Sichere Radboxen in der Innenstadt

H 10 · Fraktionsantrag · 38. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:ausschuss verwiesen

Zusammenfassung

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Geprüft werden soll die Errichtung sicherer, wettergeschützter Radboxen im öffentlichen Raum der Inneren Stadt. Begründet wird das mit dem Bedarf an gut zugänglichen Abstellmöglichkeiten für Alltagsräder, E-Bikes und Lastenräder, vor allem in älteren Bestandsbauten ohne geeignete ebenerdige Abstellräume. Als Vorbild wird Salzburg genannt, wo Radboxen bereits stark genutzt werden; zugleich wird auf Fragen zu Standort, Eigentum, Betrieb und Finanzierung verwiesen. Vorgesehen ist ein Pilotprojekt an rund zehn Standorten, die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wurde mehrheitlich angenommen.

Schlagwörter (10):radboxeninnenstadtradverkehrmobilitätabstellanlagenlastenrädere-bikespilotprojektöffentlicher raummobilitätsstrategie
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## H 10 Sichere Radboxen in der Innenstadt ## Berichterstattung Gemeinderätin Piovesan „Danke sehr Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleg*innen, ich zitiere aus einem Facebook-Post einer Linzerin, die jahrelang verzweifelt auf der Suche nach einem sicheren Radabstellplatz in Linz war. Sie schreibt: ‚Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, dass ich vor einer Weile verzweifelt eine Unterstellmöglichkeit für mein Lastenrad gesucht habe. Die Wahrheit ist, es ist nach wie vor schier unmöglich, in Linz eine passende, sichere Lösung zu finden. Sichere Radboxen zur Anmietung könnten ein großartiger Weg sein, nicht nur für mich, sondern für alle, die auf das Auto verzichten wollen, aber keinen Platz im Hinterhof oder Keller haben. Hoffentlich tut sich hier bald etwas in Linz.‘ Ja, Linz hat großes Potenzial, den Radverkehr zu stärken und noch mehr Menschen für das Fahrrad im Alltag zu gewinnen. Gerade die Innenstadt bietet mit kurzen Wegen ideale Voraussetzungen dafür. Ein entscheidender Faktor für die Wahl des Fahrrads ist die Möglichkeit, dieses einfach, schnell, sicher, wettergeschützt und ebenerdig abzustellen. Genau das ist in vielen Bestandsbauten, vor allem in älteren, nicht möglich. Die meisten Altbauten verfügen über keinen geeigneten ebenerdigen Abstellraum. Keller sind oft schwer zugänglich, zu eng oder gar nicht vorhanden. Eine Lösung dafür kann meist nur im öffentlichen Raum erfolgen. Zusätzlich zu normalen Radständern könnten Radboxen einen wesentlichen Beitrag zum sicheren und praktischen Parken von Rädern leisten. Sie ermöglichen es auch, dass hochwertige Fahrräder, E-Bikes und Lastenräder zuverlässig verwahrt werden, um sie im Alltag schnell erreichen zu können. Ein Blick in andere Städte wie Salzburg zeigt, wie erfolgreich diese Radboxen angenommen werden. Neben tausenden Fahrradabstellplätzen gibt es dort mittlerweile 540 versperrbare Radboxen, die aktiv genutzt und stark nachgefragt werden. Das zeigt auch, dass sichere Abstellmöglichkeiten nicht nur den Bedarf treffen, sondern auch organisatorisch gut umsetzbar sind. Eine Box für ein bis zwei Räder kostet 93 Euro pro Jahr. Auf einem Stellplatz haben ungefähr vier Boxen Platz. Auch in Linz gehen wir davon aus, dass insbesondere Bewohner*innen der Innenstadt großes Interesse haben und bereit sind, solche Angebote - ähnlich wie einen Parkplatz - langfristig anzumieten und zu bezahlen. Doch wie erfolgt die Umsetzung? Wie lukriert die Stadt Einnahmen? Wer ist Errichter*in bzw. Besitzer*in der Boxen? Ist das die Stadt selbst oder eine private Firma? Wo herrscht Bedarf und wo ergeben diese Boxen überhaupt Sinn? All diese Fragen gilt es mit einer Machbarkeitsstudie zu klären. Deshalb stellen wir folgenden Antrag. Ich freue mich auf Ihre breite Zustimmung. 91 Der Gemeinderat beschließe: „Vizebürgermeister und Verkehrsreferent Martin Hajart wird beauftragt, die Machbarkeit und Umsetzung von sicheren, wettergeschützten Radboxen im öffentlichen Raum der Inneren Stadt rechtlich und wirtschaftlich zu prüfen. In weiterer Folge soll ein Pilotprojekt von rund zehn Standorten für Radboxen nach Salzburger Vorbild entstehen. Über die Machbarkeit und Untersuchung soll im Ausschuss berichtet werden. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.“ #### **Gemeinderat Mag. Langer, MA** „Dankeschön Herr Bürgermeister, liebe Kollegin Brita Piovesan, dem Antrag können wir inhaltlich natürlich sehr gerne zustimmen. Das Thema liegt uns am Herzen. Wir haben im November 2023 einen Antrag mit praktisch identischer Stoßrichtung eingebracht, ebenfalls mit Salzburg als Vorbild. Dort gibt es, wie du gesagt hast, mittlerweile 540 Radboxen und eine unfassbare Auslastung von 92 %. Das zeigt, wie groß der Bedarf ist, wie gut das angenommen wird. Ich kann mir vorstellen, dass auch in Linz eine gute Nachfrage und Auslastung da wären. Die Installation wäre vor allem dort, wo Bewohner*innen die Möglichkeiten nicht haben, aber auch an Verkehrsknotenpunkten, ein gewichtiger Faktor im Mobilitätsmix. Somit würden die Menschen im Alltag mehr umsteigen, vor allem aufs Rad. Unser Antrag, der auch um ein Pilotprojekt ersucht, ist derzeit im Ausschuss für Mobilität und Märkte. Ich würde mir wünschen, dass diese beiden Anträge dort gemeinsam behandelt und zügig zu einer Umsetzung gebracht werden. Es wäre schade, wenn sie länger in der Schublade liegen würden, während andere Städte Jahren vor 20 bereits damit gestartet haben. Wir stimmen daher gerne zu. Danke.“ (Beifall) #### **Gemeinderat Mag. Roth-Schmida** „Vielen Dank Herr Bürgermeister, wir wollten schon in der Gemeinderatssitzung im Jänner Radboxen für das Linzer Lastenradsystem, auch nach Salzburger Vorbild. Damals wurde der Antrag aber abgelehnt. Es ging um viel weniger Radboxen und sogar die Grünen haben nicht mitgestimmt. Diesmal sind aber die Stadtbibliotheken nicht betroffen, also stimmen die Grünen zu. Wir halten den Antrag auf alle Fälle für sinnvoll. Das Salzburger Radboxenmodell wurde ja von einem jetzigen KPÖ-Gemeinderat und ehemaligen Radbeauftragten der Stadt Salzburg initiiert und entwickelt. Wir stimmen einer Zuweisung zu. Kollege Langer hat richtig gesagt, dass es noch einen anderen Antrag gibt, der längst hätte behandelt werden sollen. Da sollte etwas weitergehen. Danke.“ #### **Gemeinderat Matsche** „Danke Herr Bürgermeister, geschätzter Gemeinderat, grundsätzlich ist festzuhalten, dass Errichtung und Betrieb solcher Radboxen aus unserer Sicht keine originären Aufga- 92 ben der öffentlichen Hand sind. Vielmehr ist ganz klar die Privatwirtschaft in der Verantwortung, entsprechende Angebote zu entwickeln und bereitzustellen, sofern es auch tatsächlichen Bedarf gibt. Darüber hinaus sehe ich auch die Gefahr, dass durch die Errichtung solcher Anlagen wertvolle Parkflächen verloren gehen, gerade in der Innenstadt, wo der Parkraum ohnehin schon sehr knapp bemessen ist. Man sieht auf den Bildern im Antrag, dass die Boxen alle auf der Straße sind. Zusätzliche Einschränkungen sind aus unserer Sicht daher kritisch zu beurteilen. Genau aus diesen Gründen können wir bei diesem Antrag nicht zustimmen und werden uns enthalten. Danke.“ (Beifall) ### **Vizebürgermeister Mag. Hajart, MBA** „Ich darf mich in meiner Funktion als Verkehrsreferent natürlich auch zu den Fahrradboxen zu Wort melden. Liebe Brita Piovesan, was wir sicher nicht machen werden, ist, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Denn ich gebe keine Studie darüber in Auftrag, wo man Radabstellplätze aufstellen kann. Man muss schon auf ein Kosten-Nutzen-Verhältnis schauen. Die Idee der Fahrradboxen ist ja nicht neu. Es wurde erwähnt, dass es sie in Salzburg schon viele, viele Jahre gibt. In Linz haben wir sie noch nicht. Es gab einmal einen grünen Verkehrsreferenten, der so etwas in seiner Zeit auch nicht gemacht hat. Wir haben es aber auf unserer Agenda. Unter Kapitel ‚7.2 Optimierung von Mobilitätsknotenpunkten‘ sind in der Mobilitätsstrategie sichere Radabstellanlagen - auch Fahrradboxen - enthalten. Es gibt Vor- und Nachteile, wie bei allem im Leben. Der Vorteil solcher Radabstellanlagen ist natürlich, dass sie sicher und witterungsgeschützt sind. Der Nachteil ist, dass sie relativ teuer sind und entsprechend Platz verbrauchen. Wie auch in der Mobilitätsstrategie der Stadt Linz verankert ist, macht es - das ist auch meine Meinung - vor allem Sinn, so etwas an Mobilitätsknoten, wie Bahnhöfen, anzubieten. Das ist auch der Grund, warum ich vor einigen Wochen mit der Geschäftsführerin der Schiene OÖ GmbH & Co KG darüber gesprochen habe. Bei zukünftig geplanten Bahnhöfen sollte man das mitplanen. Wir sind so verblieben, dass das auf Mitarbeiter\*innenebene vorangetrieben wird. Ich bin für eine Ausschusszuweisung, die noch nicht beantragt worden ist. Darum mache ich es gerne und stehe natürlich im Ausschuss für Mobilität und Märkte für alle Fragen der Mobilität zur Verfügung, natürlich auch zu den Radboxen. Dankeschön.“ (Beifall) ### **Gemeinderat DI Dr. Obermayr** „Danke, sehr geehrte Damen und Herren, gut gemeint heißt noch nicht gut gemacht. Am Bahnhof Feldkirch in Vorarlberg gibt es neue Fahrradabstellplätze. Das sind circa 200 auf einem Gestell, das man in die Höhe schieben kann. Es gibt auch eine Reihe von circa 30 Radboxen. Die Fläche für die circa 30 Radboxen ist ungefähr die Doppelte der 200 Radabstellplätze in einer Etage. Von der Firma WÖHR Autoparksysteme GmbH gibt es ein Turm-Autoparksystem, das nicht für Autos, sondern für automatisch einparken steht. Dieses Autoparksystem gibt es auch für Fahrräder. Es ist relativ flächenschonend und wäre gut. Es ist allerdings relativ teuer. Ich frage mich, wo die Radboxen aufgestellt werden sollen. Ich kann mir das schwer 93 in der Innenstadt vorstellen. Einzelne Radboxen - zwei, drei zusammen - nützen nichts. Wenn, dann muss das größer sein. Man kann sich am Bahnhof in Feldkirch ein Beispiel nehmen. Man könnte sich das WÖHR Autoparksystem - diesen Turm für Fahrräder - einmal anschauen und dann könnte man weiterreden. Vielleicht ist es aber eine Anregung für den Mobilitätsausschuss, sich diese Möglichkeiten anzuschauen. Ich halte die Boxen vom Flächenbedarf her für ungeeignet für Linz, zumindest für die Linzer Innenstadt. Das mag am Bahnhof möglich sein. Aber selbst dort sehe ich den notwendigen Platz nicht vorhanden. Danke.“ ### **Schlusswort Gemeinderätin Piovesan** „Herzlichen Dank für die Diskussionsbeiträge. Ich danke den Grünen und der KPÖ für die Zustimmung. Herr Matsche, Sie haben recht, das ist keine originäre Aufgabe der Stadt. Aber die Stadt muss den Raum für diese Radboxen zur Verfügung stellen. Es wäre toll, wenn wir das diskutieren könnten. Zum Thema Platzverbrauch: Auf einen Autoparkplatz passen zum Beispiel sieben Räder. Da muss man schauen, wer mehr Platz verbraucht. Herr Hajart, es freut mich, wenn das schon auf der Agenda steht und diese Mobilitätsboxen angedacht sind. In meinen Augen sind wir ein bisschen im falschen Narrativ. Wie ich vorher schon erwähnt habe, verbrauchen die Autos den Platz, nicht die Räder. Für diese müssen wir sichere und gut zugängliche Abstellmöglichkeiten schaffen. Herr Obermayr, wir reden nicht vom Bahnhof, sondern von der Innenstadt. Es geht um sichere, geschützte Plätze. Viele Menschen, die in der Innenstadt wohnen und kurze Wege mit dem Rad zurücklegen, sollten eine Möglichkeit haben, ihre Räder abzustellen, ohne fürchten zu müssen, dass sie gestohlen oder kaputt gemacht werden. Ich habe in der Stadt Linz, bei der Johannes Kepler Universität (JKU), schon solche Radboxen gesehen. Es gibt sie überall, in Traun, Brüssel, Budapest, oder Salzburg. Es gab im Jahr 2023 den Antrag der Grünen. Schon 2018 gab es einen Antrag von Lorenz Potocnik, der aber nun fast zehn Jahre her ist. Ich freue mich, wenn wir darüber im Ausschuss diskutieren. Ich hätte sogar schon einige Bestellungen für Radboxen in der Innenstadt. In Urfahr, in der Stifterstraße, in der Brucknerstraße, in der Rosenauerstraße sind bereits Leute an uns herangetreten, die sich dort Boxen wünschen würden. Danke, ich freue mich auf Zustimmung.“
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Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird mehrheitlich angenommen.
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Dankeschön Herr Bürgermeister, liebe Kollegin Brita Piovesan, dem Antrag können wir inhaltlich natürlich sehr gerne zustimmen. Das Thema liegt uns am Herzen. Wir haben im November 2023 einen Antrag mit praktisch identischer Stoßrichtung eingebracht, ebenfalls mit Salzburg als Vorbild. Dort gibt es, wie du gesagt hast, mittlerweile 540 Radboxen und eine unfassbare Auslastung von 92 %. Das zeigt, wie groß der Bedarf ist, wie gut das angenommen wird. Ich kann mir vorstellen, dass auch in Linz eine gute Nachfrage und Auslastung da wären. Die Installation wäre vor allem dort, wo Bewohner*innen die Möglichkeiten nicht haben, aber auch an Verkehrsknotenpunkten, ein gewichtiger Faktor im Mobilitätsmix. Somit würden die Menschen im Alltag mehr umsteigen, vor allem aufs Rad. Unser Antrag, der auch um ein Pilotprojekt ersucht, ist derzeit im Ausschuss für Mobilität und Märkte. Ich würde mir wünschen, dass diese beiden Anträge dort gemeinsam behandelt und zügig zu einer Umsetzung gebracht werden. Es wäre schade, wenn sie länger in der Schublade liegen würden, während andere Städte Jahren vor 20 bereits damit gestartet haben. Wir stimmen daher gerne zu. Danke.

Vielen Dank Herr Bürgermeister, wir wollten schon in der Gemeinderatssitzung im Jänner Radboxen für das Linzer Lastenradsystem, auch nach Salzburger Vorbild. Damals wurde der Antrag aber abgelehnt. Es ging um viel weniger Radboxen und sogar die Grünen haben nicht mitgestimmt. Diesmal sind aber die Stadtbibliotheken nicht betroffen, also stimmen die Grünen zu. Wir halten den Antrag auf alle Fälle für sinnvoll. Das Salzburger Radboxenmodell wurde ja von einem jetzigen KPÖ-Gemeinderat und ehemaligen Radbeauftragten der Stadt Salzburg initiiert und entwickelt. Wir stimmen einer Zuweisung zu. Kollege Langer hat richtig gesagt, dass es noch einen anderen Antrag gibt, der längst hätte behandelt werden sollen. Da sollte etwas weitergehen. Danke.

Danke Herr Bürgermeister, geschätzter Gemeinderat, grundsätzlich ist festzuhalten, dass Errichtung und Betrieb solcher Radboxen aus unserer Sicht keine originären Aufga- 92 ben der öffentlichen Hand sind. Vielmehr ist ganz klar die Privatwirtschaft in der Verantwortung, entsprechende Angebote zu entwickeln und bereitzustellen, sofern es auch tatsächlichen Bedarf gibt. Darüber hinaus sehe ich auch die Gefahr, dass durch die Errichtung solcher Anlagen wertvolle Parkflächen verloren gehen, gerade in der Innenstadt, wo der Parkraum ohnehin schon sehr knapp bemessen ist. Man sieht auf den Bildern im Antrag, dass die Boxen alle auf der Straße sind. Zusätzliche Einschränkungen sind aus unserer Sicht daher kritisch zu beurteilen. Genau aus diesen Gründen können wir bei diesem Antrag nicht zustimmen und werden uns enthalten. Danke.

Ich darf mich in meiner Funktion als Verkehrsreferent natürlich auch zu den Fahrradboxen zu Wort melden. Liebe Brita Piovesan, was wir sicher nicht machen werden, ist, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Denn ich gebe keine Studie darüber in Auftrag, wo man Radabstellplätze aufstellen kann. Man muss schon auf ein Kosten-Nutzen-Verhältnis schauen. Die Idee der Fahrradboxen ist ja nicht neu. Es wurde erwähnt, dass es sie in Salzburg schon viele, viele Jahre gibt. In Linz haben wir sie noch nicht. Es gab einmal einen grünen Verkehrsreferenten, der so etwas in seiner Zeit auch nicht gemacht hat. Wir haben es aber auf unserer Agenda. Unter Kapitel ‚7.2 Optimierung von Mobilitätsknotenpunkten‘ sind in der Mobilitätsstrategie sichere Radabstellanlagen - auch Fahrradboxen - enthalten. Es gibt Vor- und Nachteile, wie bei allem im Leben. Der Vorteil solcher Radabstellanlagen ist natürlich, dass sie sicher und witterungsgeschützt sind. Der Nachteil ist, dass sie relativ teuer sind und entsprechend Platz verbrauchen. Wie auch in der Mobilitätsstrategie der Stadt Linz verankert ist, macht es - das ist auch meine Meinung - vor allem Sinn, so etwas an Mobilitätsknoten, wie Bahnhöfen, anzubieten. Das ist auch der Grund, warum ich vor einigen Wochen mit der Geschäftsführerin der Schiene OÖ GmbH & Co KG darüber gesprochen habe. Bei zukünftig geplanten Bahnhöfen sollte man das mitplanen. Wir sind so verblieben, dass das auf Mitarbeiter\*innenebene vorangetrieben wird. Ich bin für eine Ausschusszuweisung, die noch nicht beantragt worden ist. Darum mache ich es gerne und stehe natürlich im Ausschuss für Mobilität und Märkte für alle Fragen der Mobilität zur Verfügung, natürlich auch zu den Radboxen. Dankeschön.

Danke, sehr geehrte Damen und Herren, gut gemeint heißt noch nicht gut gemacht. Am Bahnhof Feldkirch in Vorarlberg gibt es neue Fahrradabstellplätze. Das sind circa 200 auf einem Gestell, das man in die Höhe schieben kann. Es gibt auch eine Reihe von circa 30 Radboxen. Die Fläche für die circa 30 Radboxen ist ungefähr die Doppelte der 200 Radabstellplätze in einer Etage. Von der Firma WÖHR Autoparksysteme GmbH gibt es ein Turm-Autoparksystem, das nicht für Autos, sondern für automatisch einparken steht. Dieses Autoparksystem gibt es auch für Fahrräder. Es ist relativ flächenschonend und wäre gut. Es ist allerdings relativ teuer. Ich frage mich, wo die Radboxen aufgestellt werden sollen. Ich kann mir das schwer 93 in der Innenstadt vorstellen. Einzelne Radboxen - zwei, drei zusammen - nützen nichts. Wenn, dann muss das größer sein. Man kann sich am Bahnhof in Feldkirch ein Beispiel nehmen. Man könnte sich das WÖHR Autoparksystem - diesen Turm für Fahrräder - einmal anschauen und dann könnte man weiterreden. Vielleicht ist es aber eine Anregung für den Mobilitätsausschuss, sich diese Möglichkeiten anzuschauen. Ich halte die Boxen vom Flächenbedarf her für ungeeignet für Linz, zumindest für die Linzer Innenstadt. Das mag am Bahnhof möglich sein. Aber selbst dort sehe ich den notwendigen Platz nicht vorhanden. Danke.

Herzlichen Dank für die Diskussionsbeiträge. Ich danke den Grünen und der KPÖ für die Zustimmung. Herr Matsche, Sie haben recht, das ist keine originäre Aufgabe der Stadt. Aber die Stadt muss den Raum für diese Radboxen zur Verfügung stellen. Es wäre toll, wenn wir das diskutieren könnten. Zum Thema Platzverbrauch: Auf einen Autoparkplatz passen zum Beispiel sieben Räder. Da muss man schauen, wer mehr Platz verbraucht. Herr Hajart, es freut mich, wenn das schon auf der Agenda steht und diese Mobilitätsboxen angedacht sind. In meinen Augen sind wir ein bisschen im falschen Narrativ. Wie ich vorher schon erwähnt habe, verbrauchen die Autos den Platz, nicht die Räder. Für diese müssen wir sichere und gut zugängliche Abstellmöglichkeiten schaffen. Herr Obermayr, wir reden nicht vom Bahnhof, sondern von der Innenstadt. Es geht um sichere, geschützte Plätze. Viele Menschen, die in der Innenstadt wohnen und kurze Wege mit dem Rad zurücklegen, sollten eine Möglichkeit haben, ihre Räder abzustellen, ohne fürchten zu müssen, dass sie gestohlen oder kaputt gemacht werden. Ich habe in der Stadt Linz, bei der Johannes Kepler Universität (JKU), schon solche Radboxen gesehen. Es gibt sie überall, in Traun, Brüssel, Budapest, oder Salzburg. Es gab im Jahr 2023 den Antrag der Grünen. Schon 2018 gab es einen Antrag von Lorenz Potocnik, der aber nun fast zehn Jahre her ist. Ich freue mich, wenn wir darüber im Ausschuss diskutieren. Ich hätte sogar schon einige Bestellungen für Radboxen in der Innenstadt. In Urfahr, in der Stifterstraße, in der Brucknerstraße, in der Rosenauerstraße sind bereits Leute an uns herangetreten, die sich dort Boxen wünschen würden. Danke, ich freue mich auf Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Beta
Ergebnis:ausschuss verwiesen· 57 von 61 anwesend

Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Mobilität und Märkte wird mehrheitlich angenommen. Enthaltung: FPÖ (8)

Einzelstimmen anzeigen (57)
Nicht anwesend · 4
Ute KlitschFPÖentschuldigt
Julia MandlmayrGRÜNEentschuldigt
Florian KopplerSPÖentschuldigt
Sarah StriglSPÖging 17:42