Kein städtisches Geld für Autobahnen

K 3 · Fraktionsantrag · 37. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Gefordert wurde eine Prüfung eines Ausstiegs der Stadt Linz aus der Finanzierungsvereinbarung zum Projekt A26/Westring. Begründet wurde dies mit stark gestiegenen Kosten: Der städtische Anteil soll von 31,3 Millionen Euro auf 56,3 Millionen Euro und die Gesamtkosten von 646 Millionen Euro auf 1,18 Milliarden Euro gestiegen sein. Als weiterer Grund wurde auf die vertragliche Ausstiegsklausel bei Kostensteigerungen von mehr als zehn Prozent verwiesen, die bisher nicht genutzt wurde. Die Prüfung sollte rechtliche, finanzielle und vertragliche Rahmenbedingungen sowie mögliche Folgen eines Ausstiegs darstellen. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schlagwörter (9):westringa26autobahnfinanzierungkostensteigerungfinanzierungsvereinbarungausstiegsklauselstadtbudgetverkehrsinfrastrukturverkehrspolitik
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank, unser Antrag trägt den Titel ‚Kein städtisches Geld für Autobahnen‘. Wir stellen ihn bekanntermaßen deswegen, weil wir der Überzeugung sind, dass die Stadt Linz ihre finanziellen Interessen schützen muss. Das ist unabhängig davon, wie man verkehrspolitisch und vielleicht umweltpolitisch zum Westring steht. Die Fakten sind eindeutig. 2011 hatten wir die Finanzierungsvereinbarung, wo der Südteil beschlossen wurde. Damals war von Gesamtkosten von 646 Millionen Euro die Rede. Der Anteil der Stadt Linz lag bei 31,3 Millionen Euro. Heute stehen wir bei 1,18 Milliarden Euro Gesamtkosten und 56,3 Millionen Euro für die Stadt. Das ist allein beim städtischen Anteil eine Steigerung von mehr als 80 % sowie auch bei den Gesamtkosten. Wer jetzt glaubt oder die Hoffnung hat, dass es dabei bleibt, dem sei der festsitzende Bohrkopf im Bergschlösslpark in Erinnerung gerufen und die Tatsache, dass der Haupttunnel, nämlich die mit Abstand schwierigste Bauphase, noch gar nicht begonnen hat. Wie wir wissen, sieht die Finanzierungsvereinbarung selbst bei Kostensteigerungen von mehr als zehn Prozent eine Ausstiegsmöglichkeit der Stadt Linz vor. Wir liegen aktuell bei einer Kostensteigerung von mehr als 80 %. Die bestehende Klausel wurde nie genutzt. Wir fragen uns, warum eigentlich nicht und glauben, dass es eine sorgfältige Prüfung braucht. Daher stellen wir folgenden Antrag. Ich bitte um Zustimmung. (Beifall)
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Vizebürgermeister Martin Hajart wird beauftragt, die Möglichkeiten eines Ausstiegs der Stadt Linz aus der Finanzierungsvereinbarung zwischen der ASFINAG, dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz zum Projekt A26/Westring zu prüfen. Dabei sollen alle Möglichkeiten ausgelotet werden und insbesondere die rechtlichen, finanziellen und vertraglichen Rahmenbedingungen sowie die möglichen Konsequenzen eines solchen Schrittes dargestellt werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.
Wortmeldungen (1)EinblendenAusblenden

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Linzer Gemeinderat, wir als ÖVP lehnen diesen Antrag ab. Es ist ganz klar, dass es keinen Sinn macht, mitten in einem Projekt auszusteigen und nur ein halbes zu realisieren. Der Westring hat eine wesentliche Bedeutung, wenn er fertiggestellt wird. Er wird zur Verkehrsentlastung und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Nach Fertigstellung haben wir eine optimale Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger mit Durchbindung bis zum Hauptbahnhof, wo dann auf die anderen öffentlichen Verkehrsmittel umgestiegen werden kann, wie Zug und Bus, da dort alles zentral gebündelt ist. Die Durchbindung und Fertigstellung dieses Westrings sind also essenzieller Bestandteil. Er hat nicht nur für Linz, sondern auch regional eine Bedeutung. Die Einpendler*innen aus dem westlichen Mühlviertel tragen ja auch zu einer Verkehrsentlastung der Linzer Innenstadt bei, wenn dieser Westring vollständig gebaut ist. Darüber hinaus müssen wir auch noch andenken, welche rechtlichen und finanziellen Auswirkungen es hätte, wenn wir aus einem laufenden Vertrag aussteigen würden. Die ÖVP ist ganz klar dagegen. Danke.“},{

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (22) Gegenstimme: ÖVP (10), FPÖ (9)