Silvesternacht: Ein Highlight für alle

M 5 · Fraktionsantrag · 36. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Für die Silvesternacht in der Linzer Innenstadt soll ein zentrales, modernes Jahreswechsel-Highlight geprüft werden, das möglichst ohne Pyrotechnik auskommt. Im Mittelpunkt stehen eine Drohnenshow oder Lichtershow im Bereich Donau und Nibelungenbrücke; als Ersatzlösung wird ein einmaliges, professionell abgewickeltes Höhenfeuerwerk an einem geeigneten Standort genannt. Begründet wird das mit mehr Sicherheit, besserer Planbarkeit, weniger unkoordinierten Privatfeuerwerken sowie geringeren Belastungen durch Feinstaub, Müll und Knallgeräusche, auch im Hinblick auf Tiere. Die Stadt soll dafür mit den Veranstalterinnen der Silvesterfeier zusammenarbeiten und die Kosten im Budget durch Umschichtung abdecken. Der Gemeinderat lehnte das Vorhaben mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):silvesterfeierdrohnenshowlichtershowfeuerwerksicherheitfeinstaubtierschutzdonaunibelungenbrückeveranstaltungskoordination
AntragstextEinblendenAusblenden
Danke schön, sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen, zu diesem Jahreswechsel hat Linz nach langer Zeit endlich wieder eine große gemeinsame Silvesterfeier auf dem Hauptplatz gehabt. Ich bin froh, dass unser Antrag von 2023 für genau so ein gemeinsames Silvester-Spektakel den Stein ins Rollen gebracht hat. Damals wurde unser Antrag noch abgelehnt, aber am Ende setzen sich gute Ideen eben durch. Ich war selbst vor Ort und das Bild kurz vor Mitternacht kennen viele von uns. Der Platz voll, Menschen gut gelaunt, Musik, gute Stimmung und dann wenige Minuten vor zwölf setzen sich hunderte Menschen in Bewegung und strömen Richtung Donau. Hinauf auf die Nibelungenbrücke, Schulter an Schulter, alle blicken nach oben, alle warten auf den einen Moment. Offiziell gab es keine städtische Lichtershow oder ein Feuerwerk. Aber wir wissen alle, dass es natürlich trotzdem gekracht und geleuchtet hat. Genau das ist der Punkt. Wenn wir als Stadt selbst kein starkes, sichtbares Angebot machen, keine Drohnenshow, keine Lichtershow, kein zentrales Highlight, dann wird diese Lücke von Privatpersonen kompensiert. Das Ergebnis ist ein Graubereich. Auf dem Papier ist fast alles verboten, in der Realität passiert es trotzdem. Wir tun so, als hätten wir damit nichts zu tun. Uns geht es genau darum, aus diesem Wegschauen herauszukommen und diese Situation aktiv zu gestalten. Die Frage ist nicht, ob es in der Silvesternacht Feuerwerk gibt. Die Frage ist, ob wir wollen, dass hundert kleine unkoordinierte Privatfeuerwerke zwischen Häusern und Menschenmengen stattfinden oder ob wir ein zentrales, sicheres, modernes Highlight schaffen, das den Leuten etwas bietet und gleichzeitig die Risiken reduziert. Ein Beispiel dafür, dass wir so etwas können, sehen wir jedes Jahr beim Urfahranermarkt. Dort gibt es seit vielen Jahren große zentrale Feuerwerke, organisiert von der AG Urfahranermarkt. Die Leute wissen ganz genau, wann und wo es stattfindet. Die Brücke, die Donauufer, das Marktgelände sind voll, aber es ist ein einziges professionelles, geplantes Feuerwerk mit klaren Abläufen. Linz hat also Erfahrung damit, Effekte zu bündeln, statt alles dem Zufall zu überlassen. Wichtig ist uns dabei die Reihenfolge: Die erste Wahl für uns ist eine moderne, innovative, möglichst klimafreundliche Inszenierung. Linz hat mit Ars Electronica und Co. gezeigt, dass wir Drohnenshows, Licht- und Lasershows können. Eine Choreografie aus Drohnen am Himmel über der Donau kombiniert mit Musik und Lichteffekten, wäre ein Bild, das zu einer Stadt passt, die sich als innovativ und zukunftsorientiert versteht. So etwas kann mindestens so viel Staunen auslösen wie ein klassisches Feuerwerk, aber ohne Feinstaub, Müll und Dauerknall. Nur wenn das nicht geht, soll ein zentrales, professionelles Feuerwerk als Plan B dienen. Wenn sich Drohnenshow, Lichtershow oder ähnliche Formate aus finanziellen, technischen oder organisatorischen Gründen wirklich nicht ausgehen, dann sollten wir ehrlich darüber reden, was die Alternative ist. Da ist ein einmaliges, gut geplantes, behördlich genehmigtes Feuerwerk an einem klar definierten Ort, zum Beispiel im Bereich Nibelungenbrücke, Donau, aus unserer Sicht immer noch besser als viele kleine unkoordinierte Abschüsse quer durch die Stadt. Wer ein großes sichtbares Feuerwerk geboten bekommt, hat weniger Grund, sich privat mit einem Kofferraum voller Raketen auf irgendeine Kreuzung zu stellen. Ganz verschwinden werden die Privatfeuerwerke dadurch wahrscheinlich auch nicht. Aber es ist ein Unterschied, ob wir die Energie vieler Menschen auf ein gemeinsames Highlight lenken oder ob wir weiterhin so tun, als gäbe es das alles gar nicht. Linz weiß, wie man große Veranstaltungen sicher abwickelt, nicht nur zu Silvester, sondern auch bei anderen Events mit tausenden Besuchern. Diese Erfahrung sollten wir nutzen. Uns geht es nicht darum, ein Feuerwerk durchzudrücken, uns geht es darum, dass wir zuerst ernsthaft innovative Lösungen prüfen sollten. Beispielsweise eine Drohnenshow, Lichterinszenierung als Teil dieses Settings und erst dann, wenn das nicht machbar ist, weil zu teuer, offen prüfen, ob ein zentrales professionelles Feuerwerk eine vernünftige Alternative in dieser Situation sein kann. Neben der Sicherheit geht es uns um auch vor allem um die Rücksicht. Für viele Menschen ist das Thema Feuerwerk vor allem mit ihren Haustieren verbunden. Tiere reagieren oft panisch auf die plötzlichen Knallgeräusche aus allen Richtungen. Wenn wir statt vieler kleiner Privatfeuerwerke ein zentrales, klar begrenztes Highlight schaffen, idealerweise ohne oder mit deutlich weniger Pyrotechnik, hilft das auch all jenen, die sich zu Silvester Sorgen um ihre Tiere machen. Zumindest können sie es dann besser planen. Gleichzeitig ist klar, dass so ein zentrales Highlight auch eine Kostenfrage ist. Als Stadt müssen wir das aber nicht allein stemmen und auch nicht komplett selbst veranstalten. Wie beim Urfahranermarkt könnten wir hier als Kooperationspartnerin auftreten, den Rahmen, die Genehmigungen und einen fairen finanziellen Beitrag liefern. Die konkrete Umsetzung kann dann von jenen Veranstaltern*innen übernommen werden, die ohnehin die Silvesterparty organisieren. So bleibt die Verantwortung dort, wo die Eventkompetenz liegt und wir setzen gezielt Mittel ein, um Sicherheit, Qualität und Planbarkeit zu erhöhen. Ich bitte um Zustimmung. Danke schön.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschließe: 1. Stadtrat Thomas Gegenhuber und Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer werden ersucht, gemeinsam zu prüfen, wie für die Silvesterfeier in der Linzer Innenstadt ein zentrales, modernes „Jahreswechsel-Highlight“ umgesetzt werden kann, dass möglichst ohne Pyrotechnik auskommt, insbesondere durch eine Drohnenshow beziehungsweise Lichtershow im Bereich Donau/Nibelungenbrücke. 2. Wenn sich eine solche pyrotechnikfreie Lösung nicht umsetzen lässt, werden Stadtrat Thomas Gegenhuber und Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer weiter ersucht zu prüfen, ob ein einmaliges, professionell abgewickeltes Höhenfeuerwerk an einem geeigneten Standort als zentrale, sicherere Alternative in Frage kommt. 3. Über das Ergebnis dieser Prüfungen ist dem Gemeinderat rechtzeitig vor dem Jahreswechsel 2026/27 zu berichten und, sofern eine umsetzbare Variante vorliegt, diese in Abstimmung mit den Veranstalter*innen der Silvesterfeier entsprechend zu koordinieren und für die Umsetzung vorzubereiten. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.¹
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Meine sehr geehrten Damen und Herren, lieber Stefan Burgstaller, das vergangene Silvesterfest unter dem Motto ‚Happy New Linz‘ war nach sechs Jahren, glaube ich, ein wirklich gelungenes Comeback. Das muss man so sagen. Das war wieder ein Start hinein in ein neues Silvester. Wir als Volkspartei Linz haben das auch immer gefordert und ich freue mich und danke auch allen Beteiligten für die Zusammenarbeit, durch die dieses Format so gelungen ist. Vor allem Danke an die Organisator*innen, denen diese Umsetzung meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist. Danke an alle Beteiligten, Gastronom*innen, Firmensponsor*innen, die dazu beigetragen haben, damit so ein Happening umgesetzt werden konnte. Man muss immer dazusagen, dass es ein Start ist. Uns war wichtig, ein Sicherheitskonzept umzusetzen, damit die Menschen, Gäste, internationale Gäste auch über den Jahreswechsel wieder zu uns nach Linz kommen können. Damit sie ein super Wochenende über den Jahreswechsel in Linz verbringen können, denn das wäre dann mit Nächtigungen verbunden und noch vielem mehr. So ein Jahreswechsel bringt also Wertschöpfung in unsere Stadt und auch die Linzerinnen und Linzer haben wieder ihre Silvesterfeier. Ich glaube, man muss auch hier jeder*m Veranstalter*in eine Chance geben, so eine Veranstaltung weiterzuentwickeln. Ich denke, das war ein erster Schritt und das kann auch wachsen. Dazu braucht es meiner Meinung nach aber keinen Antrag der NEOS, keinen Antrag von uns hier im Gemeinderat. Ich kann berichten und habe von den Organisator*innen erfahren, dass die Planungen für Silvester 2026 bereits wieder laufen. Das heißt, nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Ich glaube, dass sich da einiges weiterentwickeln wird. Wir werden sehen, was es genau sein wird. Wir sind auf jeden Fall mit dem Organisationsteam im Austausch. Das war ein erster Schritt und ich freue mich, wenn das dann noch besser wird für Linz und sich auch weiterentwickeln kann. Vielen herzlichen Dank. Wir enthalten uns daher hier der Stimme.

Danke schön Herr Bürgermeister, geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, zunächst möchte ich mich ebenfalls bei den Verantwortlichen für die Silvesterfeierlichkeiten in der Innenstadt bedanken. Es war wirklich ein schönes Gemeinschaftserlebnis und tat gut, nach den zuerst pandemiebedingten Absagen wieder eine große Silvesterparty auf dem Hauptplatz feiern zu können. Es wird auf Bundesebene über ein generelles Feuerwerkverbot zur Reduktion des Feinstaubs diskutiert, vor allem aber zum Schutz von Mensch und Tier. Für eine entsprechende Petition sind bereits mehr als 2.400 Unterschriften gesammelt worden. Die Kosten für eine umweltfreundliche Lasershow oder ein anderes Lichterspektakel sind extrem. Wie wir heute schon gehört haben, ist die Stadt Linz auch angehalten, ihre finanziellen Mittel sinnvoll einzusetzen. Wir sind überzeugt, dass die beiden angesprochenen Stadtregierungsmitglieder bei den Gesprächen über eine Neuauflage der nächsten Silvesterparty ohnedies alles berücksichtigen, was zu einem zünftigen Jahreswechsel dazugehört. Dann wird das umgesetzt werden, was für alle Beteiligten möglich ist. Deshalb braucht es unserer Meinung nach diesen speziellen Auftrag nicht. Wir werden uns daher enthalten.

Danke schön, das Schlusswort nehme ich an und repliziere auf die ÖVP. Es war ein gelungenes Projekt. Auch von unserer Seite Danke an die Veranstalter*innen. Die Sicherheit, soweit ich das als Zuseher vor Ort beurteilen kann, war auch sehr gut gegeben. Bei den Eingängen wurden unter anderem Flaschen kontrolliert. Zu der Aussage, dass es keinen NEOS-Antrag dazu braucht. Der Antrag, mit dem wir 2023 diese Silvesterfeier überhaupt einmal gefordert haben, zeigt das schon. Damals waren alle, die Stadtregierung vor allem und auch die ÖVP, dagegen. Ich kann mich auch an die Wortmeldung der Stadträtin Lang-Mayerhofer erinnern, wo es geheißen hat, es gibt es schon genug Angebote durch die Discos und so weiter. Nun sieht man, dass man auch Ideen von anderen Fraktionen ablehnen und vielleicht später selbst einbringen kann und dann kommt das zum Schluss wirklich zum Tragen. Zur SPÖ und den Kosten: Ich habe heute auch schon erwähnt, dass wir sind in einer Zeit sind, wo man wirklich jeden Euro zweimal umdrehen muss. Die Stadt hat hohe Schulden und das ist auch ein Argument, deswegen habe ich es so formuliert im Antrag, dass man das einmal überprüft, wie viel das wirklich kostet. Dann kann man schauen, ob man Alternativen findet. Deswegen habe ich es auch sehr offen formuliert. Ich bitte trotzdem alle, die der Idee etwas abgewinnen können, um Zustimmung. Wir werden sehen, vielleicht passiert es ja dann trotzdem in den nächsten Jahren einmal. Dankeschön.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (10), Die Grünen (8), FPÖ (9), KPÖ (2), LinzPlus (2)