Erledigung des Antrages der LinzPlus-Gemeinderatsfraktion vom 27. Juni 2024 „Heliosallee: Multifunktionales Grünes Band für Pichling“

I 1 · Ausschussantrag · 30. Sitzung

Berichterstatter:

Ausschuss:Ausschuss für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung

Ergebnis:abgelehnt

Zusammenfassung

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Ein multifunktionales Grünes Band für Pichling sollte entlang der Heliosallee als zusammenhängender öffentlicher Raum mit mehr Aufenthaltsqualität und städtebaulichem Zusammenhalt entstehen. Begründet wurde der Vorschlag mit dem starken Wachstum des Stadtteils, dem fehlenden Ortskern und der bislang vor allem technischen Entwicklung im Bereich östlich der solarCity. Als Vorbild wurden ältere Planungen von Roland Rainer genannt, die eine bandartige Stadtstruktur mit kleinen Subzentren vorsehen. Nach Prüfung der aktuellen Widmungen und Grünflächen sah der zuständige Ausschuss jedoch keine Notwendigkeit für das Vorhaben. Der Gemeinderat lehnte den Gestaltungswettbewerb mehrheitlich ab.

Schlagwörter (10):pichlingheliosalleegrünes bandstadtentwicklungöffentlicher raumaufenthaltsqualitätortsbildgrünflächensolarcitygestaltungswettbewerb
AntragstextEinblendenAusblenden
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, wir haben uns im Ausschuss mit dem Antrag von LinzPlus bezüglich eines multifunktionalen grünen Bandes für Pichling beschäftigt. Im Antrag selbst ist bereits erwähnt, dass dies auf Planungen des Architekten Roland Rainer zurückgeht. Diese sind schon etwas älter und aus der Zeit vor der Fertigstellung der solarCity. Wir haben uns im Ausschuss die aktuelle Situation der Widmungen und Grünflächen dort angesehen und haben festgestellt, dass wir hier keine Notwendigkeit sehen. Daher haben wir diesem Antrag keine Zustimmung gegeben.
BeschlussformelEinblendenAusblenden
Der Gemeinderat beschliebe: Planungsstadtrat Dietmar Prammer möge gemeinsam mit Stadträtin Eva Schobesberger (Grünflächen, Parkanlagen, Gestaltung Verkehrsgrün, ...) einen Gestaltungswettbewerb für ein multifunktionales ‚Grünes Band‘ in Pichling ausloben und die Ergebnisse in den Ausschüssen präsentieren. Die Bedeckung der Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen.
Wortmeldungen (7)EinblendenAusblenden

Danke Herr Bürgermeister, liebe Paulina Wessela, Eva Schobesberger, ich muss wirklich sagen, dass ich es als ewig schade empfinde, dass der Antrag heute weggestimmt wird. Ich hätte mir auch von Markus Rabengruber erhofft, dass er als Architekt und Stadtplaner ein gutes Wort in seiner Fraktion einlegt, aber das ist offenbar nicht erfolgt, oder doch? Ursprünglich war unser Ziel, den Antrag auch in den Stadtplanungsausschuss zu bekommen. Das ist aber am Widerstand des Referenten gescheitert. Im Juni 2024, vor einem Jahr, habe ich den Antrag in der Hoffnung eingebracht, dass wir uns mehr und besser um Pichling kümmern. Die Frage, die dem Antrag zugrunde liegt, ist, wie wir Pichling Zusammenhalt und eine Identität geben können. Pichling ist nicht wirklich Stadt und auch nicht wirklich Land, sondern eine klassische Vorstadt. Pichling ist in den vergangenen zehn Jahren wirklich sehr rasant gewachsen – stärker als der Rest von Linz. Eine städtebauliche Planung gab es dafür aber nicht oder nur rudimentär. Es wurden in Wirklichkeit einfach zur Verfügung stehende Felder umgewidmet und bebaut. Insbesondere eine zusammenhängende Gestaltung des öffentlichen Raumes fehlt bislang. Das ist auch in der Heliosallee, die sich wie ein Bogen durch ganz Pichling zieht, gut zu sehen. So wurde im Abschnitt östlich der solarCity zwar viel Geld investiert, doch bislang nur in die technische Infrastruktur. Es gibt viel Asphalt, aber keine Aufenthaltsqualität. Das räumliche und soziale Potenzial dieses Bogens als ‚Grünes urbanes Freizeitband für Pichling‘ liegt noch vollkommen brach und würde der losen Struktur Pichlings Zusammenhalt geben. Übrigens beruht dieser Gedanke – Paulina, du hast es gerade gesagt – auf den ‚alten‘ Planungen von Roland Rainer. Ich habe das Buch ‚solarCity Linz-Pichling – Nachhaltige Stadtentwicklung / Sustainable Urban Development‘ heute mitgebracht, da ist das alles drinnen. Ich weiß nicht, wie viele es kennen, aber es ist ein super Buch. Roland Rainer hat diese Bandstadt – ein Bogen, an der kleine Subzentren aufgefädelt sind – vor fast 30 Jahren, also 1998, im Auftrag der Stadt skizziert und publiziert. 30 Jahre sind im Städtebau gar nichts. Das ist genau die Zeitspanne, in der wir arbeiten. Da reden wir schon von 20, 30 oder 50 Jahren. Diese Vision ist also gar nicht veraltet, sondern topaktuell. Nur ein paar Bäume zu pflanzen, ist aus unserer Sicht zu wenig und hat mit Stadtentwicklung in einem stark wachsenden Stadtteil nichts zu tun. Paulina, du hast auch von Notwendigkeit gesprochen. Um die geht es hier nicht, sondern darum, einen öffentlichen Raum und Zusammenhalt in dieser Vorstadt zu schaffen.

Vielen Dank Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, ich finde das Ganze ein bisschen schade. Lorenz Potocnik, du hast es schon gesagt, es ist bei uns in Pichling, mit Ausnahme der solarCity, nicht wirklich ein Ortskern vorhanden. Das wäre eine tolle Idee gewesen. Du hast gesagt, es ist nicht Fisch, nicht Fleisch, es ist kein wirklich ländliches aber auch kein städtisches Gebiet. Darum sollte man Ideen, die das Zusammenleben und die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessern können, aufnehmen. Schade, dass das im Gemeinderat abgelehnt wird, wenn Lorenz schon mit konkreten, umsetzbaren Ideen kommt. Wir werden jedenfalls zustimmen.

Ich bin über die zwei Wortmeldungen fast ein bisschen verblüfft, denn wir haben das im Ausschuss – Kollegin Wessela hat es schon gesagt – relativ ausführlich besprochen. Da hat Herr Planungsdirektor einen Input gebracht. Ich betone jetzt noch einmal, dass wir das auch im Ausschuss besprochen haben. In meinem Ausschuss können wir aber nicht über Stadtplanungsergebnisse bis ins letzte Detail verhandeln, da wir nicht zuständig sind. Verblüfft über diese Wortmeldungen bin ich jetzt deswegen, weil sowohl die Kollegin von der FPÖ als auch Lorenz Potocnik selbst es nicht der Mühe wert gefunden haben, in den Ausschuss zu kommen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Das wollte ich der Vollständigkeit halber noch anmerken. Danke.

Entschuldigung, ich muss mich jetzt noch kurz zu Wort melden, weil Frau Schobesberger gerade gesagt hat, dass es mir ‚nicht der Mühe wert‘ war. Ich habe per E-Mail an die Kollegin geschrieben, dass ich krankheitsbedingt verhindert bin. Eine Vertretung habe ich 72 naturlich informiert, aber die hatte auch keine Zeit und eine zweite Vertretung haben wir nicht.

Abschließend dazu möchte ich sagen, dass es schwierig ist, dass, wenn man etwas im Ausschuss ausführlich behandelt, dann im Gemeinderat gerade von denen, die nicht in den Ausschuss kommen, inhaltlich Bezug genommen wird. Das ist kein Vorwurf an Sie als Person, denn wenn Sie krank sind oder Betreuungspflichten haben, dann ist selbstverständlich klar, dass Sie nicht kommen können. Es hätte aber jemand anderer aus ihrer Fraktion kommen können, wenn Ihnen das Thema tatsächlich so am Herzen liegt.

Ich muss jetzt auch etwas zu Protokoll geben. Ich war für LinzPlus in diesem Ausschuss. Ich habe diesen Antrag wirklich verteidigt und möchte auch zurückweisen, dass LinzPlus nicht vertreten war.

Also jetzt wird es wirklich lächerlich. Ich habe gesagt, Lorenz Potocnik, der als Antragsteller und als Fraktionsobmann natürlich auch eingeladen war, war nicht da. Ich habe nicht gesagt, dass LinzPlus nicht dabei war.

Abstimmungsergebnis

Ergebnis: abgelehnt

Der Antrag wird mehrheitlich abgelehnt. Enthaltung: SPÖ (21), ÖVP (11), Die Grünen (9), NEOS (2), Gemeinderätin Schachner/ehem. MFG