Banken-Infrastruktur für die Linzer erhalten: Betreuung in Bankfilialen sicherstellen

K 5 · Fraktionsantrag · 20. Sitzung

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Die flächendeckende Bankenversorgung in Linz und die persönliche Betreuung in Bankfilialen stehen im Mittelpunkt. Anlass sind die Schließung der Filialen in der Franckstraße, im Biesenfeld und in der Coulinstraße sowie die Sorge, dass ältere Menschen und Personen mit Mobilitätsproblemen den direkten Zugang zu Bargeld und Finanzberatung verlieren. Als mögliche Antworten werden alternative Modelle wie Share-a-Bank-Systeme oder Pop-up-Filialen genannt; der Innovationshauptplatz soll gemeinsam mit den in Linz ansässigen Banken neue Lösungen erarbeiten. Die Finanzierung sollte durch Umschichtung im Budget erfolgen. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß mehrstimmig ab.

Schlagwörter (10):bankenversorgungbankfilialenbargeldversorgungfinanzberatungdigitalisierungältere menschenmobilitätsproblemeinnovationshauptplatzstadtpolitikbudgetumschichtung
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, innerhalb weniger Monate wurde bekannt, dass die Bankfilialen in der Franckstraße, im Biesenfeld und nun auch in der Coulinstraße ihre physische Kundenbetreuung geschlossen haben bzw. schließen werden. Ob und wie viele weitere Filialen im Linzer Stadtgebiet von einer Schließung betroffen sind, ist derzeit noch nicht absehbar. Die bisherigen Schließungen werden mit einem geänderten Kundenverhalten und der fortschreitenden Digitalisierung begründet. Diese Faktoren mögen selbstverständlich auch in der Bankenbranche feststellbar sein. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Linzer, insbesondere ältere Mitmenschen, ihren direkten Zugang zu Bargeld und zu einer persönlichen Finanzberatung in ihrer Bankfiliale verlieren. Alternative Modelle, wie etwa das in deutschen Städten schon im Einsatz befindliche ‚Share-a-Bank-System‘ oder Bankfilialen als Pop-up-Stores lassen in Linz jedenfalls noch auf sich warten. Das darf die Linzer Stadtpolitik nicht so einfach hinnehmen, denn gerade als Innovations- und Digitalisierungshauptstadt hätte die Stadt Linz mit dem Innovationshauptplatz eine personell gut aufgestellte Einrichtung, die sich innovativer Ansätze im Sinne der Linzer annehmen könnte. Es ist höchst an der Zeit, dass die Stadt Linz ihre vorhandenen Ressourcen dafür aufwendet, eine Synergie zwischen den Dienstleistungen der Banken und dem Bedarf der Linzer nach Finanzdienstleistungen herzustellen. Der Innovationshauptplatz soll daher beauftragt werden, gemeinsam mit den in Linz ansässigen Banken Lösungsansätze zu erarbeiten, damit die Linzer auch weiterhin auf physische Bankleistungen zurückgreifen können. In diesem Zusammenhang stellt die Linzer FPÖ-Gemeinderatsfraktion folgenden Antrag.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat der Stadt Linz beauftragt den Innovationshauptplatz, gemeinsam mit den in Linz ansässigen Banken neue Lösungen zum Erhalt einer flächendeckenden Bankenversorgung mit persönlicher Kundenbetreuung zu erarbeiten und diese dem Gemeinderat vorzustellen. Die finanzielle Bedeckung soll durch Umschichtung im Budget sichergestellt werden.
Wortmeldungen (3)EinblendenAusblenden

Grundsätzlich finden auch wir von der Sozialdemokratie, dass es natürlich bedauerlich ist, wenn sich die Banken aus den Stadtteilen zurückziehen. Ich glaube aber nicht, dass man - wie es im Antrag heißt - Sorge um die Bargeldversorgung haben muss. Das halten wir für überzogen - insbesondere auch, weil wir uns ein Stück weit fragen, wie oft man selbst in den Bankfilialen ist. Ich bin wahrscheinlich nur einmal im Jahr physisch in meiner Bankfiliale. Zudem ist die Bargeldabhebung jetzt auch bei Billa, Billa+, Penny, Unimarkt, Hofer, Lidl usw. möglich und in zahlreichen Foyers bei Spar - so auch im Franckviertel - steht ein Bankomat. Wir glauben daher, dass es nicht die Aufgabe der Stadt ist - so wie es im Antrag heißt - ein Konzept für die Bankversorgung zu machen. Die Stadt Linz ist keine Bank und besitzt auch keine Bank, daher werden wir uns enthalten. Die ÖVP hat avisiert diesem Antrag zuzustimmen, das finde ich interessant. Das Land Oberösterreich hat nämlich eine Bank, die HYPO Oberösterreich, OÖ Landesbank AG. Mich würde wirklich interessieren, wie die ÖVP im Landtag abstimmen würde, wenn man die Landesbank dazu verpflichten würde, in all jenen Gemeinden, wo es mittlerweile - es gibt zahlreiche davon - keinen einzigen Bankomaten mehr gibt, einen aufzustellen. Es würde mich wirklich interessieren, wie sich die ÖVP im Landtag dazu verhalten würde. Danke schön.

Kollege Koppler, ich weiß nicht, ob du das wirklich wissen möchtest.

An die SPÖ gerichtet: Es ist natürlich sehr interessant, dass man gleich einen Zwang herausliest. Es geht nur darum, etwas zu sondieren, es gibt einen Bedarf. Ja, nicht bei den jüngeren - den von mir aus gesehen jüngeren - aktiven Menschen, wie sie hier im Gemeinderat sitzen, das ist klar (Heiterkeit). Aber es gibt aber auch Menschen, die Mobilitätsprobleme haben, die vielleicht sonst schon Probleme in vielen Bereichen ihres Alltages haben. Die Stadt Linz könnte doch mit den Bankinstituten reden. Nicht alles rechnet sich betriebswirtschaftlich eindeutig, aber wenn die Stadt Gewicht darauflegt, könnte sie vielleicht Verbesserungen erzielen. Ich finde es schade, dass hier die Diskussion bzw. der Versuch verweigert wird. Bankomaten in Supermärkten sind auch eher zweifelhafte Beispiele. Gerade die angesprochene Kette Spar ist, meines Wissens, schon wieder schnell dabei, diese Bankomaten abzubauen. Die Tendenz, die Möglichkeiten zu verschlechtern, ist gegeben. Ich kann nur noch einmal appellieren, schauen wir doch, dass wir für alle Linzer, die ja sonst den meisten Mitgliedern dieses Hauses sehr am Herzen liegen, die Lebenswürdigkeit in der Stadt in allen Dingen - zu der auch die finanzielle Gebarung gehört - optimieren. Ich bitte nochmals um Zustimmung.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrstimmig abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), Die Grünen (9), NEOS (1), MFG (1), KPÖ (2), LinzPlus (2), WANDEL