Demenzstrategie Oberösterreich entschlossen aufbauen - Resolution
L 13 · Fraktionsantrag · 25. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wird der entschlossene Ausbau der Demenzstrategie Oberösterreich, damit neben Gruppentrainings auch individuell angepasste Einzeltrainings möglich werden. Begründet wird dies mit der steigenden Zahl an Demenzerkrankungen, der hohen Belastung für Angehörige und der fehlenden Heilung, während Gedächtnis- und Ressourcentraining nachweislich Lebensqualität erhält und den Verlauf positiv beeinflussen kann. Als Hindernis gilt vor allem, dass zu wenige ausgebildete Trainerinnen und Trainer verfügbar sind, weil die Tätigkeit derzeit nicht existenzsichernd entlohnt wird und bessere Arbeitsbedingungen braucht. Außerdem soll die Demenzstrategie in der Bevölkerung bekannter gemacht werden, damit die Angebote wahrgenommen werden. Die Resolution an den oberösterreichischen Landtag wurde einstimmig angenommen; die Kosten sollen durch Umschichtung im Budget bedeckt werden.
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Herzlichen Dank, sehr geehrte Damen und Herren, das Risiko der Demenzerkrankung lässt sich nicht minimieren. Es ist schlichtweg das Alter und die Gesellschaft altert immer mehr. Nach Schätzungen wird sich die Zahl, der an Demenz Erkrankten in den nächsten 25 Jahren sogar verdoppeln. Die in den letzten zehn Jahren entwickelten Medikamente wurden entweder nicht zugelassen oder wegen nachweisbarer Unwirksamkeit wieder vom Markt genommen. Wie Kollegin Pühringer ausführte, dienen Medikamente eher der Linderung von Begleiterscheinungen. Ein neues Medikament ist auf dem Markt, es steht aber noch vor der Zulassung. Auch dieses Medikament kann nicht heilen, es kann den Prozess nur stoppen. Die Therapien sind daher erwiesenermaßen das Einzige, was diese Verläufe positiv begleiten kann. Die Verläufe ermöglichen aber nicht immer die Teilnahme an Gruppentherapien, es sind auch Einzeltherapien notwendig. Es werden auch entsprechende Ausbildungen angeboten. Das adäquate Jobprofil für die Tätigkeit als Demenztrainer*in oder Ressourcentrainer*in, das diesen Anforderungen entspricht, gibt es. Angesichts der derzeit angespannten Arbeitsmarktlage in Oberösterreich kann ein derartiges Jobangebot auch für Umsteiger*innen attraktiv gestaltet werden, da keinerlei pflegerische Vorbildung erforderlich ist. Wichtig ist vorrangig soziale Kompetenz. Zum zweiten Antrag L 14 möchte ich gleich ergänzend erwähnen, dass es eine Studie des Institut für Markt- und Sozialanalysen (IMAS) vom April 2023 gibt. Diese lautet ‚Demenz in Oberösterreich - Ergebnisse einer Befragung zum Wissensstand, zur Risikoeinschätzung, Betroffenheit & Kenntnis von Angeboten in Oberösterreich‘. Die Befragten waren über 50 Jahre alt, 700 Personen wurden direkt oder online befragt. Wissen rund um das Thema Demenz ist gut verbreitet. 94 Prozent der über 50-Jährigen in Oberösterreich wissen um das Thema Demenz. Aber es sind knapp 60 Prozent, die sich gar nicht oder eher nicht mit diesem Thema auseinandersetzen. Fast 40 Prozent geben an, eine demenzerkrankte Person in der Familie oder im Bekanntenkreis zu haben. Fünf Prozent der Befragten pflegen selbst eine an Demenz erkrankte Person. Angebote wie die Demenzservicestellen Oberösterreich sind 25 Prozent der Befragten bekannt. Das Demenztraining für Betroffene beziehungsweise Erkrankte, das sogenannte Ressourcentraining kennen nur knapp 20 Prozent. Fast 40 Prozent der über 50-Jährigen kennen keines dieser Angebote. Wir haben auch hier wieder das Problem der Kommunikation. Der Informationsbedarf ist groß und die Kommunikationsstrukturen müssen überlegt und ergänzt werden. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass Einzeltherapien leistbar sein müssen. Gruppentherapien sind günstiger, aber es ist nicht immer möglich, Probanden oder Klienten therapeutisch in einer Gruppe zu begleiten. Von der Leistbarkeit dieser notwendigen Therapien ist daher abhängig wie rasch der Krankheitsverlauf fortschreitet. Davon hängt auch ab, wie sehr diese Ausprägungen dann zu einer steigenden Belastung für die pflegenden Angehörigen beziehungsweise das Pflegepersonal führen. Es ist daher anzustreben, dass die bedarfsgerechte, individuelle Inanspruchnahme von ergänzenden Einzeltherapien auch in den Leistungskatalog der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) aufgenommen wird. Ein kleiner Film des Sozialhilfeverbandes Schärding veranschaulicht, was individuelle Betreuung leisten kann. Er ist auf YouTube abrufbar. Demenz ist eine Krankheit, sie ist noch nicht heilbar. Die Qualität des Verlaufes ist allerdings positiv beeinflussbar. Das Resümee dieses Films lautet, wenn der Verstand geht und die Gefühle bleiben. Es braucht ausgebildete Menschen mit sozialer Kompetenz, das ist das Wichtigste.
Danke für das Wort und danke Frau Kollegin Schütz für diese wertvollen und ausführlichen Ergänzungen. Ich bitte noch einmal um Zustimmung.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird einstimmig angenommen.