drohende Verlust von Wettbewerbsfähigkeit – und damit auch Arbeit und Wohlstand – ist natürlich in einer verschärften globalen Lage und durch den Gegenwind aus allen Richtungen, auch über den Atlantik, etwas, was wir in Linz und an diesem Industriestandort mitbekommen. Das heißt, dem können wir uns nicht entziehen und müssen uns stellen. Als export- und technologieorientierter Wirtschaftsstandort ist Linz besonders gefährdet und diesem internationalen Wettbewerb stark ausgesetzt. Wir haben aber auch viele Möglichkeiten, besonders wenn wir darüber nachdenken, dass wir in Linz an diesem Standort zukünftig einen Vollausbau an Universitäten haben, an denen wir Innovationskraft, Forschungskraft und dementsprechend auch Schlüsselfaktoren für die Zukunft zur Verfügung stellen. Gerade die Interdisciplinary Transformation University Austria (IT:U), über die auch sicher noch diskutiert wird, birgt dabei einen Ansatz, weil sie interdisziplinär an der Transformation forscht. Egal, wo sie hingebaut wird, sie wird uns Möglichkeiten geben, auf intellektuell höchstem Niveau über diese Transformation nachzudenken und vor allem in Lösungen zu gehen. In den Medien hat vor allem Gerhard Roiss als ehemaliger Industriemanager und Start-Up-Unternehmer dazu Stellung bezogen. Er setzt sich sehr stark für Start-Up-Ökosysteme mit direkten Anbindungen an diese Forschungseinrichtungen ein. Es gab einen langen Artikel und es wäre durchaus interessant, sich diesen im Rückblick noch einmal anzusehen. Das ergibt natürlich Sinn, denn dort, wo geforscht und Wissen geschöpft und geschaffen wird, kann Innovation sehr schnell in einen Produktions- oder Dienstleistungsbereich übertragen werden. Genau das wird in Zukunft eine Notwendigkeit, wenn wir uns überlegen, wie schnell aufgrund von Künstliche Intelligenz (KI)-Agenten-Anwendungen in der Zwischenzeit solche Prozesse auch an anderen Orten stattfinden. Wir haben auch in den Medien gehört, wie viele Städte sich zukünftig als ‚KI-Städte‘ definieren wollen. Wir haben hier an der Johannes Kepler Universität (JKU) schon einen renommierten Wissenschaftler und daher auch einiges an Startvorteil. Wir brauchen das nur zu nutzen. Dreh- und Angelpunkt ist unserer Einschätzung nach der Linzer Norden, das Universitätsviertel. Deswegen bezieht sich dieser Antrag genau auf diesen Standort. Denn dort an der JKU findet schon vieles statt und es ist auch schon vom Planungsreferenten und jetzigen Bürgermeister Prammer im November 2023 ein Masterplan für das Universitätsviertel angekündigt worden. Der wurde auch dementsprechend beauftragt, dann aber kurzfristig abgesagt. Wir glauben, dass dieser Masterplan nicht einfach in irgendeiner Schublade versinken darf, sondern weitergeführt werden muss. Denn die Präsentation der Regionalstadtbahn und der Trasse, die dort das Univiertel auch noch einmal bereichern wird, hat gezeigt, dass sehr viel Veränderung stattfinden wird. Diese Veränderung soll nicht kurzfristig erfolgen und dann reaktiv von der Planung oder Einzelmaßnahmen aufgefangen werden, sondern sie sollte aus einem Guss sein. Deswegen sind wir der Überzeugung, dass es zu einem Schulterschluss zwischen den drei zuständigen Ressorts kommen muss. Ich möchte auch explizit sagen, dass diese drei Ressorts Planung, Wirtschaft und Mobilität durch den Antrag zu einer Zusammenarbeit eingeladen werden sollen, um das Univiertel und die - durch die Veränderungen eintretenden - Schwierigkeiten rechtzeitig adressieren zu können. Das kann man zu Chancen machen und dadurch auch den Menschen, die im Univiertel wohnen, die Angst nehmen, dass Veränderung unter Umständen für sie eine Verschlechterung bedeuten würde. Ich bitte die Kolleginnen und Kollegen um Zustimmung zu diesem Antrag. (Beifall)
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Planungsreferent Bürgermeister Prammer wird ersucht, in Zusammenarbeit mit betroffenen Ressorts, insbesondere dem Wirtschaftsressort und dem Verkehrsressort für die Weiterentwicklung des Universitätsviertels einen partizipativen Prozess für einen neuen Masterplan unter Einbindung der Bevölkerung und der wichtigsten Stakeholder*innen durchzuführen. Ein wesentlicher Schwerpunkt soll dabei auf städtebauliche Perspektiven für Start-Up Ökosysteme im universitären Umfeld gelegt werden. Die Ermöglichung und der Aufbau von solchen universitätsnahen Start-Up Ökosystemen ist für die Zukunft und Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Linz ein übergeordnetes Ziel. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen beziehungsweise durch Budgetierung in den Folgejahren sein.
Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden

Ich darf mich hier ebenfalls als Erster zu Wort melden. Gemeinderat Rosenmayr, ja, du hast das historisch richtig aufgearbeitet und auf den ‚Masterplan Linz Nordost‘ hingewiesen. Ich habe ihn mir noch einmal ausdrucken lassen. Wie du richtigerweise sagst, ist er nie veröffentlicht worden, weil ich damals die Umwidmung gestoppt habe. Der Masterplan mit einem Abschlussbericht ist aber an sich fertig, verfügt über 80 Seiten, es gibt noch Pläne dazu. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn wir das einmal im Ausschuss präsentieren und uns anschauen. Die Fläche, die dieser ‚Masterplan Linz Nordost‘ - so war der Arbeitstitel, nachher hat er ‚Wissen schaf(f)t Stadt - Dynamischer Masterplan Linz Nordost‘ geheißen - umfasst hat, war das besagte Grundstück, wo die IT:U geplant gewesen wäre, im Anschluss daran mit universitätsnahen Unternehmen und Start-Ups. Die andere Fläche, die wir uns angesehen haben, wären Bereiche auf dem Gebiet der JKU und auch beim Biologiezentrum gewesen. Eine weitere Fläche ist ein bisschen disloziert, im Süden davon, beim so genannten Donaufeld. Wir nennen es immer Soccafive-Fläche. Das haben wir uns angesehen und das ist auch geprüft worden. Das ist der Grund, warum ich auch in Abstimmung mit Eigentümervertreter*innen vor Ort am Donaufeld bin. Wir haben auch geschaut, dass wir die Streckenführung der Regionalstadtbahn dort etwas verändern können, um mehr Fläche zu gewinnen. Die Schiene würde dann nicht genau quer durchgehen, sondern ein bisschen nördlich verlaufen und einen Schlenkerer machen. Somit könnten wir mehr Fläche für ein sehr attraktives Gebiet gewinnen, wo Start-Ups und universitätsnahe Einrichtungen entstehen könnten. Das läuft jetzt gerade in der Prüfung der Regionalstadtbahn. Ich würde vorschlagen, dass wir das gerne einmal intensiver im Ausschuss diskutieren. Ich kann gerne diesen Abschlussbericht präsentieren und zuschicken, damit man sich das anschaut. Das meiste davon ist mittlerweile obsolet, muss man sagen, aber vielleicht generieren wir daraus noch ein bisschen Know-how für die weiteren Schritte. Ich schlage vor, diesen Antrag dem Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung zuzuweisen.

Vielen Dank, ja, eine Zuweisung ist sicher sinnvoll, weil das auch ein Anstoß für einen Prozess in möglichst großer Kooperation sein soll. Danke für die Zusage, im Ausschuss als Zuhörer*in vielleicht eine Präsentation zu bekommen. Das wollte ich nur angemerkt haben, weil ich in diesem Ausschuss prinzipiell nicht dabei bin. Wenn wir dann auch die Unterlagen bekommen, lässt sich sicher einiges in einer gemeinsamen Arbeit für die Zukunft sicherstellen. Danke.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: ausschuss verwiesen

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung wird einstimmig angenommen.