Verkehrssituation in der Ferihumerstraße verbessern

K 10 · Fraktionsantrag · 8. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz

Berichterstatter:

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

KI Generiert

Die Verkehrssituation in der Ferihumerstraße soll durch einen Rückbau des Straßenraums, eine Neuordnung der Haltestellenbereiche und mehr Platz für Fuß- und Radverkehr verbessert werden. Begründet wird dies mit dem seit Langem ignorierten Durchfahrtsverbot, der hohen Belastung an den Haltestellen Wildbergstraße und Peuerbachstraße sowie dem Bedarf an einer sichereren und attraktiveren Schul- und Bewohnerinnenstraße. Vorgesehen sind unter anderem eine Mischverkehrsfläche, eine mögliche zusätzliche Sperre mit Pollern, die Prüfung einer Umkehrschleife und ein Umbau der Eingangsbereiche vor Schule und Gymnasium. Der zuständige Mobilitätsstadtrat soll die Maßnahmen in einem partizipativen Verfahren prüfen und ein Rahmenkonzept für eine spätere Gestaltung ausarbeiten. Der ursprüngliche Vorschlag wurde abgelehnt, ein Abänderungsantrag zur Umsetzung bereits erarbeiteter Maßnahmen und zur Evaluierung nach einem halben Jahr wurde angenommen.

Schlagwörter (10):ferihumerstraßeverkehrsberuhigungstraßenrückbauhaltestelle wildbergstraßehaltestelle peuerbachstraßefußverkehrradverkehrschulwegöffentlicher verkehrpartizipation
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Gemeinderat Mag. Rabengruber berichtet über den von der Grünen-Gemeinderatsfraktion eingebrachten Antrag ## K 10 Verkehrssituation in der Ferihumerstraße verbessern und führt aus: Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die Ferihumerstraße ist zwischen Wildbergstraße und der neuen Eisenbahnbrücke seit geraumer Zeit mit einem Durchfahrtsverbot belegt. Leider wird dieses, so wie es auch in anderen Straßenzügen oft der Fall ist, mehrheitlich ignoriert. Der besagte Straßenzug ist zurzeit als Durchzugsstraße konzipiert, das sieht man an den Straßenbreiten. Da es im städtischen Einflussbereich liegt, könnte man baulich auf ein verträgliches Maß zurückbauen. Diese Straße besitzt gerade im Einmündungsbereich zur Wildbergstraße bzw. zum Jahrmarktgelände drei Spuren, die nicht erforderlich sind. Zugleich ist die Haltestelle Wildbergstraße nicht nur zu Jahrmarktzeiten stark frequentiert und fällt aufgrund des hohen Platzbedarfs für den motorisierten Individualverkehr viel zu schmal aus. Zu Schulstoßzeiten ist die Haltestelle Wildbergstraße sowie auch die Haltestelle Peuerbachstraße sehr stark frequentiert. Deshalb ist es hier unbedingt erforderlich, den Flächenbedarf zugunsten der sanften Mobilität zu verschieben, dafür gibt es viele positive Argumente und es hätte viele Vorteile für die Anwohner*innen, Öffi-Nutzer*innen, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Eine Mischverkehrsfläche mit je einer Einfahrts- und Ausfahrtsspur – momentan gibt es drei Ausfahrtsspuren bei der Straßenbahnhaltestelle Wildbergstraße – und eventuell einer Durchpflasterung ähnlich wie bei der Goethekreuzung, hätte eine Signalwirkung für die Autofahrer*innen, dass es sich hier nicht um eine Durchzugsstraße handelt. Zusätzlich wäre dadurch eine signifikant bessere Zugänglichkeit der Straßenbahnhaltestelle Wildbergstraße die Folge. Nicht zuletzt würde durch diese Maßnahme die Berufsschule 6 und 7 einen adäquaten, qualitätsvollen Platzbereich vor der Schule bekommen. Zugleich könnte durch den Rückbau den Fußgänger*innen und Radfahrer*innen mehr Raum gegeben werden und die Sicherheit erhöht werden. Zugleich könnte die Straßenbahnhaltestelle in eine großzügige Station, die den Ansturm an Fahrgästen während des Marktgeschehens gerecht wird, umgestaltet werden. Eine zusätzliche Durchfahrtsperre mittels Poller sollte vom zuständigen Referenten jedoch geprüft werden. Eine Umkehrschleife auf der Höhe Berufsschule 1 würde sich anbieten. Mit diesen Maßnahmen könnte sich die Ferihumerstraße in eine gestalterisch hoch qualitative, lebenswerte, Bewohner*innenstraße und Schulstraße verwandeln, die auch während des Urfahrmarkts nicht im Verkehrschaos versinkt und ohne saure Zitronen, Strafmaßnahmen durch die Polizei auf elegante Art und Wiese durch verkehrspsychologische Wirkung verkehrsberuhigt werden. Analog zur Umgestaltung der Haltestelle Wildbergstraße könnte auch die Haltestelle bei der Peuerbachstraße beim Gymnasium umgebaut werden. Hier ist ein gesamtheitlicher Ansatz auszuarbeiten: Attraktivierung der Haltestelle, Pflasterung etc., um eine attraktive Eingangszone vor dem Gymnasium zu schaffen, die dieser Bildungseinrichtung auch gerecht wird. Der Gemeinderat der Stadt Linz beschließt: 1. Der zuständige Mobilitätsstadtrat möge in einem partizipativen Verfahren mit allen relevanten Akteur*innen (Bewohner*innen, den zuständigen Magistratsabteilungen etc.) die vorgeschlagenen Maßnahmen einer Prüfung unterziehen und ein Rahmenkonzept zur Umgestaltung ausarbeiten, das 2. in einem zweiten Schritt als Grundlage für einen Gestaltungswettbewerb dienen soll. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden. Dazu liegen folgende Wortmeldung vor:
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Der zuständige Mobilitätsstadtrat möge in einem partizipativen Verfahren mit allen relevanten Akteur*innen (Bewohner*innen, den zuständigen Magistratsabteilungen etc.) die vorgeschlagenen Maßnahmen einer Prüfung unterziehen und ein Rahmenkonzept zur Umgestaltung ausarbeiten, das 2. in einem zweiten Schritt als Grundlage für einen Gestaltungswettbewerb dienen soll. Die Bedeckung eventuell anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. in kommenden Voranschlägen berücksichtigt werden.
Wortmeldungen (4)EinblendenAusblenden

Herzlichen Dank. Da es bereits 2021 eine Bewohner*innenbefragung gab, bei der sicher jede/r zweite Bewohner*in für eine Maßnahme ausgesprochen hat, haben wir einen Abänderungsantrag: Der Gemeinderat beschließt: Der zuständige Referent für Verkehr wird ersucht, die vorliegenden Maßnahmen, die seitens der vorherigen Verkehrsreferenten bereits in einem partizipativen Verfahren erarbeitet wurden, anhand der Befragungsergebnisse umzusetzen und die gesetzten Maßnahmen nach einem halben Jahr zu evaluieren. Vielen Dank.

Wir werden auf jedem Fall dem Antrag der Grünen zustimmen, dem Abänderungsantrag werden wir uns enthalten, weil zum einen diese Befragung im Endeffekt nur von ca. einem Fünftel der dortigen Bewohner*innen wirklich beantwortet worden ist. Wir sind der Meinung, dass es schwierig ist diese Befragung herzunehmen. Zum anderen denke ich, dass sich die Situation in dieser Gegend schon sehr stark verändert hat. Es wird dann das Stadion dort sein, wir bekommen die S-Bahn-Haltestelle, die Bim-Haltestelle wird umgebaut. Es gibt, glaube ich, sehr viele Veränderungen, die es schon legitimieren, dass wir eine neue Befragung machen, so wie es im Antrag der Grünen vorgeschlagen wird.

Meine geschätzten Damen und Herren, das Thema Ferihumerstraße hat schon deutlich vor meiner Amtszeit begonnen. Man hat die Befragung gemacht, da ist ein etwas diffuses Bild herausgekommen, aber doch mit einem Ergebnis. In der Übergangsphase von meinem 511 Vorgänger zu mir als Verkehrsreferent, hat man eine Fahrverbotszone eingerichtet, von der die Anlieger ausgenommen sind. Das ist keine perfekte Lösung. Es wurde gesagt, dass alle durchfahren, das stimmt aber so nicht. Viele bzw. die meisten halten sich schon an die Verkehrsregeln, einige leider nicht und fahren durch. Das ist keine perfekte Lösung. Ich glaube aber, dass jetzt eine Bürgerbeteiligung nur der Bürgerbeteiligung wegen keinen Sinn macht. Ich glaube ganz im Gegenteil, dass die Ferihumerstraße Ruhe braucht. Nicht nur Ruhe vom Verkehr, sondern insgesamt was diese politische Diskussion betrifft. Es bringt nichts, wenn man jede Woche mit einem neuen Vorschlag kommen und alle zweite Woche eine Änderung der Situation herbeiführt. Das ist nicht gescheit. Wir stimmen heute dem Abänderungsantrag des SPÖ zu. Wir probieren das jetzt. Wir riegeln die Ferihumerstraße in der Mitte ab, dadurch kann man von beiden Seiten zufahren und auf derselben Seite jeweils wieder ausfahren, die Sperre erfolgt auf Höhe des Peuerbach Gymnasiums. Wir machen das, wie von der SPÖ beantragt, für ein halbes Jahr, evaluieren das dann und schauen uns an, wie das funktioniert. Das ist von der SPÖ vorgebracht worden, es gibt eine Postkartenaktion, die bis zum heutigen Tag – wenn ich richtig gelesen habe – läuft. Ich bitte darum, dass mir die Postkarten noch überreicht werden oder wie immer das auch geplant ist. Ich habe ehrlichweise seitdem ich im Amt bin Beschwerden und Wünsche in alle Richtungen, in der Ferihumerstraße gibt es von den Bewohnerinnen und Bewohnern kein einheitliches Bild. Ganz im Gegenteil, so eine diffuse Meinungslandschaft findet man selten in einer Straße. Es gibt nicht einmal ein einheitliches Bild in der Bürgerinitiative, was sehr beachtlich ist, muss ich ganz ehrlich sagen. Die meisten Bürgerinitiativen haben eine Zielsetzung an der gearbeitet wird, in diesem Fall ist das nicht so. Egal, wir machen das jetzt. Ich ersuche aber gleichzeitig, dass wir uns das wirklich einmal dieses halbe Jahr anschauen. Am Anfang wird das zu einer Kundgebung verschiedenster Meinungen führen, das ist so wenn man Veränderungen durchführt. Ich ersuche um Unterstützung – so wie wir es tun – des SPÖ-Abänderungsantrages, aber nicht, dass wir jetzt wieder – das ist ein bisschen die Schlagseite des Antrages der Grünen – X-Varianten auftut, das tut der Sache aus meiner Sicht nichts Gutes. Insofern stimmen wir dem Antrag der SPÖ heute zu und es wird eine Maßnahme erfolgen, die in den Ferien startet und so lange dauert, dass man sich ansehen kann, wie es läuft, wenn keine Ferien mehr sind und die auch während des Urfahrnaner Marktes diese Lösung abdeckt. Ich sage gleich dazu, mit dieser Lösung alleine wird man den Parkplatzsuchverkehr während des Urfahrnaner Marktes nicht eindämmen. Insofern gehört ein Zufahrtsverbot mit Ausnahme der Anlieger dazu, so wie wir es jetzt auch schon als Zusatzmaßnahme zu dieser Sache haben. Dieses Fahrverbot ausgenommen Anlieger werden wir vor allem auch während der Urfahrnaner Markt Zeit kontrollieren müssen, wir haben heuer ja erlebt, was abgeht, wenn man niemanden hinstellt, nämlich sehr viel. Was den Urfahrnaner Markt betrifft, wurde mir für den kommenden Markt schon ein Verkehrslenkungssystem digitaler Natur mitgegeben. Das werden wir hinbekommen, zu diesem Thema werden wir später noch genauer kommen. Dankeschön. (Beifall) Die Vorsitzende erteilt dem Berichterstatter das Schlusswort. **Gemeinderat Mag. Rabengruber:** „Vielen Dank für die Rückmeldungen. Wir sehen das ein bisschen differenzierter, weil dieser Abänderungsantrag aus unserer Sicht nicht weiterführend ist. Aus unserer Sicht ist unser Antrag weiterführender, weil er – wir kennen natürlich diese Befragung – auf diese Befra- 512 gungen aufbaut. Es soll ja darum gehen, dass man gestalterisch etwas weiterbringt und man dort den Straßenraum zurückbaut, weil es umso wichtiger ist, eine verkehrspychologische Wirkung zu erzielen. Das tut man nicht, wenn man den Status quo so erhält, wie er jetzt momentan vorzufinden ist, weil jedem Autofahrer suggeriert wird, dass dort eine Durchzugsstraße besteht. Ich glaube es wäre schon notwendig, noch einmal eine Befragung zu machen, weil in der Zwischenzeit die Eisenbahnbrücke fertig ist und weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Ich sehe das so, dass unser Antrag das dann auch weiterführt hin zu einer gestalterischen Veränderung, die im Abänderungsantrag eigentlich nicht enthalten ist."

Vielen Dank für die Rückmeldungen. Wir sehen das ein bisschen differenzierter, weil dieser Abänderungsantrag aus unserer Sicht nicht weiterführend ist. Aus unserer Sicht ist unser Antrag weiterführender, weil er – wir kennen natürlich diese Befragung – auf diese Befragungen aufbaut. Es soll ja darum gehen, dass man gestalterisch etwas weiterbringt und man dort den Straßenraum zurückbaut, weil es umso wichtiger ist, eine verkehrspychologische Wirkung zu erzielen. Das tut man nicht, wenn man den Status quo so erhält, wie er jetzt momentan vorzufinden ist, weil jedem Autofahrer suggeriert wird, dass dort eine Durchzugsstraße besteht. Ich glaube es wäre schon notwendig, noch einmal eine Befragung zu machen, weil in der Zwischenzeit die Eisenbahnbrücke fertig ist und weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Ich sehe das so, dass unser Antrag das dann auch weiterführt hin zu einer gestalterischen Veränderung, die im Abänderungsantrag eigentlich nicht enthalten ist.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird bei Stimmenthaltung von den Fraktionen SPÖ (20), ÖVP (9), FPÖ (9), NEOS (2) und MFG (2) mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Abänderungsantrag wird bei Stimmenthaltung der LinzPlus-Fraktion (2) mit Stimmenmehrheit angenommen.