Ergänzung des Gemeinderats-Livestreams durch Übersetzung in Gebärdensprache
L 6 · Fraktionsantrag · 30. Sitzung
Zusammenfassung
KI GeneriertDer Livestream der Linzer Gemeinderatssitzungen soll durch eine qualifizierte Gebärdensprachdolmetschung barrierefrei werden. Damit sollen hörbeeinträchtigte Menschen die öffentlichen Beratungen besser mitverfolgen und an den demokratischen Prozessen in Linz teilhaben können. Als Begründung werden der Abbau von Barrieren, mehr Inklusion und eine breitere Zugänglichkeit städtischer Inhalte genannt. Für die Umsetzung sollen organisatorische, technische und budgetäre Maßnahmen geprüft und aus dem Budget durch Umschichtung finanziert werden. Die Zuweisung an den Ausschuss für Planung, Liegenschaften und Verfassung wurde einstimmig angenommen.
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Wortmeldungen (6)EinblendenAusblenden
Danke, sehr geehrte Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, die ersten Aufzeichnungen über Gebärdensprache in Europa stammen aus dem 17. Jahrhundert. Gebärdensprache ist für Gehörlose und gehörgeschädigte Menschen unverzichtbar, um sich zu verständigen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Von etwa 450.000 Menschen, die in Österreich aufgrund einer Hörbehinderung in der Kommunikation mit anderen beeinträchtigt sind, sind ungefähr 8.000 bis 10.000 Menschen gehörlos. In Linz leben rund 1.400 gehörlose Menschen. Die Zahl der Menschen mit Hörbeeinträchtigungen ist um ein Vielfaches höher. Die Unterstützung von öffentlichen Inhalten durch Gebärdensprache ist notwendig, um Teilhabe und Gleichberechtigung von Gehörlosen und schwerhörigen Menschen zu gewährleisten. Ich werde diesem Antrag gerne zustimmen, danke.
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, werte Kolleg*innen, wir plädieren für eine Zuweisung in einen Ausschuss. Ich habe im Vorfeld mit Vertreter*innen des Gehörlosenverbandes, des Landesschulzentrums für Hör- und Sehbildung - der Michael Reitter Landesschule - sowie Dolmetscher*innen gesprochen. Niemand wusste von diesem Antrag. Deshalb gehört er in eine Fachdiskussion gemeinsam mit jenen Expert*innen, die die tatsächlichen Bedürfnisse der Community kennen und wissen, was Sinn ergibt. 104 Eine Live-Übersetzung in Gebärdensprache ist technisch, personell und finanziell aufwendig. Aber ja, Inklusion darf auch etwas kosten. Nach Rücksprache mit der Dolmetscherin entstehen pro Sitzung Kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro. In Anbetracht dessen, dass es um eine sehr kleine Zielgruppe geht, muss man das abwägen. Ich habe im Gespräch mit den Expert*innen auch gelernt, dass für viele Gehörlose auch Deutsch eine Fremdsprache ist. Die oft von der Politik vorgeschlagenen von der Künstlichen Intelligenz (KI)-gestützten Untertitel, machen allein keinen Sinn, sie reichen nicht aus. Vielleicht wäre das Geld besser investiert, wenn die Protokolle wirklich zeitnah in einfacher Sprache und ergänzend in Gebärdensprache veröffentlicht werden würden. Technisch ist es längst möglich und es wäre ein echter Schritt in Richtung mehr Transparenz und politischer Teilhabe, nicht nur für gehörlose Menschen, sondern auch für viele andere, die auf einfache Sprache angewiesen sind. Wenn man einer Gruppe hilft, profitieren oft viele mit. Verbesserungen für Menschen mit Beeinträchtigungen machen unsere Stadt für alle besser. Wir sind für Barrierefreiheit, aber bitte gemeinsam mit den Betroffenen. Wir bitten um Zuweisung in einen Ausschuss.
Wir teilen das Anliegen der Barrierefreiheit und sehen aber auch, dass das Vorhaben mit Auswirkungen auf Infrastruktur und Budget verbunden ist. Ich beantrage daher die Zuweisung zum Ausschuss für Planung, Liegenschaften und Verfassung.
Vielen Dank Frau Vizebürgermeisterin, ich möchte mich den beiden Vorrednerinnen anschließen. Wir wissen nicht einmal, wie viele Menschen den Livestream sehen und wie viele davon die Gebärdensprache tatsächlich brauchen. Die hohen Kosten hat Frau Kollegin Piovesan schon angesprochen. Es ist eigentlich ein perfektes Thema für den neuen in Entwicklung befindlichen Beirat für Menschen mit Beeinträchtigung. Wir stimmen der Zuweisung des Antrages an den Ausschuss zu. Eventuell geht es dann sogar schon an den Beirat weiter, wenn es sich zeitlich ausgeht. Vielen Dank.
Ich wollte nur auf Herrn Redlhammer eingehen. Ich habe nicht gesagt, dass die Kosten zu hoch sind, sondern dass die Mittel effizient eingesetzt gehören. Danke.
Danke, ich möchte schon noch etwas dazu sagen. Auch wir haben mit Betroffenen gesprochen. Der Antrag beruht genau darauf, dass Personen, die hörbeeinträchtigt sind, auch am Geschehen teilhaben wollen. Ich möchte mich aber auch für die Idee bedanken, den Antrag einem Ausschuss zuzuweisen. Mir ist bewusst, dass hier wahrscheinlich mehr Planung erforderlich ist – das steht auch im Antrag drinnen – um es zielf dreffend einsetzen zu k en. Aber, wie gesagt, Kosten d d rfen in dem Fall eigentlich keine Rolle spielen, selbst wenn es nur drei Personen betrifft. Inklusion ist einfach ein Menschenrecht, danke.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: ausschuss verwiesen
Die Zuweisung des Antrages an den Ausschuss für Planung, Liegenschaften und Verfassung wird einstimmig angenommen.