Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel in Linzer Betrieben
I 2 · Fraktionsantrag · 7. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Zusammenfassung
KI GeneriertGefordert wurde ein Runder Tisch zum Arbeitskräftemangel in Linzer Betrieben, an dem Stadt, Sozialpartner, Experten, Branchenvertreter und Gemeinderatsfraktionen gemeinsam Vorschläge zur Mobilisierung zusätzlicher Arbeitskräfte erarbeiten sollen. Begründet wurde das mit niedriger Arbeitslosigkeit, vielen unbesetzten Stellen und einem besonders deutlichen Mangel bei Lehrstellen, der für Unternehmen und die kommunalen Einnahmen relevant sei. In den Wortmeldungen wurde vor allem auf das Potenzial von Frauen am Arbeitsmarkt und auf den Ausbau flexibler Kinderbetreuung hingewiesen; zugleich wurde davor gewarnt, den Mangel durch Abwerbung aus dem Ausland zu lösen. Der Vorschlag sollte aus dem Budget durch Umschichtung finanziert werden, fand aber keine Mehrheit und wurde abgelehnt.
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Wortmeldungen (2)EinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, werte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, es gibt in Ihrem Antrag einen Satz oder zumindest einen Teil eines Satzes, mit dem Sie in mir eine Verbündete gefunden haben. Das ist jetzt in der Wortmeldung von Kollegen Rosenmayr gar nicht vorgekommen, nämlich die Erhöhung der Beschäftigungsquote vor allem bei Frauen: ‚Denn eines ist sicher, beim Ziel die vorhandenen Potentiale am oberösterreichischen Arbeitsmarkt zu verbessern oder besser auszunutzen, spielen Frauen eine entscheidende Rolle.‘ Das weiß nicht nur ich, sondern das ist ein Zitat des Geschäftsführers der Industriellen Vereinigung, Dr. Joachim Haindl-Grutsch. Ich fürchte aber, dass wir bei der Frage, wie wir das erreichen sollen, schon wieder getrennte Wege gehen müssen. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wir gerade bei Frauen die im ländlichen Raum leben, ein enormes Potential für den Linzer Arbeitsmarkt haben. Aber was passiert in diesem ländlichen Raum? Bei der Kinderbetreuung passiert leider zu wenig und das betrifft leider immer noch Frauen. Das stellt ja auch wie jedes Jahr der Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer Oberösterreich fest. Nur ein Beispiel – bei den unter Dreijährigen gibt es nur 20 Gemeinden im ganzen Bundesland, das sind 4,6 Prozent aller Gemeinden in Oberösterreich, die Eltern ein vollzeittaugliches Betreuungsangebot anbieten. Außerdem ist mir ein Satz aus dem vorletzten Wirtschaftsausschuss, an dem der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservices Oberösterreich teilgenommen hat, in Erinnerung geblieben. Er hat gesagt, je einfacher die Kinderbetreuung am Anfang ist, desto leichter ist der Einstieg mit mehr Stunden. Wenn der Einstieg mit 20 Stunden erfolgt, dann kommt nur schwer die Motivation zu mehr Stunden zurück. Eine Person darf ich noch zitieren, auch die Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich Mag.a Doris Hummer hat bereits erkannt, was wir zur Hebung der Beschäftigungsquote brauchen. Ich zitiere: „Wir benötigen ein flexibles Kinderbetreuungsangebot, das auf die Arbeitsrealitäten eingeht.“ Werte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, ermöglichen Sie mit ihrer Landespartei bitte endlich diesen einfachen Einstieg, ermöglichen Sie dieses Angebot, das auf Arbeitsrealitäten eingeht. Klopfen Sie doch bitte bei Ihrem Landeshauptmann an und fordern Sie dort, dass zum Beispiel von den mehr als 80 Millionen Euro, die die Stadt jedes Jahr an das Land Oberösterreich zahlt, künftig ein Teil in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert wird und zwar im ländlichen Raum. Ein großer Teil der Lösung liegt auf diesem Runden Tisch, den Sie gerne abhalten möchten. Wir werden uns daher diesem Antrag enthalten. Danke schön.
Danke, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, grundsätzlich sind Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel zu begrüßen. Ich möchte aber auf einen Punkt hinweisen, den ich persönlich erlebt habe. Ich war lange Zeit Geschäftsführer einer Möbelindustrie in Rumänien und ich hätte dringendst Mitarbeiter gebraucht und keine gefunden, weil in der Gegend um Sibiu 200.000 junge, ausgebildete Kräfte bis 35 Jahre in die USA, Canada und nach Deutschland gegangen sind. Wir reden von einer Österreich-Card usw. und wollen uns die Arbeitskräfte aus dem Ausland holen, das ist wie ein Floriani-Prinzip. Wir machen hier einen Deckel zu und dort einen Deckel auf und wundern uns, wenn wir Migration haben und wenn die Leute dann zu uns kommen." Ich halte es grundsätzlich für sehr gefährlich, wenn wir glauben, dass wir Kräfte aus dem Ausland holen, um unseren Arbeitskräftemangel zu decken, weil dort dann ein Mangel verursacht wird. Wir holen in Österreich zum Beispiel sehr viele PflegerInnen aus der Slowakei und Rumänien und es denkt niemand daran, was das für die Länder dort bedeutet, wenn diese Arbeitskräfte dort abgehen. Das möchte ich zu dem Thema Arbeitskräftemangel einbringen. Das darf aus meiner Sicht keine Lösung sein.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: abgelehnt
Der Antrag wird bei Stimmenthaltung der Fraktionen von SPÖ (21), FPÖ (7), NEOS (2), KPÖ (2), LinzPlus (2) und Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit abgelehnt.