Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung im Zusammenhang mit dem Zuschuss zur Errichtung der A7 Autobahnhalbanschlussstelle Linz/Auhof
G 4 · Ausschussantrag · 8. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz
Ausschuss:Ausschuss für Mobilität und Verkehr
Ergebnis:angenommen
Zusammenfassung
KI GeneriertGenehmigt wurde die adaptierte Finanzierungsvereinbarung für den Zuschuss zur Errichtung der A7 Autobahnhalbanschlussstelle Linz/Auhof zwischen ASFINAG, Land Oberösterreich und Stadt Linz. Hintergrund ist eine neue Kostenschätzung von 32 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer, wodurch sich der städtische Anteil nach der Drittellösung auf 10,68 Millionen Euro erhöht. Als Gründe für die Verteuerung werden unter anderem Baugrundverhältnisse, aufwendigere Gewässerschutzanlagen, das Brückenobjekt über den Katzbach sowie Planungs- und Verzögerungskosten genannt. Die Stadt Linz trägt die Kosten in Tranchen ab 2023 und finanziert sie bei Bedarf über Fremdmittel; die Beschlussfassung erfolgte trotz Gegenstimmen mehrerer Fraktionen mit Stimmenmehrheit.
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Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, unser Abstimmungsverhalten ist klar, ich möchte aber trotzdem noch kurz etwas dazu sagen. Wir haben zuerst über soziale Fragen diskutiert und man hat gemerkt, dass das Geld eher knapp ist. Bei Auto- oder Straßenprojekten ist das Geld noch immer nicht knapp, vielmehr ist es nach wie vor möglich, dass Millionenprojekte gefördert werden. Dazu muss man ganz einfach sagen, dass die Kosten höher werden, Kollege Langer hat es jetzt gerade gesagt, das Vierfache vom Anfangsbetrag und das ist nur der Bau. Auch die Erhaltung solcher Straßenbauprojekte – da kann man zwar sagen, dass das die ASFINAG bezahlen muss und uns das egal sein kann – zahlt trotzdem die Allgemeinheit. Das andere ist, dass die Nutzung dieser Straßen immer teurer wird, weil der Gebrauch des Autos, sprich die Spritpreise immer höher werden. Das heißt also, wenn man bereits die Infrastruktur als soziale Frage sehen würde, dann würde man vielleicht auch darauf kommen, dass es bessere Lösungen gibt, wie man den Verkehr organisiert. Soviel zu diesem Punkt. Unsere Position ist ganz klar: Jeder Cent den die Stadt noch immer in den Ausbau von so hochrangigen Straßennetzen steckt, ist ein Cent zu viel. Spätestens jetzt, mit dieser weiteren und wahrscheinlich noch immer nicht letzten Kostenerhöhung, sollte die Stadt aus dem Projekt Autobahnanschluss Auhof aussteigen und die Mitfinanzierungszusage zurückziehen. Dazu kommt es heute wahrscheinlich aber nicht, der Gemeinderat wird der Finanzierungszusage zustimmen. Das zeugt für uns für einen unverantwortlichen Umgang mit Steuer- und Abgabengeldern, noch dazu für eine sehr umwelt- und klimaschädliche Form der Mobilität. Man müsste im 20. Jahrhundert eigentlich schon ein bisschen weiter sein und eher den Ausstieg aus der fossilen Mobilität hinbringen. Es ist halt leider so, dass es in diesem Haus dafür noch keine Mehrheiten gibt. Danke.
Sehr geehrte Damen und Herren, dass wir die Notwendigkeit einer Mobilitätswende sehen, ist in diesem Haus glaube ich, mittlerweile hinlänglich bekannt. Ich finde schade, dass wir zwar diese Notwendigkeit im Gegensatz zu manchen anderen nach Außen verkünden, aber dann im Abstimmungsverhalten, gerade wenn es um diese großen Projekte geht, nicht konsequent handeln. In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, der Witz mit den Auf- und Abfahrten ist zwar ganz lustig, aber als Argument natürlich nicht ernst zu nehmen. Ich denke, dass Preissteigerungen immer noch weiter möglich sind, dass Energieunsicherheit in dieser Thematik weiterhin ein Thema sein wird und auch eine weitere Versiegelung angesichts von klimatischen Veränderung sicher nicht das ist, was sinnvoll ist. Die Entscheidungsträger sollten wirklich einmal einen Sommer lang in sich gehen und sich fragen, ob diese 10,7 Millionen Euro wirklich wichtig und richtig sind im Sinne der Resilienz, 463 die wir als Stadt gegenüber den Herausforderungen auf die wir jetzt zugehen, brauchen. Sie sollten sich fragen, ob diese Investitionsentscheidung richtig ist. Wenn es heißer ist als 37 Grad, dann lässt es sich super darüber nachdenken. Danke. Wir stimmen dagegen.
Ich wollte mich bei diesem Tagesordnungspunkt eigentlich nicht mehr zu Wort melden, weil alles auf dem Tisch liegt. Jetzt sind aber ein paar Argumente vorgebracht worden, die ich nicht so einfach stehen lassen möchte, vor allem, wenn über einen unverantwortlichen Umgang mit Steuergeldern gesprochen wird. Erstens bin ich für diese Halbanschlussstelle Auhof/Dornach, auf die die Bevölkerung dort im Stadtteil schon jahrzehntelang wartet. Ich bin nach wie vor der Meinung und ich stehe zu meinem Argument, dass Autobahnen nichts bringen, wenn man keine Zu- oder Abfahrten hat. Das ist kein Scherz, davon bin ich wirklich der Überzeugung. Ja, es wird eine Beruhigung in der Altenberger Straße brauchen und ja, diese sind auch geplant. Es ist eine Pförtnerampel geplant und es sind Fahrradverengungen geplant. Zu behaupten, dass jetzt ein Autobahnanschluss kommt und die Bevölkerung dort vom Verkehr überflutet wird, stimmt einfach nicht und dem muss ich an dieser Stelle auch einmal widersprechen, weil so viel Blödsinn verzapft wird – das muss ich jetzt auch einmal sagen. Diese Entkoppelung mit dem Radweg ist einfach notwendig, damit wir nicht noch eine weitere Verzögerung bei der Halbanschlussstelle haben. Ich trete absolut für die sanfte Mobilität in der Stadt ein, insbesondere für das Fahrradfahren in der Stadt und auch ins Umland. Bei diesem Radweg – es tut mir selber leid, dass er noch nicht weiter ist – bewegen wir uns aktuell noch in einer Studienphase. Es gibt mehrere Varianten, die man in Betracht ziehen kann und es wird weitergearbeitet, das weiß ich, darüber ist mir berichtet worden. Mir wäre es auch lieber – das muss ich ganz ehrlich sagen – wenn wir bei diesem Radweg schon weiter wären. Nichts desto trotz müssen wir die Halbanschlussstelle weiterverfolgen, daher ist es gut und richtig, diese beiden Projekte voneinander zu entkoppeln, damit man bei beiden entsprechend weiterkommen. Diese Teuerung ist sehr bedauerlich, das hat aber zu einem großen Teil geopolitische Hintergründe und das erleben wir in allen Bereichen des Baues, sei es jetzt im Tiefbau oder auch im Hochbau. Es ist aber leider alternativlos, diese finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, das ist so. Da kann man den Kopf schütteln, aber das ist de facto so, wenn man sich mit dem Bau fundiert auseinandersetzt. Daher müssen wir dem im Linzer Gemeinderat auch zustimmen und diese Mittel zur Verfügung stellen, sonst stirbt diese jahrzehntelang aufgebaute Projekt für den Stadtteil Auhof und dafür bin ich nicht zu haben. Nicht, weil ich wie sie eine ideologische Brille aufhabe, sondern weil ich sehr wohl für die Stärkung der sanften Mobilität eintrete, aber nicht aus einem ideologischen Grund heraus, sondern aus einem pragmatischen Grund heraus. Da muss man dann halt auch ein paar Dinge beschließen, auch wenn es einem ideologisch gegen den Strich geht – wie aus ihrer Sicht – aber der Hausverstand müsste einem eigentlich sagen, dass man da mitgeht. Insofern appelliere ich noch einmal zuzustimmen und danke den konstruktiven Kräften im Haus, dass sie auch die Verantwortung übernehmen. Danke.
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte ganz kurz noch etwas sagen, weil Herr Mag. Hajart ein paar Punkte erwähnt hat, die ich so natürlich nicht stehen lassen kann. Natürlich ist es nicht so, dass eine Verkehrsberuhigung 464 stattfindet, wenn man eine Straße von zwei auf vier Spuren erweitert, nichts Anderes ist das. Ich glaube, man sollte schon noch einmal in sich gehen, ob es wirklich so ist, dass eine Autobahnabfahrt alternativlos ist. Alternativlos ist eine Prüfung von Alternativen, die bisher nicht stattgefunden hat. Es wird immer behauptet, wir müssen diese Abfahrten bauen, nein ich glaube es ist jetzt einmal wichtig, dass wir innehalten und darüber nachdenken, ob wir nicht eine Nullvariante ins Auge fassen und zuerst einmal die Alternativen bauen, die da waren die S-Bahn nach Gallneukirchen und ein Radschnellweg nach Gallneukirchen. Dann müsste man evaluieren, ob diese Maßnahmen überhaupt noch notwendig waren. Genau dieses Geld, das wir jetzt in diesen sinnlosen Halbanschluss stecken, wird uns am Ende dann fehlen um diesen Umbau im Stadtteil zu ermöglich. Wir sollten eigentlich darüber nachdenken, wie wir die Bevölkerung vor Ort schützen können, indem wir nämlich Straßenrück bauen und nicht jetzt eine Kapazitätserweiterung vollführen. Danke
Vielen Dank, ich kann meinem Vorredner, Markus Rabengruber, nur beipflichten. Gerade der Begriff der Alternativlosigkeit ist eigentlich an sich ein riesen Blödsinn. Ich möchte mich dir anschließen mit der Begrifflichkeit Blödsinn, weil es eben genau darum geht, Alternativen ins Auge zu fassen und wenn du sagst, dass über Jahre und Jahrzehnte ein Projekt aufgebaut und geplant worden ist, dann kann es manchmal sein, dass das Projekt mit veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr übereinstimmt. Wir sind überzeugt davon, dass das schon vor einigen Jahren der Fall war und jetzt noch vielmehr ist. Es macht wirklich betroffen, dass wir in dem Haus heute über den Beitritt zum Netzwerk von nachhaltigen Städten sprechen, dem ihr auch zustimmen werdet. Wir diskutieren des Weiteren über knappe Kasse und soziale Verwerfungen und investieren aber 10,7 Millionen Euro in ein unökologisches Verkehrsprojekt. Wenn das keine eindimensionale Lösung ist, dann weiß ich es auch nicht.
Abstimmungsergebnis
Ergebnis: angenommen
Der Antrag wird bei Stimmenhaltung der MFG-Fraktion (2) sowie bei Gegenstimme der Fraktionen von Die Grünen (9), KPÖ (2), LinzPlus (2) und Gemeinderat Brandstetter, WANDEL, mit Stimmenmehrheit angenommen.